Warum ich das Fliegenschiss-Slide hasse

Arbeiten / Design / User experience

Bereit für einen Rant? Heute ist das Fliegenschiss-Slide dran. Was ist das? Wenn dir im B2B-Bereich heutzutage etwas verkaufen will, macht er das in den allermeisten Fällen mit einem Powerpoint-Slide-Deck, einer Präsentation. Nach dem Titelblatt und einer kurzen Vorstellung des Unternehmens, das der Redner/die Rednerin repräsentiert, kommt sie dann: die große Logo-Sammlung all der Referenzkunden, die nicht schnell genug der Verwendung ihres Logos widersprochen haben. Diese Folie möchte ich das Fliegenschiss-Slide nennen. Amerikaner würden das wohl ein Nascar-Slide nennen - da kann man die ganzen Sponsoren auch nicht erkennen, wenn die Autos an einem Besucher auf der Rennstrecke vorbei rasen. Warum finde ich das Slide so negativ? Dafür gibt es viele Gründe:

Weiterlesen »

Satire: Satirische Persona Chefsekretärin

Satire / User experience

Mir hat man mal gesagt, dass Satire alles darf. Aber man muss sie gut kennzeichnen. Auch Humor hat eine Kennzeichnungspflicht. Das hier soll lustig sein. Wenn ich an einer roten Ampel stehe und den Blick schweifen lassen, fällt der auch in andere Autos in der Schlange. Dann denke ich mir ein paar Dinge aus, die diese Menschen auszeichnen könnten. 80 Prozent der Personas, die ich in meiner Karriere als Produktmanager gesehen habe, sind ungefähr genauso datengetrieben unterfüttert wie meine Tagträume. Also gar nicht. (Ja, liebe Marketing-Personas, ich meine euch!) Dann mal los.

Weiterlesen »

Männer und Frauen sind doch gleich, nur anders

Arbeiten / Auto

Was für Frauen eine Birkin-Bag ist, ist für Männer ein Concept Car. Es ist wieder Pariser Autosalon, das Pendant zur Frankfurter IAA in geraden Jahren. Und da werden abgefahrene Studien vorgestellt. Keine davon wird in größerer Stückzahl gebaut, sie sind meist handgedengelte Blechkisten von exquisiter Schönheit - die oft mehrere hunderttausend Euro in der Produktion kosten. Für alle, die weder Birkin-Bag noch Concept Car kosten: Beides sind Statussymbole aus einer ganz bestimmten Welt. Es gibt Frauen, die definieren sich über den Besitz einer besonders teuren Handtasche. Die wird zum Lebensziel. Der gleiche Materialismus findet sich bei Männern, die auf einen Porsche zustreben, ein ganzes Leben.

Weiterlesen »

Calypso und die Lokalisierung

Wordpress

WordPress ist wohl eines der Softwareprojekte mit der besten Lokalisierung in verschiedene Sprachen. Auch da passieren Fehler, wie hier in Calypso bei dem neuen Hinweis, dass Updates verfügbar sind: Calypso Lokalisierung ist schwer Man muss das verstehen. Calypso ist noch nicht lange Open-Source. Also auf zum Commit.

Weiterlesen »

