Mein mobiler Workflow beim Entwickeln von Wireframes und Prototypen

Einen großen Teil meines Arbeitstages verbringe ich in Meetings. Oft bleiben mir die ersten Minuten, bis sich alle in den Call eingewählt haben, oder die Minuten nach dem Meeting, das zu früh zu Ende geht, um meine Ideen zu Papier zu bringen. Zu Paper meine ich natürlich. Paper ist eine iPad-App von Fiftythree, die gratis ist, die sich aber erst nach den empfehlenswerten In-App-Purchases für etwa zehn Euro so richtig lohnt. Damit kann ich ganz schnell Skizzen für kleine Features oder auch Micro Interactions zeichnen.

Skitch

Die Skizzen speichere ich in der Fotos-App auf dem iPad. Darauf hat dann auch die Anwendung Skitch Zugriff. Die kommt von den Machern von Evernote und speichert automatisch alles in meinem Evernote-/Skitch-Account. Diese Zeichnungen kann man dann per E-Mail weiterverbreiten.

Evernote

Was ich aber auch oft mache, ist, die User Story dann in Evernote weiterzuverfassen. Die Skitch-Notiz steht mir als Premium-Kunde ja auch in Evernote zur Verfügung. Wie das mit einem normalen Account ist, weiß ich leider nicht.

Word

Falls es sein muss, kopiere ich den entstandenen Text dann noch zu Word und füge Abschnittsformatierungen ein. Manchmal macht es sich besser, ein Grobkonzept als pdf oder Word-Dokument abzuliefern.

Outlook

Oft muss ich mir Ideen vom heimischen PC oder vom iPad auf den Laptop in der Arbeit schicken. Mail ist da die beste Alternative, da Dropbox durch die IT-Sicherheitsrichtlinien ausgeschlossen ist.

Mein Weg zum NAS: die große Lösung fürs Backup der Familienbilder

Kurz nachdem ich mein ältester Sohn 1 Jahr alt wurde, habe ich meinen Dropbox-Account auf 100 GB erweitert. Warum? Der automatische Upload der Bilder von meinen Smartphones hatte einfach das Volumen, das kostenlos zur Verfügung stand gesprengt. Aus Gründen der Redundanz habe ich dann das Gleiche noch für Google Drive/Google Plus konfiguriert. Beides sind aus User-Gesichtspunkten gleichzeitig entscheidende Schritte zu einer besseren User Experience und zum Lock-in auf der Plattform.

Irgendwann habe ich den mal den Blogeintrag von Sebastian Brinkmann zum Thema gelesen. Sein wesentlicher Punkt brachte mich zum Nachdenken.

Für die lokale Datensicherung nutze ich ein Synology NAS, welches in der Version 213+ inklusive WD-Red-Festplatten (für den NAS-Einsatz konzipiert!) rund 600 Euro kostet.

Natürlich sind 600 Euro für ein dediziertes Computersystem, das nichts Anderes macht, als Duplikate meiner Daten herzustellen, viel Geld. Aber sich gegen den Verlust der eigenen Daten – Scans von wichtigen Dokumenten, Fotos und Videos von den Kindern und anderen liebsten Menschen – abzusichern, ist das aus meiner Sicht locker wert.

In Gesprächen mit Kollegen stellte sich dann heraus, dass die 2xx-Serie von Synology mit ihren 2 Plätzen für Festplatten vielleicht nur kurzfristig die beste Lösung sein könnte. (Danke, Julian! Danke, Volker!) Zwar bin ich als Kunde von Netflix, Maxdome und Watchever nicht der beste Besitzer von Videosammlungen, aber Speicherplatz nachrüsten geht bei einem RAID dann wirklich nur, indem man vier neue Festplatten kauft. Sonst wird der vorhandene Platz nicht mehr.

Seit gestern Abend, nachdem die Kinder im Bett waren, läuft im Arbeitszimmer ein Synology NAS DS 413j, das nur unwesentlich teurer war als das DS 214+ oder play, die ich mir auch angesehen hatte. Eine möglicherweise bald folgende Actionkamera hat mich dann mehr Speicherplatz nehmen lassen.

Warum Synology? Die Software, die das vor allem ausmacht, die DSM 5.0, kenne ich von der Arbeit. Sie ist unfassbar bedienerfreundlich angesichts der mächtigen Funktionen.

