Wenn eine Konferenz beginnt, hat man die Anmeldung und den ersten schlechten Kaffee hinter sich. Dann braucht man einen Redner, der alle motiviert. Die Organisatoren der UX Munich 2015 haben sich für einen Introspektionsansatz entschieden, als sie dorthin Conrad Albrecht-Buehler von BMW gesetzt haben. Er stellt die große Fragen:
Erik Spiekermann ist eine Legende. Wie oft kann man Legenden live erleben? Andere zahlen dafür 100 Euro für ein Hallenkonzert, oder 150 für ein Stadionkonzert. Spiekermann ist jetzt fast 68, und auch im Alter einer lebenden Legende. Er hat 1967 bereits studiert, deswegen der Rock-Verweis. Er hat sehr viel Wissen und Erfahrung an eine nächste Generation weiterzugeben. An öffentlichen Einrichtungen kann er das nicht mehr, zumindest nicht mehr gegen Honorar in Deutschland. Hat er auch verraten, denn: Spiekermann ist auch ein Quell von Anekdoten und gut getimten Pointen. Beide Ströme sind gut gefüllt worden in seiner langen Karriere. Dazwischen verstecken sich selbst im Weißraum des Kontextes Nuggets von Weisheit. Nicht so schnell verzehrt wie die vom Fastfood, sondern die kleinen Goldklumpen. (Bei diesem Vortrag freue ich mich besonders auf die Video-Dokumentation durch Five Simple Steps, die bald erscheinen wird.) Und an diesem ersten Tag der UX Munich 2015 ist er der erste, der Klienten beim Namen nennt und deren Produkt beleidigt. Den Gummibärchengeschmack haben schon andere (wenig kreativ) Red Bull vorgeworfen. Aber als Kunde sei der Salzburger Weltmarktführer der beste, den er je gehabt habe. Sogar junge Projektmanager dürften da weitreichende Entscheidungen bei den digitalen Produkten treffen. Das findet er toll. Was er nicht so toll findet: mit Arschlöchern zusammenarbeiten. Das hat er zum Mantra seiner Arbeit in seinem Studio gemacht, das mittlerweile mehrere Standorte in aller Welt hat und über 100 Mitarbeiter. Weder bei Kunden noch bei neuen Mitarbeitern.
Ich mag Chrome. Also nicht den Browser und auch nicht das Zeug, was sich unter einem Videoplaner befindet. Und auch nicht das Zeug vom Auto, was früher mal ganz schick war an den Heckflossen und jetzt nur noch bei Premium-Autos die Türrahmen verziert.
Du weißt, du hast zu viele Geräte, wenn dein Kindle-Account im sichtbaren Bereich nicht mal mehr deine aktuellen Handys anzeigt. Aber es erklärt auch den mir völlig unverständlichen Hinweis, den ich bekomme:
Als ich noch in Berlin gewohnt habe, war ich auf der Popkomm. Ich glaube, die hieß da noch so. Da war ich auf einem Editors-Konzert, das man nicht einmal bei Setlist.fm findet. (Korrektur, hier ist es.) Wahrscheinlich hatte ich von ihnen in der Visions oder im Intro-Magazin gelesen. Damals las ich noch viel mehr auf Papier. Es war im letzten Jahrtausend.
Am Anfang habe ich gestaunt und sicher auch ein wenig geschmunzelt. Die Rede ist von der Liebe der Münchner zu Funktionskleidung. (Ich könnte auch Freizeitkleidung sagen, aber das ruft vor dem inneren Auge die Vorstellung von weiten Jogginghosen, Ballonseidejacken und einer Flasche Bier im Anschlag hervor. Weiche, rosa Elefant.)
Der Markt für Leih- und Kauffilme ist hart umkämpft. Das erste Opfer waren die Videotheken, jetzt geht der Kampf weiter. (Disclaimer Hinweis: Ich arbeite(te bis Ende September 2015) für den Konzern, dem Maxdome gehört. In das Geschäft des SVoD- und TVoD-Anbieters habe ich keine Einsicht. Alle Meinungen, die ich hier vertrete, sind meine eigenen und haben nix mit den offiziell geäußerten Meinungen des Konzerns zu tun.) Online war für mich ganz lange iTunes das Synonym für den Einzelkauf von Filmen oder Serienfolgen. Dann wurde ich privat immer mehr mit meinen Geräten Teil des Google-Universums, gerade auch, um das als Produktmensch besser kennenzulernen, was die meisten Nutzer in Deutschland haben. Netflix, Watchever und Maxdome sind für mich etwas Anderes, da ich sie vor allem als Flatrate-Angebote wahrnehme. Pringles hat jetzt eine Kooperation mit Google Play für die Filme-Sparte. Für mich ist das der klare Versuch, mit einem filmaffinen Produkt wie Chips in den Markt für Home Entertainment noch stärker einzudringen. Chips sind schon im Haus, dann kann man auch einen kostenlosen Film kaufen. Das Angebot ist begrenzt, etwa 50 Filme. Dafür in HD und man wird gezwungen, sich einen Google Play-Account zuzulegen, wenn man den noch nicht hat. Der Film, den man sich speichern kann oder gleich ansehen, hat einen Wert von um die zehn Euro. Bei einem Preis von etwa 2,50 Euro pro Film ist das immer noch ein Schnäppchen. Es scheint auch kein Limit für die Anzahl an Codes zu geben, die man eingeben darf.