0,9x oder die Zukunft ist schon da

Wir haben bei der Arbeit einen aktiven Slack-Einsatz. Wir teilen Dinge mit den Kolleg*innen, die wir für wertvoll halten. (Und verabreden uns fürs Kino, Mittagessen, Rauchen…)

Mein Weihnachtsgeschenk eines lieben Kollegen in Slack war das Video „10 Year Futures“ von Benedict Evans, der bei a16z arbeitet. (Der hat auch die epochale Präsentation Mobile is Eating the World gehalten.) Ich glaube, aus dem nur 65.000x bis heute angesehenen Video kann ich noch beliebig viele Blogposts schnitzen.

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An die Hand nehmen ist schon mal eine gute Idee für Reisen mit Kindern. Foto: Unsplash/Guillaume de Germain

Reise-Webseiten: Reisen mit Kindern #rant

Warum ist es eigentlich so schwer, eine Unterkunft für eine Städtereise mit Kindern zu buchen? Was ich meine: Ich plane für den zweiten Teil meiner Elternzeit fürs dritte Kind eine lange Zugfahrt mit meinen Kindern. Die soll in eine große deutsche Stadt führen. Die Bahntickets nach Hamburg waren kein Problem: Die Kinder lieben Zugfahren, und ein halbes Jahr vorher (nicht mehr 92 Tage, Pro-Tipp!) kann man sehr günstig Fahrkarten kaufen. Für weniger als 40 Euro ist da die Reservierung gleich mit dabei. Kinder-Abteil, wir kommen! (Der einzige Schreck, den ich erleben kann? Umgekehrte Wagenreihung, heute gelten die Reservierungen nicht und die üblichen Bahnkatastrophen.)

Aber wenn ich ein Hotel buchen will, kann ich die Kombination „1 Erwachsener und 2 Kinder“ bei den allermeisten Webseiten gar nicht buchen. Ich muss anrufen. Wer mich kennt: Ich mache nicht viele Worte, und telefonieren und dann auch noch die Kreditkartendaten durchgeben am Telefon – das bin ich nicht. Ich würde das gern mit ein paar Klicks erledigen. Da steht ja auch kein technisches Problem im Weg. Warum ist das wichtig? In normalen Online-Buchungsstrecken von Hotels gilt die schöne Regel, dass man bis zum Anreisetag die Reise stornieren kann, wenn man bis 18 Uhr sich meldet. Bei der telefonisch vereinbarten Reise gilt dann aber oft eine 2-Wochen-vor-der-Reise-Ausschlussregel.

Warum ist das so? Ich habe dann bei einem Hostel gebucht, das ungewöhnliche Gruppengrößen schafft in seinem Buchungsverlauf.

Photo by Guillaume de Germain on Unsplash

Offline sein ist ein Unbekannter Fehler in Outlook

Microsoft liebt Office für Mac nicht so sehr wie Office für den PC. Daher fehlen mir in der täglichen Arbeit immer wieder Features, die auf dem PC das Leben des Knowledgeworkers so viel einfacher machen. Die Raumbuchung ist eines solcher Features – die ist auf Macs nämlich immer noch viel komplizierter als auf dem PC (ich sage nur: automatische Vorschläge fehlen).

Ein anderes Thema ist das Offlinesein. Immer dann, wenn ich im Zug Mails schreibe und gerade kein Netz habe, erhalte ich diese formschöne und selbsterklärende (Achtung, Ironie!) Fehlermeldung:

Unbekannter fehler in outlook fuer mac

Photo by Mike Kotsch on Unsplash

Gutenberg soll für WordPress so epochal sein wie Gutenberg für die Welt. Illustration: Flickr-Nutzer Frédéric BISSON

WordPress: Gutenberg verstehen

Gutenberg verstehen, das war der Plan. Am besten von einem WordPress-Experten erklären lassen, das wäre perfekt.

Von meinem veritablen Respekt vor WordPress-Community-Legende Mor10 habe ich schon erzählt. Morten Rand-Hendriksen ist ein WordPress-Dozent, dessen Kurse sich schon hunderttausende Nutzer bei Lynda.com/Video2Brain angesehen haben. Das erste Mal habe ich ihn in Wien beim WordCamp Europe 2016 sprechen gesehen.

Jetzt, im Dezember 2017, hat er wieder zugeschlagen, also nur im übertragenen Sinne, er ist einfach viel zu freundlich. Auf dem WordCamp US 2017 in Nashville, dem größten zweitgrößten WordPress-Treffen weltweit, hat er seine Gedanken zum großen WordPress-Projekt Gutenberg vorgestellt.

