Lilie (Symbolbild). Foto: Troy Jarrell / Unsplash
Dominic Grzbielok

Washington Post gründet The Lily (aus)

Nebenprojekte von Medienunternehmen sind meist spannender als die Haupt-Unternehmungen. Spiegel Daily bekommt gerade etwa mehr Presse als es Spiegel Online oder das Heft tun. In den USA ist gerade wieder eine Vertical-Welle unterwegs. Was meine ich mit Vertical? Das ist ein thematisch eng fokussiertes Inhalteangebot. Klassischerweise würde man sagen, das ist ein Angebot in nur einem Ressort oder einer Rubrik. Im alten Journalismus gab es das vor allem im Bereich Wirtschaft und im Bereich Sport. Der neue Journalismus ist zum Glück bunter, und vielleicht ist er manchmal auch ein bisschen weiblicher – hoffentlich. So verstehe ich den Start von The Lily in dieser Woche.

The Washington Post’s millennial women-focused spinoff The Lily is going the distributed route – Digiday: „Launching on June 12, The Lily will feature original and repackaged journalism from the Post that will initially be distributed on Medium, Facebook, Instagram and Twitter, and via a twice-weekly email newsletter, Lily Lines.“

(Via.)

Aus mehreren Gründen ist das ein guter Schachzug, wie ich finde. Neuer Content ist wichtig, aber auch alter Content aus den Archiven der Washington Post. Und die Strategie, voll auf Distributed Content zu setzen, ermöglicht einen schnellen Reichweitenaufbau. So kann man besser eine Idee testen (diese Zielgruppe zu adressieren, das ist offenbar die Idee) – weil man schneller auf den verschiedenen Channels sieht, wie groß die Zielgruppe insgesamt ist. Auf own and operated platforms wäre das etwas schwieriger, auch wenn dort natürlich die Monetarisierung besser wäre.

Schlüsselwort, um den Verzicht auf eine eigene Destinationsseite zu verstehen: Millennials sind Zielgruppe. Egal ob männlich oder weiblich, die sind von Buzzfeed verwöhnt, dass der Inhalt sie findet, wo sie sind. Und nicht sie zum Inhalt kommen müssen.

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Fernglas oder Laptop? Wo kann man die Zukunft sehen? Foot: Dustin Lee/Unsplash

Wo kann man sie schon sehen, die Zukunft im Journalismus?

In vielen Verlagshäusern, den Bastionen der freien Demokratie, der Öffentlichkeit, der Willensbildung, zweistelliger Rendite und gediegener Ledersofas, wird an der Zukunft im Journalismus gearbeitet. Oft in kleinen Skunkworks-Teams, mit Wissen der Chefs, aber ohne die Bereitschaft derer, auch wirklich etwas am Status Quo zu ändern. Digitale Transformation ist ein blödes Wort, aber eigentlich wäre das ein vernünftiges Ziel für diese Häuser.

Viel zu klein sind diese Teams, viel zu isoliert, viel zu jung, um wirklich etwas am schleichenden Verfall zu ändern. Schleichend? Verfall? Ja, wenn man sich die Auflage der Zeitungen ansieht. Die Auflage der Tageszeitungen in Deutschland, und mit Tageszeitungen verdienen Verlage noch Geld:

Zukunft im Journalismus? Nicht lokal und in Print

Aber es ist natürlich abzusehen, dass die Auflage irgendwann Null sein wird:

Wahrscheinlicher ist es, dass die Auflage schneller abstürzt.

Auch wenn man das mit der ständig steigenden Lebenserwartung der Leser und Abonnenten in Bezug setzt – es wird nicht gut ausgehen.
Das Problem der Verlagshäuser ist ihr Häuser-Charakter. Die Häuser sind ganz schön groß, da gibt es viele Zimmer und viele Parteien, die darin wohnen – sprich arbeiten und Geld verdienen wollen. Gehen wir sie mal der Reihe nach durch: die Vertriebsabteilung, die dafür sorgt, dass die gedruckte Zeitung zum Kunden kommt. Den Vertrieb macht das Internet billiger. Distribution ersetzt Produktion, sagen die Netzwerkökonomen schon lange.

