Newsroom oder Sonntagabend-Fernsehprogramm?

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Klar, heute läuft „Ocean’s Twelve„. Aber mit Kind ist so ein Beginn um 20:15 Uhr einfach nicht zu schaffen. Kurzer Gang durch die Alternativen. Wir haben den auf DVD, aber so dringend muss ich den nicht sehen. Mit dem DVD habe ich ihn nicht programmiert. Zur Videothek? Gibt’s die noch? Einen Ausweis habe ich jedenfalls nicht, und auf so Formalitäten habe ich am Sonntagabend wirklich keine Lust.

Also ins Internet? Ich schaue keine illegalen TV-Streams oder Torrents oder aus dem Usenet an.

Also zu YouTube, zwischen all dem Quatsch gibt es auch ein paar Perlen. HBO streamt gerade für eine begrenzte Zeit die erste Folge von „The Newsroom“ (IMDB) bei YouTube. Ein paar Tricks später, und die Folge läuft in HD-Qualität auf dem Notebook. Danke, Internet. Bundling? Du hast mich wieder mal im Stich gelassen.

(Leider kann ich den Player hier nicht embedden. Das wurde deaktiviert, wohl auf Wunsch von HBO.)

Die ersten zehn Minuten sind brillant geschrieben. Aber sie zeigen auch das Verhalten eines MOTR-Anchormans, das dieser nie zeigen würde. Bin auf die nächsten 72 Minuten gespannt.

(Und ja, wenn mir der Sums gefällt, werden die nächsten Folgen schwieriger werden.)

Markenschutz für Deutschland-Griechenland-Witze

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Hiermit beantrage ich im übertragenen Sinne, ganz treu der Harald-Schmidt-Show, Markenschutz für die folgenden Gags:

Nach einem deutschen Sieg:
Darauf einen Ouzo!
Und jetzt nehmen wir euch auch noch DEN Euro weg!
Nach HauseGRIECHEN (heute schon im Netz gesehen)
Auf der GRIECHspur heim
Akropolis, adieu!

Zum Trainer
Der erste Portugiese unter dem Rettungsfallschirm

Bei einer Niederlage der Deutschen
Jetzt auch noch DIE Euro kaputtmachen
Ein Tor, wer Böses dabei denkt, reicht auch
Auf Hellas und Pfennig wird abgerechnet

Kleine Verbesserung am Videotext/Teletext der ARD: mehr Farbe

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Vor einigen Tagen hatte ich ein Twitter-Gespräch über Videotext. Manche sind entsetzt, wie sehr der noch genutzt wird. Also habe ich, während der Rechner auf dem Schoß neu gebootet hat, schnell die Gruppentabelle aufgerufen der Gruppe D bei der EM2012. (Uefa Euro HD M 1 HD oder wie das offiziell heißt.)

So eine Livetabelle ist ja gut. Aber kleiner Usability-Hinweis: Sachen, die miteinander in Beziehung stehen, sollten dem gleichen Gestaltungsmuster folgen. Live-Ergebnis ist lila, also sollte die Live-Tabelle auch lila sein.

Sie ist aber einfach nur weiß. Da muss man als User mehrfach hinschauen, um zu wissen, ob die jetzt auch ständig aktualisiert wird.

Und wann heißt es eigentlich Videotext und wann Teletext? Das kapiert doch kein Mensch.

Korrespondenten-Singsang

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Journalismus
Gerade habe ich mal wieder die Tagesschau gesehen. Selten genug, aber das ist ein anderes Thema. Da lief irgendein Bericht aus den USA, genauer aus dem Washingtoner Studio der ARD. Korrespondentin, auch im On, war die rheinische Frohnatur Hanni Hüsch. (Keine Ahnung, ob sie eine Frohnatur ist oder aus dem Rheinland kommt, aber mit dem Namen muss man eine sein.)

Warum weiß ich nicht mehr, um was es geht? Ein Grund: Die wenigsten Zuschauer wissen eine Viertelstunde später nicht mehr, was in der Tagesschau an Themen lief. Aber der Grund, auf den ich hinauswill: Bei dem Singsang der US-Korrespondenten im deutschen Fernsehen bleibt kaum etwas vom Gesagten hängen.