Für die, die nicht wissen, was Gutenberg im WordPress-Kontext bedeutet

WordPress gilt als das erfolgreichste Web-CMS der Welt. Dabei ist es das nicht. Es ist ein Blog-CMS. Erst mit den geeigneten Erweiterungen, Plugins, wird WordPress als CMS für Magazin-Webseiten tauglich. Das haben wir bei TargetVideo gemacht, und unseren eigenen Stack für unsere Anforderungen bei Amazon Web Services kreiert, und tausende andere Agenturen, Startups und KMUs tun das auch, in einem extrem ausdifferenzierten Ökosystem. Es gibt alles schon einmal.

Was heißt das? Es gibt für viele Standardanfragen ein Standardset an Features, was man installiert, und dann kann WordPress auch das. So wie Neo Kampfsportarten in „Matrix“ lernt.

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Auf einmal geht es. Und WordPress kann Kung Fu – mit dem richtigen Theme. Alles geht – das ist der Plugin-Theme-Weg, den Millionen von WordPress-Nutzern kennen.

Back to black: Gutenberg

Mit Gutenberg wird sich das ändern, und ich hatte mir schon lange nicht mehr den Fortschritt der Entwicklung bei dem, was ich für den neuen Editor hielt, angesehen. Jetzt also das Video von Mor10. Und in 27 Minuten verrät er alles, was man wissen muss. Ich schweige kurz. Video ansehen, dann geht es weiter: https://wordpress.tv/2017/12/10/morten-rand-hendriksen-gutenberg-and-the-wordpress-of-tomorrow/

Einige der Fragen, die am Anschluss gestellt werden, sind tatsächlich gut. Das ist selten bei solchen Veranstaltungen. Und im Q&A-Teil gibt auch Morten Rand-Hendriksen zu, dass er zuerst Gutenberg als Editor-Ersatz gesehen habe. Aber das ist nicht alles. Ich hätte gefragt, wie ACF und Gutenberg zusammengehen. Aber dafür gibt es auch ein GitHub-Issue – schon seit Juni.

Gutenberg ist der Versuch, WordPress ohne einen deftigen Versionsnummernsprung, wie das andere Software (auch Konkurrent Typo3) macht und gemacht hat, zu einem voll flexiblen Inhalteverwaltungssystem zu machen. 4.9.1 ist jetzt, Gutenberg kommt (vielleicht/wohl) mit 5.0. Richtiger wäre wohl 6.0. Oder WordPress 95.

Und das geht einher zwar mit einer engen Verknüpfung von Form und Inhalt. Und das ist auch der Punkt, an dem ich eher kritisch bin, was das angeht. Viele professionelle WordPress-Projekte entstehen als decoupled frontend, auch bei TargetVideo.

WordPress-Erfinder und benevolent dictator for life Matt Mullenweg gibt den Rahmen und die Begründung für Gutenberg in wolkigen Phrasen wieder, wie er das immer macht, in seinem Post

„We called it Gutenberg for a reason“:

The printing press ushered in social, political, and economic sea changes. Gutenberg changed everything. WordPress has always been about websites, but it’s not just about websites. It’s about freedom, about possibility, and about carving out your own livelihood, whether it’s by making a living through your site or by working in the WordPress ecosystem itself. We’re democratizing publishing — and democratizing work — for everyone, regardless of language, ability, or economic wherewithal.

Wenn man das zersägt und weiter denkt, gibt er damit zu: Gutenberg soll alles ändern für WordPress. (Eine Softwareschmiede, HumanMade, die in der WordPress-Welt Rang und Namen hat, bietet sogar ein Whitepaper für diese dramatische Veränderung an.)

Was genau ändert Gutenberg?

Der bisherige Content-Blob, das Objekt, in das alles hineingepumpt wurde, und das Datenbankabfragen etwa nach einem Wechsel des Page Builder-Plugins fast nur noch Müll ausspucken ließ, wird durch etwas strukturierteren Content, kleinere Häppchen, die so genannten Blocks ersetzt. Der Wandel zu Gutenberg beginnt am Editor, wie Mor10 erklärt, weil das einfach der logische Anknüpfungspunkt ist. Aber auch Sidebar und Co. können sich durch Gutenberg massiv ändern.

