So stellen sich die meisten Origami vor (Illustration)
Dominic Grzbielok

Software, die ich nutze: Origami von Facebook

Auch wenn ich unter anderem das Produktmanagement für ein Do-It-Yourself-Portal verantworte, mit Origami meine ich nicht die Falttechnik aus Japan. Origami ist eine Software von Facebook für das Design von App-Prototypen auf dem Mac. Besonders ausgelegt ist diese für das gute Zusammenspiel mit den Dateien, die aus Sketch kommen. Sketch ist eine unter jüngeren Designern sehr beliebte Vektorzeichenanwendung, die deutlich schneller und performanter ist als Illustrator oder vergleichbare Adobe-Produkte.

Origami konkurriert mit anderen Hybriden (kann Design und ist Entwicklung recht nahe) wie Framer.js um das Mindset und den Marktanteil der Designer/Developer. Es ist kein Tool wie Axure RP, das sich an den gestandenen Informationsarchitekten richtet – und wo jede Animation weh tut. Zumindest ist das meine Erfahrung aus dem letzten Projekt bei ProSiebenSat.1, wo ich viel mit Axure gemacht habe und in großen Projekten damit auch immer die Anmutung der Seite vermitteln konnte. Aber Axure hat zwei Schwächen: Responsive Prototypes sind echt schwer, und eben diese Animationen. Vom heftigen Preisschild (500 Euro aufwärts) mal ganz abgesehen. Axure befördert auch eher einen eher schlichten Look der Prototypen. Hier einer meiner ersten:

Was ist jetzt an Origami so besonders? Es kommt von den Animationen her. Von diesen neuen Workflows, die App-Designern und -Entwicklern seit 2007 so bekannt sind, die aber für Web-Menschen wie mich, die Kanzlerin würde sagen Neuland sind. Oder zumindest waren. Auch ich beschäftige mich viel mit den aktuellen Trends, aber ich werde mich nie Designer nennen. Na, vielleicht ja doch.

Wer eng mit Entwicklern zusammenarbeitet und ihre logische Denkweise kennt, kommt mit dem Programm ganz gut klar. Die größte Hürde waren für mich die neuen Begriffe der Animationswelt. Meine ersten Berührungen mit dem Thema waren beim Buch vom Val Head zum Thema. Das empfiehlt sich sicher, vorher die Animationsmuster zu überlegen und auch zu wissen, welche Animation welchen Effekt auf den Nutzer hat.

Origami ist mir zu kompliziert – was kann ich tun?

Der Einstieg ist bei Axure einfacher, aber man braucht dafür auch einen Tag, um das zu verstehen, wie das alles gedacht ist. DAs Gute ist, dass die Anbieter inzwischen die Power von Video-Tutorials entdeckt haben. Zwar ist der Sprecher meist nicht besonders inspririerend, aber ich kann das Video an der Stelle anhalten, an der ich etwas nicht verstehe und immer wieder zurückspulen. Das ist etwas, was auch der beste Erklärtext nicht kann. Mein Tipp ist Keynote für Mac-Nutzer. Auch damit habe ich schon Prototypen gemacht. Die Animationen, die Apple dem Programm spendiert hat, sind zu viel für Präsentationen. Aber für animierte Microinteraktionen sind sie perfekt.

Zettel mit drei Aufgaben, eine davon: Kaffee trinken

Software, die ich nutze: Todoport #gtd

Es gibt einen Markt für Aufgabenverwaltungen. Ich habe bereits Remember The Milk und Wunderlist benutzt. Jetzt versuche ich Trello, weil mir die Kanban-Darstellung besser gefällt als die eindimensionale Darstellung der Tasks in einer vertikalen Gliederung.

Natürlich gibt es immer Zapier für solche Zwecke. Zapier verbindet die APIs von verschiedenen Diensten miteinander. Schick mir eine SMS, wenn es morgen in meinem Lieblings-Skigebiet schneit – solche Aufgaben kann man damit abbilden. Bis vor kurzem konnte man solches Zaps auch im Wettbewerber IFTTT konfigurieren, da hießen die Recipes. IFTTT hat die Nutzungsbedingungen geändert, und fortan gibt es nur noch zertifizierte Applets direkt vom Hersteller selbst (IFTTT nennt die Maker).

