Hot Buttons oder Reizwörter

Arbeiten

Wir haben alle unsere Hot Buttons, auf die wir besonders empfindlich reagieren. Die Rede ist hier nicht von sexueller Stimulation, so etwas würde ich nie auf meinem familienfreundlichen Blog ausbreiten. Aber es sind diese Stellen, and enen wir besonders heftig reagieren. Bei mir ist es dieses Zurückschlagen, wenn meine Kompetenz in Frage gestellt wird. Meist implizit. Daher kann ich mit Fehlern und Rückschlägen schlecht umgehen. Um das zu lernen, habe ich beschleunigtes Lernen zu meinem Programm zur menschlichen Reife gemacht: Ich arbeite bei einem Startup. Davon war ja schon die Rede. Aber jeder hat diese Triggerpunkte oder Hot Buttons, die nur gereizt oder gedrückt werden müssen. Ein paar Beispiele:

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Nice UI Pattern bei AWS Pop-up Loft & Innovation Lab

Design / Web

Einmal war ich schon da, und ich werde sicher noch ein paar Mal ins AWS Pop-up Loft & Innovation Lab pilgern. Oder hingehen, wenn das zuviel Aufladung in diesen Zeiten ist. Amazon Web Services ist mit einem Pop-up-Store mitten in der Münchener Innenstadt zu Gast. Naja, zumindest in recht zentraler Lage, nicht an der Peripherie wie mit ihrer Deutschlandzentrale in Nord-Schwabing. (Gemerkt, was ich da getan habe: Peripherie und Zentrum in Kontrast benutzt, für einen ironischen Effekt? Wenn man Witze schon erklären muss…) Bevor man da hingeht, soll man sich registrieren auf einer Single-Purpose-Site von Amazon. Die hat natürlich SSL, wie sich das für den Cloud-Riesen gehört. Aber es gibt eine schöne Funktion unter dem Button für die Registrierung. Der zeigt „Registrieren“, wenn man sich noch nicht angemeldet hat. Und wenn man es getan hat, teilt er sich in zwei Buttons auf - stornieren oder Kalendereintrag herunterladen. Viel eleganter kann man das nicht machen. Es entspricht genau meiner Erwartung, wie sich solche ein Feature verhalten soll. Toll. AWS Muster Innovation Lab Agenda

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Apple-Buch plus

Apple / Buecher

Dieser Wuchs, diese Kraft - äh, diese Mut, diese Chuzpe: Apple veröffentlicht ein Buch über sein Design. Und es kostet 199 Dollar - mindestens. Der Markt der Coffeetable-Bücher - Bücher, die man nicht liest, sondern ausstellt, um seine Freunde zu beeindrucken - hat ein neues Schwergewicht. Treten FANG jetzt noch an, den Buchmarkt zu revolutionieren? Tun sie natürlich nicht, ich finde es dennoch entschieden zu teuer und ein Zeichen der 1%, so etwas sich zu überlegen. Die erste Auflage geht sicher an alle Apple-Führungskräfte zu Weihnachten. (Die Idee ist berechtigt, aber ein Preis so für die Hälfte wäre etwas sozial verträglicher gewesen.)

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Filmkritik "The Jungle Book"

Film

Manchmal braucht man einen Schubser, um einen Film wie „The Jungle Book“ dann doch einmal anzusehen. Als ich im Frühjahr auf dem Indie Web Camp 2016 in Nürnberg war (das im Nachhinein immer wichtiger für meine Gedanken wurde), hatte ich am Abend Zeit für einen Kinobesuch. Ich hatte die Wahl zwischen “The Jungle Book” und “Deadpool”. Damals hielt ich das für einen Fehler, so sehr habe ich mich über die Moral in dem Überraschungserfolg über den roten Rächer aufgeregt. Darüber und über die Erfahrung in einem Premium-Kino habe ich bereits geschrieben.

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Jawbone und das Gefühl, im Regen stehen gelassen worden zu sein