Warum auch das Comeback des Start-Menüs Microsoft nicht rettet

Microsoft ist in dieser Woche überall in den Medien. Sogar in die Massenmedien hat es die nicht terminierte Ankündigung von Windows 8.1 geschafft, bei Hacker News und Techmeme dominiert das Thema die Schlagzeilen.

Aber allein der Button mit dem Start-Menü wird Windows 8 nicht retten. Windows 8 ist ein malades und maladeites Zwitterprodukt. Es kombiniert die Traditionen vom Desktop mit halbwegs durchdachten neuen Metaphern der Touch-Welt. Nicht einmal ein solider Prototyp ist Microsoft da gelungen.

Ich besitze ein Surface RT Tablet. Es ist das günstigste Ultrabook, das man kaufen kann. Dafür kann ich es empfehlen. Sieht schick aus, wirkt robust und hat eine volle Office-Suite. Die alten Office-Programme, sogar die RT-Versionen, sind aber für Touch nicht geeignet. So hat mich das in die Situation geführt, dass ich eine Maus an das Tablet angeschlossen habe. Das geht sogar, das Ding hat einen USB-Port. Aber das Bild ist trotzdem schief – Tablet mit Maus. Apple hat das bewusst am iPad nicht zugelassen, um klarzumachen, wie das Gerät bedient werden muss.

Renommierte Technikjournalisten haben Windows 8 bereits ordentlich versohlt, ich habe das hier auch schon gemacht. Aber das Hauptproblem ist: Es gibt zwei Oberflächen von zwei völlig unterschiedlichen Welten, die sich wie zwei unterschiedliche Betriebssysteme anfühlen.

Amazon Instant Prime Video: schlechter als erwartet

Pille schaut boese

Kurz gesagt: Ich habe schon etwas mehr erwartet. Da betritt einer der größten Player der Welt den deutschen Videostreaming-Markt und dann ist sein Player eine Enttäuschung. Mit dem ersten Player meine ich Amazon, mit dem zweiten den Videoplayer im Browser. Als Prime-Kunde habe ich jetzt auch die Streaming-Flat, über die an dieser Stelle im Blog schon mal die Rede war. 

In dem Programm kann man derzeit auch Star Trek Into Darkness für 0,00 Euro ansehen. Den Film habe ich (als zweifacher Papa) im Kino verpasst. 

Chip.de bewertet das Angebot gut, die Nutzer nicht so:

Wer also einfach nur eine gute Streaming-Flatrate sucht, bekommt sie bei Prime nicht nur für rund die Hälfte, sondern erhält obendrauf noch die kostenlose Expresslieferung ohne Mindestbestellwert beim größten Online-Shop.

  • Der Player kann zwar Vollbild, aber die Bildqualität steigt dann nicht auf HD. Da bin ich als YouTube-Nutzer etwas Anderes gewöhnt.
  • An den ersten Abenden, als ich das ausprobiert habe, blieb der Player schwarz. Zwar habe ich auf meinem Mac Silverlight installiert (für Netflix das letzte Update), aber irgendwas hakte immer noch.
  • Die Filme gibt es nur auf Deutsch. Ein Umstellen auf Englisch ist anders als bei Watchever oder Maxdome nicht möglich.
  • Der Rechner fängt an, viel mit dem Lüfter zu kühlen. Vielleicht nur ein Mac-/Silverlight-Ding, aber definitiv störend. Ich habe mir schließlich Kopfhörer aufgesetzt.
  • Einer der Regler, die nach Lautstärke-Regler aussieht, führt zu den Silverlight-Einstellungen.
  • Silverlight nervt. Ist zwar ein notwendiges Übel aus DRM-Gründen, aber es verhält sich wie ein Fremdkörper auf dem Mac.

Aber jetzt zurück zu Captain Kirk. 

Rant: Warum Blogs inzwischen langweilen. So wie sonst nur Printmedien.

Heute habe ich schlechte Laune. Zeit für einen Rant.

Seit zehn Jahren oder so sammle ich RSS-Feeds von Ressorts und Themenfeldern, die mich interessieren. Inzwischen ist das eine ungepflegte Sammlung. Dies ist ein Screenshot aus meinem Old-Reader-Account.