Mit ein bisschen Hilfe von Google habe ich Todoport gefunden, ein Tool zum Migrieren von Aufgaben zwischen den verschiedenen Tools. Offenbar gibt es auch dafür einen Markt. Das Tool funktioniert einfach. Man verbindet in ein paar Fenstern, die sich als Pop-up öffnen, einfach die Dienste, die man benutzt – und nach weniger als einer Viertelstunde ist man fertig. Selten war es einfacher, Power-User #GTD zu sein.

Wie ich demnächst mit Trello UND Wunderlist arbeite, will ich dann natürlich auch bloggen.

Einen Feature Request habe ich für Todoport natürlich auch noch

Kleiner Hinweis: Wenn man Source und Destination neu ausgewählt hat, etwa wenn man Ordner in Wunderlist auf ein neues Trello-Board matchen will, muss man einmal öfter klicken als nötig: Wenn die Destination ausgewählt ist, sollte auch der OK-Button am Fuß der Seite neu laden. Aber das ist ein Edge-Case für einen Viel-Listen-Synchronisierer wie mich.

Solche Aufnahmen mache ich auch regelmäßig in verschachtelten Flughafenparkhäusern. Foto: eigene Aufnahme

Apple weiß, wo dein Auto steht

Eine digitale Zettelsammlung habe ich für meine künftigen Blogeinträge. Manchmal gibt es Tage, an denen ich über drei oder mehr Themen bloggen könnte. Dann kommen wieder Projektphasen, wo man die Fühler einzieht und einfach das Projekt durchzieht. Dann bin ich froh, im Stehsatz (ich habe mal Zeitung gemacht, man merkt es, oder?) noch ein paar vorbereitete Posts liegen zu haben. Wozu habe ich diese digitale Zettelhuberei?

So kann ich noch ein paar Themen haben, die ich in Runde abarbeiten, will heißen – verbloggen, kann. Heute habe ich ein langes Interview mit Tim Cook, dem Apple-CEO und Nachfolger von Steve Jobs, aus meinem Entwürfestapel gezogen. 

Darin redet er über alles und jedes, immer on-topic, gut gebrieft in Sachen Strategie. Sein Thema unter anderem – wie merkt man sich, wo man im Parkhaus am Flughafen geparkt hat?

Tim Cook, the interview: Running Apple ‚is sort of a lonely job‘ | The Washington Post: „I just take a picture of the sign on the wall.

But you don’t even have to do that anymore because Siri will know where you parked.“

(Via.)

Siri weiß, wo dein Auto steht

Natürlich wird ein prominenter Manager wie Jobs von einem Chauffeur zum Flughafen gefahren. Daher ist das Quatsch, diese Volkstümelei. Auch wenn sie sich gut liest. Seine, meine, deine, unsere Siri weiß, wo dein Auto steht. Google Now kann das auch, und ich bin sicher, Amazon würde das auch in seine Produkte einbauen, wenn das Kindle Phone ein Erfolg geworden wäre. (Die großen Konzerne von der Westküste gehen an vielen Produktfronten sehr ähnlich vor.) 

Google liegt manchmal schief

Wenn ich mit dem Zug zur Arbeit fahre, denkt Google Now, dass ich mit dem Auto gefahren bin. Ich möchte hier noch ein paar Variablen für den Algorithmus vorschlagen, die das Programm besser machen würden.

Was fehlt: der Button für mehr Blogs wie dieses

Durch Zufall bin ich auf das Blog gestolpert, oder genauer: Ich weiß nicht mehr, wie ich zum ersten Mal auf digitale Pracht gekommen bin, aber die Agentur macht von ihrem digitalen Fußabdruck her einen guten Eindruck.

Im Blogpost, der mich am meisten interessiert hat, geht es um die Multisite-Architektur einer WordPress-Multisite. Ich glaube, Multisites in dieser Art sind die 1% der 1% bei WordPress, um es mit Morten Rand-Henriksen zu sagen. Kaum jemand braucht sich um das Konzept von mehreren Websites in einer Installation Gedanken zu machen, nur Menschen, die mir Produktentwicklung und Technik ihr Geld verdienen. Also Leute wie ich und auch die von der digitalen Pracht. Prachtvoller Name einer Agentur, übrigens! Ernst gemeintes Lob.

