Facebook testet und sagt: Keine Panik. Alle jetzt so: Panik

Facebook testet die Einblendung von verwandten Artikeln unter einem Post im Newsfeed eines Nutzers. Das erzählen sie in diesem Post. Und sie sprechen glücklicherweise gleich die Erwartungshaltung der Fanpagebetreiber an:

News Feed FYI: New Test With Related Articles | Facebook Newsroom: „How Will This Impact My Page?

We don’t anticipate Pages will see significant changes in reach. Pages should continue posting stories that are relevant to their audience.“

(Via.)

Und jetzt: Panik

Code Generator, oder die geheimste Funktion der Facebook-Mobile-App

Facebook ist ja ganz groß darin, die wichtigsten Funktionen aus der großen, blauen App, wie sie Mark Zuckerberg mal salopp genannt hat, in eigene Apps zu packen. Messenger ist auf diese Art und Weise auf den meisten Geräten außer im Desktop-Web zu einer eigenen App geworden.

Eine Funktion, die wohl nur Power-User nutzen, ist aber immer noch tief in der Facebook-App verbuddelt: der Codegenerator. Ich glaube, derzeit muss man auf Einstellungen (das ist das Hamburger-Icon mit den drei Strichen) klicken, dann ganz nach unten scrollen. Noch einmal klicken, und dann öffnet sich die Ansicht, die ich im Beitragsbild mal in eine Hand montiert habe.

Der tut nicht weh, der sorgt nur für mehr Sicherheit. Immer dann, wenn ich mich an einem neuen Computer oder auch am alten mit gelöschten Browserdaten anmelde, muss ich nach der Anmeldung mit Mailadresse und Passwort den Code aus dem Codegenerator eingeben. Der öffnete sich früher von allein auf dem Smartphone in der Facebook-App. Das war zumindest früher, also in der ersten Jahreshälfte 2016, so.

Jetzt muss man also auf den Hamburger in der App klicken und ganz weit nach unten scrollen. Dann bekommt man den sechsstelligen Code angezeigt, den man dann in dem anderen Gerät zur Bestätigung eingeben muss. Das ist klassische 2-Faktor-Authentifizierung, und etwas, das ich ganz schwer empfehle. Besonders bei den wichtigsten Accounts, die man als digitaler Nutzer so hat. Und Facebook gehört ja bei gefühlt 80 Prozent der Deutschen dazu. Außer natürlich bei den ganz hippen Snap-Teens. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Blogeintrag.

Facebook Pixel Custom Events: Sie haben das Ende vom Internet erreicht

Als Marketer würde ich mich nicht bezeichnen – bis heute habe ich mich mit dem Facebook Pixel nicht besonders ausführlich beschäftigt. Bis heute. Wie das so ist im Startupleben, kommt der Tag irgendwann, wo du ins kalte Wasser springen muss. Da trägt jeder alle Hüte. Weil es sonst keiner tut, aber die Aufgabe wichtig ist.

Ich habe noch nie über Conversion Tracking tiefer nachgedacht, aber jetzt muss ich es auf Bitten der Marketingkollegen tun. Ab in die Doku, hieß es dafür jetzt also.

Was ist das Facebook Pixel? Das wird hier ganz gut erklärt. Facebook selbst macht es auch. Facebook hat mit dem Pixel die Möglichkeit geschaffen, Paid Kampagnen aus dem Facebook-Ad-Konto auch auf der eigenen Seite zu verfolgen und vor allem ihren Erfolg zu messen. Oder anders: Sind die Euro, die ich bei Facebook ausgebe, am Ende gut investiert? Continue reading →

Software, die ich nutze: Origami von Facebook

Auch wenn ich unter anderem das Produktmanagement für ein Do-It-Yourself-Portal verantworte, mit Origami meine ich nicht die Falttechnik aus Japan. Origami ist eine Software von Facebook für das Design von App-Prototypen auf dem Mac. Besonders ausgelegt ist diese für das gute Zusammenspiel mit den Dateien, die aus Sketch kommen. Sketch ist eine unter jüngeren Designern sehr beliebte Vektorzeichenanwendung, die deutlich schneller und performanter ist als Illustrator oder vergleichbare Adobe-Produkte.