Die Produktion: Eine Website ist billiger als eine Druckmaschine. Vier Farben kann das Internet schon lange, und brillant gemischt sind sie auch noch. RGB 1, CMYK 0. Druckmaschinen können die Verlagshäuser, Internet eben nicht.

Bleiben die Content-Produzenten. Auch die braucht man künftig, aber eben nicht mehr all ihre Aufgaben. Chronistenpflicht? Dafür gibt es (leider?) keine ökonomische Begründung. Die Zukunft im Journalismus hängt am Mehrwert, den die Praktiker kreieren. Nein, die Journalisten werden auch nicht für die Geschichten gebraucht, sondern für eine funktionierende Gemeinschaft. Seien wir ehrlich, in vielen Ein-Zeitungs-Kreisen findet das schon lange nicht mehr über die Medien statt, sondern über Super-Konnektoren in Vereinen, Parteien und auch Unternehmen. Die wissen oft besser über ihre Gemeinde Bescheid als irgendwer in den Redaktionsräumen.

Als ich Journalismus gelernt habe, war das noch anders. Da gab es in vielen Lokalredaktionen die Frauen und Männer, die wussten, was in den Hinterzimmern und an den Werkbänken gesprochen wurde – weil sie Teil ihrer Community waren.

Wenn man mich nach dem Erfolgsfaktor von hyperlokalen Journalismus-Projekten fragt, ist es nicht die Qualität des Journalismus‘, der dort betrieben wird. Sondern: Drücken diese Projekte, egal ob Prenzlauer Berg Nachrichten oder Tegernseer Stimme, das aus, was ihre Community braucht und bewegt? Sind sie im Einklang mit ihrer Community? Dann sind auch Einnahmen über eine neue Abo-Finanzierung möglich. Journalismus-Professor Jeff Jarvis hat das schon in seinem einflussreichen Buch „What Would Google Do“ geschrieben:

Look at your constitutents, customers, community, audience – even your competitors – and ask how you can bring them elegant organization, especially now, as the internet disrupts everything.

Das kostet dann vielleicht nicht mehr 30 Euro im Monat, sondern eher fünf. Die Zahlungsbereitschaft der Menschen, die wir mal Publikum oder Zielgruppe genannt haben, ist drastisch gesunken. Wenn Netflix keine zehn Euro kostet, warum soll denn die Zeitung oder das, was früher mal Lokalzeitung war, mehr kosten? Die Kostenstruktur der Häuser (Steine, Maschinen, Menschen) ist den Nutzern egal. Sie zahlen für den Mehrwert. Da, wo viele Städte inzwischen selbst Lokalnachrichten produzieren, ist die Unabhängigkeit der Berichterstattung wenig wert. Und damit sind auch die alten Apparate nicht finanzierbar. Ich träume von einer Welt, in der die alten Verlagshäuser mit ihren Resopal-Oberflächen und Büro-Auslegeware zu Begegnungsstätten einer neuen interessierten Bürgerschaft werden. So etwas wie ein immerwährender Zeit-Leser-Kongress.

Und damit wären wir bei den Beispielen, die mir Mut machen: Es gibt Häuser, auch von Verlagen, die den Weg in die Zukunft im Journalisms nicht scheuen. Weil sie wissen, dass die alte Welt irgendwann alte Welt ist und revolutionär abgeräumt wird.

Die Zeit haben wir schon erwähnt. Von meinem Mancrush auf Jochen Wegner, den Online-Chefredakteur von Zeit.de habe ich auch erzählt. Aus seinem Team kommen mit den Leser-Events, die man wohl besser Kristallisationen der Zeit.de-Community nennen sollte, tolle Ideen, wie Zukunft organisiert werden kann. Community muss man leben, sich investieren, ohne direkt daraus Profit schlagen zu wollen.

