SoundCloud ist kein Podcast, und Spotify auch nicht

Podcast-Hörer kennen das: „Unseren Podcast gibt es bei iTunes.“ 

Amerikanische Podcaster sagen gern „and also you can find us at Stitcher.“ 

Ich nutze beides nicht, ich möchte einfach eine App wie Pocketcasts oder (früher, auf iOS) Overcast.fm nutzen und dort meine Podcast hören. ICH möchte festlegen, wie ich Podcasts höre. Podcasts benutzen ja bekannterweise eine Variante von RSS, um die Audiodateien zu verteilen. 

Ja, für „Fest & Flauschig“ mache ich auch eine Spotify-Ausnahme. Aber nur, weil ich eh Premium-Spotify-Kunde bin. Und weil ich das für die beste Sendung halte, die man auf Deutsch so hören kann. Sendung, nicht Podcast. Auch wenn Jan Böhmermann und Olli Schulz es immer ihren Podcast nennen, und Spotify nennt es auch so in der App.

So wird Podcasting bei Wikipedia definiert:

Podcasting bezeichnet das Anbieten abonnierbarer Mediendateien (Audio oder Video) über das Internet. Das Kofferwort setzt sich zusammen aus der englischen Rundfunkbezeichnung Broadcasting und der Bezeichnung für bestimmte tragbare MP3-Spieler, iPod, mit deren Erfolg Podcasts direkt verbunden sind und die heute stellvertretend für jegliche tragbare MP3-Spieler stehen. Ein einzelner Podcast besteht aus einer Serie von Medienbeiträgen (Episoden), die über einen Web-Feed (meistens RSS) automatisch bezogen werden können. Alternativ sind Podcasts auch unter dem markenneutralen Begriff Netcast bekannt.

Ein Podcast hat durch den Feed seriellen Charakter. Oft erscheinen wöchentlich neue Folgen. Viele Podcaster sind technisch nicht so bewandert, dass sie einen einwandfreien Feed herstellen können. Viele nutzen dafür auch SoundCloud. Das ist wie YouTube für Audiodateien, man kann an der Community andocken, und die Discovery des Contents funktioniert dort auch gut. Das spricht alles für SoundCloud. Und wenn ich ein Podcaster wäre, würde ich meinen Inhalt dort auch zur Verfügung stellen. Ausschließlich geht es halt nicht.

Einen Podcast, den es nur bei SoundCloud gibt, wollte ich jetzt mit der SoundCloud-URL bei Pocketcasts hinzufügen. Das klappte nicht. Also habe ich den Support mit der URL angeschrieben. Und was schrieben mir die:

That’s not a podcast feed sorry. Try using this tool to get the podcast feed that you can paste into search: http://getrssfeed.com/ 🙂

Damit habe ich es jetzt schriftlich: SoundCloud ist kein Podcast. Wohl doch ein Fall für den HuffDuffer.

Der veraltete Mist, der sich Flixster nennt

Nach langer Zeit habe ich mal wieder eine Nicht-Kinder-Blu-Ray gekauft. Mad Max Fury Road. Ein Wahnsinn von einem Film. Anders als bei Disney üblich, gibt es dann auch noch den Coupon für Flixster und Ultraviolet, einen Service für eine digitale Kopie.

Cool, dachte ich mir.

Falsch gedacht.

Flixster ist nämlich ganz schön in die Jahre gekommen. Die Beweiskette:

  1. Um die Filme anzusehen, muss ich auf dem Mac Adobe Air installieren. Das letzte Programm, für das ich das gebraucht habe, war Balsamiq. Und das ist schon drei, vier Jahre her.
  2. Wenn ich die Air-Anwendung starte, startet der Lüfter an meinem Rechner.
  3. Das letzte Update der Android-App ist aus dem Jahr 2014.
  4. Der Link aus der Air-Anwendung Flixster.air auf die entsprechende Android-App geht auf eine Domain market.android.com/IRGENDWAS. Ich habe leider nicht finden können, wann dieses Link-Muster eingestellt wurde. Es ist jedenfalls nicht mehr üblich.

Podcasts sind zum Hören da

Podcasts feiern ja gerade ein unerwartetes, aber sehr willkommenes Comeback. Über meine Podcast-App habe ich hier schon geschrieben. Heute möchte ich mein Podcast-Leid klagen. Ich höre Podcasts im Auto. Da gibt es nun einmal Nebengeräusche. Den Wind, den Motor, den Regen, mein Schmatzen.

Es ist sinnvoll, dann auch Dinge mit einer gleich bleibenden Lautstärke zu hören. Ein Beispiel: Charthits werden so produziert, dass man sie immer gut verstehen kann. Ihnen wird die meiste Dynamik in der Produktion ausgetrieben. So sieht etwa der Frequenz-Verlauf von „Stimme“ von EFF aus. (Kannte ich nicht, das Lied, aber es ist gerade die Nummer 1 in den Charts.)

EFF-Stimme

Und so sieht „Hello“ von Adele aus, ein Ausreißer – es gibt gerade im Anfang den charakteristischen, sehr leisen Teil.

"Hello" von Adele als Audio-Datei in Audacity

„Hello“ von Adele als Audio-Datei in Audacity

Kommen wir zu meiner Beschwerde: So sieht das Daily Digiday Podcast in einer Folge aus, die ich hören wollte – mit „The Information“-Gründerin Jessica Lessin.