Origami konkurriert mit anderen Hybriden (kann Design und ist Entwicklung recht nahe) wie Framer.js um das Mindset und den Marktanteil der Designer/Developer. Es ist kein Tool wie Axure RP, das sich an den gestandenen Informationsarchitekten richtet – und wo jede Animation weh tut. Zumindest ist das meine Erfahrung aus dem letzten Projekt bei ProSiebenSat.1, wo ich viel mit Axure gemacht habe und in großen Projekten damit auch immer die Anmutung der Seite vermitteln konnte. Aber Axure hat zwei Schwächen: Responsive Prototypes sind echt schwer, und eben diese Animationen. Vom heftigen Preisschild (500 Euro aufwärts) mal ganz abgesehen. Axure befördert auch eher einen eher schlichten Look der Prototypen. Hier einer meiner ersten:

Was ist jetzt an Origami so besonders? Es kommt von den Animationen her. Von diesen neuen Workflows, die App-Designern und -Entwicklern seit 2007 so bekannt sind, die aber für Web-Menschen wie mich, die Kanzlerin würde sagen Neuland sind. Oder zumindest waren. Auch ich beschäftige mich viel mit den aktuellen Trends, aber ich werde mich nie Designer nennen. Na, vielleicht ja doch.

Wer eng mit Entwicklern zusammenarbeitet und ihre logische Denkweise kennt, kommt mit dem Programm ganz gut klar. Die größte Hürde waren für mich die neuen Begriffe der Animationswelt. Meine ersten Berührungen mit dem Thema waren beim Buch vom Val Head zum Thema. Das empfiehlt sich sicher, vorher die Animationsmuster zu überlegen und auch zu wissen, welche Animation welchen Effekt auf den Nutzer hat.

Origami ist mir zu kompliziert – was kann ich tun?

Der Einstieg ist bei Axure einfacher, aber man braucht dafür auch einen Tag, um das zu verstehen, wie das alles gedacht ist. DAs Gute ist, dass die Anbieter inzwischen die Power von Video-Tutorials entdeckt haben. Zwar ist der Sprecher meist nicht besonders inspririerend, aber ich kann das Video an der Stelle anhalten, an der ich etwas nicht verstehe und immer wieder zurückspulen. Das ist etwas, was auch der beste Erklärtext nicht kann. Mein Tipp ist Keynote für Mac-Nutzer. Auch damit habe ich schon Prototypen gemacht. Die Animationen, die Apple dem Programm spendiert hat, sind zu viel für Präsentationen. Aber für animierte Microinteraktionen sind sie perfekt.

Woher kommt der Chatbot-Hype? Gedanken vom Vocer Innovation Day 2016

Chatbots, the new frontier.

Seit 1997 entwickle ich journalistische Produkte im Netz, erst als Journalist für den Desktop. Später als Produktmanager, seit 2011 auch Responsive Design für die mittlerweile mobile Mehrheit. All diese Dinge, die ich in dieser Zeit gelernt habe, sind bei dem Thema „Sprache als nächstes User Interface“ nur bedingt zu gebrauchen. Klar, man braucht immer noch Klarheit in der Sprache und in der Nutzerführung.

Sprache als User Interface

Das ist ein großes Thema, ich möchte mich heute um die geschriebene Sprache kümmern. Wo kommt Sprache zum Einsatz in neuen Kontexten? Ich schreibe einem Messenger-Kontakt, dass ich News zu einem bestimmten Thema erhalten möchte, etwa zum Transfermarkt in der Fußball-Bundesliga, und die unermüdliche Maschine schickt mir fortan Links zu diesem Texten. Das ist ein anderer Umgang mit Sprache als der, wenn ich Dinge in die Google-Suche tippe. Aber wir können hier wohl an der Phrasierung, die SEOs aus den umgangssprachlichen Fragen herausgezogen haben, etwas lernen. „Was ist xx yyy?“ ist ein beliebter Suchterminus.

Erst in der Session beim Vocer Innovation Day 2016 habe ich verstanden, warum die Medienhäuser so wild sind auf diese neue Möglichkeit, viel Engagement in die Beziehung mit den Nutzern zu bringen. Das versuche ich mal zu erklären:

no filter, just me

Messenger enthalten immer noch alle Nachrichten, die mir meine Kontakte senden. Es gibt keinen Filter, eine algorithmische Auswahl von Posts, die ich in meinem Feed sehe. Das ist ganz anders als im zentralen Produkt der Social Media-Riesen Facebook, Twitter, Instagram. Da wird gefiltert. Nutzer sehen kaum zehn Prozent aller Nachrichten im Newsfeed bei Facebook, als Beispiel.

