Ein Workshop als Spiegel: das Problem, die Zukunft vorherzusagen

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Konzeption / Softwareentwicklung
In Industrien, die durch neu entstehende Geschäftsmodelle bedroht werden, werden Mitarbeiter oftmals auf einen Change Management Prozess geschickt. Also zumindest die, die man behalten will.

Dazu werden Seminare angeboten, oft von Externen. Ich arbeite(te bis Ende September 2015) für einen Fernsehkonzern (ProSiebenSat.1 Media AG), der genau diesen Prozess auch auf sich zukommen sieht. Die Bedeutung des linearen Fernsehens nimmt einfach ab. Die großen Sender verlieren ständig Marktanteile, wir bauen selbst kleine Sender auf, um neue Zielgruppen ansprechen zu kommen. Lineares Fernsehen ist für viele junge Leute nur zu Events (Fußball, Olympia, Shows, Tatort) noch akzeptabel. Vor allem der Anteil der Jugendlichen, die jeden Tag Fernsehen nutzen, sinkt seit Jahren.

Wenn Fernsehen weniger wichtig wird für die nachwachsenden Nutzer, muss man als Konzern auf neue Geschäftsfelder gehen und Dinge anstoßen.

Im digitalen Bereich werden daher neue Geschäftsmodelle ausprobiert. Das bekannteste ist sicher SevenVentures, das mit dem Media-for-Equity-Angebot Furore gemacht hat. Dieser Bereich beteiligt sich an Unternehmen in sehr frühen Unternehmensphasen, um von deren Wachstum und eventuellem Verkauf oder Börsengang zu profitieren.

(Disclaimer Hinweis: Ich spreche nicht für das Unternehmen, alle geäußerten Meinungen sind meine eigenen und nicht mit dem Konzern abgestimmt.)

Das wäre Mark Twain

„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ (zugeschrieben Karl Valentin, Mark Twain, Winston Churchill, Niels Bohr, Kurt Tucholsky u. a.)

Aber auch im Kerngeschäft Fernsehen probieren wir neue Modelle aus. Alles, was wir an digitalen Rechten zur Contentauswertung haben, probieren wir auf eigenen Plattformen aus (Owned & Operated): die Senderwebseiten wie prosieben.de oder sixx.de, aber auch bei MyVideo, das die Premium-Serien aggregiert und um eigene Lizenzen wie Anime noch erweitert. Content in Clipform findet sich seit einiger Zeit (etwa 18 Monate) auch bei YouTube unter dem Label unseres eigenen MCNs, Studio71.

Das Seminar, über das ich heute mit einigem Abstand berichten möchte, war nicht direkt eins zum Change Management, sondern es nennt sich „Digital Leadership Boot Camp“. Dort werden Führungskräfte in einer Art Druckbetankung mit dem Wissen der letzten fünf Jahre über Entwicklungen und Prinzipien in der digitalen Welt beladen. Für mich viel Bekanntes, aber in einem börsennotierten Konzern gibt es eben auch Abteilungen, die noch nach Wasserfall und nicht agil arbeiten, die Lean Startup für den Namen einer Firma halten. Es ist unheimlich wertvoll, dass auch deren Leitungen die Teams fit machen wollen.

Aber das Konzerndenken auch mal nur für zwei Tage aufzugeben, das ist mir genauso schwer gefallen wie den anderen Teilnehmern. Ich habe schon davon erzählt, dass ich glaube, dass das Fernsehen in Zukunft eher andere Formen als ein lineares Funksignal annimmt.

Wenn wir versuchen, Entwicklungen vorherzusehen, dann sind unsere Betrachtungen immer extrapolierte Versionen unserer Gegenwart. Die ersten Autos sahen aus wie Kutschen. Die ersten Mobiltelefone hatten Tasten. Die App für meinen Satellitenreceiver (Kathrein) ist bloß ein Screenshot einer Tastatur. Echte Innovation passiert da, wo sich Könner von ihrem Expertenwissen frei machen.

When experts are wrong, it’s often because they’re experts on an earlier version of the world.

Das Essay von Paul Graham habe ich hier im Blog schon zitiert, ich halte seine Veröffentlichungen in letzter Zeit eh für einen Must-Read. Seine Aufgabe als Risikokapitalgeber ist es, dennoch den Blick für neue Geschäftsfelder zu behalten.

