Usability Audit, auf eine Konferenz angewendet

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Konzeption / Softwareentwicklung

Ein paar Gedanken, wie man die nach eigenen Angaben größte Konferenz für Mensch-Computer-Interaktionjede Konferenz noch besser machen kann.

  • Die Location. Prestigeträchtig, aber nicht auf der Höhe der Zeit. Außer WLAN eigentlich für nix gut. Nicht mal so gelegen, dass man mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Spesen-Richtlinien!) gut dahinkommt. Zum Beispiel an einer Hochschule, gerade bei günstigen Konferenzen kommt das oft vor: Die Hörsäle sind nach einer halben Stunde Vortrag vollkommen sauerstofffrei. Ich weiß nicht, wie das Studenten machen. Konzentrieren kann man sich da nicht. Was kann man als Veranstalter tun? Vorher die Location besichtigen, nicht nur mit dem Hausmeister oder Facility-Verantwortlichen, sondern wenn sie in Betrieb ist. Ich habe mal eine Wohnung neben einer Brauerei angemietet, ich weiß, wie wichtig Besichtigungen zur richtigen Zeit sind.
  • Catering: Das stellt man nicht an die engste Stelle im Flur. Das ist zwar sympathisch schusselig, aber nix für Professionals, die man anspricht. Auch schon bei teuren Konferenzen erlebt. Und keine Spaghetti und nicht nur Gemüsebrühe. Damit sind die Flecken programmiert. Vegetarisch sollte auch etwas Anderes als Salat sein.
  • Schreib WLAN Zugänge auch an Türen und Stuhlreihen. Nicht nur im Programmheft und auf ausgelegte DIN-A-4-Blätter. Die Idee mit dem Passwort auf der Hörsaaltafel war gut für eine Hochschule. Vielleicht kann man das gleich auf die Badges drucken?
  • Mach eine bedienbare App für Smartphones. Wenn ich anreise, werde ich auf sie oder eine Website zurückgreifen. Es gibt nur ein Suchergebnis, wenn man was eingibt. Ich brauche auch eine Liste zum Browsen. Immerhin ist ein Großteil der Besucher zum ersten Mal da. Gern auch Liste der Teilnehmer, um Networking vorzubereiten. Statt einer App reicht mir auch eine responsive bedienbare Website. Gern mit Offline-Funktion im überlasteten Netz. Serviceworker FTW!
  • Zwing deine Besucher ins Gespräch. Mach in den Konferenzpausen (die eine gute Länge haben, mindestes 20 Minuten!) Spiele für Leute, die ins Gespräch kommen wollen. Mach Tische auf, an denen man alleine kommt und neue Leute kennenlernt. Vielleicht die Tische versponsern?
  • Wenn man weiß, wie kalt es in den Konferenzräumen in der Regel ist, macht es das Packen daheim leichter. Das hat bisher noch keine Konferenz geschafft. So habe ich immer eine Strickjacke im Gepäck, die ich dann doch nicht brauche.

Morgen beginnt das WordCamp Europe 2016 in Wien. Die Veranstalter haben im Vorfeld schon sehr viele Infos rumgeschickt, dann kann ich diesen Post sicher updaten.

  • Code of Conduct: Die riesige WordPress-Community hat natürlich einen Verhaltenskodex für Veranstaltungen wie den größten europäischen WordPress-Kongress. Da werden Dinge geregelt, die den gegenseitigen Respekt der Besucher betreffen. Sehr, sehr löblich. Und in der Eröffnungsansprache einer der Organisatorinnen wird auch noch darauf hingewiesen. So kann man das gut bei den Teilnehmern verankern.
  • Kinderbetreuung: Zum ersten Mal gab es bei einem WordCamp Europe eine Kinderbetreuung. Kurzzeitig hatte ich sogar überlegt, meinen großen Sohn mitzunehmen. Aber er hätte sehr wenig Zeit mit dem Papa gehabt, daher ist das wohl nicht so sinnvoll.
  • Musik: Die meisten Konferenzen sind sehr nüchterne Veranstaltungen, von der abendlichen Veranstaltung mit Musik und Freibier abgesehen. Die Beyond Tellerrand-Konferenz macht aus diesem Defizit etwas Einzigartiges: Ein DJ sampelt aus dem vorhergegangenen Vortrag die besten Passage heraus und mischt einen elektronischen Track für die Pausen zwischen den Sessions zusammen. Wirklich einzigartig, gibt es sehr selten! Plagiat dringend empfohlen, wenn du das richtige Publikum dafür hast. 
  • Dress Code: Jede Konferenz ist anders. Bei einigen Veranstaltungen sieht man Anzüge und Kostüme, bei anderen eher Motto-T-Shirts. 
  • Essen: Manche Veranstaltungen kosten viel Geld, dann erwarte ich auch als Besucher, das ich verköstigt werde. Ab 300 Euro sollte das drin sein. Bei einem BarCamp erwarte ich das nicht unbedingt, aber es ist eine tolle Gelegenheit für Sponsoren.
  • Badges: Darauf steht nicht nur der Name des Teilnehmers, sondern auch sein Twitter-Handle, das ganze Programm und seine Mittagsmenü-Wahl.

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