IA Konferenz: Volker Buchenau – Multiscreen Markenerlebnis: „Deutsche Post“

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Konzeption
Der Name nicht auf der ersten Folie, sein Auftreten eher zurückhaltend. Irgendwie finde ich Volker Buchenau von Pixelpark auf Anhieb sympathisch. (Pixelpark Bielefeld, Doppel-Das-gibt’s-wirklich also.)

Die Kunden-Website der Deutschen Post kam aus der mobile-Site-Welt, berichtet Buchenau. Dort wurde lange über Responsive vs. Mobile nachgedacht. 3000 Seiten sollten umziehen in eine neue Heimat. Die Menge des Contents, der versteckt wurde (etwa 90 Prozent), war der entscheidende Grund. Zum Schluss hat sich der Kunde für Responsive entschieden. Der Ansatz von Nielsen, mobil nur den mobilen Kontext anzubieten, wurde über Bord geworfen. (Wie so oft aktuell.)

Ganz lieb bedankt sich Volker Buchenau bei der IA Konferenz, dem Klassentreffen. „Ich denke mir jedes Mal, ich muss schon wieder eine neue Methode lernen.“ Zehn davon hat er bei seinem Projekt angewendet.

„Collaborative Design war die erste Methode, die wir praktiziert haben“, erinnert sich Buchenau. Die Ansprechpartner vom Kunden wurden mit integriert, ohne Hin- und Herfahren, sondern mit einem Kickoff-Workshop. Dort wurden Breakpoints festgelegt, der Modul-Transfer festgelegt. „Die rechte Spalte rutscht unter die linke.“

Mit Customer Journey Mapping hat die Agentur das Verhalten der Seite für den Kinden aufbereitet. Das Analysebeispiel war Zalando. Breakpoints wurden mit einem Axure-Klickdummy demonstriert. Auch diese Customer Journey wurden in ein Multiscreen-Grid umgesetzt. Der Klickdummy wurde mit sechs Probanden getestet, nicht im fremden Lab, sondern in eigenen Räumen. Extrem lange Seiten zum Scrollen, wie kilometerlange Homepage, kamen beim Smartphone nicht so gut an.

Zweite Iteration: Kunde wollte Crowdsourcing beim Testing machen. Die Desktop-Variante schnitt ganz gut ab. Daher hat man sich aufs Smartphone konzentriert, dort waren noch mehr Punkte zu holen. Die Profitester von den Crowdtest-Agenturen haben den Pixelparkern nicht gefallen, Crowd-Worker waren zum Setup zu aufwändig. Streetspotr war für das Projekt aus Pixelpark-Sicht der Sweet Spot. Wisch- und Aufklapp-Mechanik wurden gegeneinander getestet. Buchenau sagt, die Nutzererfahrung habe sich deutlich verbessert bei der zweiten Iteration.

„Anstatt viele Seiten als Dokumentation zu schreiben, haben wir das als Klickmodell gebaut. Damit konnte man Kunden überzeugen, dass wir schneller sein könnten als Wettbewerber. Backend-Spezifikation für die bestehende Infrastruktur haben wir aber dennoch geschrieben.“

Content Audit lief über 3000 Seiten, die wir auf 1000 Seiten reduzieren wollten, weil das ein gewachsenes System mit zwei Teilbereichen war. Ziel war es, automatische Migrationsskripte zu schreiben. Das hat auch geklappt, gemeinsam mit Textvorgaben für Redaktion.

Responsive Styleguide: Dabei wurde erst Desktop-Styleguide geschrieben, Klickmodell da hinein geladen. Dann wurde das heruntergebrochen auf Tablet und Smartphone. Styleguide enthält auch Tabelle mit Bildformaten, auch mit Dateigrößen. Styleguide ist ein Webprodukt, mit Kommentaren, wie die Elemente benutzt haben.

Rückblickend hat sich Klickmodell als Erfolgsfaktor für das Projekt erwiesen. Aus diesem Klickmodell ist dann auch ein Codemodell entstanden, das inzwischen andere Agenturen benutzen.

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