Dunkle Startup-Idee (2), in der EU völlig verboten: Melkt die Kühe!

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Nicht alle Tags tun so weh wie die für Kühe. Symbolbild. Foto: Unsplash/Marek Szturc
Worüber ist Facebook eigentlich in die Kritik geraten? Ich versuche mal eine Zusammenfassung. Facebook war einmal eine Plattform, auf der man Software schreiben konnte. Diese Software konnte Daten aggregieren, auch identifizierende, ohne gegen Facebooks Nutzungsbestimmungen zu verstoßen. Waren die damals legal nach EU-Recht? Nein. Aber diese Daten, so rund um 2010 gesammelt, sind noch bei den Entwicklern. Die Daten sind weg.

So fasst es ein bekannter Spielentwickler/Forscher zusammen, in einem Meinungsbeitrag für The Atlantic:

My Cow Game Extracted Your Facebook Data – The Atlantic:

As Jason Koebler put it at Motherboard, it’s too late. “If your data has already been taken, Facebook has no mechanism and no power to make people delete it. If your data was taken, it has very likely been sold, laundered, and put back into Facebook.” Indeed, all the publicity around Facebook’s Cambridge Analytica crisis might be sending lots of old app developers, like me, back to old code and dusty databases, wondering what they’ve even got stored and what it might yet be worth.

Im Raum steht daher auch der Begriff der Büchse der Pandora. Was war das?

Die Büchse der Pandora enthielt, wie die griechische Mythologie überliefert, alle der Menschheit bis dahin unbekannten Übel wie Arbeit, Krankheit und Tod. Sie entwichen in die Welt, als Pandora die Büchse öffnete.

Dieser Begriff schwingt auch bei Stratechery in Ben Thompsons Argumentation mit, wenn er die Print-Anzeige von Facebook in verschiedenen US- und GB-Zeitungen aufspießt:

“You may have heard about a quiz app…” Does Zuckerberg expect us to believe that “a university researcher” was the only entity to take the data Facebook willingly offered and use it for purposes prohibited by Facebook’s Terms of Service?

Ich habe vor einiger Zeit eine lose Reihe angefangen an Blogposts, bei denen ich dachte, ich würde sie häufiger schreiben – die Startup-Idee der Woche. So viele Ideen habe ich nicht, auch wenn Ideen billig sind, und die Ausführung alles ist (Chris Sacca).

So bin ich auf meine total verdorbene, unethische und in Deutschland und der EU sicher völlig illegale Idee für ein Dark Startup gekommen: Es gibt für alles einen Schwarzmarkt, auch für Daten. Daten, die sich Facebook-Apps besorgt haben, die es nicht mehr gibt. (So wie in der Geschichte aus The Atlantic.) Die dürfte noch auf einigen Festplatten oder Backups schlummern. (Natürlich ist die Weitergabe nicht erlaubt, weder nach Facebook-Nutzungsbedingungen noch nach anderen, strengeren Maßstäben.)

Diese Daten kann man sich besorgen, vielleicht hat man aus einer Schwärmerei noch ein paar Bitcoin irgendwo liegen. Bootstrapped, wichtig. Für so etwas Illegales gibt keine Hausbank Penunzen dazu.

Mit den Daten kann man die Nutzer wieder targeten. Die E-Mail-Adresse ist wichtig. Diese kann man etwa für Facebook-Ads benutzen, um diesen Nutzer*innen gegen ihre Likes etwas per Affiliate anzubieten. Vielleicht fallen den Startuppern dann auch noch bessere Ideen ein, ganz so kriminell bin ich nicht.

Vielleicht ist es auch nur eine Story-Idee für einen Darknet-Krimi. Erwähnung im Vorwort wäre dann nett.

Photo by Kelly Sikkema on Unsplash

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