Starbucks hat also einen Decency-Filter

Web

Als Head of Product bei TargetVideo bin ich auch verantwortlich für bettgefluester.tv, eine Seite über Liebe, Partnerschaft und Erotik mit einem vornehmend weiblichen Blick. Wie das bei solchen Themen ist, ist die Suche nach einem Vermarkter da schwierig. Zu leicht wird man in die adult content-Ecke gerückt. Aber das stimmt einfach nicht bei uns. Als ich auf einer Konferenz war, habe ich festgestellt, dass es so eine Art Decency-Filter wie in vielen Unternehmen auch bei Starbucks gibt. Die Seite war einfach gesperrt. Ich konnte mich aus der Ferne nicht einmal beim CMS-Backend einloggen. Spannendes Thema, auch was entgangenen Traffic aus solchen Orten angeht. (Nein, wir planen keine Schadensersatzforderung.) Leider lässt sich nur ganz schwer schätzen, weil die Requests natürlich gar nicht erst bei uns ankommen. Gibt es irgendwo eine Datei, die Unternehmen dafür benutzen? Family-safe Content as a Service? Oder wie muss ich mir diesen Markt vorstellen?

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Empfehlung bei umfangreichen AWS-Accounts: ein Controlling-Service

Amazon / Analytics / Cloud

Profi-Tipp für den Kampf gegen zu hohe Ausgaben bei Amazon Web Services: Mit Botmetric habe ich ein ungenutztes Elastic Block Storage entdeckt. Und mit ParkMyCloud habe ich eine Instanz in einer Region (EU-WEST) entdeckt, die wir normalerweise nicht benutzen. Cloudability war hilfreich, um eine Einschätzung des eigenes Bedarfes zur Zahl der Reserved Instances zu bekommen. Zusammen macht das eine monatliche Ersparnis von etwa 120 Euro aus. Gemeinsam mit der Termination Protection von Amazon Web Services selbst ist das ein guter Schutz gegen zu hohe Kosten und zu wenig Sicherheit beim Löschen von Servern.

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UI Pattern: die Pille #design

Datenvisualisierung

Vor kurzem war ich auf eine Tableau-Schulung für die neue Version der Datenvisualisierungssoftware. Mit der habe ich schon seit längerem herumgespielt, aufmerksame Leser des Blogs wissen das. (Also Mutti.) Bei der Arbeit mit der Tableau-Version 10 ist mir dieses Muster aufgefallen.

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Microsoft lässt das ... Bevormunden der Nutzer nicht

App / Apple / Pc / User experience

Skype gehört zu den Tools, die ich jeden Tag nutze. Nicht für Telefonate oder Videokonferenzen, sondern als Chatprogramm. Dafür ist das natürlich heillos überdimensioniert, aber ein paar meiner Kontakte sind natürlich nur dort vorhanden. Alle paar Wochen kommt eine neue Version von Skype heraus. Weil ich meist neue Version relativ schnell installiere, mache ich das auf meinem heimischen Windows-10-PC auch. Dabei benutzt aber Microsoft immer noch die Dark UX Pattern aus der Steinzeit: Wenn du schon mal hier bist, kannst du eigentlich den ganzen Krempel gleich mit installieren. Auf dem PC sieht das so aus: [caption id=”attachment_2852” align=”aligncenter” width=”726”]Installation unerwünschter Zusatzsoftware als Default Dark Pattern, das ich ausgestorben geglaubt habe: Installation unerwünschter Zusatzsoftware als Default[/caption] Dabei muss man als ungeübter Nutzer höllisch aufpassen, dass man nicht die falsche Software installiert. Machen wir den Oma-Test: Das sind so kleine Häkchen, und ich würde Microsoft nicht zutrauen, Quatsch mit meinem Rechner zu machen. Also fällt dieses Muster durch den Oma-Test und ich kann es hiermit zu einem Dark Pattern erklären. Auf dem Mac spart sich Microsoft übrigens dieses Bundling. Da wird der Nutzer nicht so behelligt, vielleicht auch aus rechtlichen Gründen. (Klarheit bei der Verpackung durch Apple erwünscht?)

