Das neue Album von Coldplay gibt es nicht bei Spotify

Coldplay hat ein neues Album. Es gibt das Album nicht bei Spotify, wo ich sonst meine Musik höre.

Ein kühler Hinweis findet sich auf der Seite für das Album:

Der Künstler bzw. seine Vertreter haben entschieden, dieses Album nicht auf Spotify zu veröffentlichen. Wir bleiben weiter dran und hoffen, sie noch umstimmen zu können.

Der Ton von Spotify für diese Erklärung ist perfekt: kurzes Statement, Blamen des eigentlich Verantwortlichen und mit einem Schuss Hoffnung.

Coldplay Spotify

Meiner Frau wollte ich das Album eigentlich zum Muttertag schenken. Da war ich ein bisschen zu schnell. Das Album ist erst heute herausgekommen. Also schnell zu Spotify, den Account teilen wir uns. Und dann finde ich das heraus, vormittags war das Album noch gar nicht zu finden. Da frage ich mich:

  • Gibt es solche Fälle öfter? Dass die Superstars etwas nicht bei Spotify veröffentlichen, wohl aus Angst um Umsatz?
  • Was ist das normale Windowing für Spotify?

(Warum hat Amazon eigentlich etwas gegen das Hotlinken von Bildern?) Und wir sind in die Falle gegangen: Wir haben das Album bei Amazon gekauft. Derzeit 8,99 Euro für die MP3-Version, bei iTunes hätte das 10,99 Euro gekostet. Geht die Strategie doch auf.

Hilfreiche Tipps gern in den Kommentaren!

UI Design for Open Data / Hollie Lubbock (10.5.2014)

Die Britin Hollie Lubbock (https://twitter.com/hollielubbock, http://www.hollielubbock.co.uk/) arbeitet in London als Designerin und Informationsarchitektin für kulturelle Institutionen, zum Beispiel für die Tate Gallery. Ein Großteil der Sammlungen steht zwar der Öffentlichkeit zur Verfügung, aber es kann nicht gezeigt werden. Weil der Platz in den Ausstellungsräumen begrenzt ist. Die Idee ist also, diese Sachen der Öffentlichkeit über das Internet zur Verfügung zu stellen.

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Codefront.io: Resilient Front Ends / Andy Hume (10.5.14)

Andy Hume pendelt täglich mit dem Zug von Brighton nach London. Andy arbeitet bei Twitter, früher war er beim Guardian. Im Tunnel kommt es zu merkwürdigen Effekten. Es ist das Problem der fehlenden Fonts. Hume nennt das scherzend: „White Screen of Death-Scenario“.

Andy Hume hat einen der Slots als Speaker bei Codefront.io, einer Konferenz für Frontend-Web-Entwicklung im oberösterreichischen Linz. Mal nicht Berlin, mal London, und mit dem Zug in zwei Stunden gut zu erreichen.

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Kevin Sawicki: Atom Editor / Codefront.io (10.5.14)

Seit drei Jahren arbeitet Kevin Sawicki bei Github. Damals waren es nur 20 Leute, jetzt sind es 240 Mitarbeiter. Hat an mehreren IDEs gearbeitet, etwa an JGit und EGit für Java und Eclipse. Derzeit an Atom Editor, das erst letzte Woche als Open-Source veröffentlicht wurde.

„Atom ist ein Code-Editor. Man kann Code eintippen und mit Syntax Highlight erscheint der dann. Und der Browser blinkt!“

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Codefront.io – ein kleines Fazit

Vielleicht haben sich die Konferenzen verändert, die ich besuche. Vor einigen Jahren, vielleicht zwei oder drei, haben sich Frontend-Entwickler bemüht, den heißen Scheiß in ihren Präsentationen zu zeigen. „Schaut her“, schrieen sie alle mit ihren HTML 5-Demos, „was ich alles mit dem Browser machen kann“. Das war die 1-%-Zeit der Webentwicklung, so will ich sie mal nennen. Da drehten sich Würfel, und der ein oder andere machte ein bekanntes Game lauffähig im Browser. Ich erinnere mich noch lebhaft an eine Demo von Doom. Alle Gamer im Publikum waren sofort begeistert. Mir stellte sich da eher die Frage „Was soll das?“

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Plattform oder Single Purpose App? Evernote ist beides (Blogparade)

Wenn jemand eine Software braucht, mit der man schnell Notizen machen kann, etwa in der Uni während der Zivilrechts-Vorlesung, oder für Meetings – dann empfehle ich Evernote.

Wenn jemand eine Software braucht, um die Notizen für ein Research Paper zu sortieren – dann empfehle ich Evernote.

Wenn jemand sehen will, wie man heute eine Multiscreen-Software denkt und umsetzt – dann empfehle ich Netflix oder Evernote. Continue reading →

Apropos Unlocator: Netflix und YouTube

Stern.de sagt: Man kann legal online aktuelle US-Serien schauen. Abgesehen von den Angeboten der deutschen Privatsender, im Fernsehen ausgestrahlte Folgen online anzusehen, und den Paket-Anbietern wie Watchever und Maxdome und Amazon Prime Instant, sowie den Einzelkaufanbietern wie iTunes und Google Play, gibt es noch weitere Wege, an die neuesten Folgen aus den USA zu kommen. Nämlich mit VPN-Programmen.