App / Datenvisualisierung

Heute möchte ich über Jawbone schimpfen. (Ja, es gibt schon hunderte Litaneien da draußen im Netz über eben dieses Thema.) Aber Hunde markieren auch eine Stelle noch einmal, die ein Artgenosse schon einmal markiert hat. Betrachtet es einfach als meine zwei Cent im Trevi-Brunnen. Wenn man sich für eine neue Software entscheidet und in diese viel Zeit investiert, fühlt man sich an diese gebunden. Das ist ein psychologischer Effekt, den man Lock-in-Effekt nennt. Marketing-Experten können die nächsten Zeilen getrost überlesen. Wenn man alle seine Pivot-Tabellen mit Excel erstellt hat und weiß, wie das geht, wird man so schnell nicht auf Google Sheets wechseln. Wenn man wie ich Twitter mag und dort seine Communities gefunden hat, hofft man darauf, dass es Twitter noch lange geben möge. Twitter = Beruf, Facebook = Privatmensch. Ich sehe aber den Zeitpunkt kommen, wo ich umstellen werden muss. Jeden Abend, wenn ich die Kinder ins Bett bringe, gehört der Druck auf das kleine, geriffelte Knöpfchen auf meinem Jawbone-Up-Armband dazu. „Papa, wie weit bist du gelaufen?“ Ein Umlauf der kleinen weißen LEDs bedeutet einmal das eingestellte Tagesziel an Schritten. Bei mir sind das 5000, was natürlich an sich viel zu wenig ist. (Erinnert sich noch jemand an die Kampagne von der Bundes-Ullala?) Wenn Urlaub ist, geht das auch mal auf 10, 15.000 Schritte hoch. Warum ich das messe? Weil ich meiner schlechten Laune auf der Spur bin. Wenn ich mich zu wenig bewege, bekomme ich schlechte Laune. Meine Familie kann an klirrend-kalten Wintertagen oder verregneten Herbsttagen ein Lied davon singen. Dem bin ich mit meinen Jawbone-Produkten auf die Spur gekommen. Auch wenn mir ein guter Hausarzt das wahrscheinlich auch so hätte sagen können. Das Gleiche gilt für die Schlafmenge, die ich so bekomme. Wenn ich dauerhaft, das heißt über ein paar Tage, weniger als sieben Stunden pro Nacht bekomme, bewege ich mich in einen tranceartigen Zustand hinein, indem mir alles egal ist. Aber ich kann mich kaum noch konzentrieren. Und ach, die schlechte Laune ist auch wieder da. Im Urlaub schlafe ich schon mal mit den Kindern ein, und das sind wichtige Einzahlungen auf mein Schlafkonto. Auch diese Erkenntnis verdanke ich Jawbone. Mein Jawbone Up Move, den ich derzeit benutze, ist mein viertes Produkt von Jawbone und mein dritter Up Move. Als die mal bei Gravis ausverkauft wurden, habe ich mich eingedeckt. Damals wusste ich nicht, dass die nicht lange halten. Die 60 Tage, die einer der Jawbone-Kritiker als Lebenszeit für das Up-Move-Armband berichtet, scheinen mir ganz zutreffend zu sein. Aber das Lock-in! Meine Daten sind jetzt bei Jawbone und in meiner Google-Tabelle im Jawbone-Format gespeichert. Wahrscheinlich muss ich mir beim Weihnachtsmann eine neue Android-Wear-Smartwatch wünschen. Dann sind meine Daten bei Google sicher und ich muss nach einem Migrationsskript suchen. Oder ein Abo für Gyrosco.pe zahlen. Da habe ich meine Jawbone-Daten auch angebunden.

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Software, die ich nutze: Todoport #gtd

Konzeption / Produktmanagement / User experience

Es gibt einen Markt für Aufgabenverwaltungen. Ich habe bereits Remember The Milk und Wunderlist benutzt. Jetzt versuche ich Trello, weil mir die Kanban-Darstellung besser gefällt als die eindimensionale Darstellung der Tasks in einer vertikalen Gliederung. Natürlich gibt es immer Zapier für solche Zwecke. Zapier verbindet die APIs von verschiedenen Diensten miteinander. Schick mir eine SMS, wenn es morgen in meinem Lieblings-Skigebiet schneit - solche Aufgaben kann man damit abbilden. Bis vor kurzem konnte man solches Zaps auch im Wettbewerber IFTTT konfigurieren, da hießen die Recipes. IFTTT hat die Nutzungsbedingungen geändert, und fortan gibt es nur noch zertifizierte Applets direkt vom Hersteller selbst (IFTTT nennt die Maker). Mit ein bisschen Hilfe von Google habe ich Todoport gefunden, ein Tool zum Migrieren von Aufgaben zwischen den verschiedenen Tools. Offenbar gibt es auch dafür einen Markt. Das Tool funktioniert einfach. Man verbindet in ein paar Fenstern, die sich als Pop-up öffnen, einfach die Dienste, die man benutzt - und nach weniger als einer Viertelstunde ist man fertig. Selten war es einfacher, Power-User #GTD zu sein. Wie ich demnächst mit Trello UND Wunderlist arbeite, will ich dann natürlich auch bloggen.

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