Das Redesign von Amazon Web Services: S3

Amazon / Cloud / Design

Eins der Features, das Amazon Web Services bei seiner Amazon-Hausmesse in Las Vegas angekündigt hatte, war das Tagging von Objekten in S3. Warum ist das interessant? In großen AWS-Accounts verliert man schnell den Überblick, besonders wenn mehrere Teams Ressourcen anlegen können. Daher ist ein Tagging-Konzept wichtiger Bestandteil beim Wachstum. Tagging macht es für den Administrator oder Billing-Verantwortlichen leichter, die einzelnen Instanzen und Ressourcen den unterschiedlichen Bereichen, Kunden und/oder Projekten zuweisen zu können. Sonst ist die Abrechnung unmöglich. Seit re:Invent ist es möglich, einzelne Objekte in S3-Buckets unterschiedlich voneinander zu taggen. Bisher war das nur auf Bucket-Ebene möglich. So habe ich das verstanden. Was damit auch kam, war eine komplette Neugestaltung des User Interfaces in der S3-Console bei Amazon Web Services. Vorher sah das aus wie ein Überbleibsel aus einer anderen Welt. Alle Interaktionen mit dem Interface erforderten einen kompletten Seiten-Reload und damit auch viele Requests. Jetzt sind die Wechsel von Interface-Bereichen sofortig, instantaneous würden die Amerikaner sagen. Die wichtigen Funktionen wie Neuer Bucket und Upload sind auch nach wie vor gut zugänglich, und die Einstellungen, die bisher in der rechten Spalte versteckt waren, treten auch direkt an die Oberfläche, damit man immer an der gleichen Stelle auf dem Desktop die Einstellungen vornehmen kann. Vorher war das ein Klipp-Klapp im rechten Bereich. Wer mal mehrere Redirects mit S3-Buckets konfigurieren musste (wie ich), weiß, wie nervig das sein kann. Sieht doch gut aus, immer noch sehr bootstraplastig, und die Tabs kann man auch noch mal überarbeiten, weil sie alle aktiv aussehen: Amazon S3 empty bucket new design Zum Vergleich, so sah es vorher aus: S3 Management Console empty bucket old design Da kann keiner sagen, dass es schlechter geworden ist. Das neue Interface fühlt sich direkt sehr vertraut an, man weiß genau, wie es zu benutzen ist. Woran liegt es? Die Aufteilung in drei Spalten kennt man als Nutzer der AWS Console von allen anderen Services. Sobald man irgendeinen neuen Service benutzt, gibt es auch diese Übersicht. Oder wenn man auch mit einem bekannten Service zum ersten Mal in einer neuen AWS-Region etwas ausprobiert, begrüßt den Nutzer auch diese Art von Interface.

Weiterlesen »

Jetzt noch ins Tippspiel einsteigen! Nach vier Monaten!

Journalismus

Dass Verlage ein bisschen langsam sind, kennt man ja. Aber bei Wazzens wurde ja vor kurzem erst renoviert. Auf die WAZ.de-Startseite schaut aber wohl kein diensthabender Redakteur. Sonst könnte dieser Teaser auf der Startseite nicht vor sich hin faulen: Waz tippspiel preise gewinnen screenshot Hier gefunden: Aktuelle Nachrichten aus WAZ | WAZ.de: “” (Via.) Der Teaser verweist auf den Einladungsartikel zum Tippspiel der Saison 2016/17. Ein Einstieg zur Halbzeit macht natürlich überhaupt keinen Sinn, und wenn doch, etwa, weil es Preise an jedem Spieltag zu gewinnen gibt, muss er anders bebildert werden und das Linkziel muss ein anderes sein. Und dass der Teaser zwei Schriften ÜBEREINANDER hat, muss für einen Wutpost in einem anderen Blog reichen.

Weiterlesen »