Der Nutzer bekommt die volle Ladung mediale Beschallung. Messenger sind die neuen Push-Nachrichten aus Apps. Nein, sie sind sogar eine Neuauflage einer neuen Welle an Push-Nachrichten aus Apps, und zwar aus Apps, in denen wir die Push-Nachrichten nicht abbestellen.

Kein Filter. Das müssen wir einmal sacken lassen. Der volle Durchgriff. Als Medium kann ich wieder senden. Ich glaube, das ist der Appeal, den die Medienhäuser, die etwa auf den Chatbot von Spectrm setzen. Das hatte ich vor der tollen Session mit Martin Hoffmann von Resi und Bastian Pech von Spectrm noch nicht verinnerlicht. Ich habe mich bisher oberflächlich mit der Frage beschäftigt, ob die Sites, die wir bei TargetVideo betreiben, gute Lieferanten von Chatbot-Futter wären. Da war meine Antwort nein. Nach der Session sieht die Antwort anders aus. Ich habe ein paar Ideen, die ich ohne den Besuch in Hamburg nicht gehabt hätte. Dafür hat sich die Reise schon gelohnt, auch wenn ich das vor dem Businesstrip nicht wusste.

Diese Art, die Chatbots zu benutzen, als Breitseite aufs ganze Publikum, wird sich schnell totlaufen. Auch Spectrm ist schlauer als das. Die gut funktionierenden Bots richten sich an eine eng begrenzte Zielgruppe, etwa Fans von Werder Bremen, die an Transfermeldungen ihrer Mannschaft interessiert sind. So funktioniert nämlich das Onboarding bei dem ersten deutschen Bot, dem Transferticker von Bild und Spectrm. Damit ist Spectrm auch auf der Entwickler-Konferenz F8 von Facebook aufgetreten.

Auch ein Chatbot muss einen Mehrwert bieten

Die Frage an Produktmacher in journalistischen Umfeldern muss jetzt lauten: Wie kann man die Bots gestalten, dass sie dem Nutzer dauerhaft einen Mehrwert bringen? Der Churn muss ja niedrig bleiben. Nur ein dauerhaft aktiver Nutzer ist ein guter Nutzer. Ich glaube, wir werden hier genauso Dinge lernen über Personalisierung wie es die App-Betreiber schon in den letzten Jahren auf den mobilen Betriebssystemen getan haben. Die Masse aus Massenpublikum gibt es nicht. Wir sind alle individuell. Und das Adressieren dieser Individualität wird der Schlüssel sein, damit Nutzer nicht nur ein paar Messages, sondern mehrere Monate oder sogar noch länger abonniert bleiben.

Der Inhalt vertieft die Beziehung zwischen dem Medium und dem Individuum. Der Chatbot in einem Messenger wird zur Chance für die Medien, wirklich ein Individuum zu erreichen, nicht nur eine Persona. Das finde ich eine hochspannende neue Fragestellung.

Das ist der Adressierung von Newslettern im E-Commerce-Bereich nicht unähnlich, wo auch personalisierte Angebote die Conversion und den Lifetime Value steigern können.

Aber es ist für journalistisch denkende Menschen neu. Alles im Journalismus zielt darauf ab, eine möglichst große Menge an Menschen zu erreichen.

Sender – Empfänger

Die Druckmaschinen, das Radio, das Fernsehen – einer an viele. Alles das Gleiche. Das Internet hat die Kommunikation von vielen an viele ermöglicht, Facebook hat es zu einer Realität für viel mehr Beteiligte gemacht.

Messenger sind vollends entbündelt und man muss sich überlegen, wie man produktseitig Themen wieder bündeln kann, um sie von den Prozessen automatisierbar und beherrschbar zu machen. Kein Nutzer wird sich seine Interessen konfigurieren, wenn das schwierig ist. RSS-Feeds und News-Aggreatoren, die so funktionieren, sind etwas für die Power-User – keine Chance auf den Massenmarkt.