Update: Jochen Wegner hat in einem langen Beitrag für das Magazin Journalist, den er auch bei Medium online gestellt hat, mehr über diese Community-Bemühungen und das Versammeln eine Gegenöffentlichkeit(?) geschrieben. Geschätzte Lesezeit: 14 Minuten.

Print ist noch lange nicht tot, es muss auch in die Nische gehen: Aus Australien macht Kai Brach sein Indie-Internet-App-Digital-Natives-Magazin Offscreen. Und der Name ist Programm. In hochwertiger Aufmachung und minimalistischem Design stellt er Gedanken von Digital-Vordenkern vor, und auch Denker, die man noch nicht kannte. Es gibt eine locker vernetzte Internet-Boheme, die das Magazin kennt und schätzt. Trotz eines Heftpreises von 20 Dollar. Jede Ausgabe ist die Einladung zum Innehalten, zum achtsamen Hinterfragen der Hektik. Nicht alles an dem Heft ist perfekt, mich stören etwa die Fotostrecken aus den Startup-Hochglanz-Großraumbüros, die auch internationaler einander immer ähnlicher werden. (Und was man auch online bei Gründerszene oder Deutsche Startups finden könnte.) Unbearbeitetes Holz oder geöltes Holz, Kicker, Thinktanks haben Resopal abgelöst, aber es ist von der gleichen Austauschbarkeit.

Und als Drittes kommen wir zu T3N. (Eigentlich sollte dieser Post nur über dieses Unternehmen gehen, aber ich muss ja immer einbetten und Kontext herstellen. Nennt es Erklärbär oder Mansplaining.) Das war mal ein Magazin für die Softwareszene rund um das Content Management System Typo3. Das erklärt den Namen. Inzwischen ist es aber viel mehr als das, es ist für mich das neue heise.de mit einem Fokus. Es kommt auch Hannover, ich habe es gedanklich schon oft genug mit dem Heise-Verlag (der macht die Computerzeitschrift) verwechselt. Aber es kommt von Yeebase, einer Neugründung aus dem Jahr 2005. Längst ist die Zeitschrift, die vier Mal im Jahr erscheint, nur Teil der Bemühungen. Die Webseite ist täglich aktuell, 15 Redakteure arbeiten dran.

Ich weiß das, weil ich auf einer Abendveranstaltung des unglaublich rührigen Media Labs Bayern war, wo CTO Martin Brüggemann T3N vorgestellt hat. Für einen Hackathon Anfang Juni hat T3N seine interne Content API, über die alle Inhalte, die im Haus je hergestellt wurden, erreichbar sind, auch extern verfügbar gemacht. Ohne Zugangsbeschränkungen.

Nichts Besonderes, wenn man aus der Softwarewelt kommt. Aber für Verlage ist das eine Revolution. Wie viele Verlage verdienen Geld mit Klagen gegen KMUs, die Presseberichte einfach so scannen und auf ihre Homepage stellen? Wie viele Verlage wollten die Ausschüttung aus der VG Wort an die Urheber anfechten? Wie viele Verlage verdienen Geld mit Pressespiegeln? All das sind Abwehrkämpfe, die zwar kurzfristig Früchte bringen, aber langfristig zum Scheitern verurteilt sind.
Ob sich der Aufwand für T3N lohnt, mit einem Hackathon zu wirklich neuen Ideen für die Zukunft im Journalismus zu kommen, wird sich zeigen. Ich bin skeptisch. Zu konventionell waren die Ideen, die wir alle in einem Design-Thinking-Workshop auf dieser Abendveranstaltung entwickelt haben. 18 Monate in die Zukunft denken – ja. Aber mehr als zehn Jahre? Puh. Ich drücke aber alle Daumen, die ich habe!

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Magazine und Zeitschriften im Regal. Foto: Rita Morais/Unsplash

Kämpfe von gestern: Journalist

In den letzten Jahren ist mir das Journalismus-Magazin „Journalist“ sympathischer geworden, oder zumindest wieder wichtiger geworden. Warum? Weil auch aktuelle Themen den Eingang ins Heft gefunden haben. 

