
Zugunglück. Die blöden Symbolbilder
Symbolbilder im Überblick
Die Abendzeitung bebildert den Artikel mit einem Zug der Deutschen Bahn, die seit Jahren die Strecke nicht mehr bedient. Dafür kann man sich mit einem Klick das (falsche) Artikelbild in der Vollbildansicht anschauen. Wow.

Focus online bebildert den Artikel mit einem Zug der BOB, eines Schwester-Service des Meridian, der die Strecke bedient.

Dabei kann man auf der Seite von Der Meridian ganz leicht sehen – die Züge sehen anders aus.

Bei Ippen kommt man übrigens komplett ohne Zugbilder aus, zeigt nur Fotos der Einsatzfahrzeuge und einen Screenshot aus Google Maps.
Lektion: Wissensmanagement bei Bildern
Was zeigt uns das? Redaktionen verlassen sich viel zu sehr auf Agenturen und nicht auf eigene Bilddatenbanken. Damit hätte man das verhindern können. Ich bin sicher, dass die Ippen-Zeitungen zum Beispiel massenhaft Bilder von der Pressestelle des privaten Bahnanbieters haben. Vor kurzem wurde etwa auf der Strecke entlang der Mangfall, die früher auch Mangfallbahn genannt wurde, auch ein neuer Bahnhof eröffnet. Ein weiterer Halt in Rosenheim ist geplant. Ich kenne mich da deshalb so gut aus, weil ich da wohne und für die genannte Strecke eine Monatskarte habe. Und offenbar heute einen Schutzengel. Mir ist nix passiert, ich bin heute mit dem Auto gefahren.
An alle, die sich fragen: Mir ist nix passiert. Ich bin heute mit dem Auto unterwegs. #zugunglück #badaibling
Posted by Dominic Grzbielok on Montag, 8. Februar 2016
Software, die ich nutze (11): Print Window
Verzeichnisse drucken

Diese App macht nix Anderes, als den Inhalt von Verzeichnissen auszudrucken (oder in ein PDF umzuwandeln). Wirklich nix Anderes. Das PDF wird meist viel zu groß, weil das bei den PDF-Konversionen auf dem Mac einfach so ist, aber dafür gibt es ja einen Service wie SmallPDF, den ich an dieser Stelle bereits empfohlen habe und den man gar nicht genug empfehlen kann, weil er das Gegenteil von allen aufgeblähten Malware-artigen Diensten dieser Art bietet. So, musste mal kurz weg, spenden für den Service, den ich so oft benutze.
Bluetooth und das Auto
Bluetooth ist aber nicht 3000 Euro wert
Also habe ich zu basteln angefangen, und jetzt ist endlich die Lösung da: An der Steckdose hinter dem Zigarettenanzünder wird eine USB-Weiche angeschlossen, dass zwei Geräte betrieben werden können. Von einem Port führt ein Kabel zu einem chinesischen Bluetooth-Empfänger. Der besitzt einen Klinkenstecker, mit dem wir in den Aux In-Eingang gehen. Leider hat der Bluetooth-Empfänger keine Batterie, sodass zu allen Zeiten er eingestöpselt sein muss.
Vom zweiten Port der USB-Weiche geht ein USB-Kabel zum Smartphone, damit dieses für den akkufressenden Navigationsbetrieb genug Saft hat. Alles in allem eine Bastellösung. Was musste ich kaufen?
Dual-USB-Kfz-Ladegerät 7,19 Euro
TaoTronics Bluetooth Empfänger 19,99 Euro
USB-Kabel 14,99
Also alles in allem 42,17 Euro. Ist doch besser als 3000 Euro, oder?
Alles lief gut. Und das sagst du mir in Rot?
Deswegen bin ich jetzt über dieses Feedback gestolpert: Ich habe ein Formular ausgefüllt, alles ging gut beim Abschicken. Und die Antwort kam in Rot. Das ist so, als ob ich dich dein Partner beim ersten Date die ganze Zeit ANSCHREIEN würde. Es passt einfach nicht.
Mich hat es so irritiert, dass ich einen Screenshot gemacht habe, um das anzuprangern. Wo das war? Spielt keine Rolle.

