Ein Hauch von Baywatch. Foto: Natalie Collins/Unsplash

Filmkritik „Baywatch“

Der Ton wird früh gesetzt, schon nach zwei Minuten: Baywatch will nicht anspruchsvoll sein, sondern seichte Unterhaltung mit Brecherwitzen, die über die Hauptdarsteller ausgeschüttet werden. Da kommt eine große Atlantik(?)welle und bricht an haushohen, digital ins Bild eingefügten Buchstaben – der Baywatch-Schriftzug. Das ist over the top, fast schon Camp – genau wie die perfekt modellierten Körper, allen voran der von Ex-Teenie-Schwarm Zac Efron. (Genug für die Standbildfunktion, wenn der Film auf DVD veröffentlich wurde.)

Das ist für mich die Offenbarung an dem Film, bei dem viel Zeit bleibt, darüber nachzudenken, warum einiges so gemacht wurde von den Machern.

Dass Dwayne Johnson (Actor formerly known as The Rock) 2016 vom People-Magazin zum sexiest man alive gewählt wurde, hat wohl eher mit seiner Popularität zu tun als nur mit seinem Aussehen. Und in Baywatch lässt er sein Shirt an. Und läuft in Schwimmschuhen über den Strand, die wir von Kindern, auch meinen, aus dem Freibad kennen. Ich frage mich:

  • Hat er hässliche Füße?
  • War der Sand zu heiß?

Es ist diese Art Film: Es passiert nix, also schaltet das Gehirn vom Leerlauf irgendwann in Hochbetrieb um, so eine Art Vollgas im Leerlauf.

Die Keuschheit passt auch zur Rolle des Mitch Buchanan, denn Hasselhoff hat das in der Original-B-Serie auch selten getan, wenn ich mich richtig erinnere. (Auch wenn ich die Hawaii-Folgen nie gesehen habe.) Als Baywatch das erste Mal ein Hit war, war Pamela Anderson ein Weltstar, und Hasselhoff ein Typ aus der Weltpolitik. Nicht wenige dachten, dass er mit seinem blinkenden Lederfummel die Mauer zum Einsturz gebracht hat. Wie rief er einst:

„I’ve Been Looking for Freedom“

Und die Freiheit, die er meinte, waren ein Kabelanschluss und ein Netflix-Abo. Immer noch träumen hunderte von Freiwilligen davon, Menschen vorm Ertrinken zu bewahren – und das ein oder andere Strand-Babe abzuschleppen, äh, zu retten. Am Hormoncocktail des Kinopublikums hat sich im Vergleich zum Serienpublikum von früher wenig geändert.

„Baywatch“ bleibt sich treu – das war früher Trash, und es ist es heute noch. Wer mehr erwartet, geht am Markenkern vorbei.

Wertung: 1 von 5 Bikinis 

Photo by Natalie Collins on Unsplash

An die Hand nehmen ist schon mal eine gute Idee für Reisen mit Kindern. Foto: Unsplash/Guillaume de Germain

Reise-Webseiten: Reisen mit Kindern #rant

Warum ist es eigentlich so schwer, eine Unterkunft für eine Städtereise mit Kindern zu buchen? Was ich meine: Ich plane für den zweiten Teil meiner Elternzeit fürs dritte Kind eine lange Zugfahrt mit meinen Kindern. Die soll in eine große deutsche Stadt führen. Die Bahntickets nach Hamburg waren kein Problem: Die Kinder lieben Zugfahren, und ein halbes Jahr vorher (nicht mehr 92 Tage, Pro-Tipp!) kann man sehr günstig Fahrkarten kaufen. Für weniger als 40 Euro ist da die Reservierung gleich mit dabei. Kinder-Abteil, wir kommen! (Der einzige Schreck, den ich erleben kann? Umgekehrte Wagenreihung, heute gelten die Reservierungen nicht und die üblichen Bahnkatastrophen.)

Aber wenn ich ein Hotel buchen will, kann ich die Kombination „1 Erwachsener und 2 Kinder“ bei den allermeisten Webseiten gar nicht buchen. Ich muss anrufen. Wer mich kennt: Ich mache nicht viele Worte, und telefonieren und dann auch noch die Kreditkartendaten durchgeben am Telefon – das bin ich nicht. Ich würde das gern mit ein paar Klicks erledigen. Da steht ja auch kein technisches Problem im Weg. Warum ist das wichtig? In normalen Online-Buchungsstrecken von Hotels gilt die schöne Regel, dass man bis zum Anreisetag die Reise stornieren kann, wenn man bis 18 Uhr sich meldet. Bei der telefonisch vereinbarten Reise gilt dann aber oft eine 2-Wochen-vor-der-Reise-Ausschlussregel.

Warum ist das so? Ich habe dann bei einem Hostel gebucht, das ungewöhnliche Gruppengrößen schafft in seinem Buchungsverlauf.