So wird in der aktuellen Mai-Ausgabe 2017 auch groß über die erneuten Personalrochaden und Stellenkürzungen beim Focus-Heft berichtet. Das sollte mir nicht egal sein, weil ich in München arbeite und in Bayern lebe. (Diese Unterscheidung ist wichtig, glaubt mir.) In Bayern hat der Focus in gewissen Kreisen nämlich immer noch einen gewissen Rang. Er ist sozusagen das Symbol des bürgerlichen Widerstands gegen den und Unbehagen gegenüber dem Zeigefingerjournalismus des Spiegel. Ich sage nicht, dass das gut ist, ich sage einfach, dass es verbreitet so ist.

Sicher ist es also interessant, dass man als Gewerkschaftsmitglied etwas über andere Schicksale von anderen Gewerkschaftsmitgliedern erfährt. Aber letztlich gibt es eine ganze neue Generation an Nutzern und Journalisten, nennen wir sie mal die Millennials, für die der Focus völlig irrelevant ist. Für sie ist es wichtig, von der Personalie Daniel Drepper bei Buzzfeed zu erfahren. Die wird aber in einer dürren Einspalter-Meldung abgehandelt.

Dabei ist Drepper für Buzzfeed ein Coup, und umgekehrt auch: Buzzfeed sagt damit auch für Deutschland den Kampf um investigative Themen an. So wie das Buzzfeed-Chefredakteur Ben Smith sich schon für die USA und auch für Großbritannien mit seinem Reporter-Team erarbeitet hat. Das wäre mehr Tinte wert gewesen, die Geschichte von „Buzzfeed ist mehr als Listicles“ noch einmal zu erzählen, anstatt Abwehrkämpfe wie beim Focus zu erzählen.

Eigentlich wollte ich diesen Post nicht schreiben, weil sich ja vieles zum Guten gewandt hat beim Journalist, aber wenn das, warum auch immer, die Webseite des Heftes ist, läuft etwas falsch im Jahr 2017:

https://www.djv.de/startseite/info/journalist/das-magazin.html

Ja, das hat auch mit den internen Querelen zwischen Herausgeber, Alt-Verlag und Neu-Verlag zu tun. Aber das ist mir egal. In ein paar Wochen kann man zumindest eine Not-Internetpräsenz erstellen. Und eine Seite tief im Bauch der Gewerkschaftswebseite ist für mich nicht ganz adäquat.

Wenn ich mit dem Finger auf etwas zeigen soll, was besser wäre, sind das Poynter und Nieman Lab. Diese US-amerikanischen Institutionen und Publikationen sind viel mehr auf der Höhe der Zeit, was den Journalismus angeht.

Und das Pikante in ebendieser Woche: auch beim deutschen Onlinejournalismus. Wenn ich wissen will, was Springer plant, lese ich das in aller Regel dort zu erst. Oder konkret: Zwei Geschichten über die Ambitionen von Zeit Online. Die sind zwar auch recht kommod am Rande einer wichtigen Konferenz abgefischt, aber sie bieten einen Nachrichtenwert. Den finde ich nur bei journalismusethischen Themen im Journalist. Die bereitet er wirklich gut auf (Colditz und rechte Gewalt, vergessene Themen, Kolumne für Floskelwolke). Aber mir fehlt das Aktuelle. Wie kann man das machen? Wahrscheinlich geht es mit der aktuellen Personalausstattung nicht. Aber rechnet doch mal, vielleicht findet sich ja dafür eine Blendle-Finanzierung wie für Übermedien, das ich trotz aller Übertreibung an manchen Orten (Kampf gegen die immergleichen Windmühlen) gern unterstütze.

