VerDAMmt schwer, die Suche nach einem Digital Asset Management-System

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DAM / Produkte / User Experience / Video

Einleitung: Die besten Impulse zum Bloggen kommen durch das Lesen von anderen Blogs. Manchmal sind es persönliche Erlebnisse. Heute soll es mal um einen Post des wohl bekanntesten deutschen DAM-Bloggers gehen. DAM: Das bedeutet Digital Asset Management System. (Wen das Thema nicht interessiert, muss jetzt nicht weiter lesen.)

Tim Strehle sprach mir aus der Seele, als er vermutete, wie schwer die Auswahl eines DAM-Systems sein müsse. Er selbst muss ja nicht auswählen, er arbeitet für einen Hamburger Anbieter, der etwa öffentlich-rechtliche Sender mit den Systemen versorgt.

It must be terrible to shop for a Digital Asset Management system. While the Web empowers cheap smartphone, fashion or book buyers – with independent coverage from press and bloggers, and customer reviews on Amazon – it’s not very helpful when you’re planning to spend tens (or hundreds) of thousands on DAM software and need to compare products. 

Warum ist das so schwer? Alle Verkäufer finden ihr Produkt am besten. Oder haben Sie schon einmal einen BMW-Verkäufer gesehen, der ernsthaft einen VW empfiehlt? Früher mag das der Fall gewesen sein, als es keine Vans von BMW gab. Aber die gibt es mittlerweile, und für einen Lastwagen gehen Sie ja auch nicht zum BMW-Händler. Und die andere Seite ist nicht besser – die Käufer können selbst keine Autos bauen und hinter die Spezifikationen, Whitepapers und Firmenvideos schauen. Vor allem nicht bei Softwareprodukten, die auf Servern auf dem Firmengelände, also on-premise, installiert werden müssen. 

Die richtig guten Verkäufer/Account Manager der DAM-Anbieter kennen ihr Produkt sehr gut. Sie fragen den Interessenten erst einmal sehr viele Dinge, die der vielleicht noch gar nicht weiß. Die wenigsten DAM-Interessenten dürften an einem Produkt als Ersatz für ihr altes Produkt interessiert sein, sondern eher an einem Einstieg ins Thema der besseren Verwaltung ihrer Daten. (Bei meinem alten Arbeitgeber ProSieben war das etwas anders, aber das ist auch ein Medienunternehmen, das seit Menschengedenken mit Videodat(ei)en arbeitet.)

Marktübersicht ist ein aufwändiges, aber auch lukratives Thema

Tim Strehle zählt 148 Anbieter auf seiner Liste Planet DAM. Anbieter wie Capterra oder CMS Wire habe ich auch genutzt, um diese Liste kleiner, handhabbarer zu kriegen. An die 80 Systeme habe ich mir zumindest angesehen. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich sowas gemacht. Das dürfte den meisten so gehen, die ein DAM brauchen. Oft sind das ja Marketer.

In meinem Team haben wir zwei Evaluationsrunden gedreht. Einmal habe ich die am Anfang gemacht, als ich noch wenig wusste. Und dann habe ich das einen Mitarbeiter machen lassen, als wir die Requirements angepasst hatten, weil wir besser wussten, was wir brauchen.

An einer ungewöhnlich scharfen Kritik (von Ralph Windsor) im Bereich DAM bin ich hängen geblieben, weil hier eine Pressemitteilung zerrupft wurde. Und sie schlug eine Saite in mir an, die ich hier versuche zu beleuchten.

Es gibt Anbieter, die einem den Markt transparent machen wollen. Sie verdienen mit dem Verkauf von Reports, die den Marktüberblick herstellen wollen, Geld. So ein Bericht zu einem Marktsegment kostet eine vierstellige Summe. Wahrscheinlich ist das der auch wert, weil er viel Recherche erspart. Aber für mich ist Recherche so etwas wie die Anamnese eines Arztes. Der Mediziner traut seinen Standeskollegen auch nur bedingt, er erhebt selbst noch einmal die Symptome, auch wenn die Überweisung vom Fachkollegen kommt. Für mich als IT-Manager ist es daher wichtig, dem Anbieter zu trauen. Und manchmal stolpert man dann über Copy & Paste-Fehler auf der Website eines solchen Vergleichsbericht-Anbieters, die Zweifel säen. 