Photo by Guillaume de Germain on Unsplash

Offline sein ist ein Unbekannter Fehler in Outlook

Microsoft liebt Office für Mac nicht so sehr wie Office für den PC. Daher fehlen mir in der täglichen Arbeit immer wieder Features, die auf dem PC das Leben des Knowledgeworkers so viel einfacher machen. Die Raumbuchung ist eines solcher Features – die ist auf Macs nämlich immer noch viel komplizierter als auf dem PC (ich sage nur: automatische Vorschläge fehlen).

Ein anderes Thema ist das Offlinesein. Immer dann, wenn ich im Zug Mails schreibe und gerade kein Netz habe, erhalte ich diese formschöne und selbsterklärende (Achtung, Ironie!) Fehlermeldung:

Unbekannter fehler in outlook fuer mac

Photo by Mike Kotsch on Unsplash

Gutenberg soll für WordPress so epochal sein wie Gutenberg für die Welt. Illustration: Flickr-Nutzer Frédéric BISSON

WordPress: Gutenberg verstehen

Gutenberg verstehen, das war der Plan. Am besten von einem WordPress-Experten erklären lassen, das wäre perfekt.

Von meinem veritablen Respekt vor WordPress-Community-Legende Mor10 habe ich schon erzählt. Morten Rand-Hendriksen ist ein WordPress-Dozent, dessen Kurse sich schon hunderttausende Nutzer bei Lynda.com/Video2Brain angesehen haben. Das erste Mal habe ich ihn in Wien beim WordCamp Europe 2016 sprechen gesehen.

Jetzt, im Dezember 2017, hat er wieder zugeschlagen, also nur im übertragenen Sinne, er ist einfach viel zu freundlich. Auf dem WordCamp US 2017 in Nashville, dem größten zweitgrößten WordPress-Treffen weltweit, hat er seine Gedanken zum großen WordPress-Projekt Gutenberg vorgestellt.

Für die, die nicht wissen, was Gutenberg im WordPress-Kontext bedeutet

WordPress gilt als das erfolgreichste Web-CMS der Welt. Dabei ist es das nicht. Es ist ein Blog-CMS. Erst mit den geeigneten Erweiterungen, Plugins, wird WordPress als CMS für Magazin-Webseiten tauglich. Das haben wir bei TargetVideo gemacht, und unseren eigenen Stack für unsere Anforderungen bei Amazon Web Services kreiert, und tausende andere Agenturen, Startups und KMUs tun das auch, in einem extrem ausdifferenzierten Ökosystem. Es gibt alles schon einmal.

Was heißt das? Es gibt für viele Standardanfragen ein Standardset an Features, was man installiert, und dann kann WordPress auch das. So wie Neo Kampfsportarten in „Matrix“ lernt.

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Auf einmal geht es. Und WordPress kann Kung Fu – mit dem richtigen Theme. Alles geht – das ist der Plugin-Theme-Weg, den Millionen von WordPress-Nutzern kennen.

Back to black: Gutenberg

Mit Gutenberg wird sich das ändern, und ich hatte mir schon lange nicht mehr den Fortschritt der Entwicklung bei dem, was ich für den neuen Editor hielt, angesehen. Jetzt also das Video von Mor10. Und in 27 Minuten verrät er alles, was man wissen muss. Ich schweige kurz. Video ansehen, dann geht es weiter: https://wordpress.tv/2017/12/10/morten-rand-hendriksen-gutenberg-and-the-wordpress-of-tomorrow/

Einige der Fragen, die am Anschluss gestellt werden, sind tatsächlich gut. Das ist selten bei solchen Veranstaltungen. Und im Q&A-Teil gibt auch Morten Rand-Hendriksen zu, dass er zuerst Gutenberg als Editor-Ersatz gesehen habe. Aber das ist nicht alles. Ich hätte gefragt, wie ACF und Gutenberg zusammengehen. Aber dafür gibt es auch ein GitHub-Issue – schon seit Juni.

Gutenberg ist der Versuch, WordPress ohne einen deftigen Versionsnummernsprung, wie das andere Software (auch Konkurrent Typo3) macht und gemacht hat, zu einem voll flexiblen Inhalteverwaltungssystem zu machen. 4.9.1 ist jetzt, Gutenberg kommt (vielleicht/wohl) mit 5.0. Richtiger wäre wohl 6.0. Oder WordPress 95.

Und das geht einher zwar mit einer engen Verknüpfung von Form und Inhalt. Und das ist auch der Punkt, an dem ich eher kritisch bin, was das angeht. Viele professionelle WordPress-Projekte entstehen als decoupled frontend, auch bei TargetVideo.

WordPress-Erfinder und benevolent dictator for life Matt Mullenweg gibt den Rahmen und die Begründung für Gutenberg in wolkigen Phrasen wieder, wie er das immer macht, in seinem Post

„We called it Gutenberg for a reason“:

The printing press ushered in social, political, and economic sea changes. Gutenberg changed everything. WordPress has always been about websites, but it’s not just about websites. It’s about freedom, about possibility, and about carving out your own livelihood, whether it’s by making a living through your site or by working in the WordPress ecosystem itself. We’re democratizing publishing — and democratizing work — for everyone, regardless of language, ability, or economic wherewithal.

