Firmenblogs stellen vor, was an Produkten neu ist, welche Features auf der Roadmap endlich umgesetzt wurden. Aber wenn man Content Marketing ernst nehmen will, muss man auch vom Nutzer her denken. Was interessiert den und was kann ich auf meinem Blog dazu sagen? Filecamp ist mir jetzt positiv aufgefallen. Anstatt den unbedingten Pitch zu machen, jeder Marketer braucht ein DAM, geht Filecamp den anderen weg und findet Gründe, warum ein KMU vielleicht kein DAM braucht - was ich für sehr, sehr richtig halte.
Wir benutzen bei Target Video WordPress, weil das für die Redakteure das einfachste und am schnellsten zu lernende CMS ist. Manche Content Management Systeme setzen eine eintägige Schulung dringend voraus. Ja, das gibt es noch. (Polopoly, ich rede von dir!) WordPress kennt jeder, etwa weil er das selbst schon mal für sein Blog eingerichtet hat oder weil er das in einem anderen Unternehmen für die Marketingseite gepflegt hat. WordPress kann jeder. Das ist schon der Kern des Problems. Jeder kann das installieren, weil viele Webhoster 1-Klick-Installer anbieten. Meiner auch, mit dem ich seit Jahren hier blogge. So habe ich das auch gemacht. Inzwischen könnte ich das auch bei Amazon in einer Multisite-Umgebung, weil ich das für die Arbeit habe einrichten lassen - aber Umzüge sind auch im digitalen Bereich immer ein Schmerz, den man nicht unbedingt haben muss. Deswegen ist die Suche nach einem „WordPress-Entwickler“, die ich letztes Jahr ja auch noch durchgeführt habe, sinnlos. Es sei denn, man wirklich nur eine Seite für ein Café/einen Bäcker/einen DJ/einen Freund machen. Wenn man eine professionelle Seite will, die kontinuierlich von einem Entwickler betreut werden soll, dann suche nach einem PHP-Entwickler. Habe ich gemacht, und sogar zwei gefunden, die WordPress können. #ftw Du willst mit uns Produkt machen? Bewirb dich! Wir suchen wieder Praktikanten fürs Produktmanagement. Schau einfach auf unserer brandneuen Firmenwebsite vorbei, dort findest du alle Informationen: http://www.target-video.com
Nach langer Zeit habe ich mal wieder eine Nicht-Kinder-Blu-Ray gekauft. Mad Max Fury Road. Ein Wahnsinn von einem Film. Anders als bei Disney üblich, gibt es dann auch noch den Coupon für Flixster und Ultraviolet, einen Service für eine digitale Kopie. Cool, dachte ich mir. Falsch gedacht. Flixster ist nämlich ganz schön in die Jahre gekommen. Die Beweiskette:
Einer meiner beliebtesten Posts auf diesem Blog war bisher der über ein Klassentreffen. Also versuche ich noch einmal, auf diesem Keyword zu wildern. Nein, im Ernst, es geht wirklich um ein Klassentreffen. Ich glaube, das habe ich auch genauso schon einmal geschrieben. Die IA Konferenz in Berlin ist das Klassentreffen der Konzepterszene, so wie die IAA das Klassentreffen der Automobilbranche ist. Es gibt aber viel weniger Konzepter als Konstrukteure, daher ist das eine sehr viel überschaubarere Veranstaltung. Keine Messehallen, sondern große Kino- oder Veranstaltungssäle. Dieses Mal war der Event zum ersten Mal in der Urania zu Gast, diesem legendären und etwas vermufften Mehrzweck-Veranstaltungskomplex tief im Berliner Westen. Die IA Konferenz ist eine Konferenz mit 2 Tracks. Letztes Jahr haben die Organisatoren pausiert. Wohl auch deshalb war die Veranstaltung auf der Suche nach einem neuen Ort. Gefunden wurde diese Urania, wo ich, wie ich angedeutet habe, nicht unbedingt wieder hin muss. Auch wenn mein bevorzugtes Discount-Hotel, das Motel One, direkt daneben einen Standort hat. Die nicht unbedingt gängige x am Gendarmenmarkt war 2x zuvor die Location. Einen Blogpost über eine solche Konferenz zu schreiben und diesen als Konferenzbericht zu verstehen, ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Es gibt bei zwei Tracks nicht die EINE Konferenz. Aber ich habe auch schon über ein Filmfest solche Berichte geschrieben. Da laufen mitunter hunderte Filme und da kann man auch höchstens zwei, drei Dutzend von gesehen haben. Trotzdem entstehen in der Filmpresse immer wieder Themencluster in der Berichterstattung. Oder von Messen wie der Cebit - tausende Hersteller, da kann es gar keine Botschaft geben. Aber in der Tagesschau in 1:30 erfahren wir dann doch von Industrie 4.0 oder wie das gerade heißt. Es ist eine Fiktion in der Form eines kohärenten Beitrags. Ich schreibe über meine Konferenzerfahrung. Das muss reichen. Andere werden einen besseren Review schreiben können. Vor drei Jahren war ich das erste Mal auf der IA Konferenz und ich fühlte mich gleich daheim, da waren Leute wie ich. Dieses Jahr fremdelte ich zum ersten Mal, und ich glaube, es liegt an mir.
