Symbolbild Yoga: Frau am Strand. Foto: Simon Rae/Unsplash

Nischen-SEO für Themes schön und gut, aber das geht zu weit

Eigentlich habe ich mir gedacht, ich brauche keine Pointe. Aber eine kleine Vorbemerkung schon. WordPress ist das beliebteste CMS der Welt. 25 27 Prozent aller Websites laufen darauf. Jeder kann das einrichten, und das führt auch dazu, dass jeder mitreden kann. Und das jeder Kunde werden kann.

Für kein anderes CMS gibt es so viele Designs für das Frontend wie für WordPress. Das technische Konstrukt, wie man WordPress-Frontends designt, nennt sich Themes. Um sich die Arbeit zu ersparen, so ein Theme selbst zu designen und zu programmieren, kann man Themes auch in Onlineshops kaufen. Bei vielen davon habe ich den Feed mit ihren Neuvorstellungen abonniert, damit ich auf dem Laufenden in der WordPress-Welt bleibe. Ein paar besondere Perlen habe ich heute mal aus dem Feedreader gezogen:

Die 33 besten Themen für Versicherungsagenturen
http://wplift.com/insurance-wordpress-themes

Die 25 besten Themes für Yoga
http://wplift.com/best-yoga-wordpress-themes

Die 50 besten, femininen Themes
https://themefurnace.com/blog/feminine-wordpress-themes/

Die 20+ besten Themes für Knowledge Bases
https://themefurnace.com/blog/knowledge-base-wordpress-themes/

Die besten Themes für Sportvereine
http://wplift.com/best-sports-themes

Die besten Themes für Nachtclubs
https://athemes.com/collections/nightclub-wordpress-themes/

Diese Liste könnte man endlos weiterführen. Vielleicht werde ich sie noch mal um besonders absurde Themes erweitern. Ich warte noch auf Bestatter und Aromatherapie.

Photo by Simon Rae on Unsplash

Gutenberg soll für WordPress so epochal sein wie Gutenberg für die Welt. Illustration: Flickr-Nutzer Frédéric BISSON

WordPress: Gutenberg verstehen

Gutenberg verstehen, das war der Plan. Am besten von einem WordPress-Experten erklären lassen, das wäre perfekt.

Von meinem veritablen Respekt vor WordPress-Community-Legende Mor10 habe ich schon erzählt. Morten Rand-Hendriksen ist ein WordPress-Dozent, dessen Kurse sich schon hunderttausende Nutzer bei Lynda.com/Video2Brain angesehen haben. Das erste Mal habe ich ihn in Wien beim WordCamp Europe 2016 sprechen gesehen.

Jetzt, im Dezember 2017, hat er wieder zugeschlagen, also nur im übertragenen Sinne, er ist einfach viel zu freundlich. Auf dem WordCamp US 2017 in Nashville, dem größten zweitgrößten WordPress-Treffen weltweit, hat er seine Gedanken zum großen WordPress-Projekt Gutenberg vorgestellt.

Für die, die nicht wissen, was Gutenberg im WordPress-Kontext bedeutet

WordPress gilt als das erfolgreichste Web-CMS der Welt. Dabei ist es das nicht. Es ist ein Blog-CMS. Erst mit den geeigneten Erweiterungen, Plugins, wird WordPress als CMS für Magazin-Webseiten tauglich. Das haben wir bei TargetVideo gemacht, und unseren eigenen Stack für unsere Anforderungen bei Amazon Web Services kreiert, und tausende andere Agenturen, Startups und KMUs tun das auch, in einem extrem ausdifferenzierten Ökosystem. Es gibt alles schon einmal.

Was heißt das? Es gibt für viele Standardanfragen ein Standardset an Features, was man installiert, und dann kann WordPress auch das. So wie Neo Kampfsportarten in „Matrix“ lernt.

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Auf einmal geht es. Und WordPress kann Kung Fu – mit dem richtigen Theme. Alles geht – das ist der Plugin-Theme-Weg, den Millionen von WordPress-Nutzern kennen.