„I have heard reports about other DAM system review sites where the operators (while less obviously biased) are sometimes partial to weighting the prominence afforded to certain products over and above the others.“ 

Wenn mein Produkt etwas ist, was den Verkauf eines anderen Produktes befördert, dann bin ich automatisch incentiviert, das margenstärkste Produkt zu empfehlen. Das ist bei Versicherungsmaklern so, die selbstverständlich Lebensversicherungen empfohlen haben, weil da die Kopfprämien so gut sind. Und das ist auch bei Google so, weil da die Meistzahler bevorzugt werden. 

Wie hat es also Google geschafft, dass wir den Anzeigen vertrauen? Die Fallzahl der Klicks ist hoch zu jedem Keyword. Es herrscht ein reger Wettbewerb. Und es ist ja nur ein Klick. Was kann für den Nutzer schon schief gehen.

Bei DAMs ist das anders. Wahrscheinlich gibt es im deutschen Markt pro Jahr nur ein paar hundert, vielleicht einige tausend Interessenten. Der Markt ist klein, wenig transparent. Und die falsche Kaufentscheidung für ein nicht geeignetes Digital Asset Management System dürfte eine Karriere bei einem Unternehmen torpedieren. Fünf- bis sechsstellige Summen sind eine Leichtigkeit, große Installationen kosten auch siebenstellige Euro-Beträge. Daher habe ich das sehr ernst genommen.

Wissen, was man braucht

Bei der Evaluation hat es mir geholfen, dass ich mich mit Content Management Systemen (CMS) sehr gut auskenne. Die haben meist rudimentäre DAM-Funktionalitäten ( WordPress – ich meine deine Medienbibliothek). Außerdem bin ich ein erfahrener Product Owner. Aufschreiben, was meine Stakeholder brauchen, und mit dem Business Owner priorisieren: Check.

Und dann habe ich die 80 Systeme so gut es geht überprüft: mit Online-Demos und wo möglich, Testläufen mit einer cloudbasierten Variante des Systems. Ralph Windsor liegt mit seiner Schätzung, dass man pro System sicher einen Tag braucht, um das beurteilen zu können, gar nicht so falsch.

So kam über eine Zeit von drei Monaten ich auf eine Shortlist von vier Systemen, letztlich zwei, bei denen wir Angebote verhandelt haben. Gerade rollen wir bei Target Video Cantemo aus, ein System, für das sich im letzten Jahr auch der Guardian und AOL entschieden haben.

Zweite Meinung einholen ist schwer

Ich wollte natürlich die Kaufempfehlung absichern. So haben wir auch eine IT-Beratung ins Projekt mit einbezogen. Wir haben uns trotz einer gegenseitigen Wertschätzung dann dagegen entschieden, mit ihnen das Projekt umzusetzen. Im Wesentlichen aus zwei Gründen:

  1. Die Software ist teuer genug, da können wir uns nicht auch die Beratung leisten.
  2. Die Berater hatten eher Erfahrung mit großen Unternehmen, nicht mit kleinen Startups.
Wie holt man sich als Branchenfremder dann dennoch Input zu der eigenen Kaufentscheidung, die man natürlich selbst treffen muss und die einem auch keiner abnehmen kann? Man redet mit Leuten aus dem Netzwerk. Mir haben da vor allem die geholfen, die gesagt haben: gutes System, aber für uns war das aus den und den Gründen nix. Oder die gesagt haben: Ihr kennt eure Anforderungen am besten. Mir hat auch ein Entwickler geholfen, der mit verschiedenen Systemen Erfahrungen als Integrator hatte. Aber das war ein Sechser im Lotto, und dafür habe ich irgendwann zum Essen eingeladen.
 
Und warum hört man jetzt also nie Kritik an DAMs? Erstens will ich es mir mit dem Anbieter nicht verscherzen. Ich brauche den ja noch für Änderungen am Code. Cantemo war etwa sehr zuvorkommend, was das angeht. (Merken Sie, was ich hier tue?) Ralph Windsor fasst das so:

On the LinkedIn discussion “I’ve outgrown my DAM” (asking for honest feedback from DAM administrators), expert Ralph Windsor of Daydream comments:

“I know I can’t say ‚x provider is great, y are not‘ in a forum like this (even though I might think it) as that would generate all kinds of complex political problems when/if I have to deal with them elsewhere.

Und zweitens will ich ja meine Produktempfehlung im Nachhinein nicht in Frage stellen. Es war natürlich alles Gold, was ich empfohlen habe.