The Old Reader 305 RSS Feeds abonniert

Der Tod von Google Reader hat bei mir keine Lücke hinterlassen. In den letzten drei Jahren haben Twitter und Facebook den Feedreader weitestgehend abgelöst. Wenn man da den richtigen Leuten folgt, bekommt man all das mit, was man wissen muss. Das mit dem Herausfinden, ob man den richtigen Leuten folgt, ist schwierig. Deswegen ist mein Follower-Ich followe-Verhältnis auch immer negativ. Ich finde mehr Stimmen, als mir lieb sind.

Was machen diese Stimmen? Sie kuratieren, sie spülen Stoff nach oben, der lesenswert sein könnte. Das Meiste, was ich dabei lese, ist aber wirklich langweilig. X ist passiert, dann ist der Blogbeitrag eine ganz subjektive Sicht, was X bedeuten könnte. Inzwischen glaube ich, dass die Algorithmen, die Circa benutzt, gar nicht so kompliziert sein können.

Was diese Stimmen nicht sind? Echte Stimmen, die eigene Gedanken äußern. Die sind Mangelware geworden. Die meisten Blogs sind Durchlauferhitzer von News. Der Zyklus ist:

  1. Jemand liefert die News. Oft genug PR selbst.
  2. Die Blogs kauen die News durch.
  3. Am gleichen Tag, vor Redaktionsschluss: Massenmedien springen auf.
  4. Bis zu ganz viel später: Deutsche Medien springen auf. (Besonders gut im Spätnachdrehen sind heise.de oder die 20-Uhr-Tagesschau.)

Hier mal eine schematische Darstellung, wie sich mir das darstellt:

Newszyklen schematisch

Und dass so viele Menschen nah dran bleiben können am Geschehen. Das ist verwunderlich. Aber vielleicht komme ich noch zu einer Rezension von Alain de Bottons „The News“, auf das ich durch Stefan Niggemeier in der FAS aufmerksam geworden bin.

Eigentlich gibt es nur noch ganz wenige Stimmen, die mich interessieren oder überraschen können. Das Meiste, was gebloggt wird, ist von tieferen Erkenntnissen frei. Insofern sind Blogs wirklich inzwischen das gleiche wie Journalismus. Sogar eine Spiegel-Titelgeschichte lässt mich mittlerweile kalt. (Also eher: Ich rege mich auf, wozu dafür ein Reporter nach Kalifornien reisen müsste, wenn man die auch „kalt“, also ohne das Büro zu verlassen, hätte schreiben können. Aber das ist Stoff für einen weiteren Post.)

Welche Stimmen können mich immer wieder überraschen? Ergänze um: Welche können unterhalten? Meine Liste, ungestützte Erinnerung:

Horace Dediu. Bertram Gugel (schreibt viel zu selten). Stefan Niggemeier. John Gruber. Jeff Jarvis. John Siracusa. Avinash Kaushik (früher mehr als heute).

Ich mache noch mal ein Update, wenn mir mehr Stimmen eingefallen sind.

Die Götterdämmerung der Abendzeitung

Leider habe ich keine persönliche Anekdote zu erzählen, wie ich in der Sendlinger Straße etwa in den Redaktionsräumen einst Kir Royal getrunken habe oder so. Ich bin ein Zug’roaster. Lesenswert sind vor allem diese persönlich gefärbten Erinnerungen: Christian Jakubetz und Thomas Knüwer (persönliche Beziehung zum erfolglosen Chefredakteur Makowsky). Und aufregen kann man sich über die Zitate, die turi2 vom Verleger aus dem Interview in der SZ liftet.

Als Hauptgrund für die marode Situation der „AZ“ sieht Friedmann die Übersättigung des Münchner Zeitungsmarktes, der schon „fast Berliner Verhältnisse“ habe.

Hauptgrund ist wohl eher, dass Menschen unter 35 keine Zeitung mehr lesen. Zumindest ist das in meinem Freundeskreis so.

Deshalb musste ich meinen persönlichen Zugang zum Thema finden. Der geht über die Daten. Wie schlecht ging es der Abendzeitung wirklich? Was sind 70 Millionen Euro Defizit in zehn Jahren wirklich? Können die Zahlenangaben stimmen?

Also habe ich mir bei IVW.de die Quartalszahlen besorgt (Anmeldung kostenlos, Quartale auswählen und CSV downloaden) und mal schnell in Excel reingeworfen. Der erste Entwurf sah komisch aus:

Quartale falsch sortiert Abendzeitung

Ich hatte die Quartale falsch sortiert. Aber das lässt sich schnell beheben, in der entsprechenden Spalte der Tabelle einfach die Sortierung auf Aufsteigend umstellen.