PageBuilder sind eine Plage im WordPress-Kontext, einfach deshalb, weil sie so mächtig sind und dem System Funktionen gibt, die es out-of-the-box (Core WordPress) nicht hat. Mor10 hat PageBuilder auch erst für die ersten Opfer von Gutenberg gehalten, hat aber mittlerweile seine Meinung etwas revidiert.

Das neue System, Blocks statt Blob, ist epochal anders als bisher, und eine der beliebtesten Agenturen aus der WordPress-Welt, Yoast, hat das auch im Oktober noch kritisiert:

Here at Yoast, we are worried about the use of new technology combined with the introduction of big new concepts. This is bound to make for a rocky experience.

Morten ist ganz begeistert von den neuen Möglichkeiten, er ruft alle zu Experimenten auf. Ist auch richtig, aber mit wenig Geld gilt: Ich habe Bedenken, weil das alles auch Geld kostet – neue Wege ausprobieren, verwerfen und wieder neue Wege finden.

Das Umstellen der bestehenden WordPress-Installationen, die für ganz bestimmte Usecases mit Tonnen von Plugins angepasst wurden, wird viel Arbeitszeit kosten. Schlaue WordPress-Community-Mitglieder haben ihren Kunden schon empfohlen, dafür Budget fürs nächste Jahr einzuplanen. Eine Stimme:

The Gutenberg transition comes at a very high cost for small businesses. These businesses usually only have the resources to deal with their own daily business, but that’s pretty much it. However, with Gutenberg development processes need to change, products need to be modified or completely recoded, people need to improve their coding skills (learn JavaScript deeply), documentation needs to be rewritten, customers need to be educated, new staff needs to be hired to deal with the additional workload and so on. All of this while there is not much time left.

Oder aus einem GitHub-Ticket des Marketing-CoReps von WordPress zum Thema:

Small businesses often come to WordPress for the reasons we promote: technical SEO, ease of publishing, owning your own data. Convincing them to stay, when another option may be cheaper (WIX, Squarespace, even Dot Com), may become a challenge. Businesses don’t make decisions based upon community loyalty; they make decisions based upon finances.

Possible Solution

I would love to see the version that will be shipped with 5.0 set sooner than later. This will allow WordPress educators, agencies, businesses, the Make Team, and development shops to prepare the general public for the rollout with marketing materials, documentation, and, of course, compatible code.

Was ist mein Fazit zu Gutenberg?

Die Umstellung auf Gutenberg sollte länger dauern, als das bei einem neuen Release normalerweise der Fall wäre. Zu viel ändert sich, was kleine Teams und kleine Webseiten überfordern würde. Ich wollte nur meine Gedanken mal in einen längeren Faden knüpfen.

Illustration: Flickr-Nutzer Frédéric BISSON

Zitrone reicht nicht immer im Winter. Foto: Daiga Ellaby on Unsplash

Aktuelle Usability-Fails deutscher Online-Apotheken

Fallzahl 1. Tester: ich.

Für den Winter muss man vorsorgen. Dazu gehört auch die Großbestellung an Medikamenten für meine Familie, die man jetzt mit drei Kindern wohl beinahe eine Großfamilie nennen kann, auch wenn mir das nicht so vorkommt. Heiße Zitrone reicht nicht immer.

Medizinfuchs ist das Idealo für Medikamente. Ja, support your local dealer, aber eben nicht immer. 10 Euro sind dann doch schon eine Menge, wenn man für 100 Euro bestellt.

Folgende Fails habe ich heute erlebt:

  • Amazon Pay-Button funktioniert nicht (Grund: dem Nutzer egal, es war das fehlende Whitelisting der Domain für das Payment-SDK)
  • Nach der Übernahme meiner Adressen aus Amazon Payments wird Griechenland als Land in meinem neuen Apotheken-Shop-Konto angezeigt.
  • Aufforderung zur Überweisung erhalten, obwohl man per Lastschrift zahlt
  • zentrierter Text in der Bestellbestätigung (Success-Nachricht im Funnel)
  • Button zur Auswahl der Zahlmethode rechtsbündig angebracht
  • Lüge:

Um ihnen eine umfassende Beratung durch unsere Apotheker zu garantieren, fragen wir nach Ihrer Telefonnummer.

Photo by Daiga Ellaby on Unsplash

App-Drawer auf einem Android-Smartphone

Brauche ich wirklich mehr als 350 Apps auf meinem Smartphone?

Erst dachte ich: so wenige Apps. Dann dachte ich – das lässt etwas an eigenen Gedanken in mir anklingen.