Es klingt ein bisschen was vom Formatradio und den Gute-Laune-in-tierischer-Frühe-Stimmen aus dem Middle-of-the-Road-Radio durch. Aber das ist es gar nicht, wo das wohl herkommt.
Denn die Politikjournalisten und auch alle anderen im US-Network-Fernsehen haben genau diese merkwürdige Sprachmelodie, die sich offenbar ansteckend auf deutsche Kollegen, die innerhalb des Beltways Dienst tun und irgendwo in Fairfax leben.

Was ich will: eine Dissertation über die Sprachmelodieveränderungen von US-Korrespondenten. Material könnten ja viele Stunden aus dem großen Archiv-Pool sein. Als Vergleichsprobe könnten Aufzeichnungen aus den Vorgängerstationen dienen. Wahrscheinlich braucht man aber eine computergestützte Auswertung der Sprachmuster. Es werden hunderte sein. Alles nur, um meine These zu stützen. Aber man kann auch noch einen schönen Grundlagenteil über Intonation von TV-Sprechern dranhängen. Leitfadeninterviews mit den wichtigsten Korrespondenten wären auch was. Um einen Bias auszuschließen, könnte man sich Korrespondenten aus verschiedenen Anstalten anschauen. Am auffälligsten ist das Prinzip aber bei öffentlich-rechtlichen Kollegen. Die berichten aber auch am häufigsten aus der Stadt mit dem Obelisken.

So, wer will? Stelle gern den Kontakt zu Datenjournalisten her, die ein bisschen mehr vom Metier verstehen als ich.

Feuer im Stadion

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In Köln haben heute in der Bundesliga angebliche Fans Feuer gelegt, weil sie so traurig waren, dass ihr Verein aus der ersten Liga absteigt. Feuer.

In Dortmund haben heute in der Bundesliga angebliche Fans Feuer gelegt, weil so glücklich waren, dass ihr Verein Meister geworden ist. Feuer.

Es sind keine Bengalos, kein Feuerwerk. Sondern es ist Feuer. In einem engen, eng gefüllten Stadion mit 50.000 oder 80.000 Zuschauern. Das ist versuchte Körperverletzung.

Wer ein Messer mit ins Stadion nehmen will, dem wird das Messer abgenommen. Glasflaschen werden den Besuchern abgenommen. Wieso kommt immer noch das blöde Feuer-Zeugs mit rein?

Wenn ihr Feuer machen wollt, kauft euch einen Kamin. Im Stadion hat Feuer nix verloren.

Über den Unsinn von Sperrfristen

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Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Sperrfristen zerstört werden müssen.Ich will hier gar nicht wie Michael Arrington klingen, auch wenn ich an den als ersten gedacht habe. (Hier erläutert der Techcrunch-Gründer, warum er sich unmöglich an Sperrfristen halten könne: http://techcrunch.com/2008/12/17/death-to-the-embargo/)

Heute früh habe ich ein Stück bei DWDL gelesen, dessen Grundtenor ich gar nicht vollständiger teilen kann. (http://www.dwdl.de/magazin/33059/der_fernsehpreis_und_die_lachnummer_mit_der_sperrfrist/) Sperrfristen sind Unsinn, vorgeführt am Durchsickern von Meldungen trotz eigentlich verhängter Berichterstattungsverbote.

Was war passiert?
Sonntagabend fand die Verleihung zum Deutschen Fernsehpreis statt. Die Gewinner sollten nicht verraten werden, hatten offenbar die Veranstalter / die begleitenden Pressebetreuer gebeten. So klingt es zumindest durch im Text. (Link: http://www.dwdl.de/magazin/33059/der_fernsehpreis_und_die_lachnummer_mit_der_sperrfrist/)

Aber die Gewinner wurden bekannt, weil die Meldung der dpa mit der Sperrfrist doch publiziert wurde:

So verschickte die dpa am späten Sonntagabend eine Meldung mit den wichtigsten Gewinnern des diesjährigen Fernsehpreises. Mit Sperrfristhinweis für den 3. Oktober, 23 Uhr. Doch diese Meldung wurde binnen Minuten von Focus Online offenbar automatisch veröffentlicht.