Ich bin gespannt, wie lange das Fenster der Kommunikation mit den Nutzern über Chatbots offen bleibt, bevor auch wieder Social Media-Gamer wie Upworthy das Fenster mit Müll zustopfen.

Gesprochene Sprache als User Interface

Stimme als User Interface werde ich hoffentlich noch einmal besichtigen in diesem Blog. Meine ersten Erfahrungen mit Amazon Echo waren erstaunlich gut, auch wenn auch mir schon Limitierungen aufgefallen sind.

Wie Facebook die Instant Articles nach und nach aufmöbelt

Nicht geschimpft ist nicht genug gelobt. So lautet das Credo vieler Führungskräfte. Nun gut, es ist ein nicht ausgesprochenes Credo, aber viele leben es.

Die Überarbeitung der Facebook Instant Articles-Settings ist eine Offenbarung. Vor kurzem habe ich an genau dieser Stelle noch über Facebook geschimpft. Die sind jetzt viel leichter wartbar geworden.

Lassen für einen Moment mal die Aufregung außen vor, ob Facebook nicht inzwischen einer der größten Publisher der Welt geworden ist – technisch gesehen sind die Inhalte noch immer in der Hand der Seitenbetreiber, und die Facebook Instant Articles werden von Hand von Social Media-Redakteuren oder sonstigen Mitarbeitern der Publisher freigeschaltet. Ich wollte eigentlich schon im April zu den Launchpartnern der offenen Phase bei den schnell ladenden Artikeln gehören, mit dem Startup, für das ich arbeite.

Das ist damals nicht gelungen, denn die Integration mittels eines Plugins, dass WordPress-Hersteller Automattic und Facebook gemeinsam entwickelt haben, schlug fehl. Das erzeugt einen neuen RSS-Feed, der einzig und allein den Zweck hat, die webseiteneigene Facebookseite mit den Inhalten der Seite zu versorgen. Es gab eine Kollision mit einem Seitenbuilder-Plugin namens Visual Composer, das wir benutzen. Wir haben jetzt auf das SDK umgestellt und erzeugen das selbst. Hässliches Regexen gehört auch dazu.

Aber Facebook hat letzte Woche einen neuen Design-Editor für die Articles selbst vorgestellt, und der macht das Leben etwas leichter. Zumindest, wenn man schon als Kunde von Facebook Zugriff darauf hat. Facebook rollt den in den nächsten Wochen aus. Ihn muss man sich in etwa so vorstellen wie den Customizer von WordPress. (In der Welt kenne ich mich aus, daher kommen auch meine Beispiele und Analogien aus dieser Welt.) Mit ihm kann man alle Elemente, wie Headline, Logo und Schriften anpassen, bis die Facebook Instant Articles in etwa dem Design auf der eigenen Site gleichen. (Ja, das Konzept der eigenen Seite ist ganz schön old-school, aber es ist immer noch das am besten zu monetarisierende Konzept für Onlineinhalte.)

Leider führt das jetzt zu einer Dreiteilung in der User Experience bei den Facebook Instant Articles:

  1. Die Launchkunden im geschlossenen Launch, zu denen etwa die New York Times gehört, können die Schriften benutzen, die sie wollen. Damit kann man einen 100-prozentigen Marken-Fit hinbekommen.
  2. Die Launchpartner aus dem April 2016 bekommen alle Möglichkeiten der Schriftgestaltung, solange sie mit zwei Schriften (einer serifenlosen, Helvetica Neue, und eine Serifenschrift, Georgia) und verschiedenen Schriftschnitten davon hinkommen.
  3. Neue Partner, die jetzt erstmal ihre Artikel konfigurieren, bekommen fünf Schriftarten angeboten, die schon ein breiteres Spektrum abdecken. Klar, dass Facebook hier nicht direkt auf Google Fonts zurückgreifen wollte, die wahrscheinlich das am besten bekannte Angebot an kostenlosen Webfonts darstellen. Und im Dropdown-User Interface kann man auch kaum mehr Schriften anbieten. Aber ein bisschen mehr Varianz wäre schön gewesen.

Normalen Nutzern dürfte das nicht einmal auffallen, aber mich interessieren Schriften mehr als es mir gut tut, das zeigt sich auch an mehreren Artikeln übers Thema, die ich hier bereits verfasst habe.