Auf einer Webseite, die sich mit CMS-Systemen beschäftigt, stellt einer der Autoren die Frage:

Do I Really Need 61 Apps on My Work Phone?:

Damit outet er sich zunächst als unterdurchschnittlich beappt. Anekdotisch sind meine 350 Apps viel. Ein Freund und ehemaliger Kollege entwickelt Apps – er kann das leicht verdoppelt. Unter 128 GB Speicherplatz läuft da nix.

Dabei nutzt der durchschnittliche Smartphone-Nutzer weltweit nur 3-5 Apps in 85 Prozent der Zeit, die er mit dem Gerät verbringt, mittlerweile mehr als zwei (bis fünf!) Stunden pro Tag. In der Top-App etwa 20% der Zeit. Das habe ich mir auch schon von meinen Kindern anhören müssen.

Aber manche Apps könnten tatsächlich ein Verfallsdatum gebrauchen, die Idee finde ich spitze. Die Messe ABC-App der Version 2016 wird meistens liegen gelassen, eine neue App kommt sicher mit einem neuen Veranstalter oder Veranstaltungsdatum.

I also wonder if the companies that develop apps could build in some sort of “self-destruct” mechanism. For example, an event-based app that deletes itself at a set time period after the event. Or an automated notification if an app has gone unused for a specific amount of time (e.g., six months or a year) stating the app will delete unless reactivated.

Foto: Photo by Matam Jaswanth on Unsplash

Die Bahn: Die 2-Cent-User-Experience bei einem 2000-Euro-Stück Papier

Dass ich zur Arbeit pendle, ist bekannt. Meist mit dem Zug, manchmal mit dem Auto, wenn die Verspätungen die Anschlüsse zu einer Frechheit machen. Mein Chef hat mir sogar schon ein Buch übers Pendeln geschenkt. Montags wie heute ziehe ich aber den Zug vor. Da sind die ganzen Wochenpendler auch noch zusätzlich auf den Straßen und machen München noch mehr zu einem Nadelöhr.

Das erste Jahr im Startup ist vorbei, und jetzt stand auch die Verlängerung meiner Monatskarte für den Bahnverkehr an. Die kostet weit über 200 Euro im Monat und wird zentral in den Ländern von einer Fahrkartenstelle verschickt. Wenn man so viel Geld ausgibt, erhält man automatisch einen BahnCard 25 dazu, und weil ich mit der Monatskarte so hoch einsteige, hat die gleich Silberstatus. Der nennt sich natürlich Comfort. Das ist ganz gut, weil man damit auch in die Bahnhofslounges könnte. Könnte sage ich, weil es am Ostbahnhof in München keine gibt, sondern nur am Hauptbahnhof. Und der liegt in den allermeisten Fällen nicht auf meiner Strecke. Bringt mir also nix. Da ich nicht mit Zügen der Deutschen Bahn fahre, sondern nur mit dem privaten Anbieter Meridian. Der hat auch ein Stammkundenprogramm, aber das nimmt keiner ernst. Eine andere Geschichte.

Dass die Deutsche Bahn User Experience nicht kann, wissen wir. Wer einmal mit der ÖBB Railjet gefahren ist oder dort bloß ein Ticket gebucht hat, weiß, dass es auch mit einem deutschen Wording besser geht. Die Website der ÖBB ist wirklich spektakulär gut geworden. In Deutschland fällt mir zum Vergleich nur der lokale öffentliche Nahverkehr in München der MVG auf, die eine wirklich durchdachte Antwort gegeben haben auf die Probleme der Nutzer. Auch wenn die so anders ist, dass man sich erst einmal orientieren muss.

Was stört mich jetzt konkret an der User Experience? Wenn ich eine Fahrkarte kündige, muss ich das Stück Papier als Einschreiben an die Bahn zurückschicken, damit die sich nicht herausreden kann, das Ding nie erhalten zu haben. Das empfiehlt die Bahn selbst in ihren FAQs.

Wenn sie selbst aber eine Fahrkarte im Wert von mehr als 2500 Euro verschickt, macht sie das mit einem einfachen DIN-lang-Brief. Dann wird der Träger einfach zwei mal geknickt. Nun gut, die Fahrkarte würde ja auf ein Drittel des Papierformates passen. Aber es gibt einen Versatz von vier Millimetern, so dass ich das ganze Jahr mit einer hässlichen Knickkante in der  Plastikeinschubhülle leben muss. Das muss man im Foto sehen:

Meine Schülerfahrkarte vor 30 Jahren war genauso verknickt, jeden Monat. Aber da trug einen Gutteil der Kosten die öffentliche Hand, da war mir die Sorgfalt egal. Bahn, ich bin ein Premiumkunde und nur ein paar hundert Euro von der schwarzen BahnCard entfernt. Deren Kunden erfahren die Behandlung, die sie verdienen.

