Das Problem mit Retargeting in der Werbung – es hört nie auf

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Allgemein

Zugegeben, im Titel dieses Blogeintrags steckt eigentlich schon alles drin. Aber ich möchte trotzdem meine Geschichte erzählen.

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Nie zuvor hat uns die Werbeindustrie besser gekannt. Viele Konsumenten und gerade auch Verbraucherschutzverbände werfen das den großen Korporationen und Marketingmaschinen vor. Wir seien zu gläsernen Konsumenten geworden. Aber so ganz stimmt das nicht. Einige Geschichten aus meiner User-Vergangenheit.

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Auch ich habe bei Zalando nach Schuhen geschaut. Der Service, den das Unternehmen verspricht und bei Zappos abgeschaut hat, sucht in Deutschland seinesgleichen. Da fällt nicht jedem auf, dass das natürlich in die Absatzstrategie eingepreist wird. Es ist gar nicht so schwer, nach dem gleichen Schuh zu googeln und ihn in einem anderen, nicht durch Film, Funk und Fernsehen bekannten Onlineshop um zehn oder 20 Euro günstiger zu werden. Zalando ist richtig gut darin, dem Nutzer dann auch auf unverdächtigen Seiten wie heise.de oder anderen Werbung für die Schuhe zu zeigen, die man sich angeschaut hat. Aber jetzt kommt der Clou: Auch wenn man bei Zalando kauft – die Schuhe bleiben erst einmal ein paar Wochen im Angebotsfenster der Banner.

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Ich finde San Francisco toll. Manchmal habe ich sogar die Möglichkeit, die Stadt zu besuchen – beruflich. Das kommt alle paar Jahre vor. Dann wird die Softshelljacke und der Fleecepulli wieder eingepackt. Vor ein paar Jahren wollte ich mal mehr sehen von der Stadt als BART und Caltrain und Fisherman’s Wharf und suchte nach einer ordentlichen Stadtrundfahrt. Ich war schon fast auf dem Weg zum Flughafen, da schauten mich die nervigen Banner immer noch an. Gebucht hatte ich diesmal keine.

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Der Großteil der Nutzer der Webseiten, an denen ich arbeite, benutzt Windows-Rechner. Da wollte ich nach drei Jahren Mac-in-der-Arbeit-und-auch-daheim mal wieder einen ganz normalen, mit Admin-Rechten ausgestatteten Windows-PC daheim habe. Die Wahl fiel auf einen Medion-Rechner. Der ist längst im Haus, ich habe schon ein bisschen was davon erzählt. Jetzt begrüßen mich auf Technik-Seiten im Netz immer noch rollierende Medion-Banner. Den Kauf haben die nicht mitbekommen.

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Ich bin Besitzer von Nexus 4, Nexus 7 und Nexus 10. Mein Google Play-Konto zeigt einige Käufe. Trotzdem leuchtet dann und wann die Werbung, auch in AdSense, für das Nexus 7 auf. Dass ich das bei Twitter in den doofen Sponsored Tweets immer noch sehe, kann ich ja verstehen. Aber Google? Du müsstest technisch längst weiter sein.

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Im Affiliate-Geschäft wird viel Wert auf die richtige Verbuchung der Kaufentscheidung gelegt. Welche Maßnahme, welches Banner war entscheidend für den Kauf? Leider haben die ganzen Shopbetreiber und Provisionsinteressierten darüber offenbar den Nutzer vergessen. Wenn ich mir das betreffende Produkt gekauft habe, darf auch gern die Werbung wegbleiben. Offenbar senden die Kaufseiten aber keine Signale an die Werbebanner, dass die jetzt nicht mehr laufen müssen. Eigentlich müsste beim Kauf in einem SSL-Vorgang doch an den Cookie, der mein Interesse an Mitropa-Duschhauben im Browser auf alle Zeit speichert, der Hinweis kommen – he, du hast gewonnen! Geh heim, und mach was Schönes aus der Provision. Tatsächlich verfolgen uns Nutzer unsere ehemaligen Interessen ein Leben lang. Das nervt. Da muss es eine bessere Lösung geben. Oder macht Https:// das alles unmöglich? Ich kaufe ja, Freunde. Also lasst mich in Ruhe.

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