versandt: viele, versendet: 73

An Weihnachten gedenken wir jedes Jahr dem Schutzheiligen der Paketboten. (Muss Christophorus sein, wenn ihr mich fragt.)

In meinem Postfach gewinnt die Beugungsform versandt gegen versendet. Deutlich. Mit viele zu 73. Danke Gmail, danke Duden!

Duden | ver sen den | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme, Herkunft:

Beispiel: versandt und versendet

Photo by Maarten van den Heuvel on Unsplash

Das Smartphone führt Regie. Bild: Joshua Newton

Unser Leben, eine Montage

Ab und an schreibe ich Dinge aus meinem Alltag als Papa als Kolumne für die Parenting-Webseite hallo-eltern.de auf, für die ich Produkt und Technik verantworte. Eine Kolumne, die ich jetzt gelesen habe, hätte ich am liebsten selbst geschrieben. Habe ich aber leider nicht. (Was fehlt: deutsches zusammengesetztes Hauptwort, das das Gefühl ausdrückt, leider etwas nicht selbst geschrieben zu haben. Phantomtextschmerz?)

Für das sofort Einleuchtende:

Picture Book — Real Life:

Any day I can convince them not to watch Paw Patrol is a victory.

Und für das, für das man länger zum Verdauen braucht:

Thankfully, the massive corporations that now watch over our daily lives were there to help. We downloaded the Google Photos app to store our photos, but it does more than that. It also offers to aestheticize them, creating slideshows and montages via algorithm, returning my memories to me in the form of little movies.

Google is not the only company creating videos from its users’ personal data. Facebook and Apple have products that offer similar experiences, telling us an unexpected story about ourselves. Watching Moana’s entire childhood and adolescence unfold over the course of a few minutes can seem strange, but watching something similar about me or my family can feel even stranger.

Der Post interessiert mich auch als ehemaligen Studierenden der Filmwissenschaft, weil er natürlich auch auf Eisenstein referenziert.

Und Moana ist auf der Watchliste gerade ein paar Plätze weiter nach vorn geklettert.

Zitrone reicht nicht immer im Winter. Foto: Daiga Ellaby on Unsplash

Aktuelle Usability-Fails deutscher Online-Apotheken

Fallzahl 1. Tester: ich.

Für den Winter muss man vorsorgen. Dazu gehört auch die Großbestellung an Medikamenten für meine Familie, die man jetzt mit drei Kindern wohl beinahe eine Großfamilie nennen kann, auch wenn mir das nicht so vorkommt. Heiße Zitrone reicht nicht immer.

Medizinfuchs ist das Idealo für Medikamente. Ja, support your local dealer, aber eben nicht immer. 10 Euro sind dann doch schon eine Menge, wenn man für 100 Euro bestellt.

Folgende Fails habe ich heute erlebt:

  • Amazon Pay-Button funktioniert nicht (Grund: dem Nutzer egal, es war das fehlende Whitelisting der Domain für das Payment-SDK)
  • Nach der Übernahme meiner Adressen aus Amazon Payments wird Griechenland als Land in meinem neuen Apotheken-Shop-Konto angezeigt.
  • Aufforderung zur Überweisung erhalten, obwohl man per Lastschrift zahlt
  • zentrierter Text in der Bestellbestätigung (Success-Nachricht im Funnel)
  • Button zur Auswahl der Zahlmethode rechtsbündig angebracht
  • Lüge:

Um ihnen eine umfassende Beratung durch unsere Apotheker zu garantieren, fragen wir nach Ihrer Telefonnummer.

Photo by Daiga Ellaby on Unsplash

Wachstum von AWS, visualisiert mit eigenen Datenpunkten

Auf der Hausmesse von Amazon Web Services präsentierte Andy Jassy eine Zahl zur Marktführerschaft von AWS, die seit Jahren durch ununterbrochen beeindruckend schnelles Wachstum gehalten wird: 44% Prozent aller Ausgaben in der Public Cloud gehen an Amazon. Die nächsten drei Wettbewerber können nicht einmal gemeinsam da mithalten.

Da habe ich mich gefragt: Wie kann man das Wachstum noch visualisieren? Klar, ich kann in die Geschäftsberichte des Unternehmens schauen. Aber Mary Meeker macht das besser, und die Forresters und Gartners dieser Welt auch. Mir war ein privater Blick wichtig.