Wenn man das zersägt und weiter denkt, gibt er damit zu: Gutenberg soll alles ändern für WordPress. (Eine Softwareschmiede, HumanMade, die in der WordPress-Welt Rang und Namen hat, bietet sogar ein Whitepaper für diese dramatische Veränderung an.)

Was genau ändert Gutenberg?

Der bisherige Content-Blob, das Objekt, in das alles hineingepumpt wurde, und das Datenbankabfragen etwa nach einem Wechsel des Page Builder-Plugins fast nur noch Müll ausspucken ließ, wird durch etwas strukturierteren Content, kleinere Häppchen, die so genannten Blocks ersetzt. Der Wandel zu Gutenberg beginnt am Editor, wie Mor10 erklärt, weil das einfach der logische Anknüpfungspunkt ist. Aber auch Sidebar und Co. können sich durch Gutenberg massiv ändern.

PageBuilder sind eine Plage im WordPress-Kontext, einfach deshalb, weil sie so mächtig sind und dem System Funktionen gibt, die es out-of-the-box (Core WordPress) nicht hat. Mor10 hat PageBuilder auch erst für die ersten Opfer von Gutenberg gehalten, hat aber mittlerweile seine Meinung etwas revidiert.

Das neue System, Blocks statt Blob, ist epochal anders als bisher, und eine der beliebtesten Agenturen aus der WordPress-Welt, Yoast, hat das auch im Oktober noch kritisiert:

Here at Yoast, we are worried about the use of new technology combined with the introduction of big new concepts. This is bound to make for a rocky experience.

Morten ist ganz begeistert von den neuen Möglichkeiten, er ruft alle zu Experimenten auf. Ist auch richtig, aber mit wenig Geld gilt: Ich habe Bedenken, weil das alles auch Geld kostet – neue Wege ausprobieren, verwerfen und wieder neue Wege finden.

Das Umstellen der bestehenden WordPress-Installationen, die für ganz bestimmte Usecases mit Tonnen von Plugins angepasst wurden, wird viel Arbeitszeit kosten. Schlaue WordPress-Community-Mitglieder haben ihren Kunden schon empfohlen, dafür Budget fürs nächste Jahr einzuplanen. Eine Stimme:

The Gutenberg transition comes at a very high cost for small businesses. These businesses usually only have the resources to deal with their own daily business, but that’s pretty much it. However, with Gutenberg development processes need to change, products need to be modified or completely recoded, people need to improve their coding skills (learn JavaScript deeply), documentation needs to be rewritten, customers need to be educated, new staff needs to be hired to deal with the additional workload and so on. All of this while there is not much time left.

Oder aus einem GitHub-Ticket des Marketing-CoReps von WordPress zum Thema:

Small businesses often come to WordPress for the reasons we promote: technical SEO, ease of publishing, owning your own data. Convincing them to stay, when another option may be cheaper (WIX, Squarespace, even Dot Com), may become a challenge. Businesses don’t make decisions based upon community loyalty; they make decisions based upon finances.

Possible Solution

I would love to see the version that will be shipped with 5.0 set sooner than later. This will allow WordPress educators, agencies, businesses, the Make Team, and development shops to prepare the general public for the rollout with marketing materials, documentation, and, of course, compatible code.

Was ist mein Fazit zu Gutenberg?

Die Umstellung auf Gutenberg sollte länger dauern, als das bei einem neuen Release normalerweise der Fall wäre. Zu viel ändert sich, was kleine Teams und kleine Webseiten überfordern würde. Ich wollte nur meine Gedanken mal in einen längeren Faden knüpfen.

Illustration: Flickr-Nutzer Frédéric BISSON

Ein Blogger plaudert aus dem Nähkästchen

Nur dein Blog gehört dir selbst. Andere Plattformen sind nur geliehen, Medium, Facebook, Twitter, egal. Deine Webseite gehört dir und wird dir auch in zehn Jahren noch gehören. Mehr Lektionen im ganzen Post, ich will nur das Money-Zitat hier übernehmen:

10 years of professional blogging – what I’ve learned at andrewchen:

Think of your writing on the same timescale as your career. Write on a multi-decade timeframe. This means, don’t just pub on Quora/Medium

Photo by Stanley Dai on Unsplash

versandt: viele, versendet: 73

An Weihnachten gedenken wir jedes Jahr dem Schutzheiligen der Paketboten. (Muss Christophorus sein, wenn ihr mich fragt.)

In meinem Postfach gewinnt die Beugungsform versandt gegen versendet. Deutlich. Mit viele zu 73. Danke Gmail, danke Duden!

Duden | ver sen den | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme, Herkunft:

Beispiel: versandt und versendet

Photo by Maarten van den Heuvel on Unsplash