(Warum interessiert mich Multisite? Ich mache sowas gerade für TargetVideo, das erste dieser Verticals, wie wir das auch nennen, ist seit Januar auf dieser Architektur live, das zweite kommt im Juli. Außerdem habe ich habe solche Systeme auch schon bei meinem alten Arbeitgeber ProSiebenSat.1 Media SE konzipiert und ins Leben Produktivsein geschickt.)

Von solchen Blogposts wollte ich mehr. Das Blog von digitale Pracht habe ich schnell ausgelesen. Wie finde ich mehr? Früher gab es auf allen Blogs eine Blogroll. Darüber konnte man Seiten entdecken, die dem Bloggenden gefielen. Aber oftmals fielen diese Links bei den BloggerInnen in Vergessenheit, und wenn überhaupt noch gebloggt wurde, gab es dennoch keine Pflege mehr für diese Links.

Wer Elternblogs besucht, kennt das Thema zur Genüge. Viele Mama und Papas bloggen für eine gewisse Zeit, und dann werden die Internetauftritte leider nicht mehr aktualisiert oder noch schlimmer, sogar abgeschaltet. Auch die erfolgreichsten Konzepter stecken mehr Gehirnschmalz in die Konzepte und vielleicht noch in Folien für die IA Konferenz, aber  nicht in Werkstattberichte auf ihrem Blog.

Was mir fehlt, ist ein Button: mehr davon. So wie Taboola und Co. Bauchfett-Content zum neuen Trend gemacht haben, hätte ich gern einen mit besserer User Experience. Nach dem Motto:

Wenn dir dieses Blog gefällt, könnte dir auch das gefallen.

Feedly liefert so etwas Ähnliches. Wenn man da einen RSS-Feed einträgt, wird am rechten Rand eine Auswahl von drei ähnlichen, großen Blogs in diesem Marktsegment angezeigt. Meist nutze ich das dann auch, wenn die Zeit reicht.

Die related Posts von Jetpack oder YARPP liefern nur Posts vom gleichen Blog, ich wünschte mir etwas wie die Related-Posts-Technologie von Elasticsearch dafür. (Warum gibt es so einen Button nicht? Weil der Websitebetreiber nix davon hat, wenn er diesen Button implementiert. Der Nutzer, der ihn gefunden hat, wäre erst einmal weg.)

Wer hat eine Idee, wie das funktionieren könnte? Bitte melden. Wie das aussehen könnte, weiß ich auch schon, denn jetzt habe ich sogar ein Beispiel für einen solchen Button gefunden. In einem Blog? Ne, in einem Shop. Bei Amazon, als Hover-Aktion auf dem Desktop:

Mehr-davon-Button-bei-Amazon

 

The Best Project Management Software: 50 Tools for Team Task Management

Dieser Blogpost aus dem Zapier-Blog sollte eine eigene Webseite sein: mostawesomeprojectmanagementsoftwarereviewever.com. 

Ich habe in meiner Karriere als Produktmanager auch schon das ein oder andere Tool für ein besseres Projektmanagement evaluiert. Zuletzt für Target Video, wo ich Produkt leite, Jira, Basecamp und Trello. Wir haben uns dann für Jira entschieden, weil es so modellierbar ist. Leider macht das den Einstieg ein bisschen schwieriger. Als Admin mit Jira zu arbeiten macht keinen Spaß. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich immer wieder nach neuen Tools schaue. Trello benutze ich etwa, um Ordnung in einen Haufen User Stories zu bekommen, Wunderlist für meine eigene To-Do-Liste.

The Best Project Management Software: 50 Tools for Team Task Management: „“

(Via.)

937 Worte über die steigende Bedeutung von Schriften im Marketing – und kaum eins über den Flächenverlust

Type war früher schon heiß, als die Type noch gegossen wurde:

Move over, Helvetica: Type is hot: „Blue-chip companies like Ford and Citibank as well as storied publications like The Atlantic are commissioning custom fonts in search of a unique look.“

(Via.)

Dass Mercedes-Benz eine eigene Schriftart, ist klar. Aber wer kann sich so etwas leisten? Auch wenn das sehr viele Kunden haben wollen.