Da ist mir aufgefallen, dass die Rechnungsnummern von Amazon Web Services fortlaufend sind. Über alle Kunden, alle Geschäftsjahre und so weiter. Ich selbst bin bei TargetVideo Nutzer von AWS und auch seit ein paar Jahren mit Unterbrechnungen für meine privaten Projekte. Dann schreibe ich mir doch mal die Daten der Rechnungen heraus und die Belegnummern. Das stand seit Mitte November auf meiner To-Do-Liste. Die Arbeit erschien mir aber ein wenig zu sehr auf Fleißarbeit hinauszulaufen.

Da habe ich einen einfacheren Weg gefunden: Man kann im Reiter Zahlungsverlauf unter Billing auch eine CSV-Datei aller Rechnungen herunterladen. Die beiden CSVs habe ich bereinigt, zusammengefügt und heraus kam die Excel-Tabelle, die ich brauchte.

Was ist für diese Datenpunkte die beste Darstellung? Ganz schnell wusste ich: In Excel ist das ein ganz einfaches Scatterplot. Beinahe perfekt liegen die Punkte auf einer exponentiell steigenden Kurve. Die Trendlinie füllt die Lücke gut aus.

Wachstum der Rechnungsnummern von Amazon Web Services. Eigene Illustration / Excel

Wachstum der Rechnungsnummern von Amazon Web Services. Eigene Illustration / Excel

Leider ist es mir beim ersten Versuch nicht gelungen, mit Tableau den Scatterplot zu visualisieren. Ich denke, ich arbeite da noch mal in einem ruhigen Moment im Zug weiter daran.

Wer hat noch weitere Rechnungsnummern für die Lücke? Gern anonymisiert an mich, und nix erfinden. Am besten redacted PDF, ok? Mail steht im Impressum.

40. Mir geht es gut. Und euch so?

Seit ich bei einem Startup arbeite, bin ich jeden Tag mit meinem Alter konfrontiert. Alle sind jünger als ich. Sogar der Gründer und CEO.

Tut das weh?

Nein.

Früher habe ich gedacht, was machen die ganzen alten Menschen in der Medienbranche? Wahrscheinlich verschwinden sie irgendwo im Keller. Ich würde das Schicksal gern vermeiden. (Inzwischen weiß ich: Es sind keine Keller, es sind entweder technische Bereiche oder Vorstandsetagen.)

Zunächst einmal: Danke für all die lieben Glückwünsche! Das hat mich wirklich sehr gefreut. Totale Floskel, bleibt aber dennoch wahr.

Die häufigste Frage war: Tut die 0 weh? Ne, wieso denn? Ich rufe euch zu: Die zehn Jahre von 30 bis 40 waren die besten in meinem Leben. Und das liegt daran, dass ich nur zwei Wochen vor meinem Dreißiger meine Frau kennengelernt habe, sechs Wochen später sie meiner Mutter vorgestellt habe und schon mit 31 geheiratet habe. Danke, mein Schatz! (Echter Kosename dem Blogger bekannt, aber auf Wunsch der Betroffenen geändert, d. Red.)

Und es liegt an den Kindern – drei an der Zahl. Und es liegt daran, dass ich nicht mehr alles so schwer nehme. Wenn was schief geht, geht nicht mehr die Welt unter. Wenn etwas stressig wird, etwa in Crunchtimes, fällt mir das Mantra eines Marketingkollegen bei ProSieben ein: „Wir kurieren nicht Krebs, wir machen Unterhaltung.“

(Den ersten Teil des Satzes habe ich nicht mehr ganz so wörtlich im Kopf. Richtigstellungen gerne in den Kommentaren.)

Seit der Geburt des zweiten Kindes achte ich mehr auf meinen Schlaf. Der ist für meine Zufriedenheit wichtig. Wenn der künstliche oder der menschliche Wecker morgens um 6 gehen, dann ist 23 Uhr für mich als Bettgehzeit einfach zu spät. Also habe ich das geändert, und mir geht es gut.

Auch die ständige Autofahrerei: Durch den Arbeitsplatz in der Münchener City ist das wegen Stau und fehlendem Parkplatz unpraktisch geworden. Vor allem montags. Ich verbringe viele Stunden meines Lebens in vollen Zügen. Aber andere auch.

