15. UX Monday MUC: mit Hochkaräter – Nir Eyal, Autor von „Hooked“

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Produktmanagement / User Experience / Web

Da muss der Event erst 15 werden, bis ich es wieder einmal dahin geschafft habe. Aber ich habe schon vor kurzem darüber an dieser Stelle geschrieben, dass die Schwelle groß ist, ab der ich eine Konferenz der Familie vorziehe. „Hooked“ hat es geschafft. (Tut mir leid, ich hatte vergessen, dass ich beim 9. Event mit einem Kollegen schon einmal dabei gewesen war.) Die irre sympathischen Fabrice Wegner und Andreas Schäfer organisieren den für die Münchener UX-Szene wichtigen Reigen.

Reigen im doppelten Sinne: Die Veranstaltung wandert. Und sie gehört nicht nur einem Vortragenden. Zwei, drei Redner stellen ihre Folien vor, zu einem für sie wichtigen Thema. Und ich habe gerade von denen viel mitgenommen, von denen ich wenig erwartet hatte. Oder anders: Der Hochkaräter hatte zwar einen blitzsauberen Vortrag dabei, der sein Buch „Hooked“ gut zusammengefasst hatte, aber inhaltlich gaben mir die beiden nicht ganz so weltweit bekannten Redner mehr Impulse mit.

No User Interface – Was’n das?

Alexa, Siri, Cortana, Google Now: All diese Produkte wollen mit Worten bedient werden. Aber es gibt auch andere Trends, wie Wolfgang Huther mit seinem kleinen futuristischen Blick zeigte. Schon die alten Griechen haben versucht, Automaten zu bauen, die beinahe magisch wirkten. Das ist immer noch das Ziel, und wenn es daneben geht, ist es Schrott. Welche Prinzipien sind am Werk, was macht das so schwer, und warum machen immer günstigere Sensoren das so einfach. Auch hier – ich bin überzeugt, auch wenn ich noch keine Alexa ausprobieren konnte.

UX Pattern in Virtual Reality (VR)

Vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit, in einer Innovations-Unit bei ProSiebenSat.1 eine Oculus VR-Brille auszuprobieren. Nach anderthalb Minuten Flug konnte ich Daumen rauf geben – es war ziemlich beeindrucken -, und vor den Augen meines leise feixenden Teams die Brille wieder absetzen. Mir war schlecht geworden. Dafür gibt es das schöne Wort Cybersickness, wie ich jetzt von Thomas Gläser gelernt habe. Und es hat mit dem Auseinanderdriften von dem, was man sieht und dem, was man fühlt zu tun. Ich hatte damit gerechnet, im Hellen wird mir auch schon beim Rückwärtsfahren in der S-Bahn schlecht.

Gläser gab einen guten Überblick über aktuelle Best Practices und sich herauskristallisierende UX Patterns für die verschiedenen virtuellen Brillenwelten. Die Hypefolie muss auch sein, 30-Milliarden-Markt-und-so, aber es hat Hand und Fuß, wie der begeisterte Redner durch Muster führt. Ich werde dort nicht arbeiten können, von meinem Unwohlsein habe ich schon erzählt. Aber ich bin fasziniert und möchte gleich Vive oder Rift bestellen. Das ist doch was. Vielleicht stellt er seine Folien noch auf sein Slideshare-Profil, mal sehen.

Hooked

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Er kommt rein, jeder muss hinschauen, weil der sehnig-athletische Nir Eyal einfach Ausstrahlung hat. Er hat einen tollen Vortragsstil, er hat ein weltweit bekanntes Buch im Gepäck. Dass ich dann am Ende doch ein bisschen enttäuscht bin, liegt an meiner Oberflächlichkeit. Die muss es wohl sein. Die Folien können eindeutig nicht von einem Designer sein, so unterschiedlich sind sie. Calibri habe ich auch schon lange nicht mehr bei einem Konferenzvortrag gesehen. Form follows function, sie sind an vielen Stellen mit Bedacht in ruhige Flächen des Agenturbildes gesetzt. Er führt durch sein Hook-Modell:

  • Trigger
  • Action
  • Reward
  • Investment
An seinem Hook-Modell finde ich überzeugend, dass man damit den kleinen Kick für den Augenblick erklären kann, Stammhirn, Lizard Brain von Seth Godin, nucleus accumbends. Das erklärt den ständigen Griff zu Facebook und Twitter, aber auch Candy Crush und den Griff in die Schokoladenschublade. Egal, war ein Erlebnis, und hier sind seine Folien:

In eigener Sache: UX bei Target Video

Im Übrigens suchen nicht nur Ausrichter Payback und Co. nach Nachwuchs. Target Video sucht auch immer wieder Praktikanten, etwa im Produktmanagement.

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