Player Experience bei Charlie Rose

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User Experience / Video / Web
Immer wenn man aus seiner üblichen Filter Bubble herauskommt, entdeckt man Neues. Naja, ganz herausgekommen bin ich nicht: Es ist eine der üblichen Diskussionen im Journalismus: Ist er zu abhängig von Facebook. Nicht Charlie Rose, sondern der Journalismus. Die richtige Antwort lautet „nein, ist es nicht“ bis hin zu „und wie!“ – das ist alles richtig, das kommt ganz auf den Standpunkt an.

Da ich mich in meinem jetzigen und auch im vorherigen Job viel mit dem Thema Video beschäftige, interessieren mich Player. Also die Funktion, wie sieht der Play-Button und die andere Leiste mit den Buttons („Player-Chrome“) aus, wie ist der überhaupt gemacht? Ist der auf die eigene Marke angepasst worden oder handelt es sich um den klassischen YouTube-Embed-Player, wie ich ihn auch hier in diesem Blog schon benutzt habe? Über einen der gängigsten Player im Corporate-Video-Markt habe ich hier auch schon geschrieben. Man sieht, das Thema treibt mich um.

Der Player bei Charlie Rose ist mir daher aufgefallen, weil er mit den vorhandenen Daten hervorragend umgeht. Soweit ich weiß, ist eine Untertitelung (Closed Captioning) für Schwerhörige Pflicht, wenn man Fernsehen in den USA terrestrisch ausstrahlt. Diese Regel gilt damit auch für die Sendung „Charlie Rose“, die bei PBS ausgestrahlt wird.

Und die Nutzung des Closed Captionings ist wirklich sehr hilfreich. Während die Diskutanten reden, werden die jeweils gesprochenen Satzteile unterstrichen. Das ist so eine Art umgekehrtes Karaoke. Es macht auch eine ganz andere Art der Nutzung des Interviewvideos möglich: Ich kann mir auch nur den Text durchlesen.

Auftritt Pocket

Idealerweise hätte ich mir gern den Text aus dem Interview einfach dann zu Pocket gezogen, um ihn da zu lesen. Dort lese ich alles, auch das habe ich hier schon verraten. Einfach deshalb, weil ich mich dann nicht auf missglückte Typografie- und/oder Javascriptexperimente auf Websites einlassen muss. Pocket und andere derartige Reader sind letztlich auch nur andere Formen von AdBlockern. Das hat bei mir leider nicht funktioniert. Wahrscheinlich, weil die Site sehr javascriptlastig gemacht wurde. Scheint eine Ruby-Eigenentwicklung zu sein.

Und so ist auch der Copy & Paste-Ansatz in einen Code-Editor gescheitert, das wäre meine zweite Art gewesen, die Leseerfahrung für mich als Vielleser zu normalisieren.

Also rufe ich gleich das Video noch mal auf, ob da sich noch ein paar Nuggets an Info verstecken. Eine andere Playerexperience, aber eine, die nicht an die Vielzahl von alternativen Nutzungsmöglichkeiten jenseits von Video gedacht hat. Finde ich aber dennoch gut, auf diese Art inhaltliche und Programminformationen zusammenzuführen. Gute Darstellungsform.

Wir haben ein neues Logo, juchhu! Wie man Firmenblogs auf Relevanz für Kunden trimmt

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Blog / Design / Produkte

Für die Arbeit habe ich in meinem Feedreader ganz viele Blogs aus der Firmenwelt abonniert. Company Blogs unterscheiden sich in ihrer Qualität und ihrer Lesbarkeit ganz erheblich. PR-Doktor Kerstin Hoffmann hat mich auf der Relaunch-Konferenz 2016 in Hamburg auf das Thema gebracht: Was interessiert die Leser eines Firmenblogs wirklich? Eine Auseinandersetzung mit den Topoi, die ich so in den letzten Monaten gefunden habe.