Bei jedem Autovermieter erhalte ich nach der ersten Buchung ein Stück Plastik, das professioneller und markensicherer ist. Daher habe ich mich mal daran gemacht, das zu redesignen. Wohlgemerkt, ich bin kein Designer. Aber das kriege sogar ich besser hin, Bahn.

Hier ist mein Vorschlag.

Redesign-Frequent-Traveller

Ich bin kein Designer. (Habe das mit Sketch, OpenSans als Schriftart und einem Foto von Unsplash entworfen.)

Man könnte sogar daraus ein echtes Unboxing-Erlebnis machen. Man kann das etwa in sehr günstige Echtlederhüllen stecken, manch ein Shop verschickt so etwas als Giveaway an seine Frequent Einkäufer.

Liebe Bahn, solltest du einige meiner Vorschläge zumindest für Langstreckenpendler wie mich aufnehmen wollen, mein Honorar wäre ein Jahr einer schwarzen BahnCard 100, ok?

TL;DR

Kundenzentriertes Denken findet man bei der Bahn nicht. Hochwertige Güter sollten auch hochwertig verpackt sein. Meine Fahrkarte kostet so viel wie zwei iPhones. Jedes Jahr.

Best Practice: Kalendereinträge für Webinare

Wenn ich bei Marketing-Umfragen im Internet gefragt werden, wie ich mich weiterbilde, und weiterbilden lege ich da in einem sehr weitgehenden Sinne aus, dann ist eine meiner Antworten auch immer – durch Webinare. Webinare sind Online-Demos von Produkten, Studien oder irgendeinem anderen digitalen Gut, das man so vorführen kann. Für die meldet man sich über ein Formular an, und zu einem bestimmten Termin ist es dann so weit.

Bei Produkten ist es üblich, dass etwa Einführungsveranstaltungen alle paar Wochen stattfinden. Ich habe es sogar erlebt, dass diese Live-On-Tape ausgestrahlt werden. Solange sich nix am Produkt ändert, kann man das ja auch wiederholen. Für den Frage-Antwort-Teil kann man sich ja am Ende wieder als Gastgeber ins Webinar einwählen.

Was wichtig ist, damit Knowledgeworker an ihnen teilnehmen können: dass auch ein Termin verschickt wird. Zu diesem kleinen Thema würde ich gern ein paar Tipps geben. Als ich auf Softwaresuche war, habe ich an vielen Terminen teilgenommen. Und dabei bilde ich mir, habe ich auch etwas über Webinare an sich gelernt. Nicht nur über das Thema Digital Asset Management an sich.

Tipps für Webinare

  1. Sobald dein Formular eine Bestätigung für den Nutzer anzeigt, dass er sich erfolgreich angemeldet hat, sollte dort auch der Kalendereintrag zum Download zur Verfügung stehen. In allen Formaten:
    1. für Outlook
    2. für Outlook.com
    3. für iCal / Kalender auf dem Mac
    4. für Google Calendar
  2. Du solltest nach der Bestätigung im Formular auch noch eine Bestätigung an die eingetragene Mailadresse versenden. Darin sollten auch die Links auf diese Einträge enthalten sein. Noch besser: Gleich die Attachments mit den Terminen für Outlook etwa. Die Lufthansa verschickt so auch Flugbuchungen, einfach von den Großen lernen.
  3. Einen Tag vor dem Termin verschickst du eine Erinnerung. Falls da ein Feiertag oder ein Wochenende ist: einen Werktag vor dem Webinar. Da sieht man gleich: Montage sind in den meisten Unternehmen keine guten Tage für Webinare. Da haben alle ihre Berichte zu machen.
  4. Eine Viertelstunde vor dem Termin schickst du noch mal die Erinnerung heraus: Findet jetzt statt. Aber um den Druck auf den Teilnehmer herabzusenken, versichere ihm, dass das Webinar auch als Aufzeichnung für alle angemeldeten Teilnehmer zur Verfügung gestellt wird.
  5. Der Termin kann ja von irgendwo auf der Welt gemacht werden. Und so können auch die Teilnehmer überall sein. Mach deshalb von dem Zeitzonen-Feature in Terminen Gebrauch.
  6. Gib dem Termin einen sprechenden Namen. Also z.B. „Webinar-fuer-Software-XYZ-fuer-neue-Nutzer.ics“. Wenn man das herunterlädt und erst später öffnet, kann man das auch ohne Klick inhaltlich einsortieren. Hashes sind für dich vielleicht hilfreich, aber für die meisten Nutzer nicht. Event.ics ist das Allerschlimmste. Scheint aber in vielen Systemen Standard zu sein.
  7. Wenn du ein ungewöhnliches Tool für Webinare nutzt, schick einen Absatz in der Einladung mit herum, dass die Teilnehmer das schon mal installieren sollten. Das gilt eigentlich für alles außer WebEx.