Für solche Sätze muss man den „New Yorker“ lieben

Aus einer Biografie-Rezension über Prinz Charles, Thronfolger in Großbritannien, im New Yorker:

Where Prince Charles Went Wrong – The New Yorker: „His Royal Highness Prince Charles Philip Arthur George, Prince of Wales, K.G., K.T., G.C.B., O.M., A.K., Q.S.O., P.C., A.D.C., Earl of Chester, Duke of Cornwall, Duke of Rothesay, Earl of Carrick, Baron of Renfrew, Lord of the Isles, and Prince and Great Steward of Scotland, is a deeply unpopular man.“

(Via.)

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Frühjahrsblüten: Aprilscherze

Warum man als Medium keine Aprilscherze machen sollte

Nicht jeder Aprilscherz ist so lustig wie die selbstfahrenden Fahrräder von Google aus Holland. Aprilscherze zeigen mir immer ein wenig, was die Redaktionen, die die Aprilscherze ersonnen haben, von ihren Lesern/Zuschauern halten.

Wie ist die Vereinbarung, die hinter gedruckten Witzen steht? Bierernste Medien dürfen an dem einen Tag auf lustig machen. Ich verstehe, dass man als Medienmacher ein Ventil braucht. Aber dafür gibt es die Weihnachtsfeier und das Sommerfest. Dein Draht zu den Nutzern, diese Konversation – die ist für ernste Sachen da.

Mit Listicles geht alles besser. Das wissen wir nicht erst seit Buzzfeed, sondern schon Mose kannte die „10 Dinge, die du besser nicht tust, wenn du Gott nicht erzürnen willst“.

Welche Alarmsignale gibt es dafür, dass man nicht als Aprilscherz-Erzähler geeignet ist?

Vorstellungsgespräch in der Eisdiele

Das eine Mal, als ich ein Vorstellungsgespräch in einer Eisdiele hatte

Ich weiß gar nicht, ob ich davon schon an dieser Stelle erzählt habe, von meinem Vorstellungsgespräch in einer Eisdiele. Die Redaktion war neu in der Stadt. Welt kompakt war gerade ein paar Tage in Saarbrücken erschienen, da suchte das Pilot-Team Verstärkung. Über eine Kollegin war ich empfohlen worden, nachdem ich eine Bewerbungsmappe geschickt hatte. Also setzte ich mich nach der Arbeit bei T-Online.de in den ICE nach Saarbrücken und ließ mich befragen. 

Die Redaktion war brandneu, und einen Konferenzraum gab es noch nicht. Also gingen wir ein paar Häuser weiter in eine Eisdiele. Die Alternative wäre ein nahe gelegenes Hotel und das Foyer dort gewesen. Daran musste ich denken, als ich diesen Rant von DHH sah:

Interviewing job applicants in a coffee shop is fucking barbaric. Stop it. STOP. IT.: „Interviewing job applicants in a coffee shop is fucking barbaric. Stop it. STOP. IT.“

(Via.)

Daraus könnte man wohl auch eine ganze Folge für „The Office“ machen. (Redet eigentlich noch jemand von „Stromberg“? Ich habe das ja noch nie gesehen, zumindest noch nie eine komplette Folge am Stück.)

Mein Gespräch war gar nicht so schlimm. Aber ich muss rückblickend auch sagen, dass ich in dem Setting eher abgelenkt und unfokussiert war. Wahrscheinlich wollte ich den Job auch nicht dringend genug.

Frau sitzt lesend am Mac Book.

RSS macht dich so alt

Über Männer sagt man ja, dass sie mit dem Alter interessanter werden und nicht weniger attraktiv. Das ist natürlich ganz großer Bullshit, Männer, die knittrig sind, sind natürlich auch einfach nur alt.

Ich werde dieses Jahr 40, und schon von daher beschäftige ich mich mit dem Alter. Ich arbeite außerdem in einem Startup mit einer ganz, ganz jungen Mannschaft. Darüber habe ich auch schon geschrieben in ebendiesem Blog. Weil mir das an vielen Stellen einfach dann doch wieder auffällt.