Back to black: Gutenberg

Mit Gutenberg wird sich das ändern, und ich hatte mir schon lange nicht mehr den Fortschritt der Entwicklung bei dem, was ich für den neuen Editor hielt, angesehen. Jetzt also das Video von Mor10. Und in 27 Minuten verrät er alles, was man wissen muss. Ich schweige kurz. Video ansehen, dann geht es weiter: https://wordpress.tv/2017/12/10/morten-rand-hendriksen-gutenberg-and-the-wordpress-of-tomorrow/

Einige der Fragen, die am Anschluss gestellt werden, sind tatsächlich gut. Das ist selten bei solchen Veranstaltungen. Und im Q&A-Teil gibt auch Morten Rand-Hendriksen zu, dass er zuerst Gutenberg als Editor-Ersatz gesehen habe. Aber das ist nicht alles. Ich hätte gefragt, wie ACF und Gutenberg zusammengehen. Aber dafür gibt es auch ein GitHub-Issue – schon seit Juni.

Gutenberg ist der Versuch, WordPress ohne einen deftigen Versionsnummernsprung, wie das andere Software (auch Konkurrent Typo3) macht und gemacht hat, zu einem voll flexiblen Inhalteverwaltungssystem zu machen. 4.9.1 ist jetzt, Gutenberg kommt (vielleicht/wohl) mit 5.0. Richtiger wäre wohl 6.0. Oder WordPress 95.

Und das geht einher zwar mit einer engen Verknüpfung von Form und Inhalt. Und das ist auch der Punkt, an dem ich eher kritisch bin, was das angeht. Viele professionelle WordPress-Projekte entstehen als decoupled frontend, auch bei TargetVideo.

WordPress-Erfinder und benevolent dictator for life Matt Mullenweg gibt den Rahmen und die Begründung für Gutenberg in wolkigen Phrasen wieder, wie er das immer macht, in seinem Post

„We called it Gutenberg for a reason“:

The printing press ushered in social, political, and economic sea changes. Gutenberg changed everything. WordPress has always been about websites, but it’s not just about websites. It’s about freedom, about possibility, and about carving out your own livelihood, whether it’s by making a living through your site or by working in the WordPress ecosystem itself. We’re democratizing publishing — and democratizing work — for everyone, regardless of language, ability, or economic wherewithal.

Wenn man das zersägt und weiter denkt, gibt er damit zu: Gutenberg soll alles ändern für WordPress. (Eine Softwareschmiede, HumanMade, die in der WordPress-Welt Rang und Namen hat, bietet sogar ein Whitepaper für diese dramatische Veränderung an.)

Was genau ändert Gutenberg?

Der bisherige Content-Blob, das Objekt, in das alles hineingepumpt wurde, und das Datenbankabfragen etwa nach einem Wechsel des Page Builder-Plugins fast nur noch Müll ausspucken ließ, wird durch etwas strukturierteren Content, kleinere Häppchen, die so genannten Blocks ersetzt. Der Wandel zu Gutenberg beginnt am Editor, wie Mor10 erklärt, weil das einfach der logische Anknüpfungspunkt ist. Aber auch Sidebar und Co. können sich durch Gutenberg massiv ändern.

PageBuilder sind eine Plage im WordPress-Kontext, einfach deshalb, weil sie so mächtig sind und dem System Funktionen gibt, die es out-of-the-box (Core WordPress) nicht hat. Mor10 hat PageBuilder auch erst für die ersten Opfer von Gutenberg gehalten, hat aber mittlerweile seine Meinung etwas revidiert.

Das neue System, Blocks statt Blob, ist epochal anders als bisher, und eine der beliebtesten Agenturen aus der WordPress-Welt, Yoast, hat das auch im Oktober noch kritisiert:

Here at Yoast, we are worried about the use of new technology combined with the introduction of big new concepts. This is bound to make for a rocky experience.

Morten ist ganz begeistert von den neuen Möglichkeiten, er ruft alle zu Experimenten auf. Ist auch richtig, aber mit wenig Geld gilt: Ich habe Bedenken, weil das alles auch Geld kostet – neue Wege ausprobieren, verwerfen und wieder neue Wege finden.

Das Umstellen der bestehenden WordPress-Installationen, die für ganz bestimmte Usecases mit Tonnen von Plugins angepasst wurden, wird viel Arbeitszeit kosten. Schlaue WordPress-Community-Mitglieder haben ihren Kunden schon empfohlen, dafür Budget fürs nächste Jahr einzuplanen. Eine Stimme:

The Gutenberg transition comes at a very high cost for small businesses. These businesses usually only have the resources to deal with their own daily business, but that’s pretty much it. However, with Gutenberg development processes need to change, products need to be modified or completely recoded, people need to improve their coding skills (learn JavaScript deeply), documentation needs to be rewritten, customers need to be educated, new staff needs to be hired to deal with the additional workload and so on. All of this while there is not much time left.