Calypso und der Zug

Calypso ist die Zukunft von WordPress. Das hat Matt Mullenweg auf dem WordCamp US 2016 wieder mal erzählt. Offenbar gibt es in der Zukunft überall Internet. Denn Calypso, der Desktop-Client für den Mac, ist ohne eine durchgängige Internetverbindung nicht nutzbar. Ich hatte ja wirklich überlegt, das alte Schlachtross MarsEdit, dessen Bookmarklet ich so oft in der Lesezeichenleiste in Chrome sehe und nutze, aufs Altenteil zu schicken. Aber nicht so schnell, junger WordPress-Padawan.

Software, die das Internet braucht: Irgendwie fühle ich mich an die Anfangsjahre der Chromebooks erinnert. Da war das auch notwendig. Ohne Netzverbindung waren die netbookartigen Geräte von Google nur schwer. Aber nicht besonders nützlich. Mit dem Hinzufügen von Offlinefunktionen und Entwicklungen wie PWA (Progressive Web Apps) täuschen die manchmal auch über Schwankungen in der Netzqualität hinweg.

Das wünsche ich mir für Calypso

Ich bin kein Entwickler, aber dennoch hätte ich gern ein paar Feature Requests an WordPress für das neue Vorzeigeprojekt. Deswegen habe ich die hier einmal aufgeschrieben:

  • Die Software speichert zur letzten Nutzung alle Entwürfe und eine lokale Kopie der Post-Datenbank der letzten 30 Tage. Dann kann man die Software schließen und beim nächsten Start steht alles zur Verfügung. Ohne Netz kommt nur diese traurige Fehlermeldung, die ich bekommen habe. 
  • Wenn ich die Software starte ohne Netzverbindung, darf mich das Programm gern darauf hinweisen, dass ih erst einmal nix publizieren kann. Aber meinen Entwurf würde ich gern in die Tastatur hauen können. So wie diesen Post, den ich in zehn Minuten zwischen München Ost und Rosenheim geschrieben habe.

Ja, das Netz sollte überall sein. Aber auch Automattic darf sich nicht darauf verlassen, dass der Netzausbau in ländlichen Regionen in Deutschland schnell genug vorankommt. Und manchmal will man ja auch gar nicht seinen Rechner über Netzverbindungen nach außen öffnen. Etwa, damit der Akku im Zug noch ein bisschen länger hält.

How is this still a thing: Speichern unter oder Exportieren?

Wenn man mit dem Standard-Dateiformat in einer Anwendung auf dem PC oder Mac arbeitet, ist alles gut. Speichern ist Speichern, und sonst ändert sich nix. Manchmal muss man aber in Teams Dateien austauschen oder eine andere Fassung der Datei herstellen. Klassischerweise sind das unterschiedliche Bildformate in Grafikprogrammen, oder in meinem aktuellen Fall, über den ich mich hier auslassen will, sind das Optionen in Powerpoint.

Speichern unter

So gibt es zwei Wege, um etwas Anderes als .pptx-Dateien zu erzeugen: Speichern unter und Exportieren. Speichern unter kann nur Powerpoint-ähnliche Formate, etwa alte Versionen. Exportieren kann auch

Ich verstehe die feine Semantik bei der Unterscheidung: Speichern unter heißt, dass man die Datei mit dem vorliegenden Programm auch immer wieder problemlos öffnen kann und weiter bearbeiten kann. Exportieren schneidet diesen Weg ab.

Aber: Mich würde Forschung dazu interessieren, wie normale Nutzer diese Buttons verstehen? Mir war das nämlich bei frühmorgendlichen Last-Minute-Änderungen an einer Präsentation nicht klar. Ich glaube, anderen könnte das auch gehen.