Newsletter, auf die ich mich immer wieder freue – für die Arbeit

Über den Digiday-Newsletter, der für digitale Journalismusorganisierer wie mich unverzichtbar ist, habe ich schon gebloggt. Der ist Pflicht. Genauso der Digest-Newsletter, der von der Slack-Community Digital Journalism Rocks verschickt wird. 

Freelancer.com zeigt mir jede Woche, wie aufmerksamkeitsstark man mit GIFs in der Inbox sein kann. Man spürt wirklich, dass die offenbar einen eigenen Designer für diesen Newsletter beschäftigen. Denn da kommt nicht das hundertste Giphy-Bild, sondern ein selbst entworfenes. Sehr liebevoll, ich bin sicher, dass das für die Conversion gut ist. Freelancer.com bietet einen Marktplatz für selbstständige Entwickler und andere – wie der Name schon sagt – Freelancer.

Zapier stellt mir neue Rezepte vor, wie ich NOCH produktiver werden kann. Das finde ich immer wieder gut, ich habe eine Schwäche für GTD und all solche Dinge, mit denen ich mein Prokrastinieren optimieren kann.

Dritter im Bunde ist der MyFonts.com-Newsletter. Meine Liebe zur Typografie siegt da immer wieder. Und ich speichere Fonts für mögliche künftige Projekte als Lesezeichen.

Das macht auch keiner mehr, oder?

So eine Type: empfehlenswertes Typografie-Buch

Mann, habe ich das gehasst. In der siebten Klasse hatte ich einen Kunstlehrer aus Nordfrankreich, der uns Kindern die Feinheiten gedruckter Schrift näher bringen wollte. Typografie für Anfänger, wenn man das mal so sagen will. Für ihn war das Teil einer Unterrichtseinheit zum dreidimensionalen Zeichnen. Für mich der Beginn einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Thema. Aber das wusste ich noch nicht.

(Kleiner Exkurs, der an Hybris grenzt: In seinen Jahren an der Uni hat sich Steve Jobs mit Kalligraphie beschäftigt. Das Thema schöne Schriften ließ ihn nicht los. Der Mac konnte das mit der Druckvorstufe nämlich immer ganz gut. Und das Retina-Display an meinem MacBook ist auch aus dieser Tradition heraus so gut.)

Zurück zum Typografie-Buch

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Ich habe schon zu einem Buch getwittert, das ich zum Thema Typografie jetzt gelesen habe: Just My Type heißt es. Auf Deutsch frei wohl „So was von meine Type“.

In jedem Kapitel wird eine berühmte Schriftart vorgestellt. Teile des Kapitels sind meist auch in dieser Schriftart gesetzt, sei es Gill Sans oder eine andere berühmte Type. Der Leser erfährt etwa über die Schöpfer der jeweiligen Schriftart.

Jeder kann malen und auch Buchstaben entwerfen. Kinder, die gerade schreiben lernen, sind da nicht so mit Ballast beladen wie die Künstler, die neue Fonts und ganze Typefaces kreieren. Sogar ein paar Interviewschnipsel mit dem letzten lebenden Vor-Beatle, Sir Paul McCartney, zeigen, dass dieser schon mit Schrift herumgespielt hat. Angeblich stammt das Band-Logo, das mit dem Game Rock Band Bekanntheit erlangt hat, aus dem Film A Hard Day’s Night – und aus der Feder von McCartney. Es gibt aber mindestens zwei andere Männer, die behaupten, sie hätten es gemacht.

Typografie: Schriften sind Branding

Aber Schriften machen Marken. Jede Band, die etwas auf sich hält, hat ein eigenes Logo – und Typo, die zu ihr passt. Muse, Coldplay, Travis – alle Stadien der Welt machen mit ihrer Existenz die Arena zum Marketing-Vehikel der Stars. Manchmal singen Stars auch über Fonts, etwa Vampire Weekend mit 96 Punkt Futura Bold.

Ich habe in einem Sachbuch selten so viel gelacht und noch dazu gelernt. Der trockene britische Humor setzt sich durch, er ist der rote Faden. Leider sind die meisten Schriften-Designer eher trockene Gesellen, auch theoretisch sehr beschlagen. Die Ausnahme ist Erik Spiekermann – von keinem anderen Designer haben es so viele, saftige Zitate ins Buch geschafft. Wer ihn mal erlebt hat, wie ich das tun durfte, wird sich freuen.