Oder aus einem GitHub-Ticket des Marketing-CoReps von WordPress zum Thema:

Small businesses often come to WordPress for the reasons we promote: technical SEO, ease of publishing, owning your own data. Convincing them to stay, when another option may be cheaper (WIX, Squarespace, even Dot Com), may become a challenge. Businesses don’t make decisions based upon community loyalty; they make decisions based upon finances.

Possible Solution

I would love to see the version that will be shipped with 5.0 set sooner than later. This will allow WordPress educators, agencies, businesses, the Make Team, and development shops to prepare the general public for the rollout with marketing materials, documentation, and, of course, compatible code.

Was ist mein Fazit zu Gutenberg?

Die Umstellung auf Gutenberg sollte länger dauern, als das bei einem neuen Release normalerweise der Fall wäre. Zu viel ändert sich, was kleine Teams und kleine Webseiten überfordern würde. Ich wollte nur meine Gedanken mal in einen längeren Faden knüpfen.

Illustration: Flickr-Nutzer Frédéric BISSON

Tag 1 beim WordCamp Europe 2017 in Paris: Thema Diversität

Design-Guru John Maeda (jetzt ein Manager bei Automattic) hat das Bild in meinen Kopf gepflanzt, das mein Verständnis von WordPress gut zusammenfasst: Die WordPress-Welt ist eine Blase, und damit diese wachsen kann (CMS-Marktanteil an Webseiten, Teilnehmer*innen in der Community), muss sie sich auch mit anderen Blasen reiben. Er hat diese nicht mit Namen genannt, aber in seinem Talk beim WordCamp Europe 2017 in Paris forderte er mehr Diversität in der Designarbeit. Wer für China designen will, muss Chinesen*innen im Team haben und am besten auch in China sein. Einfacher geht es nicht mehr. Und Maeda wies zurecht darauf hin, dass Design nicht nur das Anmalen einer Anwendung ist, sondern viel integrativer gedacht werden muss, wenn man eine gute, erfolgreiche Anwendung bauen will.

Maeda ist ein Suchender, einer, der Brücken bauen will. Sein Titel bei Automattic, der Firma hinter WordPress.com, Jetpack und WooCommerce: Global Head of Computational Design and Inclusion. Maeda ist in der Design-Welt und bei Startups ein Weltstar, anders kann man das nicht sagen. Von ihm stammt der Design-in-Tech-Report, den er seit ein paar Jahren veröffentlicht.

Caspar Hübinger (Twitter-Handle @glueckpress) sprach vor ihm, und auch ihm war mehr Inklusion wichtig: Sein Fokus liegt dabei auf mehr Rücksicht in der Sprache. Die generisch maskulinen Begriffe sind ihm dabei vor allem ein Dorn im Auge. So hat er schon vor einem Jahr Versuche gestartet, aus der Differenz von europäischen Sprachen, vor allem seiner Muttersprache Deutsch, Änderungen am Core von WordPress anzustoßen. Er selbst gab offen zu, dass er dabei ein bisschen kurzsichtig unterwegs war: Die Spracherfahrung von anderen Kulturen fehlte ihm einfach, und er hätte eine größere Diskussion gebraucht, um auf alle Anforderungen zu kommen. Das ist wohl im Gange.

Die Community lebt diese Ansprüche für mehr Teilhabe, das ist auf dem Kongress zu spüren. Anders als auf anderen Auch-Entwickler-Konferenzen ist der Frauenanteil relativ hoch, und der Code of Conduct, der für WordCamps entwickelt wurde, gilt auch hier, und er zielt auf eine angstfreie und respektvolle Umgebung ab. In den Begrüßungen wurde darauf ausdrücklich mehrfach hingewiesen.

Alle Freiwilligen, die einen so großen Event wie das WordCamp Europe 2017 in Paris erst möglich machen, können Teilnehmer*innen ansprechen, wenn sie sich schlecht behandelt fühlen. Auch Kinderbetreuung wird angeboten, für die Teilnehmer*innen, die mit Kindern anreisen. Die WordPress-Community mag einander, und man tut viel dafür, dass es so bleibt – ein Giveaway nach dem anderen.

