Wie entwickelt man für Alexa und Amazon Echo? Notizen vom AWS Munich Meetup

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Amazon / User Experience
Im AWS Büro in Seattle ist es ganz normal, dass man mit seiner Alexa redet. Die Zukunft ist schon da, sie ist nur nicht ganz gleichmäßig verteilt. Das müssen wir der Amazon Echo-Evangelistin Liz Myers einfach mal glaube, die an diesem letzten Meetup der AWS Munich User Group eine Schnelleinführung in Entwicklung für Alexa gab.

Liz Myers braucht nach eigenen Angaben manchmal 23 Minuten ins Büro, manchmal wird es aber knapp. Dann bestellt sie sich über ihren Echo daheim einen Uber, damit sie (vermute ich) entspannter im Amazon-Hauptquartier ankommt.

Und Myers ist einer der wenigen Evangelisten, den ich erleben durfte, der oder die diesen Namen verdient hat. Mit dem Titel Evangelist versehen Softwarekonzerne und immer mehr auch andere Unternehmen, die sich um gute Beziehungen zu Entwicklern bemühen, ihre Ansprechpartner für die technische Community. Man könnte die auch Developer Associate oder Technical Spokesperson oder so nennen. Das sind Titel, die sich für weniger extrovertierte Personen eignen. Myers ist wie die Konrektorin einer Grundschule: Leave no listener behind. Offenbar hat sie jahrzehntelange Erfahrung im Präsentieren. Alles, was man braucht, ist auf ihrem MacBook schon geöffnet oder auf einem Flipchart dokumentiert. So auch die Übersichtsseite mit allen Informationen, die man für den Einstieg in das Thema Alexa-Programmierung braucht.

Was mir vor diesem Abend noch nicht so bewusst war, ist, wie sehr Amazon bei der Programmierung von Skills für den Amazon Echo auf AWS Lambda setzt. Lambda hat beinahe im Alleingang die Softwareentwicklung in den letzten zwei Jahren revolutioniert. Die Serverless-Bewegung ist nicht allein darauf zurückzuführen, die Denkweise von Lambda ist aber inzwischen weit verbreitet. In einem meiner Softwaresysteme passiert etwas, und ich weiß ja, welche Zustände mein System annehmen kann. Mit Lambda kann ich dafür sorgen, das auf diesen Event hin das passiert, was ich möchte. Cronjobs gehören damit der Geschichte an. Der klassische Fall: Eine neue Datei wird an einem Endpunkt zur Verfügung gestellt. Für Target Video wäre das ein neues fertiges Video. Sobald das in ein Amazon-System kopiert wurde, kann Lambda beginnen. So kann man über Lambda etwa das Transcoding orchestrieren oder die automatische Metadatenauslesung, oder das Einfügen in eine Datenbank. Das hat etwa Lee Atkinson bei einer Session im AWS Pop-up Loft in München gezeigt. Seine Demo-Anwendung ist hoffentlich noch im Netz: Serverless Media Demo, wenn du das hier liest. Damit kann man mit der Webcam Videos aufnehmen, diese werden dann on demand von Amazon transkodiert und zum Playback verfügbar gemacht.

Aber zurück zu Alexa: In den Ländern, wo Amazon mit Echo jetzt den Markt betreten hat, gibt es Wettbewerbe um neue Skills. Die Motivation ist ganz klar: Um das Produkt für mehr Konsumenten attraktiv zu machen, braucht man als Softwareplattform eine kritische Masse Anwendungen. Dazu gibt man gern einen Entwicklungskostenzuschuss. Microsoft winkt für so etwas mit viel Geld, etwa Werbekostenzuschüssen. Google und Amazon zielen eher auf den einzelnen Entwickler mit solchen Incentives, so gibt es bei Alexa USA derzeit einen Wettbewerb um Sweatshirts. In Deutschland gibt es Echo Dots für diejenigen, die bis zum Jahresende 2016 drei Skills in den Store schicken. Und wenn man der Stimmung in dem tollen Meetingraum in den Münchener Design Offices im Arnulfpark glauben darf, werden einige der Meetup-Teilnehmer so einen Dot zugeschickt bekommen. Die Aufbruchsstimmung war mit Händen zu greifen.

Myers gab einen Überblick über die verschiedenen App-Muster, die man mit Alexa bauen kann. Und sie gab den Tipp für diejenigen Entwickler, die am liebsten gleich am tiefen Ende des Beckens in die Software eintauchen: Arbeitet erst mit den Mustern, die wir euch zur Verfügung stellen. Ihr macht euch das Leben leichter.

Wie fast immer hat Amazon eine unglaublich ausführliche Dokumentation am Start, mit der fast jede Frage beantwortet wird. Und Myers hat nicht mehr gemacht, als eins der Tutorial-Projekte etwas umgebaut durchzugehen. Das kann jeder, der dieses Blog liest, und sich für Node.js und Alexa begeistern kann, in einer knappen Stunde im Selbststudium auch tun. Ich habe mir das jedenfalls fest für die Weihnachtsfeiertage vorgenommen.

Ich: „Alexa, stell schon mal den Dot bereit.“

Alexa: „Ich habe dich leider nicht verstanden.“

Mehr über die allerersten Erfahrungen mit Alexa und dem Amazon Echo habe ich in diesem Blog bereits geschrieben. Meine Kinder lieben Alexa nach wie vor.

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