Einer Mitarbeiterin habe ich ja in 2016 erklärt, was RSS-Feeds sind. Wie macht man das, wenn man das nicht einmal in Browsern mal findet? Das habe ich gesagt, so oder so ähnlich:

RSS-Feeds sind Podcasts ohne die Datei zum Anhören, sondern mit einem Text zum Lesen.

Das ist ein bisschen hinten durch die Brust ins Auge formuliert, aber es trifft den Kern. Auch wenn es natürlich anders herum entstanden ist. Erst schuf Gott die RSS-Feeds, wobei Gott mehrere sind, und dann kamen die Podcasts (Dave Winer).

Wenn ich jetzt also auf einer Seite komme, die einen Feed anbietet, freue ich mich. Dafür benutze ich mittlerweile Feedly, darüber habe ich ja schon an dieser Stelle erzählt.

Wie alt bin ich jetzt also? Ich werde 2017 40 Jahre alt.

Wenn daraus jemand eine T-Shirt-Kollektion machen möchte, bitte ich um ein Belegexemplar. #kudos

Screenshot von typecast.com

Erste Sätze, auch im Journalismus

Drüben beim Blog Lieblingssätze von Journalist/Autor Bernhard Blöchl, übrigens ein ganz netter Typ und für diese Kombination beinahe schon Slashie-verdächtig, gibt es eine Rubrik „Erste Sätze“, in der er die Anfangssätze von Romanen sammelt, die er im Blogpost danach dann bespricht. Eine tolle Sache, der ich natürlich Hommage erweisen musste.

Erst einmal ist natürlich alles, was dieser Blöchl schreibt, schön, wahr und richtig und unbedingt zu empfehlen. Und zweitens gibt es das wohl auch im Journalismus:

Star Wars: Why Is the Force Still With Us? – The New Yorker: „The biannual Star Wars Summit Meeting is an opportunity for the licensees who make Darth Vader masks and thirty-six-inch sculpted Yoda collectibles to trade strategy and say ‘May the Force be with you’ to the retailers from F.A.O. Schwarz and Target who sell the stuff, and for everyone in the far-flung Star Wars universe to get a better sense of ‘how deeply the brand has penetrated into the culture,’ in the words of one licensee.“

(Via.)

Was folgt, ist ein Text, der vom Empfehlungsmechanismus bei newyorker.com nach dem Tode von Carrie Fisher nach oben gespült wurde. Lesenswert. Wie sich Geschäftsleute, die Yoda-Toilettendeckel herstellen, daran berauschen, dass die Macht mit ihnen sei.

Jetzt noch ins Tippspiel einsteigen! Nach vier Monaten!

Dass Verlage ein bisschen langsam sind, kennt man ja. Aber bei Wazzens wurde ja vor kurzem erst renoviert. Auf die WAZ.de-Startseite schaut aber wohl kein diensthabender Redakteur. Sonst könnte dieser Teaser auf der Startseite nicht vor sich hin faulen:

Waz tippspiel preise gewinnen screenshot

Hier gefunden:

Aktuelle Nachrichten aus WAZ | WAZ.de: „“

(Via.)

Der Teaser verweist auf den Einladungsartikel zum Tippspiel der Saison 2016/17. Ein Einstieg zur Halbzeit macht natürlich überhaupt keinen Sinn, und wenn doch, etwa, weil es Preise an jedem Spieltag zu gewinnen gibt, muss er anders bebildert werden und das Linkziel muss ein anderes sein.

Und dass der Teaser zwei Schriften ÜBEREINANDER hat, muss für einen Wutpost in einem anderen Blog reichen.

Genmais in Spanien passt zu Ein Tag in Barcelona!?

Wenn Empfehlungen Amok laufen: Was hat die Empfehlung für das Genmais in Spanien-Video mit dem Reise-Video zu tun? Ein Fail für Taxonomie und Recommender Engines: Kataloniens Hauptstadt: Ein Tag in Barcelona – Reise – FAZ.

(Via.)