Apple weiß, wo dein Auto steht

Eine digitale Zettelsammlung habe ich für meine künftigen Blogeinträge. Manchmal gibt es Tage, an denen ich über drei oder mehr Themen bloggen könnte. Dann kommen wieder Projektphasen, wo man die Fühler einzieht und einfach das Projekt durchzieht. Dann bin ich froh, im Stehsatz (ich habe mal Zeitung gemacht, man merkt es, oder?) noch ein paar vorbereitete Posts liegen zu haben. Wozu habe ich diese digitale Zettelhuberei?

So kann ich noch ein paar Themen haben, die ich in Runde abarbeiten, will heißen – verbloggen, kann. Heute habe ich ein langes Interview mit Tim Cook, dem Apple-CEO und Nachfolger von Steve Jobs, aus meinem Entwürfestapel gezogen. 

Darin redet er über alles und jedes, immer on-topic, gut gebrieft in Sachen Strategie. Sein Thema unter anderem – wie merkt man sich, wo man im Parkhaus am Flughafen geparkt hat?

Tim Cook, the interview: Running Apple ‚is sort of a lonely job‘ | The Washington Post: „I just take a picture of the sign on the wall.

But you don’t even have to do that anymore because Siri will know where you parked.“

(Via.)

Siri weiß, wo dein Auto steht

Natürlich wird ein prominenter Manager wie Jobs von einem Chauffeur zum Flughafen gefahren. Daher ist das Quatsch, diese Volkstümelei. Auch wenn sie sich gut liest. Seine, meine, deine, unsere Siri weiß, wo dein Auto steht. Google Now kann das auch, und ich bin sicher, Amazon würde das auch in seine Produkte einbauen, wenn das Kindle Phone ein Erfolg geworden wäre. (Die großen Konzerne von der Westküste gehen an vielen Produktfronten sehr ähnlich vor.) 

Google liegt manchmal schief

Wenn ich mit dem Zug zur Arbeit fahre, denkt Google Now, dass ich mit dem Auto gefahren bin. Ich möchte hier noch ein paar Variablen für den Algorithmus vorschlagen, die das Programm besser machen würden.

  • Wenn sich meine Standorte nur entlang einer Bahnstrecke bewegen – etwa, weil ich im Zug sitze – dann sollte dieser Hinweis wegfallen können.
  • Wenn ich keine Bluetooth-Verbindung mit dem Adapter im Auto hergestellt habe an dem Tag, kann ich dann Auto gefahren sein?
  • Kann ich wirklich im Ostbahnhof München geparkt haben? Wo es ein Parkhaus gar nicht gibt?

Podcasts sind zum Hören da

Podcasts feiern ja gerade ein unerwartetes, aber sehr willkommenes Comeback. Über meine Podcast-App habe ich hier schon geschrieben. Heute möchte ich mein Podcast-Leid klagen. Ich höre Podcasts im Auto. Da gibt es nun einmal Nebengeräusche. Den Wind, den Motor, den Regen, mein Schmatzen.

Es ist sinnvoll, dann auch Dinge mit einer gleich bleibenden Lautstärke zu hören. Ein Beispiel: Charthits werden so produziert, dass man sie immer gut verstehen kann. Ihnen wird die meiste Dynamik in der Produktion ausgetrieben. So sieht etwa der Frequenz-Verlauf von „Stimme“ von EFF aus. (Kannte ich nicht, das Lied, aber es ist gerade die Nummer 1 in den Charts.)

EFF-Stimme

Und so sieht „Hello“ von Adele aus, ein Ausreißer – es gibt gerade im Anfang den charakteristischen, sehr leisen Teil.

"Hello" von Adele als Audio-Datei in Audacity

„Hello“ von Adele als Audio-Datei in Audacity

Kommen wir zu meiner Beschwerde: So sieht das Daily Digiday Podcast in einer Folge aus, die ich hören wollte – mit „The Information“-Gründerin Jessica Lessin.

The-Information-mp3-Komplett

Ich zoome mal rein, ich vergleiche hier eine viel längere Datei mit den 3-Minuten-plus-Songs.

The-Information-Hervorhebung

Das sieht man also ganz klar, wenn man den Podcast zusammenschneidet und mit der Intromusik versieht. Und man hört es schon bei der Produktion, wenn man nicht gerade unheilbare Innenohrschäden von einer Metal-Karriere davon getragen hat. Die Gesprächspartnerin in diesem Beispiel übersteuert ganz, ganz oft. Die leisen Stellen – die Fragen des Interviewers – sind leiser als die leisen Stellen bei „Hello“.

Gleiche Hervorhebung wie beim Podcast

Gleiche Hervorhebung wie beim Podcast

Deswegen sollte man normalisieren, wenn eine Audiodatei sehr unterschiedliche Lautstärken hat. Leider findet in Podcasts sehr oft guter Journalismus statt, aber halb-professionell produzierte Sendungen sind nur in Studiosituationen oder im Büro anzuhören.

Warum regt mich das so auf? Wenn die Rezeption durch Audiofehler gestört wird, dann ist das für mich in etwa wie zu viele Rechtschreibfehler in geschriebenen Texten. Es ist erwiesen, dass das für viele Abonnenten ein Auslöser zur Kündigung ist. Das sollte Digiday nicht passieren. Der Podcast ist inhaltlich wirklich empfehlenswert.