MobX Conference 2015: Viel gelernt an unerwarteten Orten

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Konferenz / Konzeption / Social Media / Software / Softwareentwicklung / User Experience
Ikonischer wird es kaum in Berlin. Auf der Karl-Marx-Allee, die mehr als nur den Namen mit der Ost-Vergangenheit der Stadt gemein hat. Die Flachdachgebäude Kino International und Café Moskau sind für Indie-Touristen ein beliebtes Ziel. Nicht nur im Februar, wenn der beinahe sibirische Winter und die Berlinale die Stadt im Griff haben.

Designer und Entwickler sind Anfang September in der Stadt, für die MobX Con. Das ist kein Treffer der Mobster, sondern eher eines der Mobile Hipster. Ich zähle mich selbst dazu, also darf ich auch mal alle beleidigen.

Mit dem bekannt guten Kaffee im Kino International in den Flaschenhaltern an den Sitzen vor uns geht es für die, die genug Geduld hatten, los, und es geht mit dem Anfang los.

Wie kann ich Nutzer in meiner App oder Web App begrüßen und ihnen die Features zeigen, die wichtig sind?

Das Thema ist das User Onboarding. Ein klassischer Weg sind Tooltips auf einem halbtransparenten Overalls über dem App-Screen. Ein Holzweg, wie Samuel Hulick findet. Er betreibt eine Seite, auf der er viele Onboarding-Erfahrung, etwa die von Slack, seziert hat. Das ist nämlich eine sehr eingeschränkte Sicht auf das Thema Onboarding. Wenn man ein, zwei Schritte zurücktritt, kann man sich die Frage stellen, warum man Onboarding braucht.

Onboarding ist Teil der gesamten Produkt-Erfahrung eines Produktes.

Der zweite Vortrag, der mich fasziniert hat, war die Vorstellung von Studienergebnissen zu Best Practices für E-Commerce-Seiten. Christian Holst vom dänischen Forschungsinstitut Baymard stellte sechs wesentliche Ergebnisse einer Benchmarkstudie von mobilen Retail-Seiten vor. Größter Clou: 6 Dinge, die die meisten Shops nicht machen, aber von Interessenten sehr gern angenommen werden.

Höhepunkt ist aber der Vortrag von Brad Frost zu seinem Designsystem-Konzept Atomic Design, zu dem er auch ein Buch schreibt, das im Herbst erscheinen soll (natürlich gleich vorbestellt). Sein System kannte ich schon aus dem ein oder anderen Podcast, und im lebendigen Vortrag kann er ein bisschen über die Schwächen des Systems auf den Aggregationsstufen 4 und 5, Templates und Pages, hinwegtäuschen. Er hat sichtbar viel Erfahrung mit großen Bühnen und größeren Zuhörermengen.

Auf Konferenzen gilt das gleiche Prinzip wie beim Eurovision Song Contest: Auch der schlimmste Vortrag hat nach einer vorher bestimmten und bekannten Zeit ein Ende – 30 Minuten im Fall der MobX Conference. Bleibt nur zu hoffen, dass der Redner nicht überzieht. Bis zum Nachmittag hatte sich das Programm auch nur eine halbe Stunde verschoben.

Wie schneidet die Konferenz bei meinen sonstigen Konferenz-Besuchen ab?

Das gleiche Team der IA Konferenz, über die ich hier schon voll des Lobes war, steht auch hinter der MobX Conference. Da die IA Konferenz in diesem Jahr Pause gemacht hat, war der Besuch der MobX Conference dieses Jahr für mich Pflicht. Ob ich weiterhin beide besuchen werde, weiß ich noch nicht. Wahrscheinlich schon, denn die Speaker waren so hochwertig, dass man sonst für einen An Event Apart-Termin in die USA fliegen müsste. Da sind die paar hundert Euro Reisekosten ein Schnäppchen.

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