Gedankenfetzen im ICE

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Bahn / Satire

Dieser Post ist im Oktober entstanden, aber ich habe jetzt erst auf Veröffentlichen geklickt. Guten Rutsch! Und gute Reise!

Innerdeutsch fliege ich nicht. Lieber nehme ich den Zug. Das Gute an der wechselhaften Internetverbindung: Wenn die Reise auf einen Werktag fällt, muss ich mir den Termin frei von Terminen räumen. Wenn die Reise auf einen Tag am Wochenende fällt, lade ich mir einfach entsprechend Kram von ein bis vier Streaming-Dienstleistern meiner Wahl herunter.

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Und die sinnlosen Halte im deutschen Fly-over-Country machen die Absurdität des föderalen Systems deutlich. Da hält der ICE an einem Halt mit vier Bahnsteigen in einer Stadt mit weniger als 50.000 Einwohnern. Montabaur und Limburg fallen da auch ein.

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Spannend sind auch die Pufferzeiten bei der Abfahrt. In Erfurt steht der Zug lange rum, im tiefergelegten Berliner Hauptbahnhof eine Viertelstunde. Warum ist das gut? Weil es Verspätungen, die bei der Bahn natürlich nie vorkommen, ausgleichen kann. Niemand hat vor, die Reise von München nach Hamburg über Berlin zu machen – also außer mir natürlich. Kassel-Fulda ist gesperrt, was will man machen.

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Die langweiligste Landschaft der Welt hatte ich bisher vor und hinter Hamburg (wenn ohne Meer) ausgemacht, aber die brandenburgische Steppe ist ein harter Herausforderer. Das Borussia Dortmund der langweiligen Landschaften sozusagen. Oder sollte ich besser RB Brandenburg sagen?

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Der Bahnhof Potsdamer Platz, den man von Süd nach Nord vor dem Berliner Tief-Hbf durchfährt: Das ist so etwas wie die gebaute Generalprobe für den Hbf, oder? Unmenschlich, zugig, kalt.

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Für diese Passage zwischen Nürnberg und Berlin hätte ich gern einen Scrub-Balken, so wie bei allen anderen Wolkenfilmen bei YouTube auch, ok? Oder wenigstens eine Umleitung mit 300 km/h. Geht beim TGV doch auch.

Prompt für Beitragsbild: Long exposure photograph from a train window showing speed and movement along a countryside track. The scene includes meadows, wind power and boring German landscape, rain is hitting the window of the train hard, it’s october. no lush greens visible, just dreary –ar 16:9 –v 5.2

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