Kleine Details: Facebook kann nur bis 99 zählen

Meine Mutter ist auch bei Facebook. Und sie hat die nervigen Facebook-Mails, die dich über Interaktionen benachrichtigen, noch nicht abbestellt. Dabei ist mir aufgefallen, dass Facebook nur bis 99 zählt. Das ist so ähnlich wie die Notifications im Web-Interface. Wenn man Seiten-Admin ist, kennt man das: Wer viel Feedback auf seine Fanpage erhält, sieht auch nur die 99 als roter Blase.

Und so hat sie die Notifications mit zunehmender Zahl und für mich zunehmend wirkender Bedrohlichkeit bekommen. 1, 2, 51, 52, 99. 99. 99. Fehlt eigentlich nur bei so viel Zahlenmystik, dass Facebook die 13 überspringt.

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Beispiel: Niemand pinkelt den Silicon-Valley-Großkonzernen ans Bein

Das Arbeiten mit den Facebook Instant Articles ist in vielen Fällen schwierig.

  1. Man konfiguriert die im eigenen CMS, 
  2. die werden dann per RSS oder API an Facebook übermittelt. 
  3. Das Debugging des Feeds macht man im Business Manager, einer Anwendung für Fanpage-Besitzer und -Admins. 
  4. Die visuelle Kontrolle kann man aber nur in der mobilen App Seitenmanager machen (für Android und iOS). 

Das ist ein sehr vielschrittiges Vorgehen, und an jedem Schritt kann man Fehler machen. (Wir haben da noch Probleme, dazu gleich mehr.) Für mich ist das ein Beispiel, dass diesen umfangreichen Bericht beim Nieman Institut bestätigt:

Access, Accountability Reporting and Silicon Valley – Nieman Reports: „Companies like Facebook and Google have the power to make or break a newsroom. That’s what makes Facebook, in particular, a daunting ‘partner-competitor-savior-killer,’ as the writer John Herrman put it.“

(Via.)

Weiter zu meinem Beispiel: Wir haben bei TargetVideo den Visual Composer im Einsatz, ein beliebtes Plugin für WordPress, mit dem Seiten grafisch gestalten kann – letztlich ist das eine Funktion, mit der WordPress erst Parität mit anderen Content Management Systemen erhält. Plugins sind der Segen und der Fluch der WordPress-Plattform. Es gibt schon alle Funktionen, die man sich nur wünschen kann, aber erst, wenn man ein Plugin probiert hat, weiß man, ob es etwas taugt. Und leider haben wir feststellen müssen, dass Visual Composer und Facebook Instant Articles nicht zusammenspielen

This kind of plugin (Visual Composer) isn’t supported by our Instant Articles plugin out of the box.

But you can change the hook, to transform the content after „visual composer“ translates its short-code into HTML code, then you can hook the Transformer (from our PHP-SDK).

Also muss man das Plugin hacken. Automattic hat das Plugin selbst geschrieben und kennt selbst die Installationszahlen des Visual Composers, eines beliebten Seitenbuilders, am besten. Und der Support von VC – naja, reden wir auch hier von etwas Anderem. Ich dachte, niemand hätte das kritisiert bisher, und daher zögerte ich, diesen Post zu schreiben. Aber das stimmt nicht. T3N war schon da. 

Ständig gab es technische Veränderungen und viele Prozesse mussten bereits in der Etablierungsphase wieder verworfen werden. Es brauchte einige Versionen, bis der Export der Artikel stabil verlief. Zudem dauerte der Review-Prozess bei Facebook oft sehr lange. Wir mussten jedes Mal zehn Instant Articles einreichen, die schlussendlich erst nach einer Woche abgelehnt wurden. Die Fehlermeldungen waren nicht immer einleuchtend.

Was haben wir also gelernt? Bevor wir ein Plugin jetzt hernehmen, schauen wir uns an, was es tut und wie man die Funktion durch eigenen Code selbst schreiben kann – das ist für die Performance nämlich im Zweifelsfall besser. Und wir setzen unser eigenes Templating für solche Anforderung in der Content-Distribution auf. AMP ist sicher nicht der letzte Kandidat in dieser Richtung.