Im Kleinen hat man das als Konzernangestellter wie ich auch zu tun. In meiner Welt wäre es die Annahme, dass der Zuwachs an HD-Content und die Verfügbarkeit von schnellen Internetanschlüsse das lineare Signal entwertet und um eine Vielzahl an Mediatheken erweitert.

Bis vor einem Jahr war ich sicher, dass sich das über Fernseher durchsetzen würde – schicke Funktionen wie HBBTV und Smart TV-App-Welten würden gewinnen. Inzwischen bin ich nicht mehr so sicher. Warum? Ein anekdotisches Detail. Wenn wir mit meiner Familie fernsehen, nutzen wir Video-on-Demand-Anbieter wie Maxdome oder Netflix auf dem Handy und schicken die Inhalte auf den Fernseher (per Chromecast). Das ist zwar der Fernseher, aber offenbar hat Google out of the box gedacht und etwas an den Fernseher drangeflanscht.

Das Learning vom Workshop ist: Wie würde man heute die Verteilung von Content organisieren? Nicht: Wie kann ich mein eigenes Geschäftsmodell möglichst lange verlängern. Das ist irritierend für die Praxis, weil es das Tagesgeschäft untergräbt. Aber warum sollte ein Workshop nicht auch Spuren hinterlassen. Dieser hier hat Splitter im gesamten Körper hinterlassen. Und das war gut so!

Mein Fazit hat noch keinen ganz klaren Merksatz hervorgebracht – weil es den nicht gibt. Versuchen wir trotzdem ein Resümee:

  1. Offen bleiben für ganz andere Marktteilnehmer
  2. Alles anschauen, was andere so treiben
  3. Nicht verbohrt werden.

Wie ich lernte, mein iPad weniger zu lieben (upgedatet)

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App / iOS / Mobile First, Axure, Prototyping, / Software

Tatsächlich besaß ich ganz lange ein Vintage iPad. Sagt man so, oder?

Damit habe ich daheim die normalen Besorgungen erledigt. Briefe und Mails geschrieben, den Einkauf bei Amazon und Co. Das iPad verdrängte sogar den Kindle zum Lesen.

Irgendwann reichte die Power vom iPad 1 nicht mehr aus, weil er beim HTTPS und neueren JS-reichen Online-Shops nicht mehr mitkam. Dann man das alte MacBook Pro auf den Küchentisch, um Anmeldestrecken gut durchsurfen zu können.

Auf dem iPad stürzten diese Seiten ständig ab. 

Update, danke Torben Weibert: Schuld ist der unzureichende Arbeitsspeicher. Dazu gibt es einen Haufen Foreneinträge, die das erklären

Das iPhone 4 ist ja auch noch ganz flott unterwegs und hat den selben Prozessor (evtl. sogar geringer getaktet, bin mir grad nicht sicher), aber doppelt so viel RAM eingebaut wie das iPad 1.

(Es ist übrigens erstaunlich, dass solche Seiten nicht auf etwas älterer Hardware funktionieren, aber da bin ich bei meinen Device-Tests als Product Owner auch selbst schuldig im Sinne der Anklage.)

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Blogstatistik 2014: Das lief am besten

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Analytics / Blog / Datenvisualisierung

Katrin Scheib hat mich inspiriert. Das ist immer etwas Gutes, in diesem Fall langweilt euch das Ergebnis hoffentlich nicht. Ich habe in die Statistik von meinem kleinen Winz-Blog geschaut. (Ja, die Daten werden in den USA bei Google Analytics gespeichert. Ogottogottogott.) Aber GA kann ich nun mal. Oder gibt es irgendwo ein gutes Buch für Piwik zu kaufen? Na also.

Weil die Zahl der Suchanfragen sehr überschaubar war, um sie auszuwerten (da ist dieses Problem mit Not Provided in Google Analytics), habe ich mir die am meisten gelesenen Artikel angeschaut und mit Canva.com und Omnigraffle visualisiert. 

