Google Maps. Neue Versionsnummer, neue Probleme

Ich bin ein großer Fan von Google-Produkten im Allgemeinen, von Maps im Besonderen. Schon auf dem Original iPhone war die Maps-Anwendung nicht wegzudenken. Dabei konnte sie kaum etwas. Auf dem iPhone wurde vor einigen Monaten das neue Maps-Design als erstes ausgerollt. Mittlerweile ist das Design auch bei Android angekommen. Schick ist es ja schon. Aber es hat im Detail seine Probleme.

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Wenn ich auf dem Smartphone die Navigationsfunktion einschalte, dann ist der Ortsbezug früher anders interpretiert wurde. Startpunkt war immer hier. Jetzt ist der Startpunkt variabel, selbst hier muss man selbst setzen. Im Auto habe ich das bei einem Navigationsgerät noch nie gemusst. Da wird einfach angenommen, es geht hier los. Eine gute und in 99 Prozent der Fälle sicher zutreffende Annahme. Wahrscheinlich hat Google über seine Google Talkback-Dienste andere Telemetrie-Daten aus der Nutzung der Funktion. Und hat sich daher für das neue Non-Preset entschieden. Oder man hat das einfach vergessen. Das ist meine böse Theorie.

User Story: Als User möchte ich, dass die Navigation immer an dem Ort beginnt, an dem ich mich gerade befinde, damit ich diesen nicht extra eingeben muss.

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Die Verkehrswarnungen von Google Maps ziehe ich jedem Radioansager mit den neuesten Blitzern vor. Wenn eine Strecke dunkelrot wird, sollte man einen Bogen um sie machen. Das habe ich auf vielen tausenden Pendlerkilometern getestet. Die Schätzung, wie lange ich für die etwa 50-minütige Heimfahrt brauche, weicht meist nur um wenige Minuten von meiner tatsächlichen Zeit ab. (Die stoppe ich übrigens beinahe täglich mit MyRoadRally, einer etwas in die Jahre gekommenen iPhone-App. Aber das ist eine andere Geschichte.) Dabei empfinde ich die farbliche Einsortierung der Verkehrsdichte in Farben von grün bis dunkelrot im Allgemeinen als sehr treffend. Gelb ist nur ein bisschen dichterer Verkehr, der unter der normalen Fließgeschwindigkeit der entsprechenden Stelle auf der Straße liegt. Rot ist stockend bis Stau. Dunkelrot ist „Hallo zum Nachbarn“-Sagenkönnen. Der neue dicke blaue Balken, den es auch am Desktop gibt, der die aktuell ausgewählte Route kennzeichnen soll, verdeckt dabei aber in der Routenansicht leider die Verkehrsflüssigkeitsfarbe. Nicht so ideal. Das sollte man etwas dezenter machen oder als User ausschalten können.

User Story: Als User möchte ich eine Routenansicht, in der ich die Verkehrssituation besser erkennen kann, damit ich selbst entscheiden kann, ob ich die vorgeschlagene Route nehme.

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In der alten Version konnte ich Autobahnen und Mautstraßen vermeiden. Wo geht das jetzt?

User Story: Als Österreich-Urlauber möchte ich Mautstraßen von der vorgeschlagenen Route entfernen können, damit ich kein Pickerl kaufen muss.