Aber was ich sagen will: Egal ob diese Schweizer Type oder San Francisco, auf immer kleineren (und auch pixeligen) Displays ist Schrift für die Marke überlebensnotwendig. (Ist das ein Wort?)

Publishing has long had a focus on type, but the proliferation of mobile devices has raised demand for fonts that have the flexibility to adapt to different screen sizes and can create a consistent brand across different media platforms.

Ich möchte den letzten Satz noch einmal hervorheben. Wenn alle Onlinemedien das gleiche Grid verwenden, weil das wegen des Satzes an IAB-Standard-Werbeformaten (beinahe) unvermeidlich, bleiben nur noch Farbe und Schrift, um sich gegenüber des Wettbewerbs zu differenzieren. Das krasse Redesign von Bloomberg wird im Artikel auch erwähnt – auch mit der guten, alten Helvetica kann man noch richtig knallen. Das muss nicht immer so staatstragend sein wie bei BMW.

Deswegen ist mir die Auswahl der richtigen Schrift für ein Vertical bei TargetVideo auch so wichtig. Bei bettgefluester.tv haben wir uns für Function Pro entschieden, weil diese Schrift eine klassische Moderne hervorruft, einen hochwertigen Charakter – gerade im Kontrast zu den quietschigen Highlightfarben auf der Seite (Magenta/Pink/Violett).

Farbe scheidet bei dynamischen Seiten oft als Differenzierungsmerkmal aus, weil der Content selbst eine Farbe mitbringt. Nicht alle Farben funktionieren gut mit anderen. Und dann ist man schnell bei einem weißen oder schwarzen Seitenrahmen. In einem Prototypen für eine neue prosieben.de habe ich etwa mit dem strahlenden Mitternachtblau der Seite gespielt.

Online-Medien wie The Atlantic kann man jetzt schon erkennen. Und sie machen sich mit einer eigenen Schrift noch wiedererkennbarer. Es geht nicht um die Flexibilität, sondern auch um die Stabilität der Marke.

Das ist mir sogar für mein Blog wichtig. Playfair Display habe ich als Schrift für die Headlines. Aber ich empfinde die als etwas überexponiert, einfach weil die Schrift so schön ist – und über Google Fonts allen zur Verfügung steht. Daher ist eine meiner regelmäßigen Suchen „underused Google Font“.

Vielen Bloggern geht es ähnlich. Einige WordPress-Theme-Frameworks machen sogar die Auswahl eines Google-Fonts über ihre Backendfunktionen möglich. Das Ergebnis ist nicht gerade schlanker Code, aber Performance ist ja nicht alles.

15. UX Monday MUC: mit Hochkaräter – Nir Eyal, Autor von „Hooked“

Da muss der Event erst 15 werden, bis ich es wieder einmal dahin geschafft habe. Aber ich habe schon vor kurzem darüber an dieser Stelle geschrieben, dass die Schwelle groß ist, ab der ich eine Konferenz der Familie vorziehe. „Hooked“ hat es geschafft. (Tut mir leid, ich hatte vergessen, dass ich beim 9. Event mit einem Kollegen schon einmal dabei gewesen war.) Die irre sympathischen Fabrice Wegner und Andreas Schäfer organisieren den für die Münchener UX-Szene wichtigen Reigen.

Reigen im doppelten Sinne: Die Veranstaltung wandert. Und sie gehört nicht nur einem Vortragenden. Zwei, drei Redner stellen ihre Folien vor, zu einem für sie wichtigen Thema. Und ich habe gerade von denen viel mitgenommen, von denen ich wenig erwartet hatte. Oder anders: Der Hochkaräter hatte zwar einen blitzsauberen Vortrag dabei, der sein Buch „Hooked“ gut zusammengefasst hatte, aber inhaltlich gaben mir die beiden nicht ganz so weltweit bekannten Redner mehr Impulse mit.

No User Interface – Was’n das?

Alexa, Siri, Cortana, Google Now: All diese Produkte wollen mit Worten bedient werden. Aber es gibt auch andere Trends, wie Wolfgang Huther mit seinem kleinen futuristischen Blick zeigte. Schon die alten Griechen haben versucht, Automaten zu bauen, die beinahe magisch wirkten. Das ist immer noch das Ziel, und wenn es daneben geht, ist es Schrott. Welche Prinzipien sind am Werk, was macht das so schwer, und warum machen immer günstigere Sensoren das so einfach. Auch hier – ich bin überzeugt, auch wenn ich noch keine Alexa ausprobieren konnte.