Abendzeitung ohne Quartale

Weil ich da die Quartale weglassen musste, kann man als Nutzer das schlecht interpretieren. Wie schnell geht das? Jahre müssten zumindest drauf. Leider spuckt die IVW den Wert nur seltsam formatiert aus: 19981 heißt 1. Quartal des Jahres 1998. Und den Verlust in Prozenten.

Verbreitung Abendzeitung mit Prozent und Quartalen

Egal, was für ein Geschäft man betreibt: Wenn das Interesse der Kundschaft um 36 Prozent abnimmt, hat man ein Problem. Offenbar hat bis 2006 die Auflage langsam nachgelassen, danach sank das Interesse noch schneller. Bei einer Zeitung, die sich vor allem über den Einzelverkauf absetzen lässt (Aboanteil unter 30 Prozent).

Ein weiterer Versuch, das zu visualisieren: mit Balken nach unten.

Verluste Abendzeitung Balken Quartale

Ich finde, mit dem Rot auch großflächig zu arbeiten, unterstreicht die Dramatik der Entwicklung. (Die beiden Rottöne sind die aus dem Header der Abendzeitung online.) Da hätte man längst einen Insolvenzberater rufen können. Zwegat – macht der auch in Zeitungen?

Der Journalismus ist in Deutschland nicht zu retten.

Ich kenne Andreas Grieß nicht. Aber selten habe ich einen Text gelesen, den ich so nickend und zustimmend gelesen habe. Um was geht es? Um einen Journalisten, der keine Fuß in die Tür des Arbeitsmarktes bekam.

Genommen wurde ich letztlich bei “Meedia”. … Unter der neuen Führung beschloss man dann auch, dass es günstiger ist, ohne mich zu arbeiten. Man kann also in gewisser Hinsicht sagen, ich bin bereits mit 26 schon so etwas wie der Totengräber der Medienbranche.

Da hake ich mal ein. Der gute Andreas Grieß hatte Glück. Meine erste Kündigung bekam ich mit 21. Auch als Journalist. Das war 2001, in sehr fetten Jahren für die Printbranche. Sie war die bisher stilloseste.

„Hallo!“ sagte mir eine Frau, die ich bisher noch nie im Verlagsgebäude gesehen hatte. „Ich bin deine Nachfolgerin.“

Die Redaktionsleitung hatte entschlossen, alle Pauschalisten zu entlassen. Für meinen Job fand sich eine Mutter, die in den Beruf zurückkehren wollte. (Zumindest habe ich es so in Erinnerung. Ich war ganz schön geschockt.)

Nicht alle Diagnosen von Grieß teile ich. Vitamin B war bei mir nie ein Thema. Seinen leidenschaftlichen Aufruf teile ich:

Dennoch. An alle “Nachwuchsjournalisten”: Lasst dies unser Motto sein: Frag nicht, was die Medienbranche für dich tun kann, sondern was du gegen die Medienbranche tun kannst. 

Macht das. Ich habe vor einiger Zeit auch schon mal einen Rant geschrieben, der immer noch stimmt. Auch wenn er nicht mehr online ist:

 Krautsource COM bei turi2 DE

Grieß stimme ich jedenfalls zu. Macht was aus euch. Sonst macht das nämlich keiner. Ich habe mal eine kleine Skizze der Hackordnung in den Beschäftigungsverhältnissen gemacht. Korrekturen gern in den Kommentaren. Ist arg vereinfacht.

Beschaeftigungsverhaeltnisse im Journalismus

Update: Danke an Sebastian Brinkmann, der erkannt hat, warum die Grafik erst nicht angezeigt wurde.

Das letzte iTunes-Update mit USB-Kabel

Heute fühle ich mich etwas nostalgisch. Mein Schwiegervater ist neu bei Facebook und will die App auch auf dem iPad nutzen. Die Facebook App läuft aber nur ab iOS 6.0.

Kompatibilität: Erfordert iOS 6.0 oder neuer. Kompatibel mit iPhone, iPad und iPod touch. Diese App ist für iPhone 5 optimiert.

Seit iOS 5 kann man ja Updates auch auf iOS-Geräten übers Netzwerk ausrollen. Bei Version 4.35 geht das noch nicht. Dieses Foto zeigt, warum ich mich dabei nostalgisch fühle.