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Podcasts, die ich höre (2): This Week in Google

Podcast

Die erste Liebe bleibt immer in Erinnerung. Ob sie im Sandkasten war oder in iTunes. Seit Folge 20 oder 30 höre ich This Week in Google. Das ist eine aufwändige Studio-Podcast-Produktion von Twit.tv, dem Podcast-Studio von Leo Laporte. Der hat früher Radio gemacht (macht er immer noch, aber nur noch nebenbei) und war Personality bei Tech TV, wo er das Internet einem Massenphänomen erklärt hat. Inzwischen geht er auf die 60 zu und überzeugt mit einer väterlichen Art als vorderster Erklärbar und Interview all der US-amerikanischen Technikjournalisten, die einen geraden Satz formulieren können, auch wenn sie reden. Mittlerweile ist die Produktion bei weit über Folge 300 angekommen. Wenn man überlegt, dass der Podcast wöchentlich kommt, ist das eine stattliche Anzahl. Immer noch mit dabei ist Journalismus-Professor Jeff Jarvis, für den ich eh seit langem eine Art Mancrush hege. Gründungsmitglied war auch Lifehacker-Gründerin Gina Trapani, die sich irgendwann wieder mehr ihrer Entwicklerkarriere widmen musste. Der immer sarkastische Professor, die ausgleichende Vorzeige-Frau der Branche (tolle Story übrigens neulich auch im Offscreen-Magazin gelesen), der Erklärbär, der auch den Advocatus Diaboli gut geben kann - das ist der perfekte Mix, an den auch immer wieder Experten andocken. Häufig ist etwa der Brite mit US-Pass Kevin Marks zu Gast. Der war bei BT, Apple und ist die Entwicklerreferenz für neue Technologien. Außerdem ist er zwar nicht Mitgründer, aber einer der wichtigsten Vorturner der Indie Web-Bewegung, die ich sehr sympathisch finde. Als Ersatz für Gina Trapani kam jetzt Stacey Higginbotham an Bord, eine sehr willkommene Ergänzung, weil sie als eine der wenigen Frauen gegen die wortgewaltigen Männer, die sich auch mal zu gerne reden hören, ankommt. Was macht den Podcast aus? Anderthalb Stunden Material über Google jede Woche? Das ist hart. Wer so viel Google erwartet, wird auch enttäuscht und wäre wohl besser bei Material oder All about Android aufgehoben. Es geht ums Ganze: alle Cloud-Konzerne wie Amazon, Apple, Facebook, Google und Microsoft, den Journalismus, die Politik. Diese freie Art lässt Laporte auch ganz bewusst zu - er geht mit ihr ins Podcaster-Wochenende. Donnerstag und Freitag hat er immer frei und am Mittwochmittag macht er diese Show. Wie das so ist, mit ersten Lieben, sie legen die Latte hoch: Die hohe Produktionsqualität der Show macht es mir schwer (und natürlich meine Vergangenheit als Radiomacher), dass ich schlecht oder einfach nur günstig mit Skype produzierte Shows genießen kann.

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Zuhören können ist erste Produktmacherpflicht