Für mich sind das Besondere die Gespräche mit anderen Teilnehmern – was ist ihre Perspektive auf WordPress? Die ist oft ganz anders als die eigene. Im letzten Jahr habe ich auf einem WordCamp dazu den Vortrag „Die WordPress 1%“ gehalten. Wir sind alle die ein Prozent, weil wir alle unterschiedliche Wege gehen. Wir schillern. Wie Seifenblasen. 

Calypso und der Zug

Calypso ist die Zukunft von WordPress. Das hat Matt Mullenweg auf dem WordCamp US 2016 wieder mal erzählt. Offenbar gibt es in der Zukunft überall Internet. Denn Calypso, der Desktop-Client für den Mac, ist ohne eine durchgängige Internetverbindung nicht nutzbar. Ich hatte ja wirklich überlegt, das alte Schlachtross MarsEdit, dessen Bookmarklet ich so oft in der Lesezeichenleiste in Chrome sehe und nutze, aufs Altenteil zu schicken. Aber nicht so schnell, junger WordPress-Padawan.

Software, die das Internet braucht: Irgendwie fühle ich mich an die Anfangsjahre der Chromebooks erinnert. Da war das auch notwendig. Ohne Netzverbindung waren die netbookartigen Geräte von Google nur schwer. Aber nicht besonders nützlich. Mit dem Hinzufügen von Offlinefunktionen und Entwicklungen wie PWA (Progressive Web Apps) täuschen die manchmal auch über Schwankungen in der Netzqualität hinweg.

Das wünsche ich mir für Calypso

Ich bin kein Entwickler, aber dennoch hätte ich gern ein paar Feature Requests an WordPress für das neue Vorzeigeprojekt. Deswegen habe ich die hier einmal aufgeschrieben:

  • Die Software speichert zur letzten Nutzung alle Entwürfe und eine lokale Kopie der Post-Datenbank der letzten 30 Tage. Dann kann man die Software schließen und beim nächsten Start steht alles zur Verfügung. Ohne Netz kommt nur diese traurige Fehlermeldung, die ich bekommen habe. 
  • Wenn ich die Software starte ohne Netzverbindung, darf mich das Programm gern darauf hinweisen, dass ih erst einmal nix publizieren kann. Aber meinen Entwurf würde ich gern in die Tastatur hauen können. So wie diesen Post, den ich in zehn Minuten zwischen München Ost und Rosenheim geschrieben habe.

Ja, das Netz sollte überall sein. Aber auch Automattic darf sich nicht darauf verlassen, dass der Netzausbau in ländlichen Regionen in Deutschland schnell genug vorankommt. Und manchmal will man ja auch gar nicht seinen Rechner über Netzverbindungen nach außen öffnen. Etwa, damit der Akku im Zug noch ein bisschen länger hält.

The WordPress 1%: Lektionen aus dem Scaling auf 1 Million Nutzer

Der Aufruf war unmissverständlich: Wenn du zum ersten Mal auf einem WordCamp bist, mache eine Session. Ich habe das nicht geplant, und ich wollte es auch nicht tun. Aber dann kam der Moment der Sessionplanung beim WordCamp Cologne 2016 und da war noch eine Lücke – also habe ich meine Session gepitcht.

Seit einem Jahr beschäftige ich mich intensiver mit WordPress. Und zwar als CMS für Magazinseiten. Das ist schon mehr als WordPress von Haus aus eigentlich kann. Das Besondere an Magazinseiten ist nämlich, wenn man mit menschlichen Redakteuren zusammenarbeitet, dass diese die Magazinseiten auch händisch bestücken wollen mit Teasern. Im alten Zeitschriftensprech hieß das Komponieren. Etwas Ähnliches tun auch Onlineredaktionen noch. Die Mischung muss auch hier stimmen. Henri Nannen wäre froh, wenn er das noch mit erleben könnte.

Und so haben wir uns in der Anfangszeit des Verticalbetriebs bei TargetVideo für den Site Builder Visual Composer entschieden. Der stellte sich dann bald als eher ein Problem denn als eine Lösung heraus. Deshalb sind wir dabei, den aus unseren Verticals wieder zu entfernen. Das war eins der wichtigsten Learnings.

Aber auch andere betreiben große WordPress-Installationen, von denen kann man lernen. So etwa von zwei Artikeln, die haarklein schildern, wie man auf AWS WordPress zum richtigen Laufen bringt. Das ist nämlich nicht trivial. WordPress ist nicht dafür gedacht, auf einem verteilten Stack zu laufen. Dafür muss man einiges tun.