UX Pattern in Virtual Reality (VR)

Vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit, in einer Innovations-Unit bei ProSiebenSat.1 eine Oculus VR-Brille auszuprobieren. Nach anderthalb Minuten Flug konnte ich Daumen rauf geben – es war ziemlich beeindrucken -, und vor den Augen meines leise feixenden Teams die Brille wieder absetzen. Mir war schlecht geworden. Dafür gibt es das schöne Wort Cybersickness, wie ich jetzt von Thomas Gläser gelernt habe. Und es hat mit dem Auseinanderdriften von dem, was man sieht und dem, was man fühlt zu tun. Ich hatte damit gerechnet, im Hellen wird mir auch schon beim Rückwärtsfahren in der S-Bahn schlecht.

Gläser gab einen guten Überblick über aktuelle Best Practices und sich herauskristallisierende UX Patterns für die verschiedenen virtuellen Brillenwelten. Die Hypefolie muss auch sein, 30-Milliarden-Markt-und-so, aber es hat Hand und Fuß, wie der begeisterte Redner durch Muster führt. Ich werde dort nicht arbeiten können, von meinem Unwohlsein habe ich schon erzählt. Aber ich bin fasziniert und möchte gleich Vive oder Rift bestellen. Das ist doch was. Vielleicht stellt er seine Folien noch auf sein Slideshare-Profil, mal sehen.

Hooked

nir-eyal-hook-canvas-ux-monday-muc
Er kommt rein, jeder muss hinschauen, weil der sehnig-athletische Nir Eyal einfach Ausstrahlung hat. Er hat einen tollen Vortragsstil, er hat ein weltweit bekanntes Buch im Gepäck. Dass ich dann am Ende doch ein bisschen enttäuscht bin, liegt an meiner Oberflächlichkeit. Die muss es wohl sein. Die Folien können eindeutig nicht von einem Designer sein, so unterschiedlich sind sie. Calibri habe ich auch schon lange nicht mehr bei einem Konferenzvortrag gesehen. Form follows function, sie sind an vielen Stellen mit Bedacht in ruhige Flächen des Agenturbildes gesetzt. Er führt durch sein Hook-Modell:

An seinem Hook-Modell finde ich überzeugend, dass man damit den kleinen Kick für den Augenblick erklären kann, Stammhirn, Lizard Brain von Seth Godin, nucleus accumbends. Das erklärt den ständigen Griff zu Facebook und Twitter, aber auch Candy Crush und den Griff in die Schokoladenschublade. Egal, war ein Erlebnis, und hier sind seine Folien:

Hooked Model from Nir Eyal

In eigener Sache: UX bei Target Video

Im Übrigens suchen nicht nur Ausrichter Payback und Co. nach Nachwuchs. Target Video sucht auch immer wieder Praktikanten, etwa im Produktmanagement.

Braucht mein Unternehmen ein Digital Asset Management System? #dam

Firmenblogs stellen vor, was an Produkten neu ist, welche Features auf der Roadmap endlich umgesetzt wurden. Aber wenn man Content Marketing ernst nehmen will, muss man auch vom Nutzer her denken. Was interessiert den und was kann ich auf meinem Blog dazu sagen? Filecamp ist mir jetzt positiv aufgefallen. Anstatt den unbedingten Pitch zu machen, jeder Marketer braucht ein DAM, geht Filecamp den anderen weg und findet Gründe, warum ein KMU vielleicht kein DAM braucht – was ich für sehr, sehr richtig halte.

You Don’t Need a Digital Asset Management System If …: „A good digital asset management system will be able to keep huge numbers of files organized. The effectiveness and ability of a good asset management system to keep files organized far exceeds e-mail and more basic systems, like Dropbox, etc.

If you only have a small number of files, however, organization won’t be much of a priority. Keeping the files organized on your hard drive, or through Google Drive and other similar platforms, should be enough to keep your files in order. This will be the case for many small businesses that don’t engage in a lot of marketing efforts.“

(Via.)