Natürlich meine Familie. Aber heute soll die Rede sein von Dingen, die mir fehlen. Auf Platz 3: Johannisbeerschorle. Apfelschorle vertrage ich nicht so gut, reiner Fruchtsaft ist zu süß und zu kalorienreich für eine Erfrischung. Radler geht auch nicht immer. Irgendeine Fruchtschorle ist lecker im Sommer. Und mein Favorit ist die Johannisbeerschorle, auch Johannschorle bei uns im Chiemgau genannt. Wir kaufen die immer vom regionalen Erzeuger ORO. Auf Platz 2: Brezen. Nicht Brezeln, sondern ohne l. Die gibt es zwar mittlerweile auch bei bundesweiten Bäckerketten wie Ditsch, aber da schmecken sie einfach nicht. Die Mischung aus knackiger, rescher Kruste und teigigem, aber leckerem Inneren scheinen nur bayerische Bäckereien zu können. Wenn ich ein paar Tage weg war und mit dem Flugzeug zurückkomme, ist glücklicherweise gleich im Arrivals-Bereich im Terminal 2 im Flughafen München ein echter, oberbayerischer Bäcker. Butterbreze ist dann Platz 2 mit Sternchen. Auf Platz 1: meine Tempur-Matratze. Ich bin groß und schwer, derzeit auch zu schwer. Dann ist eine Schaumstoffmatratze mit fester Unterlage ideal. Die habe ich in unserem Tempur-Bett gefunden. Sündhaft teuer, aber jeden Euro wert. (Auf einer meiner letzten Reisen nach Düsseldorf habe ich sie ganz besonders vermisst. Dort habe ich mir im Hotel den Rücken verlegt. Ja, Stress war der Auslöser, wie immer bei Rückengeschichten.)
Was man nicht messen kann, kann man nicht beweisen. So oder ähnlich habe ich es im Physikunterricht gelernt. Das prägt. Also messe ich zwei Dinge seit ziemlich genau zwei Jahren. (Am 27. Mai 2014 habe ich die Synchronisierung meiner Daten von Jawbone zu Evernote und Google Drive mit IF/IFTTT begonnen.) Was habe ich gelernt? Erstens. Wenn ich mehr als acht Stunden Schlaf bekomme, funktioniere ich gut. Wenn ich weniger bekomme, geht es mir nicht gut. Ich bin also ein Vielschläfer. Schlafe ich mal so wenig wie ein Karl Lagerfeld, geht der erste Tag noch ganz gut. Ich floate auf einer Wolke aus Müdigkeit durch den Tag. Der zweite ist schlimm, ich esse dann zu viel und trinke zu viel Kaffee. Nach mehreren Tagen crashe ich und schlafe abends beim Zubettbringen der Kinder vorhersehbar ein. Zweitens. Wenn ich mich weniger als 3000 Schritte bewege an einem Tag, werde ich nicht nur dicker, sondern auch grantiger. Dann zeigen sich die scharfkantigen Ecken meiner Persönlichkeit, die ich gerne nicht zeigen würde. Daher ist das Pendeln mit dem Zug für mich auch ein Segen bei der neuen, sehr zentral in München gelegenen Arbeit: Allein die Umsteigevorgänge bringen mich über 5000 Schritte.
Die hässlichsten Folien der Welt sind wieder da, in der 2016er-Auflage. Mary Meeker macht sie, und sie könnten ein Redesign gebrauchen (haben sie von Emiland De Cubber bekommen, hier ein paar Bilder auf dem HubSpot-Blog). Und immer noch geben Advertiser zu viel Geld in Old Media aus, stellt sie fest: Keine neue Folie, aber mich hat sie heute sehr berührt. Was sagt sie aus? Die Nutzung von Print ist so gering, und sie sinkt - und die Anzeigen, die dort geschaltet werden, sind immer noch viel zu hoch. Wo hingegen auf Mobile noch zu wenige Ads gebucht werden. NiemanLab hatte die gleiche Idee wie ich, stellt sogar eine Historie her: http://www.niemanlab.org/2016/06/the-scariest-chart-in-mary-meekers-slide-deck-for-newspapers-has-gotten-even-a-tiny-bit-scarier/ Und macht das seit Jahren. Also gleich wie ich NiemanLab bookmarken. Ist immer einen Blick wert, genau wie Digiday.
