Grün ist das Gift: Filmkritik „Batman vs. Superman: Dawn of Justice“

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Film
Filme mit grünen Gegenständen haben einen schweren Stand. Mir scheint es fast, als hätten sich die Filmgötter gegen Grün verschworen. „Green Lantern“ war ein verzichtbarer Superheldenfilm, der beinahe Ryan Reynolds’ Karriere zerstört hätte. (Er konnte sich mit „Deadpool“ aus dem Kader der angeschossenen Filmstars retten.) „Green Hornet“ – ein Superheldenfilm mit Seth Rogen. Kein Wunder, dass das nicht funktioniert hat. Hätte ich auch wissen können, ohne den ganzen Film erleiden zu müssen. Hat mir ja auch bei „The Interview“ auch gereicht, der Groteske über einen untalentierten Moderator/Interviewer, der nach Nordkorea reist. Das war fast genauso unerträglich wie Filme von Sacha Baron Cohen. (Und ja, Ali G fand ich wirklich lustig. Aber irgendwann wurden ihm, wie auch Ricky Gervais, die  Grenzübertretungen wichtiger als dabei auch noch lustig zu sein.)

Kryptonit ist grün, das weiß doch jedes Kind. Auch wenn es nie Comics gelesen hat, so wie ich. (Tim & Struppi ja, aber DC und Marvel? Ne.) Also rufe ich jetzt den Zusammenhang mit der Grün-ist-Gift-Theorie auf. Im ersten Teil kam Kryptonit nicht vor, und das fand ich gut. Jetzt aber umso mehr. Es wird waffenfähig gemacht, auf eine schlaue, und auf eine steinzeitliche Art, die sich natürlich als die richtige im Kampf gegen den orkartigen Endgegner entpuppt.

Nachdem „Man of Steel“ dem Aufbau der Persona Superman/Clark Kent diente, und dennoch gute Unterhaltung bot – geht es jetzt um die Wurst. Also eher: Wer ist der beste Beschützer der Menschheit? Er oder ich? Wer ist der Geilste? Das ist der Kampf aus dem Titel, er beginnt zwei Stunden nach Filmbeginn, und er ist noch nicht die Klimax des Films. Jungs müssen tun, was Jungs tun müssen.

Selten habe ich einen Film erlebt, indem das Setup, das die beiden Kraftbolzen aufeinander zurasen lässt, so durchschaubar und manipulativ war. Die beiden sollen gegeneinander kämpfen? Da muss ordentlich was passieren. So macht Bruce Wayne Superman dafür verantwortlich, dass er seinen Wolkenkratzer und viele Angestellte verloren hat – im Kulminationspunkt eines Kindes, das seine Mutter in den Trümmern des Wayne-Towers verloren hat. Jaja, Tränendrüse wird erzwungen, aber eben erzwungen. Ben Affleck kann das mit seiner Mimik nicht so ganz ausdrücken. Die wurde hölzern genannt, das ist auch soweit zutreffend. Er hätte allein für diesen Film all die Witze verdient, die auf Matt Damons Kosten in „Team America“ gemacht wurden.

Die Titel passen ganz gut: „Man of Steel“ war menschlich, im neuen Teil steht das „vs“ im Vordergrund. Das ist ein bisschen wenig für 151 Minuten Laufzeit, aber in den letzten Jahren ist das Zusammenbringen diverser Franchises und Vermarktungswelten wichtiger geworden.

Wertung: 2 von 5 Muskelpaketen

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