Anstatt sich meinen Vortrag anzusehen, kann man auch einfach zwei Blogposts folgen, die ich aus vollem Herze empfehlen kann: beim Cloudonauten (https://cloudonaut.io/wordpress-on-aws-you-are-holding-it-wrong/) und bei Big Bite Creative (https://bigbitecreative.com/scalable-wordpress-with-aws-elastic-beanstalk/)

Mir ging es bei dem Vortrag nicht um Kundengewinnung oder Kudos von der Community. Mir ging es um Feedback: Ist der Weg mit Elasticache der richtig? Kann man mit Advanced Custom Fields Visual Composer ablösen? Oder kommt man dann bloß in eine andere div-Hölle?

Hier sind meine Folien. Außerdem habe ich sie bei Slideshare zur Verfügung gestellt, damit ich dort von der besseren Auffindbarkeit profitieren kann.

Sobald die Videos online sind, füge ich im folgenden Absatz noch den Link ein:

Und hier ist mein Vortrag, bei dem es sich lohnt, zur Diskussion zu skippen – ich hoffe, die wurde auch aufgenommen. Für die Diskussion habe ich den Vortrag nämlich gehalten. Das Feedback, das ich da bekommen habe, hätte ich in so kurzer Zeit im Netz in der Community nie zusammenbekommen.

Der eine Grund, warum WordPress das beliebteste CMS der Welt ist

Ein nicht zu übersehender Grund für die Beliebtheit von WordPress ist: Nach zehn Minuten kann man die Nutzer damit allein lassen. (Wenn man sie nicht zu Admins gemacht hat. Und ja, es ist kein wirkliches CMS, sondern eine Blog-Software, wenn wir ehrlich sind. Viel CMS-Magie steckt in Themes oder Plugins.)

From Zero to Hero: Eine Einzelhändlerin geht online:

„Das war richtig geil mit WordPress, das muss ich gleich als erstes sagen! Das ist so ein Unterschied, mit etwas zu arbeiten, was einfach und intuitiv funktioniert und man sofort ein Ergebnis sieht. Und außerdem sieht es einfach so gut aus!“

(Via www.netzstrategen.com)

Welche WordPress-Persona bin ich, und wenn ja, wie viele?

90 Prozent von dem, was ich in meinem RSS-Reader zum Thema WordPress lese, interessiert mich nicht. Bis auf zwei Menschen, die ich auf dem WordCamp Europe 2016 in Wien kennengelernt habe, hat mich keiner inhaltlich interessiert. Was stimmt mit mir nicht? (Im eigenen Blog sollte es doch um den Bloggenden gehen, oder?) Der Antwort näher gekommen bin ich durch einen Blogpost, der etwas in mir angeregt hat. Aaron Jorbin hat ihn geschrieben. Er ist Core Contributor, und er hat dem zweitgrößten WordCamp, dem WordCamp US, seine zehn WordPress-Personas zur Verfügung gestellt. Diese sind:

  • Clara – Owns Clara Teacher Supplies in Philadelphia which recently added an e-commerce store that she had her sister’s nephew build.
  • Amy – Support Engineer for a WordPress company. 
  • Wilfred – Systems Administrator.
  • River – Front End Developer.
  • Rory – Blogger. 
  • Rose – Journalist
  • Jack – Consultant
  • Martha – Back End Developer
  • Donna – Designer
  • The Doctor – Experienced Core Contributor.

Derzeit bin ich keiner von denen, glaube ich.