Das Beste: Ich habe mit einer Achtsamkeit-Meditations-App abschalten gelernt – und diese krisenhaften Situationen ziehen zu lassen. Wenn ich mich stresse, fährt der Zug nicht schneller und die Verspätung lässt sich nicht aufholen. Anderen geht es ja auch so. Lieber noch schnell eine Mail ins Büro: „komme ein paar Minuten später“. Und der Stress kann wegbleiben.

Einige haben mich gefragt, ob ich groß feiern werde. Werde ich nicht. Genauer: Habe ich nicht, der Geburtstag ist schon lange verstrichen. Heute werde ich 40einhalb. Feiern sind mir unangenehm. Nur eine runde Zahl an Jahren ist mir ein sehr beliebiger Anlass, auch wenn meine Kinder das nicht verstehen („Papa, warum feierst du nicht?“).

Photo by PAUL SMITH on Unsplash

Wie viele Zeichen sind 65? Eigene Illustration

Wie lang darf eine Zeile sein? Beispiel AWS-Blog

Die Länge einer Zeile entscheidet mit über den Leseerfolg. Vor allem, wenn die Zeile zu lang wird, wird es für den Leser schwierig, den Inhalt einfach und vollständig zu erfassen. (Auch wenn das eh eine Wunschvorstellung ist.) Designer wissen das.

Too wide – if a line of text is too long the reader’s eyes will have a hard time focusing on the text. (https://baymard.com/blog/line-length-readability)

In der Typographie gelten Werte zwischen 60 und 75 Zeichen pro Zeile als gut lesbar. Einige empfinden auch 50 Zeichen als annehmbar. Zu schmale Zeilen erhöhen den Aufwand für die Augen ebenfalls, das sollte auch vermieden werden.

(Wird es nicht immer: Ich sehe euch an, Bild-Top-Flop-Ranking und Wired-Magazin.)

In die andere Richtung, also bei längeren Zeilen, gilt ein Wert um 100-105 als das Maximum: https://www.viget.com/articles/the-line-length-misconception

In einem gänzlich designerfernen Bereich, nämlich in der technischen Dokumentation von Neuerungen bei Amazon Web Services, finden sich die längen Textzeilen, die ich in jüngster Zeit gesehen habe. Um sie zu einfach messen, habe ich mir sogar eine Chrome Extension installiert, mit der man Zeichen in einer Markierung schnell zählen lassen kann. Den Namen und den Link verrate ich hier nicht, davon gibt es viele – die eine, die ich hatte, hat mir nicht besonders gut gefallen.

Und? Tipps gefällig?

Ich verrate es: 185 Zeichen hat eine solche Monsterzeile. Für mich ist das  unlesbar. Mein erster Klick geht dann entweder zurück in den Feedreader, oder auf den Mercury Reader von Postlight, einen Nachfolger von Readability.

(Beim Programmieren sind mehr Zeichen je nach Umfeld hilfreich, aber auch da gibt es Diskussionen über die ideale Zeichenzahl: https://news.ycombinator.com/item?id=7289967)

Das ist natürlich alles am Desktop, wo ich aber glaube, dass der Inhalt von vielen gelesen wird. Bei B2B-Veröffentlichungen wie diesen gehe ich von einem höheren Desktop-Anteil als beim sonstigen Web aus. (Die genauen Zahlen von AWS wären natürlich interessant.)

Aber: Weißt du, ob deine Webseite gut zu lesen ist?

P.S. Wenn jemand bei Amazon mir sagt, dass der Desktop-Anteil unter 10 Prozent ist und die meisten Leser die Inhalte eh im Reader konsumieren, dann ist meine Argumentation natürlich auch widerlegt. Und ich bin einfach ein hoffnungsloser Dinosaurier, dass er nicht alles am Smartphone macht.

Transcoding Netflix-Style. Foto: Eigene Illustration, frei nach Stranger-Things-Logo von Netflix

Spot-Instances-Inception

Ich weiß ein oder zwei Dinge über Video-Transcoding. (Auch dank der Bücher, die mir ein Freund geliehen hat.) Und doch hat mich erstaunt, was Transcoding in der Größenordnung von Netflix bedeutet. Bevor ihr aussteigt: Was ist Video-Transcoding? Jedes Endgerät, auf dem ein Nutzer Videos ansieht, braucht eine andere Auflösung, Bildwiederholrate und einen leicht verschiedenen Video-Codec. Dein Fernseher ist anders als dein PC, dein Mac anders als dein iPhone.