Doch die IP-Adresse lässt sich mit speziellen Programmen verschleiern: Mit einem sogenannten VPN-Client können Nutzer ihren Internetverkehr über Server in den USA umleiten. Netflix glaubt dann, der Abruf kommt aus den Vereinigten Staaten, tatsächlich sitzt der User in Deutschland.

Dass Netflix das wirklich glaubt, wundert mich doch sehr. Schließlich gibt es noch viel mehr Signale, wo ein Nutzer herkommt, als die IP-Adresse. Darauf bin ich gekommen, als ich mir die erste Folge einer neuen HBO-Serie bei YouTube ansehen wollte: 

Silicon Valley Season 1 Episode 4 Preview HBO YouTube

Manchmal wundert mich bei der Benutzung nur die Selektivität. Netflix funktioniert über Unlocator wunderbar, habe ich mir sagen lassen. Google blockt dennoch weiterhin YouTube. Meine Spekulation: Google schaut sich mehr als an die IP des Besuchers. Zum Beispiel die Sprache des Browsers. Oder den Besuchsverlauf – war ich auf deutschsprachigen Seiten oft? Oder das Suchverhalten. Oder die Plugins – sind die eher in Deutschland verbreitet? Oder gleich die Cookies. Von welchen Sites sind da welche abgespeichert? Außerdem dürfte die Unique User ID, die man durch Googles Profiling erworben hat. 

Ich will ja nur sagen, dass Netflix mehr verbieten könnte als sie tun, wenn sie es wirklich wollten. Und die Kunden wollen halt Netflix schauen. Das zeigen auch Suchanfragen nach verwandten Begriffen. Google Trends sagt, dass weltweit mehr Menschen nach Witopia suchen als nach Black VPN. 

Was ist eigentlich Witopia? Das ist ein VPN-Anbieter. Die Namen im stern.de-Artikel klingen auch nicht so vielversprechend. Hide My Ass, Unblock Us oder Private Tunnel. Und ein bisschen am Computer auskennen sollte man sich schon. Auch wenn es viele bebilderte Anleitungen im Netz gibt.

Übrigens: In vielen Büros kommt man nicht auf diese Seiten. Kann auch sein, dass dieser Artikel geblockt wurd. Ein VPN ist auch aus anderen Gründen oft eine gute Idee. Etwa in unverschlüsselten WLAN-Café-Internetsessions. Ob diese vertrauenswürdig sind? Keine Ahnung. Mit etwas Aufwand kann man aber auch sein eigenes konfigurieren.

Die Pyramide der Softwarenutzung

Self Actualization softwarewise

Aus meiner Sicht gibt es drei Arten von Softwarenutzern.

DAU und Anwender

Die erste Gruppe, es ist zahlenmäßig die größte, benutzt Standardsoftware. Excel, Outlook, die Web App von GMail, Adobe Reader, Firefox oder Chrome, Internet Explorer. All das, was man zum normalen Leben im Internet braucht.

Short Cutter und Spezialisten

Eine Stufe höher befinden sich Knowledge Worker, die für ihr Feld etwas Besonderes brauchen. Sie kennen sich in Excel mit VBA oder Pivot aus. Sie haben Photoshop so intus, dass sie nur Short Cuts brauchen. Sie arbeiten im digitalen Audio- oder Videoschnitt mit einer farbigen Tastatur. Sie sortieren ihre Kreationen mit Lightroom, Bridge und präsentieren ihre Arbeit bei Behance oder Dribbble.

Entwickler und Admins

Am Kopf der Pyramide stehen Entwickler. Menschen, die progrmamieren können. Sie erfüllen sich ihre Bedürfnisse selbst. In der an Maslow angelehnten Pyramide der Softwarenutzung stehen sie an der Spitze.

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Aber warum, liebe Programmierer, müsst ihr euer eigenes CMS entwickeln? Das scheint die erste schlaue, dumme Idee von Entwicklern zu sein, wenn sie ihr Fach beherrschen. Unter den vier Millionen Content Management Systemen, die es gibt, finden sie keines, das ihre Bedürfnisse erfüllt. Und dann schreiben sie ihr eigenes, mit noch mehr Bugs als alle anderen. Zweite dumme Idee: die eigene To-Do-Listen-Software. Davon gibt es genug. Dritte dumme Idee: Wireframe-Software.

Set your mind free. Schreibt etwas, was die Welt noch nicht gesehen hat. Arbeitet nicht in Förmchen hinein. Macht die Förmchen kaputt, seid kreativ. Danke.

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Zur Grafik: Für die Software, die Entwickler benutzen, habe ich mir die beliebtesten Projekte in Github angeschaut. Den Rest habe ich nach eigener Erfahrung und bestem Wissen und Gewissen gefüllt. Also reineweg Spekulation.

Zu viele Fonts? Genauer hinschauen. Entwickler haben einen fixed-width font bekommen, Spezialisten meine Hausschrift, Avenir. Und DAUs? Natürlich Times New Roman.

Wenn euch noch mehr Software einfällt, ergänzt sie einfach in den Kommentaren.