Als ich das erste und bisher einzige Mal in Schottland war, ging mein Rollkoffer kaputt. Also kaufte ich mir Ersatz, zu einem studentischen Budget, für 17 Pfund. Das waren damals etwa 25 Euro, wie mir der Währungsrechner bei Yahoo Finance verrät. (Ihr mögt über Yahoo lachen, aber im Kern sind die Produkte solide.) Ein kleiner blauer, beinahe kabinengepäckgeeigneter von Pierre Cardin ist es. Er begleitet mich seit zwölf Jahren. Das ist lange, lange, für einen Gebrauchsgegenstand, der geworfen, gezogen, geschoben wird und auch mal abrupt heruntergekühlt wird im Bauch eines Flugzeugs. Daher suchte ich nach Ersatz. Rimowa war eine Idee, aber deren Polycarbonat-Köfferchen hat irgendwie jeder. Damit geht der Nutzen, den der beinahe himmelblaue Koffer auf einem Gepäckband hatte, noch zusätzlich verloren. Den konnte ich nämlich auch ohne weitere Accessoires wie Kofferriemen oder Gepäckanhänger ohne Weiteres als meinen identifizieren. Der Markt für Reisegepäck ist offenbar im Retail von ein, zwei Herstellern dominiert. Auf der Qualitätsebene gibt es eigentlich nur Samsonite und Rimowa. Das war mir etwas zu sicher gespielt. Nobody ever got fired for buying IBM, sagte man früher in der IT. Bei Koffern scheinen mir die beiden Marken das Äquivalent zu sein. (Und warum Rollkoffer mit dem furchtbaren Klapp-klapp? Wäre nicht ein Weekender viel cooler? Klar wäre er das, aber bei meinem Hang, die Reisegepäckstücke zu überpacken, wäre das für meinen Rücken nicht das Richtige. Als Sitzarbeiter habe ich die üblichen Schwächen im unteren Rückenbereich. Und Coolness ist mir dann nicht mehr gar so wichtig. Ich trage ja auch keine 7/8-Hosen ohne Socken, oder wie die heißen.) Nachdem ich also bei Karstadt nix fand, wo wohl immer noch alle Welt ihre Koffer kauft, oder halt von den Meilen bei Miles & More - ging ich online. Dabei fand ich einen amerikanischen Anbieter, der mir sehr gut gefiel. (Link finde ich nicht mehr.) Leider versendet der nur nach Großbritannien und in die USA. Ich konnte ja wohl kaum meine Schwiegereltern bitten, mir einen Koffer von ihrer Amerikareise mitzubringen. Die beiden hatten schon genug Gepäck. Aber durch Zufall stolperte ich über einen Artikel bei Gründerszene, das ich beruflich immer mal wieder im Feedreader lese. Und da erzählte ein Gründer vom Koffermarkt und bestätigte meine Befürchtungen.
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