Seht ihr, was ich gemacht habe? Ich habe die Bouncerate auf diesem sehr technischen Post hoffentlich entscheidend reduziert. Wer auf diesen Post klickt, muss entweder hart im Nehmen sein und/oder Bibliothekswissenschaften studiert haben. Ich habe mich auch bisher in meiner Karriere als Produktmanager nicht so besonders für Metadaten interessiert. Sie waren immer da. Sie waren eins der Themen, das ich angreifen musste. Ein Beispiel: Für sixx.de habe ich in einem Relaunch-Projekt die Aufgabe bekommen, aus den von ProSiebenSat.1 veröffentlichten TV-Programminformationen HTML-Dokumente für eine Seite zu erzeugen zu lassen. Das haben wir auch in einem Kraftakt hinbekommen. Damals stellte die Sendergruppe die Daten als XML-Dateien mit Verweisen auf Bilder zur Verfügung. Abnehmer für diese Daten waren bis dahin eher Programmzeitschriften gewesen als Online-Angebote. Diese Bilderberge nahmen schon mal ein halbes Gigabyte ein - pro Woche und pro Sender. Das musste auf dem Server zusammengeführt werden. Inzwischen hat ProSieben längst eine API zu den EPG-Daten, die dem Anfragenden die richtigen Daten mundgerecht für jeden Sender und jeden beliebigen Zeitraum liefert. (Wer mit so etwas tiefer einsteigen will: Gleich alle Daten besorgen, etwa bei Watchmi. Nette Leute, tolle Technik.) Ich bin schon ein bisschen länger in diesem Geschäft Produktmanagement, und dann kommt immer der Moment, zu dem man mit einer Anfrage zu früh ist. So war das in diesem Projekt auch. Das Lustigste an der sehr kleinteiligen Arbeit an Programmdaten ist der Name des Formates: Struppi. Die BBC hat sich in ihrer Researchabteilung jetzt auch mit dem Thema Metadaten beschäftigt, und zwar für die Publizierung von News im Internet. Dazu gab es im Mai diesen Blogpost: Unpicking Web Metadata - BBC R&D. Mit enormem Fleiß haben die Kollegen dabei verschiedene Publisher untersucht, wie diese Metadaten ihren Onlineerzeugnissen mitgeben. Warum? Sie wollten einen Metadatenaggregator bauen. Ihre Annahme war simpel:
Wenn ich jemandem etwas von dessen Wunschliste kaufe und mir das Produkt vorher bei Amazon ansehe, wird mir das Produkt oder etwas Ähnliches auch wochenlang angezeigt, obwohl ich danach noch nie vorher gesucht habe und es sich auch nicht in dem für meine Adresse bestimmen Warenkorb befindet.
Ich nenne es das Gesetz des vergessenen Freundes-Spams. Länger nicht benutzte Dienste, wo du noch einen Account hast, nerven erst mal mit Nachrichten. Xing ist so ein Dienst. Den benutze ich in der Regel nur noch zum Recruiting, wenn auch nicht mit einem Recruiter-Account. Dort habe ich mehr als 300 ungelesene Nachrichten. Soundcloud ist so ähnlich. Da bin ich alle paar Monate, weil ich über irgendeinen Podcast stolpere, der es nicht hinbekommt, aus der Sendung einen richtigen Podcast-Feed herzustellen. In dieser Woche habe ich mich da mal wieder eingeloggt, weil ich einen Dienst ausprobieren wollte, der dort Hörbeispiele abgelegt hatte. SoundCloud ist offenbar YouTube für Audio. Ich interessiere mich eher für serielles Audio, daher bin ich da falsch aufgehoben. (Buddhify: für mich nicht erträgliche britische Sprecher in den Meditationen.) Was ist passiert? Ich hatte in meiner SoundCloud-Inbox noch Nachrichten von gelöschten Nutzern. Mein Gedanke: Warum? Wenn man Nutzer entfernt, augenscheinlich wegen Spams, sollten auch die Spam-Nachrichten entfernt werden. Weitere Dienste, die einfach nie aufgeben: Stayfriends. Gibt es noch! Warum passiert das eigentlich bei solchen Services, habe ich mich gefragt. Ich glaube, die Antwort hat mit der Besuchshäufigkeit zu tun. Produktmacher wie Designer und Produktmanager machen natürlich User Research. Aber wahrscheinlich eher bei Noch-Nicht-Nutzern, um das Onboarding zu verbessern - und bei Heavy Usern, um deren Experience zu verbessern. Nicht-mehr-Nutzer sind schwierig. Die Gründe können vielfältig sein, warum jemand den Dienst nicht mehr nutzt. Ist eine These, aber vielleicht ist es auch ein einfacher technischer Konservativismus: Accounts werden gelöscht oder gesperrt, aber der von ihnen produzierte Content, wie auch Nachrichten, wird erst einmal nicht weggeworfen. Fallen euch noch weitere Dienste ein, wo euch solche User Experience-Dinge passiert sind? Gern mit Bildern.