Wie entwickelt man für Alexa und Amazon Echo? Notizen vom AWS Munich Meetup

Amazon / User experience

Im AWS Büro in Seattle ist es ganz normal, dass man mit seiner Alexa redet. Die Zukunft ist schon da, sie ist nur nicht ganz gleichmäßig verteilt. Das müssen wir der Amazon Echo-Evangelistin Liz Myers einfach mal glaube, die an diesem letzten Meetup der AWS Munich User Group eine Schnelleinführung in Entwicklung für Alexa gab. Liz Myers braucht nach eigenen Angaben manchmal 23 Minuten ins Büro, manchmal wird es aber knapp. Dann bestellt sie sich über ihren Echo daheim einen Uber, damit sie (vermute ich) entspannter im Amazon-Hauptquartier ankommt. Und Myers ist einer der wenigen Evangelisten, den ich erleben durfte, der oder die diesen Namen verdient hat. Mit dem Titel Evangelist versehen Softwarekonzerne und immer mehr auch andere Unternehmen, die sich um gute Beziehungen zu Entwicklern bemühen, ihre Ansprechpartner für die technische Community. Man könnte die auch Developer Associate oder Technical Spokesperson oder so nennen. Das sind Titel, die sich für weniger extrovertierte Personen eignen. Myers ist wie die Konrektorin einer Grundschule: Leave no listener behind. Offenbar hat sie jahrzehntelange Erfahrung im Präsentieren. Alles, was man braucht, ist auf ihrem MacBook schon geöffnet oder auf einem Flipchart dokumentiert. So auch die Übersichtsseite mit allen Informationen, die man für den Einstieg in das Thema Alexa-Programmierung braucht. Was mir vor diesem Abend noch nicht so bewusst war, ist, wie sehr Amazon bei der Programmierung von Skills für den Amazon Echo auf AWS Lambda setzt. Lambda hat beinahe im Alleingang die Softwareentwicklung in den letzten zwei Jahren revolutioniert. Die Serverless-Bewegung ist nicht allein darauf zurückzuführen, die Denkweise von Lambda ist aber inzwischen weit verbreitet. In einem meiner Softwaresysteme passiert etwas, und ich weiß ja, welche Zustände mein System annehmen kann. Mit Lambda kann ich dafür sorgen, das auf diesen Event hin das passiert, was ich möchte. Cronjobs gehören damit der Geschichte an. Der klassische Fall: Eine neue Datei wird an einem Endpunkt zur Verfügung gestellt. Für Target Video wäre das ein neues fertiges Video. Sobald das in ein Amazon-System kopiert wurde, kann Lambda beginnen. So kann man über Lambda etwa das Transcoding orchestrieren oder die automatische Metadatenauslesung, oder das Einfügen in eine Datenbank. Das hat etwa Lee Atkinson bei einer Session im AWS Pop-up Loft in München gezeigt. Seine Demo-Anwendung ist hoffentlich noch im Netz: Serverless Media Demo, wenn du das hier liest. Damit kann man mit der Webcam Videos aufnehmen, diese werden dann on demand von Amazon transkodiert und zum Playback verfügbar gemacht. Aber zurück zu Alexa: In den Ländern, wo Amazon mit Echo jetzt den Markt betreten hat, gibt es Wettbewerbe um neue Skills. Die Motivation ist ganz klar: Um das Produkt für mehr Konsumenten attraktiv zu machen, braucht man als Softwareplattform eine kritische Masse Anwendungen. Dazu gibt man gern einen Entwicklungskostenzuschuss. Microsoft winkt für so etwas mit viel Geld, etwa Werbekostenzuschüssen. Google und Amazon zielen eher auf den einzelnen Entwickler mit solchen Incentives, so gibt es bei Alexa USA derzeit einen Wettbewerb um Sweatshirts. In Deutschland gibt es Echo Dots für diejenigen, die bis zum Jahresende 2016 drei Skills in den Store schicken. Und wenn man der Stimmung in dem tollen Meetingraum in den Münchener Design Offices im Arnulfpark glauben darf, werden einige der Meetup-Teilnehmer so einen Dot zugeschickt bekommen. Die Aufbruchsstimmung war mit Händen zu greifen. Myers gab einen Überblick über die verschiedenen App-Muster, die man mit Alexa bauen kann. Und sie gab den Tipp für diejenigen Entwickler, die am liebsten gleich am tiefen Ende des Beckens in die Software eintauchen: Arbeitet erst mit den Mustern, die wir euch zur Verfügung stellen. Ihr macht euch das Leben leichter. Wie fast immer hat Amazon eine unglaublich ausführliche Dokumentation am Start, mit der fast jede Frage beantwortet wird. Und Myers hat nicht mehr gemacht, als eins der Tutorial-Projekte etwas umgebaut durchzugehen. Das kann jeder, der dieses Blog liest, und sich für Node.js und Alexa begeistern kann, in einer knappen Stunde im Selbststudium auch tun. Ich habe mir das jedenfalls fest für die Weihnachtsfeiertage vorgenommen.

Weiterlesen »

Nachrichten vom Wiederaufleben von Print sind übertrieben

Journalismus

Michael Rosenwald ist ein Reporter bei der Washington Post. Er hat nennenswerte Erfahrung im Medienumfeld. Er hat für den New Yorker geschrieben, das Magazin Esquire und den Economist. Was er nicht ist: businesserfahren in den Medien. Ich habe seinen langen Riemen/Rant genossen, toll geschrieben war er ja. Leider geht er haarscharf am Problem vorbei:

Weiterlesen »