  • Der Blumenstrauß an die langgediente Mitarbeiterin? Welche Relevanz hat das für die externe Unternehmenskommunikation? Der richtige Platz wäre das Intranet, falls es so etwas gibt, eine Mail an alle Mitarbeiter oder eine Auszeichnung beim Sommerfest.
  • Andere stellen ihre Mitarbeiter vor. Dafür gibt es drei Rollen, die unbedingt vorgestellt werden müssen:
    • neue Pressesprecher oder Evangelisten: Diese fungieren nach außen, daher sollten sie auch bekannt gemacht werden.
    • Rockstars: Dein Unternehmen hat gerade DEN Branchenfachmann verpflichtet? Ja, das will die Welt wissen (Scoble-Effekt!).
    • Support-Mitarbeiter: Du baust den Support aus und stellst die neuen Mitarbeiter im Kundendienst vor? Ja, gib deiner Firma ein Gesicht.
    • Darüberhinaus: Es geht, aber ich kenne Feeds, die nur aus Mitarbeitervorstellungen bestehen. Mehr als 20% der Einträge sollten die nicht ausmachen, finde ich.
  • Wir sind auf Messe xyz. Schon besser: Die Kunden fahren vielleicht auch hin, und auch künftige Kunden können darüber stolpern, wenn sie einen Google Alert auf das entsprechende Keyword gesetzt haben. Wichtig: In dem Post sollte auch gleich ein Link zur Terminvereinbarung drin sein. Gerade Interessenten haben oftmals noch keinen Draht in die Firma hinein.
  • Wir haben eine neue Produktversion. Und dann bitte gleich die Vorteile für die Kunden herausarbeiten, gern mit einem Video.
    • Was aber oft passiert, sind reine Release Notes. „Wir haben Bug #123456 gefixt. Betrifft blabla.“ Das wollen nur eure Entwickler lesen, aber kein Kunde. Nicht einmal Entwickler beim Kunden. Ehrlich. Adobe, Google, ich sehe euch an!
  • Wir haben bald eine neue Produktversion. Nein, das ist nicht das Gleiche wie der Punkt zuvor. Meistens handelt es sich um einen defensiven Schritt, man findet ihn auch fast nur bei Konsumentenprodukten. So kann man zum Beispiel Vorankündigungen oder Previews verstehen – Adobe Comet gegen Sketch wäre ein Fall dafür, oder auch das Google VR-Brillen-Referenzdesign, das zwei Monate nach der Google I/O 2016 immer noch nicht da ist.
  • Preis gesenkt. Tolle News. Aber dann schreibt bitte auch in dem Post, dass bestehende Kunden rückwirkend eine Erstattung bekommen oder zumindest, wie man die beantragen kann.
  • 17 Dinge, du noch nicht wusstest: Bei Buzzfeed macht das Sinn, aber bei deinem sündhaft teuren Enterprise-Produkt? Passt die Tonalität zu dir? Da sind wir ganz schnell bei Blüten, wie Dan Lyons die in „Disrupted“ über HubSpot erzählt hat. Das Genre ganz gut können aber Zapier und Process Street in ihren Produktivitätsblogs. Da passt diese Haltung auch – 101 Rezepte für xyz lese ich gern jederzeit.
  • Ich, ich, ich: Ein Du wäre auch mal schön. Menschen reden gern mit Menschen, nicht mit Institutionen. Cluetrain, hört auf das Manifest! Das muss nicht immer eine Spendenaktion sein, seid kreativ. Ein einführender Post ins Thema holt Interessenten auch ab. Damit ist man zwar nahe an den Posts von HubSpot, die ich gerade noch kritisiert habe, aber im Wesentlichen funktioniert die Technik gerade für Themenneulinge ganz gut.

Bye, kleiner Koffer. Hallo, Smart Luggage!

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Produkte / Reisen / Web
Als ich das erste und bisher einzige Mal in Schottland war, ging mein Rollkoffer kaputt. Also kaufte ich mir Ersatz, zu einem studentischen Budget, für 17 Pfund. Das waren damals etwa 25 Euro, wie mir der Währungsrechner bei Yahoo Finance verrät. (Ihr mögt über Yahoo lachen, aber im Kern sind die Produkte solide.) Ein kleiner blauer, beinahe kabinengepäckgeeigneter von Pierre Cardin ist es. Er begleitet mich seit zwölf Jahren.

Das ist lange, lange, für einen Gebrauchsgegenstand, der geworfen, gezogen, geschoben wird und auch mal abrupt heruntergekühlt wird im Bauch eines Flugzeugs. Daher suchte ich nach Ersatz. Rimowa war eine Idee, aber deren Polycarbonat-Köfferchen hat irgendwie jeder. Damit geht der Nutzen, den der beinahe himmelblaue Koffer auf einem Gepäckband hatte, noch zusätzlich verloren. Den konnte ich nämlich auch ohne weitere Accessoires wie Kofferriemen oder Gepäckanhänger ohne Weiteres als meinen identifizieren.

