Neues Framing: Warum die Kicktipp-Macher mal einen kleinen Tritt brauchen

Schreibe einen Kommentar
Amazon / Softwareentwicklung / Startups / User Experience / Web

Du hast eine Web App, die ihren Wert am Markt bewiesen hat. Du stellst fest, dass zu besonderen Events dein Produkt noch mal einen zusätzlichen Traffic-Boost erhält. Und dann kriegst du es nicht hin, dass deine Server den Ansturm aushalten. Die Rede ist von Kicktipp.de, dem Sommerliebling unter den IVW-kontrollierten Websites.

In geraden Jahren wird nämlich von UEFA oder FIFA noch mal ein Monat kostenloser Hochlast-Traffic verschenkt. Das nennt sich im Sprachgebrauch der Nicht-Techies Fußball-Europameisterschaft oder -Weltmeisterschaft und ist so berechenbar wie das Amen in der Kirche. Und dann stellt sich der Unternehmensgründer dann da hin und jammert, dass er die Server am Laufen halten muss:

Wettfieber: Die Kicktipp-Macher verführen die ganze Nation – DIE WELT: „“

(Via.)

Zum Beispiel wegen der vielen Nutzeranfragen, die alle zeitnah beantwortet werden. Oder wegen der ständigen Sorgen um die Technik. „Die Server müssen immer wieder kurzzeitig extreme Lasten abfedern. Denn alle sitzen vor dem Fernseher und haben zur gleichen Zeit den gleichen Impuls: Tor, Jubel – und dann wird schon auf dem Smartphone nachgeguckt, welche Auswirkungen sich daraus für das Tippspiel ergeben.“ Beim ersten Deutschland-Spiel war die Homepage dadurch nach dem Schlusspfiff gleich mal für wenige Minuten nicht erreichbar. „Da bereitet man sich ein Jahr vor – und dann das“, ärgert sich Vygen, der nun über eine Aufstockung der Serverkapazitäten nachdenkt.

Hm. EM ist immer so plötzlich. Wäre Aufstockung der Serverkapazitäten nicht die erste Idee gewesen? Das Wachstum geht ja offenbar seit Jahren schon so.

Von Mal zu Mal bleiben mehr Spieler „hängen“ und werden zu Stammkunden. 

Er sagt auch, dass er immer noch im Startup-Modus unterwegs sei. Aber das scheint mir nicht zu sein. Seine Peaks liegen vorhersehbar in der Zeit Spielbeginn plus zwei Stunden. In der Zeit kann er schon ein paar mehr Server starten, AWS macht das einfach. Wahrscheinlich hat er seine Infrastruktur, die nicht so leicht skalierbar ist. Aber ich finde, in der spielfreien Zeit wird es Zeit, für einen Kurs in Sachen Cloud Architektur. Ich kann da was bei Cloud Guru empfehlen. Und hier einen ersten Einstieg in Sachen Microservices-Strategie.

„Wörter wie ,Strategie‘ und ,Businessplan‘ fallen bei uns nicht“, sagt der Jurist aus Duisburg, der später zum Programmierer wurde. Er habe einfach Spaß an der Arbeit und der Seite.

Es ist ja nicht so, dass Kicktipp.de nur zu solchen internationalen Events ein Problem hätte. Wer an einem Bundesligaspieltag samstags um 17.20 Uhr auf die Seite geht, kennt genau das gleiche Phänomen. In einer App könnte man das sogar noch leichter skalieren – lokale Kopie der Daten halten, nur das Ergebnis-JSON anfordern, dass man in einem CDN hält. Dann muss kein Nutzer den ganzen Seitenaufbau laden. Aber die App ist zum Beispiel auch nur ein Wrapper für die Website, in der Architektur geht das natürlich auch nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.