Her. Mal wieder eine Filmkritik

Journalismus

Träumerisch - Joaquin Phoenix in Die Vorschusslorbeeren waren groß. Freunde, deren Filmgeschmack ich schätze, hatten den Film gelobt. Die Zugfahrt war lang - einmal quer durch die Republik. Zeit auch für mehr als eine folge meiner Lieblingsserie. Also für 48 Stunden “Her” bei “iTunes” ausgeliehen. Ein Mann verliebt sich in das Betriebssystem auf seinem Handy. Aber das ist schon ungenau, wo der Film so genau ist. Filmemacher Spike Jonze erfindet für die Hauptfigur Theodore ein einheitliches Computersystem, das er sowohl auf seinem Rechner im Büro als auch auf seinem Smartphone hat. Universal OS - das muss die Zukunft sein. Nicht einmal Apple oder Microsoft haben das bisher ganz richtig hinbekommen. Jonze hütet sich zurecht davor, allzu viel vom UI zu verraten. Das zentrale User Interface in dieser schönen, neuen Betriebssystemwelt ist die Stimme und die Spracherkennung der Software. Die Stimme gehört ihr. “Her” also. Gut, dass iTunes auch gleich die englische Originalversion mitliefert. Die Stimme gibt dem Betriebssystem Scarlett Johansson. Seit “Lost in Tranlastion” so etwas wie der Traum des etwas schlaueren Filmfans. Seit “Avengers” sicher auch die von mehr Menschen. (Ich werde in dieser ganz persönlichen Besprechung im Folgenden mehrere Dinge verraten, die man nicht wissen sollte, wenn man den Film noch sehen will. Also: Hier jetzt aufhören, weiter den Text zu lesen, wer den Film noch nie gesehen hat.) Diese Stimme macht “Her” zu einem Beziehungsfilm, wie das Tobias Kniebe in der SZ auch schön geschrieben hat.

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