Korrespondenten-Singsang

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Journalismus
Gerade habe ich mal wieder die Tagesschau gesehen. Selten genug, aber das ist ein anderes Thema. Da lief irgendein Bericht aus den USA, genauer aus dem Washingtoner Studio der ARD. Korrespondentin, auch im On, war die rheinische Frohnatur Hanni Hüsch. (Keine Ahnung, ob sie eine Frohnatur ist oder aus dem Rheinland kommt, aber mit dem Namen muss man eine sein.)

Warum weiß ich nicht mehr, um was es geht? Ein Grund: Die wenigsten Zuschauer wissen eine Viertelstunde später nicht mehr, was in der Tagesschau an Themen lief. Aber der Grund, auf den ich hinauswill: Bei dem Singsang der US-Korrespondenten im deutschen Fernsehen bleibt kaum etwas vom Gesagten hängen.

Es klingt ein bisschen was vom Formatradio und den Gute-Laune-in-tierischer-Frühe-Stimmen aus dem Middle-of-the-Road-Radio durch. Aber das ist es gar nicht, wo das wohl herkommt.
Denn die Politikjournalisten und auch alle anderen im US-Network-Fernsehen haben genau diese merkwürdige Sprachmelodie, die sich offenbar ansteckend auf deutsche Kollegen, die innerhalb des Beltways Dienst tun und irgendwo in Fairfax leben.

Was ich will: eine Dissertation über die Sprachmelodieveränderungen von US-Korrespondenten. Material könnten ja viele Stunden aus dem großen Archiv-Pool sein. Als Vergleichsprobe könnten Aufzeichnungen aus den Vorgängerstationen dienen. Wahrscheinlich braucht man aber eine computergestützte Auswertung der Sprachmuster. Es werden hunderte sein. Alles nur, um meine These zu stützen. Aber man kann auch noch einen schönen Grundlagenteil über Intonation von TV-Sprechern dranhängen. Leitfadeninterviews mit den wichtigsten Korrespondenten wären auch was. Um einen Bias auszuschließen, könnte man sich Korrespondenten aus verschiedenen Anstalten anschauen. Am auffälligsten ist das Prinzip aber bei öffentlich-rechtlichen Kollegen. Die berichten aber auch am häufigsten aus der Stadt mit dem Obelisken.

So, wer will? Stelle gern den Kontakt zu Datenjournalisten her, die ein bisschen mehr vom Metier verstehen als ich.

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