  • Warum bin ich nicht Clara? Ich habe mir bisher noch nix von einem Verwandten bauen lassen. In meinem Job als Produktverantwortlicher oder Product Owner beauftrage ich Entwickler damit, für mich die Dinge in WordPress umzusetzen, die über eine Konfiguration hinausgehen. Die richtigen Parameter für einen Google Analytics-Account kann ich natürlich selbst eintragen. Aber wenn wir wie zuletzt für TargetVideo ein Ereignis-Tracking brauchen, brauche ich dafür einen Frontend-Entwickler.
  • Warum bin ich nicht Amy? Mir ist es bisher erspart geblieben, auf Agenturseite zu arbeiten. Und damit bin ich auch nie bei einer WordPress-Firma angestellt gewesen. Und Engineer bin ich nun wirklich nicht.
  • System Administrator bin ich zwar qua meiner Root-Rolle in unseren Projekten schon, aber nur, weil einer den Account anlegen musste. Und damals hatten wir noch keine Entwickler.
  • Frontend-Entwickler bin ich nicht, so wie ich nicht Full Stack Entwickler bin.
  • Blogger: Ja, das bin ich. Aber in der Rolle war ich nicht auf dem WordCamp. Zählt das auch? 1/10.
  • Journalist: Ja, bin ich auch. Seit beinahe 20 Jahren. In der Rolle war ich nicht… 2/10.
  • Consultant: Gefühlt war das die Rolle, die mir auf dem WordCamp am häufigsten begegnet ist. Der Quacksalber, der alles mit ein paar Plugins behandelt. Ich nenne ihn auch gern den Pluginsalber. Bin ich auch nicht, auch wenn ich schon das ein oder andere Plugin auf Lager hätte. 2,5/10
  • Backend-Entwickler: Ne, auch nicht.
  • Designer: Ja, damit habe ich die größten Probleme. Halber Punkt, darüber habe ich schon geschrieben. 3/10
  • Core Contributor: bin ich nicht, werde ich auch nicht werden.

Als ich diesen Post angefangen habe, habe ich gesagt, ich bin das alles nicht. Aber ich bin doch sehr viele Personas. Seid umarmt!

Und genau deshalb fahre ich auch in diesem Jahr noch mal nach Köln zu einem WordCamp! Man muss ja zu seiner Community stehen. Alle drei von mir.

Plugins, die ich nutze: The Yet Another Related Posts Plugin Algorithm EXPLAINED!

Wenn du fünf Minuten übrig hast und wissen willst, wie eine Recommender Engine funktioniert: Mitcho erklärt es dir, in rasender Geschwindigkeit.

Michael “mitcho” Erlewine: The Yet Another Related Posts Plugin Algorithm EXPLAINED! | WordPress.tv: „Presentation Slides »“

(Via.)

Mitcho ist Linguist und unterrichtet in Singapur.

Für den WordPress-Nutzer, der das mit den Scores mal ausprobieren will: Die werden für eingeloggte WordPress-Nutzer auch angezeigt im Backend. Hier ein Beispiel:

Yarpp Netflix Recos Krautsource

Ich habe bis vor kurzem Jetpack hier auf dem Blog nicht benutzt, das auch eine beliebte Related Post-Funktion hat. Aber ansonsten kann ich das YARPP-Plugin nur empfehlen, auch wenn es wohl recht hohe Anforderungen an den Server hat, auf dem WordPress läuft.

Was fehlt: der Button für mehr Blogs wie dieses

Durch Zufall bin ich auf das Blog gestolpert, oder genauer: Ich weiß nicht mehr, wie ich zum ersten Mal auf digitale Pracht gekommen bin, aber die Agentur macht von ihrem digitalen Fußabdruck her einen guten Eindruck.

Im Blogpost, der mich am meisten interessiert hat, geht es um die Multisite-Architektur einer WordPress-Multisite. Ich glaube, Multisites in dieser Art sind die 1% der 1% bei WordPress, um es mit Morten Rand-Henriksen zu sagen. Kaum jemand braucht sich um das Konzept von mehreren Websites in einer Installation Gedanken zu machen, nur Menschen, die mir Produktentwicklung und Technik ihr Geld verdienen. Also Leute wie ich und auch die von der digitalen Pracht. Prachtvoller Name einer Agentur, übrigens! Ernst gemeintes Lob.

(Warum interessiert mich Multisite? Ich mache sowas gerade für TargetVideo, das erste dieser Verticals, wie wir das auch nennen, ist seit Januar auf dieser Architektur live, das zweite kommt im Juli. Außerdem habe ich habe solche Systeme auch schon bei meinem alten Arbeitgeber ProSiebenSat.1 Media SE konzipiert und ins Leben Produktivsein geschickt.)

Von solchen Blogposts wollte ich mehr. Das Blog von digitale Pracht habe ich schnell ausgelesen. Wie finde ich mehr? Früher gab es auf allen Blogs eine Blogroll. Darüber konnte man Seiten entdecken, die dem Bloggenden gefielen. Aber oftmals fielen diese Links bei den BloggerInnen in Vergessenheit, und wenn überhaupt noch gebloggt wurde, gab es dennoch keine Pflege mehr für diese Links.