I like, ergo sum

Wir leben in Zeiten, wo man seine Vorlieben und auch Abneigungen durch Likes ausdrückt. Daumen rauf, Herzchen werfen, Sternchen zuweisen – eins von diesen ist immer da. Sogar ein so nüchternes Produkt wie ein Browser. Nur wenn ich like, bin ich ein wahrer Mensch. Das mag ironisch klingen, aber kein Facebook-Profil oder eins mit Standard-Avatar finde ich verdächtig. (Mama, ich sehe dich an.)

Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, meine Filterblase mit Herzchen zu tapezieren. Herzchen dekorieren nicht die Wand, sie konstituieren die Wand zwischen mir und der Welt. Manche Sachen, die es in die Blase schaffen, gefallen mir aber trotzdem nicht. Das soll die erste Liste sein: Dinge, die ich mögen müsste, weil das qua Assoziation so sein müsste. Die zweite Liste ist die von den Dingen, bei denen ich niemanden sonst kenne, der so ist. Sie sind sozusagen mein Wesenskern.

Was meine Peer Group mag, ich aber nicht:

  • Pokemon Go: Schon beim ersten Hype/der ersten Epidemie war ich zu alt für die putzigen Wesen. Ich mag aber alles von Studio Ghibli, was ich kenne.
  • Die Simpsons: bestimmt saulustig, interessiert mich null. Conan O’Brien, der an den ersten Staffeln mitschrieb, fand ich aber gut.
  • Deadpool. Habe ich hier schon drüber gebloggt, dass mir der Film zu meta war.
  • Selbst entwickelte Software ist das Beste! Ich halte das Aneinanderreihen von Standardkomponenten (in einem Services-Ansatz) für die besser wartbare  und auch anfangs wie dauerhaft günstigere Variante.
  • Agil ist toll. Aber nicht ideologisch aufladen, bitte! Das ist ein Methodenbaukasten, wie alles andere auch. Du entscheidest, was du daraus machst – nicht die Zertifizierungsindustrie. Lustigerweise sind sich die Amerikaner und die Deutschen da mal ähnlich. Viele beruflich relevante Fähigkeiten müssen beglaubigt und bestempelt sein, sonst zählen sie nix.
  • Die Toten Hosen / Die Ärzte: kein Kommentar. Den könnt ihr ja in den Kommentaren abgeben.

Was ich unter meinen Vorlieben für bemerkenswert halte:

  • Meine Lieblingskleidungsmarke ist COS. Obwohl ich seit Jahren nicht mehr in die schlank geschnittenen Sachen hineinpasse.
  • Ich trage unheimlich gern Sachen von Marc’O Polo. In die passe ich nämlich rein. Und das obwohl ich mit einer Bewerbung dort mal gescheitert bin – auch zurecht, im Nachhinein.
  • Die ersten Merci-Schokoriegel, die ich Omas Müttern aus der Packung wegesse, sind von der Sorte Kaffeesahne. Die sind letztens im Büro übrig geblieben. Mochte keiner.
  • Ich fahre unheimlich gern Zug, also mit guten Zügen wie dem Railjet oder dem Thalys. ICE ist gerade im Sommer nicht darunter. Die berechtigte Angst vor dem Ausfall der Klimaanlage ist zu groß. (Gibt es eigentlich den Guinness-Buch-Weltrekord für das größte rollende Dampfbad der Welt?)
  • Schlaf. Ich habe zwei Kinder. Vielleicht ist das doch nicht so bemerkenswert, sondern eine dritte Liste: Dinge, die einfach jeder mag.

Aber wer bloggt schon über Vanilleeis?

Auch Facebook pflegt seine Fehlerseiten nicht

Für die Analyse von Zahlen bin ich heute ganz tief in die Facebook Insights im Business Manager eingetaucht. Der Download der Excel-Dateien dauert ziemlich lange, je nach Zeitraum, den man eingestellt hat zum Download. Und dass dabei ein Overlay über einem Overlay aufgeht, ist für einen mobilen Giganten auch eher lustig. Aber diese Fehlermeldung ließ mich (noch mehr) schmunzeln:

Facebook fehler 2015 statt 2016

Auch bei Facebook werden also mal ein paar Fehlerseiten vergessen. Habe ich aber selbst auch oft genug gemacht: Am Anfang des Jahres die Jahreszahl im Copyright nicht aktualisiert.