Für mich ist der Podcast Responsive Web Design von Ethan Marcotte und Karen McGrane aus einigen Gründen einer von denen, die man hören MUSS, wenn man an Webprodukten arbeitet: Sie archivieren das, was in den Podcasts gesprochen wird. Der gesamte Podcast wird transkribiert, aufgeräumt und ins Netz gestellt. Etwa dieser mit Netflix-Mitarbeitern über die Sign-Up-Erfahrung auf Netflix-Properties. Ich habe eine Menge auszusetzen. Etwa:
Jeder Passwort-Manager hat ein grundsätzliches Problem: Adoption. Die ersten Tage, in denen man sich nicht mehr auf das Speichern seiner Passwörter im Browser verlässt, tun weh. Warum sollte man das also überhaupt tun? Das Speichern der Passwörter im Browser ist nicht sicher: Deswegen sollte man es nicht tun. Nach meinem letzten Stand ist Firefox noch am sichersten, aber ich mag Firefox nicht. Meistens arbeite ich in Chrome, weil da auch die Erweiterungen mir am besten taugen. (Und eine Vielzahl von Erweiterungen bedeutet auch, dass da mal eine dabei sein kann, die nur Daten ausliest und als Malware bezeichnet werden könnte. Noch ein Grund dafür, die Passwörter dort nicht aufzuheben.) Deswegen hat es länger als notwendig gedauert, bis ich auf einen Passwort-Manager umgestiegen bin. Also aktiv. Mit der IT-Sicherheit und dem Passwort-Manager ist es in etwa so wie mit dem Wunsch nach Fitness und der Mitgliedschaft im Fitness-Studio: Erst wenn du wirklich Gewichte stemmst und schwitzt, kannst du fit werden. Und eben sicher. Ein paar hundert Accounts liegen jetzt in 1Password. Die meisten derer, die ich regelmäßig benutze. Leider gibt es immer noch eine lange Liste von etwa 800-1000 Accounts, die ich migrieren müsste. Aber das habe ich noch nicht getan, weil sich der Aufwand kaum lohnt. Jede Sicherheitskette ist natürlich nur so sicher wie ihr schwächstes Glied, daher ist das natürlich fahrlässig. Und ein paar Accounts sind auch schwer 1Password beizubringen - wie etwa mein ständig benutzter iCloud-Zugang. Schließlich loggt man sich damit nicht in einem Browser so oft ein, die Apple-Online-Services taugen nicht so viel. Wenn die ersten 100 erst mal eingegeben sind, geht es ganz schnell. Und wo ihr schon dabei seid: Richtet für die Accounts, bei denen es geht, gleich Two-Factor-Authentification ein.
Auch Wired hat das Problem, dass immer mehr Nutzer Adblocker nutzen. Der Anteil liegt bei 20%. In Deutschland liegt der Anteil im Markt etwa bei 40%. Seiten, die sich an junge Männer wenden, wie Gaming-Sites, liegen bei 80-90%. Da wird dann das Geschäftsmodell wirklich fraglich. How WIRED Is Going to Handle Ad Blocking | WIRED:
Beruflich teste ich Software. Passt die zu uns, erfüllt die unsere Anforderungen, passt die ins Budget. Das sind so die üblichen Fragen. Manchmal gibt es unter den Accountmanagern Schnarchnasen, Dass Anbieter sich proaktiv melden, wenn man einen kostenlosen Test macht, finde ich prinzipiell gut. Was ich aber nicht mag, ist bei der Arbeit gestört zu werden. Wie etwa mit einem plötzlichen Skype-Anruf. (Nein, ich habe nicht immer Kopfhörer mit Mikrofon auf dem Kopf. Nein, ich kann nicht auf laut stellen, weil ich im Großraumbüro sitze.) Das geht nicht nur mir so. Daher die Erinnerung an die Skype Etiquette. Dazu gibt es sogar bei Techcrunch einen ganzen Artikel: Skype Etiquette | TechCrunch:
Diese Frage höre ich oft, meine Antwort fällt je nach Kontext immer ein bisschen anders aus. Für mich heißt es, sich um alles zu kümmern. Umso glücklicher war ich, als ich diese Antwort fand. Auch den Vergleich mit einem Restaurant-Leiter finde ich gut:
Den Film fand ich eher fad - „Moonrise Kingdom“. Aber er und alles um ihn herum zeugt von einem ungeheuren Gestaltungswillen. Moonrise Kingdom poster and website:
Der Übeltäter hier ist Plista, aber es könnte jeder Anbieter von Recommendations mit eingebauter Werbung sein. Auf der Seite der Heimatzeitung des Ortes, wo das schlimme Zugunglück passiert ist, findet sich diese Werbung heute: [caption id=”attachment_1900” align=”aligncenter” width=”694”] Auch die Werbekunden sind darüber nicht glücklich[/caption] Auch die Werbekunden wären froh, wenn sie in diesem Umfeld nicht auftauchen würden. Hier brauchen Publisher Schalter an ihren Produkten, das sie so etwas ausschalten können. So wie man auf besonders sensiblen Artikel die Kommentare ausschalten können muss, muss auch solche Werbung mit einem Toggle versehen werden können. Die Krise kommt, das ist sicher - gerade wenn man viele Seiten mit der gleichen Software betreibt. Man kann das sogar teilautomatisieren. Wenn das Tag des Inhalts Autounfall ist oder ähnlich, kann man die Werbung einfach ausblenden. Ja, dazu braucht man etwas Logik im Templating, aber es zeugt dann von einem mitdenkenden Produktmanagement- oder User Experience-Team.
Guter Wein reift. Gute Mails auch. Nicht zwei Jahre, sondern vielleicht zwei Stunden. Lasst mich das erklären. Ein Kunde ärgert dich. Du willst ihn besänftigen, aber du hast einen unangemessenen Zungenschlag in deiner Mail. Lass die Mail reifen, bis kurz vor Feierabend, und schick sie dann erst ab. Lass die Mail reifen, formuliere sie noch etwas freundlicher, und drücke dann auf Senden. Ein Mitarbeiter beschwert sich bei dir. Du willst mehr erfahren, und formulierst eine Mail. Du lässt die Mail reifen, und dann entscheidest du, bei ihm auf ein persönliches Gespräch vorbeizugehen. P.S. Alle diese Tipps gehen davon aus, dass du an einem herkömmlichen PC oder Mac sitzt. Auf Tablets und Smartphones gibt es den Zustand des herrenlosen Herumliegenlassens in einem der zahlreichen Fenster natürlich nicht. Da gilt: nie wütend Mail beginnen! Das Risiko ist zu groß.