Beispiel: Jedes der Videos, das wir bei den Webseiten von TargetVideo zeigen, liegt in sechs unterschiedlichen Qualitätsstufen vor: Original-Full-HD, optimiertes Full HD, SD und weitere Stufen, etwa für diese neuartigen Mobiltelefone.

Kleiner Scherz. Das sind längst die wichtigsten Geräte. Ein Post in einem Fachblog hat mich diese Tage gefesselt: Netflix unterstützt 2200 unterschiedliche Geräte (und an guten Tagen auch meinen Kindle-Fire-TV-Stick).

Sechs Stufen klingt nach viel, manche Video-OTT-Anbieter kommen in der einfachsten Konfiguration mit zwei oder drei aus. Nicht so Netflix, die nicht nur bei den Film-Empfehlungen, sondern auch bei den Transcoding-Empfehlungen führend sind. Mehr als 1000 Transcodings erzeugt Netflix pro Episode einer Serie.

An einem Beispiel einer Erfolgsserie (traut sich noch jemand, House of Cards zu sagen?) kann man sich das noch besser vor Augen führen:

The Eternal Cost Savings of Netflix’s Internal Spot Market – High Scalability –:

Stranger Things season 2 is shot in 8K and has nine episodes. The source files are terabytes and terabytes of data. Each season required 190,000 CPU hours to encode. That’s the equivalent of running 2,965 m4.16xlarge instances for an hour. The static encoding process creates 9,570 different video, audio, and text files.

Netflix lässt jeden Tag zehntausende Server starten und runterfahren – alles bei Amazon Web Services. Viele davon kommen aus dem Spot-Instances-Markt für derzeit nicht benötigte Rechenpower, den Amazon hat. Und Netflix schafft es jetzt, im Rest vom Rest von Amazon noch Effizienzreserven zu heben. Niemand außer Amazon selbst dürfte sonst groß genug sein, um ähnliche Effekte zu erreichen. Auch wenn all die, die selbst mit Video zu tun haben (Maxdome, ich meine dich!) auch tausende von Servern allein fürs Transcoding brauchen.

Und wie einst gilt auch hier, wenn man sich nur genug darauf einlässt: Das Internet ist ein Kaninchenloch. Es gibt immer noch etwas Spannendes zu lesen. Etwa über die Schriftwahl für den Stranger-Things-Vorspann (Motion Logo).

Am besten finde ich aber den Titel-Schriftzug-Generator Make It Stranger. Suchtgefahr! Stranger Things steht schon lange auf meiner Watchliste…

Filmkritik: „La La Land“

Zwei Minuten ist der Film „La La Land“ alt, da gibt es schon kein Vertun mehr. Ein Stau auf einem Freeway in Los Angeles, und die Staufahrer steigen aus ihren Autos, singen und tanzen auf der Straße und auf den Autodächern. In der klassischen Musik nennt man das Ouvertüre, wenn Motive des ganzen Werkes schon in der Eröffnung angespielt werden. Genauer, eine Operettenouvertüre, wenn ich Wikipedia glauben darf.

Eine Variante der Opernouvertüre ist die Potpourri-Ouvertüre, welche besonders häufig bei Operetten vorkommt. Darin werden die wichtigsten Melodien aus der Oper oder Operette zusammengemischt

La La Land: kein Film wie andere

Wer solche Filme nicht mag, hat die Chance, das Kino oder das Sofa zu verlassen. Die Mischung aus realistisch anmutenden Szenen mit Figuren, die sich normal verhalten (Frau fährt nicht an, weil sie ins Smartphone schaut. Typ hinter ihr hupt und zeigt ihr unmissverständlich, dass sie nicht die beste Autofahrerin der Welt ist #fastmittelfinger), und die Überhöhung der Wirklichkeit durch märchenhaft anmutende Hintergründe, Beleuchtung oder auch Kostüme: die bleibt.

Suspension of disbelief hieß der Deal, auf den man sich als Filmzuschauer einlassen muss, soweit ich mich an die Einführung in die Filmwissenschaft erinnere. Diese Theorie soll erklären, warum man das, was auf der vierten Wand passiert, so als Werk akzeptiert. Und meine Güte, bei „La La Land“ habe ich diesen Deal beinahe ausgesprochen: Ok, da musst du dich jetzt drauf einlassen. Dass alle singen und Kleidung in Grundfarben tragen – und auf einmal Stepptanzschuhe anziehen und auf eine Parkbank hüpfen.

