Alte Tools, oder: Man muss auch loslassen können (#UXPin #AxureRP)

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App / Journalismus / Konzeption / Softwareentwicklung
Vor kurzem habe ich an dieser Stelle geschrieben, wie es ist, dass das alte, erworbene Wissen unnütz ist.  as hat mich an einen Satz erinnert, den der große Essayist (ok, er ist Risikokapitalgeber im Silicon Valley) Paul Graham vor kurzem in einem tollen Aufsatz gesagt hat:

When experts are wrong, it’s often because they’re experts on an earlier version of the world.

Eine frühere Version meiner Selbst hat Prototypen mit Axure RP gemacht. Der Einstieg war nicht leicht. Die Software hat eine relativ hohe Hürde beim Einstieg, wie das viele Softwareprodukte aus dem letzten Jahrzehnt haben. Axure ist ein Box-Produkt, bei dem man merkt, dass jede Iteration noch mehr Features und noch mehr Komplexität gebracht hat. (Auch wenn man es online kauft und es nicht im Regal beim Elektronikmarkt steht, der Begriff Box-Produkt soll aus meiner Sicht sagen, dass es sich um ein riesiges Produkt handelt.) Ihre Schwester im Geiste ist Photoshop oder Word, nichts an der Software fühlt sich leicht an, sondern es ist immer Arbeit.

Mein Lieblingsbeispiel für die Komplexität in der Anwendung Axure RP ist „Wie mache ich einen Kreis?“. Das ist ganz einfach. Man malt ein Rechteck, klickt rechts auf das Objekt und verwandelt es in einen Kreis.

Nicht gerade logisch, oder?

Software installieren? Es gibt doch den Browser

Die neuen Tools sind anders. Sie laufen im Browser. Sie sind auf den ersten Blick viel weniger leistungsfähig. Sie verstecken ihre Komplexität, sodass man ihrer erst beim tieferen Nutzen des Produkts gewahr wird. Beim ersten Besuch bekommt man ein Tutorial-Video zu sehen. Eins, das man auch bei der Recherche für das Produkt auch gesehen haben könnte. Vier, fünf Minuten. YouTube-Player in der Lightbox über dem Web-Produkt. (Wenn du Adobe bist, mutest du uns deinen eigenen Flash-Player zu.)

Dann klickst du ein bisschen im Tool herum, machst deine ersten Schritte. Gehst zurück in die Gesamtübersicht, schaust dir ein einfaches, bereits vom Hersteller vorbereitetes Mini-Produkt an. Und dann vielleicht noch ein etwas komplexeres.

Warum ich das so ausführlich schreibe?

Ich musste mich daran erinnern, dass es einen Grund gibt, warum manche Prozessschritte in Tools nerven. Das Tool, das mich genervt hat, war UX Pin. Da muss man jede einzelne Photoshop- oder Sketch-Datei, die man uploaden will, erst mit einem Plugin in eine geeignete Form konvertieren. Der neue Dateityp ist .uxpin, kann sonst wohl keine andere Software. Noch mal 30x Dateikrempel, der meine Festplatte verstopft. Dann kann man die hochladen, aber nicht im Bulk, sondern nur eine Datei nach der anderen. Immerhin gibt es eine Queue, wenn man mehrere Dateien nacheinander losschickt in die Cloud.

Das wollte ich hier in Bausch und Bogen verdammen. Aber erstens ist das nicht der normale Anwendungsfall (UX Pin eignet sich gut zum Erstellen von responsiven Wireframes), und zweitens kann man mit den Photoshop-Dateien, die durch diesen Prozess hochgeladen wurden, wirklich gut arbeiten.

Also, UXPin, du kriegst noch eine Chance.

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