Das Spektrum reicht von ganz privaten Sachen wie einem Bericht über eine Hochzeit im Freundeskreis über kleine Produktkritiken. Mit den Zahlen bin ich ganz zufrieden, aber der beste Monat war der Dezember. Da geht also noch was in 2015! Auf ein Neues!

Blog Charts 2014

Lego Architecture Studio Challenge (5/30): Eva aus WALL-E

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Lego
IMG 6068

Ich habe sie wieder erkannt, also die Eva. Sohnemann nicht. „Das ist ein Heißluftballon.“ Kinder können ganz schön gemeine, weil treffsichere Juroren sein. Ganz viele Teile verbraucht, aber das mit den Armen ist echt schwierig. Hier, so geht es besser, auch wenn Mr. Blurrycam am Werk war.

Und noch besser, leider nicht als Video, bei TheBrickBlogger. Die Steine könnten ein Geburtstagsgeschenk für den Großen werden… Mmm.  

PSD ist nicht mein Lieblingsdateiformat

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Software / Softwareentwicklung
Gerade bei Hacker News gefunden:

XeePhotoshopLoader.m – xee – A light-weight, fast and convenient image viewer for Mac OS X. – Google Project Hosting.

Darf ich zitieren aus den Codekommentaren?

Trying to get data out of a PSD file is like trying to find something in the attic of your eccentric old uncle who died in a freak freshwater shark attack on his 58th birthday.

Auf Deutsch: Daten aus einem PSD-Dokument zu lesen, ist so, als ob man im Dachboden eines exzentrischen alten Onkels etwas finden müsse, nachdem dieser in einer vollkommen ungewöhnlichen Süßwasserattacke eines Hais zu seinem 58. Geburtstag gestorben war.

Google MapBuildr – damit wird der Umgang mit der Google Maps API noch leichter

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App / Geografie / Software
Location 158934 1280

Vor kurzem habe ich darüber gebloggt, wie leicht man mit der Google Maps API arbeiten kann. Jetzt habe ich einen Service entdeckt, der das noch einfacher machen will:

Google MapBuildr – Google Map Making — Simplified.

Beim Pitch musste ich aber dann doch lachen:

Google Map making has never been simpler – it now takes seconds instead of minutes to build a Google Map.

Ui, mehrere Minuten sparen! Das wollte ich doch schon immer!

Software, die ich benutze (6): Join.me (#screensharing)

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Konzeption / Software

In meiner Rolle als Product Owner muss ich das Produkt oft neuen Benutzern erklären. Ganz klassisch mache ich das in einstündigen CMS-Trainings für Redakteure oder andere Benutzergruppen. Manchmal sind aber die Benutzer des webbasierten CMS nicht im Haus, und eine Reise ist für eine Schulung nicht drin.

Login___Benutzer_-_ProSieben

Dann müssen wir auf Screensharing zurückgreifen. Leider gibt es im Konzern dafür immer einige Probleme: Corporate IT verwaltet die Rechner, sodass man als normaler Nutzer nix installieren kann. Die Firewall macht Skype und Co. auch noch mal schwieriger.  Weiterlesen

Das Jahr, in dem die Musik-Streaming-Dienste im Krieg waren (to be continued)

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App / E-Commerce / Musik / Software / User Experience

Google Play Music All Access und Spotify sind im Krieg. Ergänze: Alle Musik-Streaming-Anbieter sind im Krieg. Im Laufe des Jahres wechselten sich die Angebote nur so durch. Als ehemaliger Ampya-Kunde habe ich drei Monate Deezer geschenkt bekommen. (Disclaimer Hinweis: Als Mitarbeiter bei der ProSiebenSat.1 Media AG habe ich auf einer internen Weihnachtsveranstaltung auch noch mal ein Vierteljahr bekommen.)

Käufer eines beliebigen Sonos-Systems bekamen im Sommer quasi 60 Euro geschenkt. Dafür musste ich nur einen neuen Google Account für Google Play Music All Access (oder wie es gerade heißt) anmelden. Das habe ich gemacht, aber den Account kaum genutzt. Meine Zeit ist mir wert, als dem jeweils günstigsten Angebot hinterherzurennen und meine Playlisten und bei Spotify gespeicherten Künstler mitzunehmen (Wer mir folgen will: ich bin grzbielok bei den Schweden).

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