Journalismus

Eigentlich habe ich mir eingebildet, ich könne gut zuhören. Schließlich ist es das, was man als Journalist (mein einziger Beruf in meinem früheren Leben) viel tun muss. Fragen stellen und die Antworten auf eine Geschichte überprüfen. Aber das ist ein sehr zielgerichtetes Hören und der Effizienzansatz steht im Mittelpunkt. Für ein Recherchegespräch hatte ich schon 2000 nur mehr eine halbe Stunde, weil der Ganzseitenumbruch viel Arbeit in der Fabrik Redaktion brauchte. Heute dürften das ein paar Minuten sein, der Beruf hat sich noch weiter beschleunigt. Auch im Gespräch unter Freunden habe ich mir das eingebildet. Bis mir eines Tages meine Frau gespiegelt hat, dass ich eigentlich nur auf Aufhänger für meine Geschichten warte. Ich?! (Interrobang hier denken.) Sie hatte recht, natürlich, ist ja auch meine Frau. Also musste ich das mit dem Zuhören noch mal neu lernen. Der größte Trick des Interviewtrainingsteufels war es, dass der Interviewer einfach mal wartet, nach dem er eine Frage gestellt hat. Der Gesprächspartner ist ja nicht dumm, wenn er nicht gleich antwortet. Meine Erfahrung in beinahe 20 Jahren im Journalismusberuf: Die spannendsten Antworten kommen oft dann, wenn man eine gemeinsame Pause durch gewartet hat - und wenn das Aufnahmegerät nicht mehr läuft/noch nicht läuft oder im Vorgespräch. Als Radioreporter war mir das ein Graus. Aber für Reportagen und Portraits kann man das natürlich dennoch verwenden. Wenn ich mir durchlese, wie professionell manche Kollegen an die Sammlung von O-Tönen (Originaltönen) herangehen, treibt mir das den Neid ins Gesicht: So ein Profi war ich beim Radio nie. Allein die Stecker hätte ich mir eher nicht leisten können. Das Erheben von Anforderungen verschiedener Stakeholder im Produktmanagement oder noch besser in der Produktentwicklung ist eine ganz ähnliche Sache. Wie kommt man darauf, was die Leute brauchen, die tagein, tagaus mit der Software arbeiten, die ich verantworte? Wie kommt man dem wirklich nahe, was sie schneller, kreativer werden ließe? Durch direkte Fragen sicher nicht. Da halte ich es mit Steve Jobs und dem, was man als Arroganz auslegen könnte:

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Kickstarter-Produkt, das ich unterstützt habe (1): Pulse

App / Fotografie / Software

Selten habe ich mich auf eine Kickstarter-Projekt-Einlösung so gefreut wie auf Pulse. Vor allem nach diesem Video. Seit der Geburt des ersten Kindes besitze ich wieder eine Spiegelreflexkamera, diesmal eine digitale. Die ist oft zu schwer, und mit dem Smartphone in der Tasche hat sie eine harte Konkurrenz auf Wanderungen bekommen - brauche ich die zusätzliche Bildqualität angesichts des zusätzlichen Gewichts wirklich? Es ist eine klassische Kosten-Nutzen-Kalkulation. Dass die Zahl der aufgenommenen Fotos in den letzten 10, 20 Jahren so explodiert ist, hat nicht nur mit den digitalen Kamera und ihrem Taschenformat zu tun, sondern auch mit der Qualität, die die Fotos auf dem Smartphone mittlerweile erreicht haben. Vor kurzem hat der Hersteller Huawei für die Kamerafähigkeiten eines aktuellen Smartphones mit wunderschönen Fotos geworben. Leider stellte sich bei einer Betrachtung der EXIF-Werte (das sind Daten, die von der Kamera und/oder der Fotobearbeitungssoftware geschrieben werden können, aber auch per Hand mit geeigneter Software geändert werden können) heraus, dass das Foto eben nicht mit einem Smartphone für ein paar hundert Euro aufgenommen worden war, sondern mit einer hochauflösenden Profi-Spiegelreflexkamera für ein paar tausend Euro. Was macht Pulse also? Pulse ist ein Fernauslöser plus App für weitere Einstellungen. Bei vielen Kamerasets von Canon und Nikon war zum Zeitpunkt meines Kamerakaufs ein Auslösekabel dabei. Das verringert zumindest die Erschütterungen, die man bei einem Gruppenbild mit Selbstauslöser sonst durch einen Knopfdruck auslöst. Ich verspreche mir vom nächsten Urlaub ein paar Fotos, bei denen die Kinder nicht wie verändert in die Kamera schauen und ihr Fotogrinsen aufsetzen. Schnappschüsse, aber in viel besserer Qualität. Mal sehen. Ich liebe es natürlich, wenn ein Plan funktioniert.

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