Mein IndieWebCamp 2.0

Manchmal muss man Metaphern benutzen, die man selbst eigentlich nicht mag. Alles, was Versionsnummer hochzählt, mag ich nicht. Bei meinem ehemaligen Arbeitgeber ProSiebenSat.1 gab es für den Trend zum nicht-linearen TV-Konsum den Begriff TV 3.0. (Was 2.0 war, wurde meines Wissens nach nicht definiert.) In der Fachpresse der Businesskasper und Anzugträger gibt es den Begriff Industrie 4.0. Es meint letztlich die Digitalisierung der Industrienation Deutschland. Denn Deutschland hat den Trend zu mehr Software statt Hardware ein bisschen verschlafen und ist dort sicher nicht mehr Weltmeister.

Ich war jetzt also auf meinem zweiten IndieWebCamp in Nürnberg, weil das erste so gut war. Beim ersten Besuch, über den ich hier auch geschrieben habe, habe ich mir das PRogrammieren an meiner eigenen Webseite noch gespart. Die Sehnsucht nach der Familie war groß, sodass ich den Besuch in Nürnberg damals abgekürzt habe. Diesmal wollte ich aber rund um das Buch, an dem ich schreibe, mir auch eine zeitgemäße Autorseite erstellen. Dominic Grzbielok, Blogger, Journalist (Ironie, Freunde!), Produktmanager, Teamlead, Projektmanager, Buchautor. 

All das wollte ich mit Jekyll, einem Webseitengenerator für technisch affine Digitalmenschen, erstellen. Das habe ich nach einem halben Tag Problemen auch geschafft, die Seite ist auch inzwischen online. Schon, um mich unter Druck zu setzen, auch weiter an ihr zu arbeiten: http://dominic.grzbielok.de/

Mit das Beste daran: Damit sind in meinem Hosting-Paket wieder mal 200 MB frei geworden, weil ich die WordPress-Seite, die ich mal auf einen blauen Dunst in 2014 angefangen habe, gleich gelöscht habe. 200 MB für vier Artikel erschien mir etwas übertrieben. (Wenn ich noch ein paar weitere alte Projekte lösche, kann ich vielleicht das Paket auch downgraden, das ich bei dem Anbieter habe. Das ist ein eher mittelfristiges Ziel.)

Was habe ich also geschafft an diesem Code-Wochenende?

  • Informationsarchitektur für die Seite und auch die Homepage erstellt
    • Am meisten gleicht das einer Webseite, die ein Autor für sich erstellen würde – zum Start will ich in etwa die Informationsdichte eines Onepagers haben. Also einer Website, auf der man mit Scrollen allein navigieren kann und einen Überblick bekommt.
  • Trello-Board mit To-Dos angelegt und befüllt
  • Jekyll-Seite geklont, Theme lief nicht
  • wieder, nach Anpassungen gelöscht (Rinse and Repeat, 3x)
  • wieder, neues Theme ausprobiert
  • Gem für Push zu S3 installiert
  • S3-Bucket angelegt
  • CloudFront-Distribution angelegt
  • Begonnen, an Jekyll-Collections zu arbeiten

Damit bin ich nicht zufrieden. Aber ich bin auch kein Entwickler. Vielleicht habe ich mal irgendwann Zeit für ein richtiges Bootcamp. Lust hätte ich ja schon. Meine etwas weniger ambitionierte Jekyll-Seite zum Buch habe ich ja auch hinbekommen: http://www.relaunch-buch.de/ 

Ich habe bisher noch gar nichts über das Camp geschrieben. Aber wie immer war die Atmosphäre außerordentlich entspannt und kollegial, auch dank eines Code of Conducts, wirklich senioriger IndieWebCamp-Vordenker (Gründer Aaron Parecki; Gastgeber Joschi Kuphal; Agenturgründer Jeremy Keith). Aber gemeinsam allein haben wir alle an unterschiedlichen Projekten gearbeitet, daher ist ein direkter Vergleich kaum möglich.

 

 

 

 

 

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