Buchkritik: Illuminati, darf ich euch Google vorstellen?

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Bücher / Google / Software
Mein Kindle war voller Sachbücher. Wir waren im Urlaub, und mir stand der Sinn nicht nach Sachbüchern. Also fragte ich Katrin Scheib nach einer Romanempfehlung. Ich bekam zwei. Eine davon war Mr. Penumbras 24 Hour Bookstore, den sie selbst auch schon besprochen hat. Ein ausgesprochen guter Tipp.

Das Buch befindet sich an der Schnittstelle von digitaler Welt im Allgemeinen, Google im Besonderen und einer Schnitzeljagd im Illuminati-Stil. Und das mit etwas mehr Zurückhaltung erzählt als im lauten und nicht immer besonders glaubwürdigen Bestseller von Dan Brown.

Um was geht es in Mr. Penumbras 24 Hour Bookstore?

Nach einer Wirtschaftskrise muss Clay einen ungewöhnlichen Job antreten. Er bewacht Regale im leersten Buchladen der Stadt. Doch nicht alles ist so, wie es scheint.

Das muss als Zusammenfassung reichen. Das Buch legt jede Menge falsche Fährten aus, wie es sich für dieses Genre gehört. Es ist süffig zu lesen, mit einer Vorliebe für ungewöhnliche Beschreibungen, die Katrin schon gerühmt hat. Die Hauptfigur ist ein Amateur – also jemand, der etwas aus Liebe tut, was er nicht gelernt hat. Das ermöglicht ihm, Dinge anders zu sehen als andere. Das finde ich eine ganz tolle Eigenschaft, die das Buch gar nicht genug feiert.

Wie ein Kind trifft er Menschen, die er nicht vollkommen versteht. Was ihn so auszeichnet, ist, dass er diese nicht verurteilt. Das ist spätestens seit Harry Potter eine wichtige Heldenqualität. Kindlich ist auch die Naivität, die er geheimen Vorgängen entgegenbringt. (Mehr verrate ich wirklich nicht über den Inhalt.)

Was ich besonders charmant fand, ist die Offenheit des Buches gegenüber aktueller Technologie. Da programmiert sogar ein Buchhandlungsmitarbeiter ein bisschen, obwohl er weiß, dass er das nicht besonders gut kann. Hadoop wird erklärt, und was Skalierung von Servern zu leisten instande ist, lernt man en passant.

TL;DR

Ein Buchladen in San Francisco entpuppt sich als mehr, als er auf den ersten Blick hermacht.

Übrigens

Was ich vor der Lektüre nicht wusste, ist, dass Katrin das Buch als Taschenbuch gelesen hat. Auf Papier verzichte ich in der Regel, es sei denn, es sind Bücher mit vielen Bildern. Kinderbücher, Bücher zu Datenvisualisierung und so. Ich Kindle, du Paperback.

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