Der Markt für Reisegepäck ist offenbar im Retail von ein, zwei Herstellern dominiert. Auf der Qualitätsebene gibt es eigentlich nur Samsonite und Rimowa. Das war mir etwas zu sicher gespielt. Nobody ever got fired for buying IBM, sagte man früher in der IT. Bei Koffern scheinen mir die beiden Marken das Äquivalent zu sein.

(Und warum Rollkoffer mit dem furchtbaren Klapp-klapp? Wäre nicht ein Weekender viel cooler? Klar wäre er das, aber bei meinem Hang, die Reisegepäckstücke zu überpacken, wäre das für meinen Rücken nicht das Richtige. Als Sitzarbeiter habe ich die üblichen Schwächen im unteren Rückenbereich. Und Coolness ist mir dann nicht mehr gar so wichtig. Ich trage ja auch keine 7/8-Hosen ohne Socken, oder wie die heißen.)

Nachdem ich also bei Karstadt nix fand, wo wohl immer noch alle Welt ihre Koffer kauft, oder halt von den Meilen bei Miles & More – ging ich online. Dabei fand ich einen amerikanischen Anbieter, der mir sehr gut gefiel. (Link finde ich nicht mehr.) Leider versendet der nur nach Großbritannien und in die USA. Ich konnte ja wohl kaum meine Schwiegereltern bitten, mir einen Koffer von ihrer Amerikareise mitzubringen. Die beiden hatten schon genug Gepäck.

Aber durch Zufall stolperte ich über einen Artikel bei Gründerszene, das ich beruflich immer mal wieder im Feedreader lese. Und da erzählte ein Gründer vom Koffermarkt und bestätigte meine Befürchtungen.

Ein hier dominierendes Unternehmen wie Samsonite macht 90 Prozent des Umsatzes offline. Das Geschäft online zu machen liegt nicht im Interesse der wichtigen Retail-Partner. … Durch die komfortable Position der dominierenden Unternehmen im Markt ist das Preis-Qualitätsverhältnis nicht mehr zeitgemäß. Die Preise verachtfachen sich von der Produktion auf dem Weg bis zum Konsumenten. Ein für 75 Euro produzierter Koffer kostet im Endeffekt mindestens 600 Euro, damit jeder unterwegs seine Marge macht.

Ich gehöre jetzt zu den Vorbestellern eines königsblauen, kabinengeeigneten Koffers, der ein bisschen weiterdenkt. Ich habe zwar das Gefühl, dass ich mal wieder zu den Early Adoptern einer Brückentechnik gehöre – smart luggage stelle ich mir noch etwas smarter vor. Aber weil ich solche Projekte gern unterstütze, habe ich zugeschlagen.

Und meine Schwiegereltern kommen doch noch ins Spiel. Das wird wohl mein Weihnachtsgeschenkwunsch werden. Ich bin eh so schwierig zu beschenken, dass sich meine Familie freuen wird.

Dark Pattern beim E-Book-Verkauf: {BLANK SPACE} zu Beginn des Dateinamens

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Bücher / Design / E-Commerce
Wie fast alle Dateien im Finder, sortiere ich meist meine Ansichten nach Alphabet. Nur in manchen Ansichten auf dem Mac ist es sinnvoll, nach dem Datum zu sortieren, zu dem ein Dokument hinzugefügt wurde. Das Paradebeispiel dafür ist der Downloads-Ordner.

Was ich jetzt bei einem Humble Bundle-Kauf festgestellt habe: Einige Bücher hatten im Namen an führender Stelle ein Leerzeichen. Bei dem engen Kerning der Systemschrift auf Mac OSX kann man das kaum erkennen. So habe ich mich gewundert, warum die Bücher, die mit M begannen, ganz vorne im Verzeichnis landeten.

Warum ist das wichtig? Ab und an drucke ich das Verzeichnis meiner erworbenen E-Books für Team-Mitglieder aus. Außerdem ist eine doppelte alphabetische Sortierung der Quell ständiger Missverständnisse. Schnell ist ein Buch doppelt gekauft.