In der Folge liefert DWDL Beweise dafür, wie viele Webseiten die Meldung einfach durchpubliziert haben, ohne dass ein Redakteur diese Tickermeldung hätte bearbeiten müssen. Außerdem arbeitet sich der Autor, Thomas Lückerath, an der Gleichartigkeit der Berichterstattung der Regionalverlage im Web ab. Berechtigter Vorwurf, aber hier irgendwie auch am Kern der Sache vorbei.

Worum geht es eigentlich hierbei? Es war etwas passiert, nennen wir es Sachverhalt A. Reporter B schreibt das auf, veröffentlicht es als Meldung M. Redakteur C schickt Hinweis hinterher, dass man das noch nicht drucken darf. Redaktion D bekommt die Meldung, hat aber im Redaktionssystem E keine Sperre eingebaut, die Nachrichten auf die Zeichenkette “Sperrfrist” hin untersucht und filtert. User F liest es, teilt die Nachricht über Social Media mit der Welt – Nachrichtenagentur F kann mit einem Rückzug der Meldung gar nichts mehr erreichen.

Was ist an diesem Konstrukt falsch? Am Event G, an dem auch Sachverhalt A passiert ist und Reporter B hoffentlich teilgenommen hat, um Meldung M zu schreiben, nehmen mehrere hundert weitere Personen teil. Die reden mit anderen Freunden (so war das zumindest früher, wenn Geheimnisse keine Geheimnisse mehr blieben), smsen die Ergebnisse und twittern und facebooken und bloggen sie in die Welt. Weil sie sich freuen und die Freude mit der Welt teilen wollen – ist ja auch alles richtig so. Deswegen war die Sperrfrist für diesen Event wie für jeden Event eine blöde Idee. Das neue Diktum im Journalismus ist: Wenn etwas passiert ist, ist es passiert. Punkt, aus. Oft genug wird man als Sportfan in der Sportschau für dumm verkauft, am schlimmsten ist es immer bei der Entscheidung um die Meisterschaft. Da gibt es dann in der Sendestrecke die Fiktion, man wisse noch nicht, dass die Mannschaft T Meister gewurden ist. Sondern es wird mit einer künstlich übergestülpten Chronologie der Gemeinsamkeit versucht, Spannung zu erzeugen. Früher nannte man das Aufhotten, heute gibt es sicher einen besseren Begriff in den Redaktionen dafür.

Eine Sperrfrist für einen Event ist einfach Unsinn. Entweder ist ein Unfall passiert, ein Haus eingestürzt oder jemand hat einen Glitzerpreis bekommen – oder nicht. Auf diesen Grundkonsens müssen wir uns einigen können, ohne Angst zu haben, nicht wieder zu der Veranstaltung eingeladen zu werden. Diese klitzekleine, piefige Angst der Medien, warum sie sich an Bitten zu einer Sperrfrist halten, gehört abgeräumt.

Und warum Pressemeldungen mit Sperrfrist noch größerer Quatsch sind? Die Pressemeldung bezieht sich auch auf einen Event oder suggeriert einen Event, der nicht wichtig ist – eine Pressekonferenz zu einem Launch oder so. So ist es zumindest im Technikjournalismus oder Medienjournalismus. So ist der Gegenstand der Berichterstattung wirklich meist nur ein neues Handy oder einen Firmenfusion. Sollten wir dafür als Journalist unsere Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen? Lohnt sich das wirklich? Es lohnt sich wirklich, dies mal auf den Kopf zu stellen und zu diskutieren, ganz so, wie es DWDL schreibt.

Man kann über den Sinn von Sperrfristen lange philosophieren und leidenschaftlich darüber diskutieren.

Warum ich bullish für das Chromebook bin

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Der Artikel von Spiegel online ist wie immer toll überschrieben: Offline taugt das Chromebook bloß als Buchstütze (http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,770183,00.html)

Recht hat der Autor. Aber: Ein ganz normales Büronotebook in einem Konzern, der großen Wert auf IT-Sicherheit legt, kann ohne eine Internetverbindung auch nicht viel. Klar kann man an Dokumenten arbeiten, aber verschicken kann man sie nicht – und auch nicht vom Server holen, wo sie in aller Regel zur besseren Zusammenarbeit und aus Sicherheitsgründen (Profile des Users liegen da auch) abgelegt sind. Klar, kann man auch im Tunnel bei der langen Bahnfahrt eine E-Mail beantworten und erst wieder im Heimathafen, wo man WLAN hat, günstig verschicken. Aber für solche Zwecke sehe ich das Gerät auch nicht (auch wenn vor allem die kundenunfreundliche Politik deutscher WLAN-Hotspotbetreiber das Land zu einer weitgehend konnektivitätsfreien Wüste macht).
Und auch nicht für Menschen wie du und ich, Privatanwender. Natürlich ist das Chromebook vor allem eine einzige lästige Einschränkung. Ziemlich dumm ohne das Web.

