Statussymbole: Bisher scheitert „Ich lese, also bin ich“ noch in der digitalen Welt

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Bücher

Als Gelehrter hat man früher seine Bibliothek zu einem Statussymbol gemacht. Erst wurde der Kopf aufgemöbelt, dann das Zimmer. Schöne Eichenholzregale unterstreichen noch die Bedeutung, die man den Seiten zumisst.

Als Bildungsbürger gilt annähernd noch das Gleiche. Bücher sind in diesen Kreisen ein Wert an sich, der schön aufgehoben gehört. Die Anbieter von Wandbebauungssystemen fürs Unterbringen der Bücher sind Legion.

In der digitalen Welt fehlt eine Entsprechung. 

„Zeig mir dein digitales Bücherregal, und ich sage dir, wer du bist.“

Zum Beispiel kann ich meine Amazon-Bibliothek im Internet einsehen. Aber ich kann sie nicht öffentlich machen. Da sind einige Bücher drin – sagen wir mal, eine niedrige dreistellige Zahl zwischen 130 und 150. Dann möchte ich auch einige Bücher verstecken können. Die könnten ja auch in eine Art virtuellen Giftschrank wandern – zum Beispiel hat meine Frau mal Marc Levy über meinen Account gekauft. Und ich habe sicher auch so eine Urlaubssünde wie Tommy Jaud dabei. Aber im US-Amazon habe ich wohl mal irgendwann was geshared – vielleicht direkt zu Twitter gepostet. Aber die Seite selbst ist eher fad.

Oder man lässt seinen Kindle mal liegen in der S-Bahn oder im Bus. Vielleicht findet ihn ja ein Connaisseur.

Von Readmill hätte ich noch mal einen Schritt in Richtung Social Media und Bücher erwartet. Das war ein Berliner Startup, das einen cloud-basierten E-Reader für Browser und mobile Devices angeboten hat. Bis sie von Dropbox gekauft wurden.

Vielleicht ist es ja auch kein Markt. Aber falls es einer ist, ist es sicher keiner, für den Mittzwanziger im Valley affin wären. Hätte da ein paar Scribbles zu verschenken.

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