The-Information-mp3-Komplett

Ich zoome mal rein, ich vergleiche hier eine viel längere Datei mit den 3-Minuten-plus-Songs.

The-Information-Hervorhebung

Das sieht man also ganz klar, wenn man den Podcast zusammenschneidet und mit der Intromusik versieht. Und man hört es schon bei der Produktion, wenn man nicht gerade unheilbare Innenohrschäden von einer Metal-Karriere davon getragen hat. Die Gesprächspartnerin in diesem Beispiel übersteuert ganz, ganz oft. Die leisen Stellen – die Fragen des Interviewers – sind leiser als die leisen Stellen bei „Hello“.

Gleiche Hervorhebung wie beim Podcast

Gleiche Hervorhebung wie beim Podcast

Deswegen sollte man normalisieren, wenn eine Audiodatei sehr unterschiedliche Lautstärken hat. Leider findet in Podcasts sehr oft guter Journalismus statt, aber halb-professionell produzierte Sendungen sind nur in Studiosituationen oder im Büro anzuhören.

Warum regt mich das so auf? Wenn die Rezeption durch Audiofehler gestört wird, dann ist das für mich in etwa wie zu viele Rechtschreibfehler in geschriebenen Texten. Es ist erwiesen, dass das für viele Abonnenten ein Auslöser zur Kündigung ist. Das sollte Digiday nicht passieren. Der Podcast ist inhaltlich wirklich empfehlenswert.

Du schaust etwas bei Amazon Prime, und dann sieht dich S3 an

S3 ist etwas ganz Wundervolles. XML auch, auch wenn ich JSON bevorzuge. Aber beide sind nicht die Dinge, die ich erwarte, wenn ich Video on Demand auf dem Fernseher schaue. Ich habe keinen Connected TV, mit HbbTV oder Smart-TV-Funktionen. Die untermotorisierten Devices, die ich etwa aus dem Büro kenne, waren zwar teuer, aber nicht gerade verlockend. Wahrscheinlich ist es günstiger, einen Mac Mini an den Fernseher anzuschließen als einen teuren Fernseher mit Rechnerfähigkeiten zu kaufen.

Mein Fernseher gewinnt seine Internetfähigkeiten über zwei Sticks, die hinten in den HDMI-Eingängen stecken, Chromecast und Amazon Fire TV Stick. (Firmen aus Seattle können keine Markennamen, die Theorie habe ich zumindest.) Amazon Prime Instant Video (q.e.d.) ist beim Nachwuchs sehr beliebt.

Mit dem Streaming kam das Bingewatching

Als ich gedacht habe, mit den Streaming-Diensten im Haus käme das Bingewatching, dachte ich nicht, dass „Shaun  das Schaf“  die erste Serie wäre, die ich zuverlässig bingewatchen würde.

Im Moment ist „Petterson und Findus“ sehr beliebt. Da gibt es bei Amazon Prime zwei Staffeln. Keine Ahnung, wie viele Staffeln es insgesamt gibt, das ist bei der IMDB ziemlich unübersichtlich. Aber die darf ich bingewatchen. Eine Staffel in einer Woche ist gar kein Problem.

Dann kommt die S3-XML-Fehlermeldung des Jahres

Manchmal bleibt das Bild stehen. Und was dann kommt, hätte ich so nicht erwartet. Ich habe ein Foto gemacht. Es ist das Bild zu diesem Beitrag. Aber schön zu sehen, dass auch Amazon ganz normale S3-Buckets benutzt.

Peinliche Musik ist auch ein Ding von früher

Eine Frage zu Beginn:

Wie oft geben Sie einem anderen Menschen, der nicht zu Ihrer engeren Familie gehört (Partner, Kinder, Eltern), Ihr Smartphone in die Hand?

Meine Antwort lautet: eigentlich nie. Es gibt eine Ausnahme: Ich habe ein neues, eher ausgefallenes Android-Smartphone, das ich dann Kollegen zeige.

Denn mein Smartphone ist mein neues Musikregal.

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Und als ich diesen Player sah, öffnete sich eine neue Welt für mich

(Ja, Überschrift ist bisschen dicke.)

Es gibt diese Szene in der ersten Staffel von „Breaking Bad“, in der Walter White einen neuen Job von einem alten Bekannten angeboten bekommt. (Dieser fühlt sich verpflichtet, ihm mit seiner Krebserkrankung zu helfen. Aber ist egal.) Walter bekommt eine Begründung zu hören, die nicht ganz von der Hand zu weisen ist.

„Du suchst noch nicht ein Jahr nach einer Lösung und bist offen für neue Wege. Du bringst einen neuen Blick mit.“

In der täglichen Arbeit, Woche für Woche, beschäftigen wir uns mit den immer gleichen Dingen. Wir nehmen die Gegebenheiten für in Stein gemeißelt hin. In meinem Fall als Product Owner für prosieben.de und die anderen Sender-Webseiten ist das zum Beispiel der Vergleich der Player-Produkte. Wir schauen immer: „Wie macht das YouTube?“ „Können wir davon etwas lernen?“

Antwort frei nach Radio Eriwan: Im Prinzip ja, wir bräuchten nur tausend Mal mehr Entwickler.

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