Aber Privatanwender werden damit eh nur wenig anfangen können. Sondern im Büro könnte es glänzen. Da macht es sich bezahlt. Für Schreibtischtäter und Bürohengste.

Denn in IT-Abteilungen hat das Ding wirklich eine Chance (- wenn die sich darauf einlassen können, dass ab sofort alle Daten bei Google liegen. Aber das ist dann wirklich ein Thema für einen ganz anderen Blogpost, den ich nicht schreiben will).

Warum ist das Gerät für IT-Fachleute so interessant? Weil Anwender nichts mehr auf dem Notebook installieren können. Nicht, weil man ihnen die Rechte weggenommen hat, etwas zu installieren, sondern weil auf dem Chromebook einfach nix installiert wird. Keine Angst mehr vor Viren, Bloatware und all dem Zeug, was Windows-Kisten mit der Zeit ansammeln.

Die Mitarbeiter loggen sich einfach mit ihrem Account ein (notwendige Bedingung für IT-Verantwortliche – und sehr hohe Hürde – Google Apps for Enterprise), und schon ist alles da. Die Mails, die Office-Anwendungen, der Browser. Die ein oder andere Unternehmensanwendung wird man neu schreiben müssen, da sie nur im IE6 funktioniert – aber das wäre eh im nächsten Geschäftsjahr passiert.

Nix installieren? Oh, damit verliere ich meine Gestaltungsmöglichkeiten als Knowledge Worker. Iwo. Ein normal konfiguriertes Windows-Notebook darf auch nix über das hinaus, was der System-Administrator und die Firmen-Richtlinie erlauben. Da werden für jede Software Anträge geschrieben und Tickets eröffnet, bevor dann auf das Gerät per Fernwartung installiert wird. Das dauert – und in der Zeit hat man auch eine passende Webanwendung gefunden. Salesforce macht CRM, Google Docs oder Zoho machen Office, GMail macht auf Exchange, GTalk oder IMO auf Communicator oder einen anderen IM, Google Docs auf Adobe Reader. Spezielle Firmenanwendungen leisten sich eh nur noch die ganz großen. Die Buchhaltungssoftware muss dann in eine virtuelle Maschine auf den Server, aber an die müssen eh nur wenige ran. Und der Windows ME-Rechner, auf dem der Faxserver und die Telefonzentrale laufen – der gehört eh auf den Wertstoffhof.

Was macht man sonst noch mit einem Rechner?
Mit Amazons Cloud Drive, Dropbox und Googles Music Beta komme ich auch ohne iTunes aus.
YouTube funktioniert, jetzt mit den Movie Rentals dort und bei Facebook und anderen On-Demand-Diensten sollte das auch gehen. Aber das will man eh nicht auf seinem Firmen-Laptop.

Also: In den USA wird es viele Firmen geben, für die 28 Dollar im Monat für ein voll gewartetes Notebook nicht viel Geld sind und die zugreifen. In Deutschland und überhaupt in Europa wird der schlechte Ruf, den Google mittlerweile hat, und die Angst vor der Datenübermittlung auf ausländische Server außerhalb der firmeneigenen Firewall das Chromebook auch im Business scheitern lassen.

Für Privatanwender ist das Ding wirklich nicht geeignet. Spielen wird man darauf nämlich auch kaum können. Gut, dass es wenigstens Angry Birds für Chrome gibt.

P.S.: Und hier noch ein Argument:

http://www.betanews.com/article/Mozilla-and-Google-force-businesses-to-use-Internet-Explorer/1308889573?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+bn+%28Betanews+Full+Content+Feed+-+BN%29

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