Newsletter, auf die ich mich immer wieder freue – für die Arbeit

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Typografie / Web

Über den Digiday-Newsletter, der für digitale Journalismusorganisierer wie mich unverzichtbar ist, habe ich schon gebloggt. Der ist Pflicht. Genauso der Digest-Newsletter, der von der Slack-Community Digital Journalism Rocks verschickt wird. 

Freelancer.com zeigt mir jede Woche, wie aufmerksamkeitsstark man mit GIFs in der Inbox sein kann. Man spürt wirklich, dass die offenbar einen eigenen Designer für diesen Newsletter beschäftigen. Denn da kommt nicht das hundertste Giphy-Bild, sondern ein selbst entworfenes. Sehr liebevoll, ich bin sicher, dass das für die Conversion gut ist. Freelancer.com bietet einen Marktplatz für selbstständige Entwickler und andere – wie der Name schon sagt – Freelancer.

Zapier stellt mir neue Rezepte vor, wie ich NOCH produktiver werden kann. Das finde ich immer wieder gut, ich habe eine Schwäche für GTD und all solche Dinge, mit denen ich mein Prokrastinieren optimieren kann.

Dritter im Bunde ist der MyFonts.com-Newsletter. Meine Liebe zur Typografie siegt da immer wieder. Und ich speichere Fonts für mögliche künftige Projekte als Lesezeichen.

Das macht auch keiner mehr, oder?

Die Kalenderansicht von Posts: Ist das gute User Experience?

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User Experience / Web / Wordpress
Wenn ich mich an 2004 oder zurückerinnere, als ich das erste Mal regelmäßig gebloggt habe, damals noch auf bildsprache.de, hatte ich auch das Widget schon – das war zwar noch nicht WordPress, weil es das damals noch nicht gab. Es war eine Kalenderansicht der letzten Blogeinträge.

Heute finde ich dieses Widget schrecklich entbehrlich. Warum schreibe ich darüber? Weil das eine Standardeinstellung am Theme war, das ich für das interne Wiki bei TargetVideo benutze. Welchen Sinn hat der Kalender für Nutzer? Sie sehen beim Scrollen auf dem Blog, ob das Blog in letzter Zeit aktualisiert wurde. Ist das hilfreich?

Ich glaube, die Kalenderansicht ist eher eine Art Egostreichelei für den Bloggenden selbst. Er oder sie sieht: War ich fleißig in letzter Zeit? Mehr sagt das gar nicht aus.

War ich nicht toll fleißig in unserem Firmen-Wiki?

Kalenderansicht-Wiki

Externe Akkus sind die neuen Labellos

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Allgemein

Weil ja jedes Ding unwiderbringlich von der Handtasche aufgesaugt wird… Am Boden der Handtasche findet sich alles, Labello, Brösel.

Dieter Nuhr, vor vielen, vielen Jahren

So ähnlich steht der Sketch Monolog auch im Netz, hier.

Dieses volle Stück Raumzeit gibt es mittlerweile auch für Männer. Sie heißen Freitag oder Crumpler und mit Nachname Umhängetasche oder Messenger Bag. Gleichberechtigung im 21. Jahrhundert macht auch Männern Rückenschäden. Ich packe die viel zu voll, aber das ist ein anderer Post.

Ich finde, externe Akkus, mit denen man sein Smartphone aufladen kann, sind die neuen Labellos. Sie fliegen ziellos in der Tasche herum, und wenn man sie braucht, hat man sie nicht dabei oder sind gerade leer. Oder sie warten in Reih‘ und Glied neben dem Ladegerät in der Küche auf die volle Punktzahl. (Irgendwie haben sich die Hersteller dieser tragbaren Akku ohne alphabetische Akronyme auf Punkte für die Darstellung der Akkuladung geeinigt. Seltsam, wie sich solche Best Practices etablieren. Wahrscheinlich kommen die alle aus benachbarten Fabriken in Shenzhen oder Guangzhou.)
Für meinen Konferenzbesuch in Wien hatte ich endlich den Tipp von Peter Jebsen befolgt und mir einen fetten Anker besorgt. Äh, Anker-Akku. Die sind so schwer wie leistungsstark. Leider geht jede mAh ins Gewicht. Er wird aber mit einer kleinen Tasche geliefert, und er ist ungefähr so lang wie früher das abnehmbare Bedienteil eines Autoradios gewesen wäre. Den findet man.