Wenn man diesen Sprung tut, es ist beinahe einer des Glaubens, dann wird man mit einem funkelnden Feuerwerk belohnt. Es ist schwierig, darüber zu schreiben, ohne zu viel über den Film zu verraten. Daher: Ab jetzt kommen ein paar Spoiler.

Noch da?

Spoiler-Alarm für „La La Land“

Einen Director’s Cut braucht „La La Land“ nicht, er nimmt das alternative Ende gleich mit in seine normale Spielzeit mit hinein. Das ist einerseits sehr ungewöhnlich, andererseits zeigt der Film damit, dass er sich für die erwachsene Form des Erzählens entscheidet und nicht für die märchenhafte Wunschvorstellung. Manche Kritiker werfen dem Anfang daher vor, gar nicht so ouvertürenhaft für den Rest des Films zu stehen – nicht ganz falsch, denn so eine große Ensemblenummer kommt danach nicht wieder. Ich halte die Entscheidung, der ganz, ganz großen, alles verzehrenden Liebe die Alltagstauglichkeit abzusprechen, für enorm richtig und wichtig. Vielleicht ist das auch das, was die Academy daran nicht mochte. Der Fast-Oscargewinner hat damit für mich aber an künstlerischem Wert gewonnen.

Die unterschiedlichen Ebenen des Erzählens werden damit unauflöslich mit der harten Wirklichkeit verbunden.

From great romantic sparks come great relationship woes.

Diesen Ratschlag hat Onkel Ben (nein, nicht der Reismann) seinem Neffen Peter Parker nicht mehr geben können, aber kennen wir Erwachsenen das nicht? Ob aus eigenem Erleben oder Passiv-Beziehungen (Freund/in mit Jammern ist uns noch im Ohr). Für eine erfolgreiche Beziehung braucht es auf mehr Feldern eine gute Bewertung. Testsieger leisten sich kaum Schwächen, Stiftung Ehetest ist da nicht anders als Stiftung Warentest.

Emma Stone und Ryan Gosling können zwar nicht überragend tanzen oder singen, aber sie sind Typen zum Anhimmeln. Filmstars, so wie vor 20 Jahren George Clooney, die Jolie oder die Zeta-Jones. (Chicago!) Gerade in den Momenten, wo die vierte Wand vor übertriebener Künstlichkeit bröckelt – das realistisch gesetzte Licht verschwindet, und unsere Helden bekommen einen Spot auf sie gesetzt. Disco! Also Jazz-Disco, denn Gosling spielt einen Hard-Core-Jazz-Fundamentalisten, der die Welt mit seiner alten Vorstellung von Jazz beglücken möchte.

„La La Land“ ist dabei nicht so musicalesk wie Chicago, das mit einer sehr reduzierten Kulisse auskennt. Nein, der Film macht sich das Leben viel schwerer, indem er mal im real existierenden, staugeplagten Los Angeles spielt, und dann wieder auf der Soundstage (also im Hollywood-Studio). Rückblickend macht diese Leichtigkeit des Springens von Welt zu Welt „Hail Caesar“ zu einer noch bemühteren Sache, als sie mir damals schon vorgekommen war.

TL;DR: Alle Preise für „La La Land“ sind aus meiner Sicht gerechtfertigt, er ist ein seltenes Exemplar dieses „Einmal-im-Jahrzehnt-macht-jemand-ein-Musical-uns-es-funktioniert“-Genres. Wenn dir „Magnolia“ gefallen hat, wird dir auch „La La Land“ gefallen.

Wertung: 4,5 von 5 Hollywood-Buchstaben

P.S. Eine Lebenslektion für uns alle Nicht-Los-Angeles-Bewohner hat der Film auch bereit: Sei immer freundlich zu deiner/m Barista. Du weißt nicht, wer/was in ihm/ihr steckt.

Amazon nimmt es sehr genau mit der Zeitzone

Ich habe mich für ein Trainingsprogramm von Amazon Web Services angemeldet. Dabei ist mir dieses kleine Nugget Formular-Gold über den Weg gelaufen, also ich habe dann Berlin angeklickt:

Hintergrund sind die besonderen Steuerbedingungen der einzigen deutschen Exklave Büsingen. Die führen dazu, dass man in Büsingen mit Schweizer Franken bezahlt. Also behandelt Amazon auch die Zeitzone, die die gleiche ist, dort anders.