Wer Elternblogs besucht, kennt das Thema zur Genüge. Viele Mama und Papas bloggen für eine gewisse Zeit, und dann werden die Internetauftritte leider nicht mehr aktualisiert oder noch schlimmer, sogar abgeschaltet. Auch die erfolgreichsten Konzepter stecken mehr Gehirnschmalz in die Konzepte und vielleicht noch in Folien für die IA Konferenz, aber  nicht in Werkstattberichte auf ihrem Blog.

Was mir fehlt, ist ein Button: mehr davon. So wie Taboola und Co. Bauchfett-Content zum neuen Trend gemacht haben, hätte ich gern einen mit besserer User Experience. Nach dem Motto:

Wenn dir dieses Blog gefällt, könnte dir auch das gefallen.

Feedly liefert so etwas Ähnliches. Wenn man da einen RSS-Feed einträgt, wird am rechten Rand eine Auswahl von drei ähnlichen, großen Blogs in diesem Marktsegment angezeigt. Meist nutze ich das dann auch, wenn die Zeit reicht.

Die related Posts von Jetpack oder YARPP liefern nur Posts vom gleichen Blog, ich wünschte mir etwas wie die Related-Posts-Technologie von Elasticsearch dafür. (Warum gibt es so einen Button nicht? Weil der Websitebetreiber nix davon hat, wenn er diesen Button implementiert. Der Nutzer, der ihn gefunden hat, wäre erst einmal weg.)

Wer hat eine Idee, wie das funktionieren könnte? Bitte melden. Wie das aussehen könnte, weiß ich auch schon, denn jetzt habe ich sogar ein Beispiel für einen solchen Button gefunden. In einem Blog? Ne, in einem Shop. Bei Amazon, als Hover-Aktion auf dem Desktop:

Mehr-davon-Button-bei-Amazon

 

WordPress, das perfekte System für Content Marketing für Onlineshops

Wenn einer von meinen Lesern darüber nachdenkt, aus seinem Onlineshop etwas mehr zu machen, etwa eine Dosis Content-Marketing-Koolaid zu tanken, dann sollte er unbedingt darüber nachdenken, seinen Shop mit WordPress und WooCommerce zu machen.

15 tips to build a successful WordPress Ecommerce website: „8. Add a blog to your store Or do some content marketing, as techies like to put it nowadays. Enriching your website with a blog means that you’re willing to interact with customers and to provide them free of cost content, and your traffic will soon show how much they appreciate this.“

(Via.)

Natürlich sind so geniale Gedanken nie die eigenen, sondern andere hatten sie auch schon. Den habe ich derzeit gelesen, in einem Buch über WooCommerce:

„Blogs als ideales Medium für Narrative Retailing

Wenn du als Blogger zu WooCommerce und einen Onlineshop gekommen bist, dann bringst du ideale Voraussetzungen mit, um deinen Kunden mehr als langweilige und austauschbare Produkttexte zu liefern. Ein Blog eignet sich zudem ideal, um Narrative Retailing-Ansätze mit möglichst einfachen CMS-Mitteln ausprobieren zu können. So setzt etwa der „Two for Fashion“-Blog von Otto – umgesetzt mit WordPress – immer öfter auf Beiträge im Storytelling-Format (nachzulesen unter http://twoforfashion.otto.de/vorher-nachher-tizia-als-diva/76231/):“

Auszug aus: Inpsyde E-Books. „WooCommerce verständlich.“ iBooks.

Daher will ich gar nicht zu viele Worte verlieren: Aber die Kombination von einfachem Blog-CMS für die Erstellung von Landingpages und der vollen Shopfunktion dahinter ist einzigartig. Für den Einsteiger sollte das auch die am besten zu beherrschende Startkombi sein.

Tatsächlich ist das auch ein erklärtes Ziel von Automattic, der Mutterfirma von WordPress und WooCommerce, wie Gründer Matt Mullenweg. Er betrachtet nicht nur andere Shop-Software als Konkurrenz, sondern auch Website-Creation-Tools wie Squarespace und Shopify. Das hat er auf der WooConf in Austin erzählt (Video als Wistia-Lightbox verfügbar).

WordPress ist so beliebt, dass das beliebteste Plugin für Content Marketing bei Magento auch die WordPress-Integration ist.