Diese kleinen Giveaways, die es auch auf Konferenzen gibt, vielleicht mit 2500 mAh oder so gesegnet (man weiß es nicht, weil es nie auf der Verpackung steht, und einem auch die Instrumente fürs Durchmessen fehlen), sind auch wirklich kaum größer als ein Labello. Vielleicht so groß wie ein Lippenstift aus dem Beauty-Regal. Und die sind dann auch schwer zu finden. Die verstecken sich gern hinter dem Portmonee oder Taschentücher oder dem Kindle. (Ich glaube, inzwischen wird jede zweite Handtasche mit einem Kindle Paperwhite oder Tolino der ähnlichen Bauweise geliefert. Die scheinen darin fast immer vorhanden zu sein. Zumindest in U-Bahnen. Aber das ist fast schon ein ganz eigener Blogpost.)

Beim Aufräumen und Ausmisten der Gadget-Schublade musste einer jetzt dran glauben. Er kommt demnächst zum Wertstoffhof. Der Werbeaufdruck prangt noch drauf, aber er blinkt nur noch rot. „Mir geht es nicht gut, tu mich zum Altmetall“, so hätte das wohl Dieter Nuhr gesagt.

Plugins, die ich nutze: The Yet Another Related Posts Plugin Algorithm EXPLAINED!

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Wordpress
Wenn du fünf Minuten übrig hast und wissen willst, wie eine Recommender Engine funktioniert: Mitcho erklärt es dir, in rasender Geschwindigkeit.

Michael “mitcho” Erlewine: The Yet Another Related Posts Plugin Algorithm EXPLAINED! | WordPress.tv: „Presentation Slides »“

(Via.)

Mitcho ist Linguist und unterrichtet in Singapur.

Für den WordPress-Nutzer, der das mit den Scores mal ausprobieren will: Die werden für eingeloggte WordPress-Nutzer auch angezeigt im Backend. Hier ein Beispiel:

Yarpp Netflix Recos Krautsource

Ich habe bis vor kurzem Jetpack hier auf dem Blog nicht benutzt, das auch eine beliebte Related Post-Funktion hat. Aber ansonsten kann ich das YARPP-Plugin nur empfehlen, auch wenn es wohl recht hohe Anforderungen an den Server hat, auf dem WordPress läuft.

Feature Request für Google Now

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Android / App / Google / User Experience
Seit dem Nexus One habe ich durchgängig ein Android-Smartphone besessen. (Offenlegung: Damals war das eine Dreingabe zum Google I/O-Ticket.) Immer auch ein iPhone, nur gerade mal nicht, aber du fragst dich jetzt, warum? Weil ich glaube, dass man als Produktmacher die Geräte kennen sollte, die die meisten Kunden benutzen. Und das ist leider die Wahrheit, auch wenn das die iPhone-tragenden Konzepter nicht wahrhaben wollen: Zwei Drittel der Mobile-Nutzer auf den Sites, die ich kenne, benutzen eben Android. Und davon wiederum die Hälfte benutzen Samsung-Telefone. (So weit würde ich jetzt aber nicht gehen, dass ich mir ein Samsung-Telefon kaufen würde.)

Also, ein Android-Smartphone ist mein täglicher Begleiter zur Arbeit. Niemand kennt mich besser, außer natürlich meine Familie. Bis vor kurzem glaubte die System-App Google Now, dass ich an meinem Zielbahnhof München-Ost nicht umgestiegen bin, sondern dort geparkt habe.

Das ist jetzt Geschichte. Seit ein paar Tagen werden die besten Umstiegsmöglichkeiten am Bahnhof angezeigt. Und die betreffen bei mir die U4/U5, mit der ich tatsächlich auch fahre. Sehr, sehr zielgenau. Zeitlich sind das auch die nächsten Abfahrten.
Screenshot-Google-Now-Ostbahnhof-U4U5

 

Aber wenn ich aufs Land fahre, wo ich wohne, werden die Haltestelleninformationen schlechter. Mir werden zum Beispiel am Beispiel Rosenheim, wo ich in die letzte Bimmelbahn für eine Station umsteige, abwegige Empfehlungen angezeigt – etwa der Nachtreisezug, der 12 Stunden säter abfährt, oder ECs, in die ich besser schon in München eingestiegen wäre.Screenshot-Google-Now-Rosenheim

Here comes the feature request

Mein Wunsch ist: Nehmt euch auch die kleinen Bahnhöfe vor und versucht, aus den Bewegungsmustern der Reisenden bessere Empfehlungen zu generieren.