Was brauchen denn KMUs? Eigentlich jemanden im Stab der Geschäftsführung, der das Thema Digitalisierung der Geschäftsprozesse vorantreibt. Die Website ist keine Marketingmaßnahme. Sie ist die neue Telefonnummer – und schon seit Jahren. Ein Fax haben Sie doch auch noch, oder?

Könnte etwas noch langweiliger sein als Metadatenmodelle?

Seht ihr, was ich gemacht habe? Ich habe die Bouncerate auf diesem sehr technischen Post hoffentlich entscheidend reduziert. Wer auf diesen Post klickt, muss entweder hart im Nehmen sein und/oder Bibliothekswissenschaften studiert haben. Ich habe mich auch bisher in meiner Karriere als Produktmanager nicht so besonders für Metadaten interessiert. Sie waren immer da. Sie waren eins der Themen, das ich angreifen musste.

Ein Beispiel: Für sixx.de habe ich in einem Relaunch-Projekt die Aufgabe bekommen, aus den von ProSiebenSat.1 veröffentlichten TV-Programminformationen HTML-Dokumente für eine Seite zu erzeugen zu lassen. Das haben wir auch in einem Kraftakt hinbekommen.

Damals stellte die Sendergruppe die Daten als XML-Dateien mit Verweisen auf Bilder zur Verfügung. Abnehmer für diese Daten waren bis dahin eher Programmzeitschriften gewesen als Online-Angebote. Diese Bilderberge nahmen schon mal ein halbes Gigabyte ein – pro Woche und pro Sender. Das musste auf dem Server zusammengeführt werden.

Inzwischen hat ProSieben längst eine API zu den EPG-Daten, die dem Anfragenden die richtigen Daten mundgerecht für jeden Sender und jeden beliebigen Zeitraum liefert. (Wer mit so etwas tiefer einsteigen will: Gleich alle Daten besorgen, etwa bei Watchmi. Nette Leute, tolle Technik.)

Ich bin schon ein bisschen länger in diesem Geschäft Produktmanagement, und dann kommt immer der Moment, zu dem man mit einer Anfrage zu früh ist. So war das in diesem Projekt auch. Das Lustigste an der sehr kleinteiligen Arbeit an Programmdaten ist der Name des Formates: Struppi.

Die BBC hat sich in ihrer Researchabteilung jetzt auch mit dem Thema Metadaten beschäftigt, und zwar für die Publizierung von News im Internet. Dazu gab es im Mai diesen Blogpost: Unpicking Web Metadata – BBC R&D. Mit enormem Fleiß haben die Kollegen dabei verschiedene Publisher untersucht, wie diese Metadaten ihren Onlineerzeugnissen mitgeben. Warum? Sie wollten einen Metadatenaggregator bauen. Ihre Annahme war simpel:

We expected metadata across feeds to be pretty consistent in structure – we assumed that publishers would follow a clear syndication standard so that aggregators, and other similar software, could easily share their articles.

Ihre Ergebnisse sind so einleuchtend wie erschütternd:

The answer was no.

Even a conservative audit of web content metadata shows that whilst publishers are fairly consistent when it comes to their own metadata habits, on aggregate, metadata across publishers is very inconsistent.

Die einzigen Daten, die konsistent gepflegt sind, waren die auszeichnenden Open-Graph-Tags, die für Facebook (und Twitter) wichtig sind, damit Likes der eigenen Seite gut aussehen. (Nebenbei ein Indiz dafür, welche Macht Facebook über Webseitenbetreiber hat, liebe EU-Kommission.)

Warum sind Metadaten bei News-Seiten also überall so unterschiedlich? Ich glaube, es hat mit vielen Faktoren zu tun. Hier ein paar, in keiner besonderen Reihenfolge:

Die BBC-Kollegen gaben dann auch auf, es sei denn, man wolle Facebook oder Google werden:

We did make efforts to standardise and harmonise the data, but before long concluded that the reality of web publishing is messy, and, at least currently, the only way of building a metadata model – never mind a detailed metadata model – around web content is either to rely on one of the big aggregators (e.g. search engines like Google) or to build our own.

Ich habe immer noch nix darüber geschrieben, warum mir im Moment Metadaten so nahe liegen, aber das ist dann wohl wirklich ein eigener Post. Das hat mir zumindest der innere Editor/Redakteur gerade gesagt.

(Via.)