Re-Post: Es ist wieder soweit
Software, die ich nutze (10): Image Optim

Das Programm macht wirklich nicht viel her. Aber es macht viel. Es quetscht jeden überzähligen Byte aus Bilddateien heraus. Image Optim gibt es nur für den Mac, ich habe es mal beim Googeln oder einer Suche nach Responsive Images gefunden. Ich weiß es nicht mehr genau.
Was leistet Image Optim?
Die kleine App macht Bilder kleiner, bei gleichbleibender Qualität. Verschiedene Algorithmen werden benutzt, um dies zu leisten. Den eigenen Werbespruch finde ich ganz gut: „better save for web“ – gemeint ist der Menüeintrag in Photoshop, den ich bis heute mit der vierfingrigen Tastenkombination auf Windows und PC finde. Na jedenfalls, bis Adobe die Funktion endgültig streicht. Der Zeldman hat mich darauf hingewiesen, ich halte es aber auch für Nostalgie.
Image Optim ist nicht im App Store erhältlich, ganz bewusst.
You can get ImageOptim here, DRM-free. Its license allows you to share it, modify it, use it in any country in the world—even sell it—if you don’t forbid anybody else from doing the same.
WP Smush hat auf meinem Blog nicht mehr viel zu tun, als Plugin habe ich es deshalb entfernt.
Online-Journalismus: Wie Wachstum heute im Netz funktioniert
In einem langen, ganz, ganz langen Interview äußert sich der Chefredakteur von Zeit Online sehr vernünftig und gleichermaßen zitierfähig:
„Leute teilen am liebsten Dinge, die eigenständig und neu sind. Niemand teilt die fünfzigste, identische Meldung zu einem Thema. „
(Via OSK.)
Bekannterweise sind die großen Online-Chefredakteure in Deutschland, die ich erleben durfte, große Plauderer und Begeisterer: Wolfgang Blau, Wolfgang Büchner, Stefan Plöchinger und Jochen Wegner. Wegner über die neuen, heißen Dinge, die von den großen Plattformen gebaut werden:
Ich habe gelernt, dass es relativ sinnlos ist, darüber zu reden, große Vorträge zu halten und politische Statements abzugeben. In der Regel ist es hilfreich, sich die Dinge kurz anzuschauen und direkt auszuprobieren. Zu sehen, ob es die User interessant finden, ob es uns hilft oder schadet – und danach zu entscheiden.
Das ist der Ton von Wegner: informiert, ausgeruht, voller Einsichten. Jochen Wegner begleitet mich dabei in meiner Karriere im (Online-)Journalismus als so etwas wie ein Fixstern am längsten. In Jonet war er der Spiritus Rector, hat einer Branche ein Forum, ein virtuelles Klassentreffen gegeben, das immer tagte. Danke dafür!
Seine Mediendiät ist dabei ein gesunder Mix:
Der Rest ist klassisch: Ich lese immer noch einige hundert Feeds, ein Dutzend gebündelte Medien und erstaunlich viele Bücher, spreche mit Leuten, besuche Veranstaltungen, lebe.
Seine Prognosen schenkt er sich, gerade weil sie die Zukunft betreffen:
Wenn ich überlege, wie schnell ein Ökosystem wie das von Apple gewachsen ist und alle unsere Prognosen über den Haufen geworfen hat, dann gucke ich lieber, was wir in den nächsten vier bis acht Wochen machen oder in einem halben Jahr. „Heute“ ist viel wichtiger als „in fünf Jahren“.
Schon Kinder kommen Skeuomorphismus auf die Schliche
Für Kinder kein Problem, für den Rechner auch nicht solange die Kinder nicht Schokofinger haben.
Piep, piep, piep, so macht er dabei.
Es wird Zeit, das Apple Macs mit Touch-Display baut. Wie viele Jahre noch?
Was man von den kaputten Robotern in Wall-E lernen kann
Eines Tages kommt eine andere Robotersonde zurück auf die Erde, um dort nachzuschauen, ob wieder auf der Erde Leben möglich ist. Er verliebt sich in sie und reist mit ihr aufs Raumschiff, wo die letzten Menschen wohnen.
Auf diesem Raumschiff treffen die beiden auf kaputte Roboter in einer Roboter-Werkstatt. Diese befreit Wall-E aus Versehen.
Auch Wall-E könnte man für einen kaputten Roboter halten, denn er hält sich auch nicht nicht an Vorschriften. Die meisten Roboter an Bord halten sich an Befehle, egal, wie alt sie sind. Dabei verselbstständigen diese sich und erheben sich über die Menschen. Wall-E und die kaputten Roboter machen das, was ihnen in den Kopf kommt – aber immer, um der Sache, der Menschheit zu dienen. Einer von ihnen malt singend Streifen aufs Raumschiff, wo sie nicht hingehören, die dem steril wirkenden Raumgleiter aber eine menschlichere Note geben.
Das Gesamtbild im Kopf haben, das Gesamtwesen optimieren wollen – das ist eine ganz wichtige Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg: Machen, und dann um Vergebung bitten. Im Startup-Umfeld hat das längst den Charakter eines Glaubenssatzes:
Don’t ask for permission, ask for forgiveness.
(Die Ur-Quelle für dieses Zitat konnte ich nicht finden, es könnte Grace Hopper gewesen sein.) Diese sehr amerikanische Form der Regelverletzung, um ein neues Maximum oder auch einfach weit entferntes Ziel zu erreichen, ist sehr inspirierend. Altucher hält zu ihr an, Thiel, Branson und Musk auch. In einem Konzern oder einem klassischen Unternehmen ist das oft nicht möglich. Und Deutsch scheint die auch gar nicht zu sein.
Zu viele Kommittees, zu viele Hierarch(i)en stellen Entscheidungen in Frage, sodass am Ende gar nicht entschieden wird. Warum bewegen sich etwa klassische Automobilhersteller so langsam im Vergleich zu Tesla? Warum werden in Lebensmittelkonzernen Entscheidungen so langsam getroffen? Etwa verglichen mit Red Bull?
Das ist einer der Gründe, warum ich im letzten Jahr ausgestiegen bin aus dem Konzern. Als Teamleiter kann man sich nur in sehr engen Bahnen frei bewegen. In meinem jetzigen Startup ist das einfacher. Da wird ausprobiert, und ich kann Schritte in neuen Bereichen machen. Die sind wacklig, die Muskeln für sowas sind in den letzten Jahren auch eingeschlafen. Wie bei einem Patienten, der ins Bett gefesselt war. Rennen kann ich noch nicht, und oft genug frage ich nach Erlaubnis. Das tun die Roboter nicht. Die haben einen festen Kompass. Bei Wall-E ist es die Liebe, die ihn antreibt. Letztlich ist es die bei mir auch. Meine Familie gibt mir die Kraft. Auch sehr amerikanisch – aber dieses eine Jahr vor über 20 Jahren hat mich stark geprägt.