Hilfe für Phrasendrescher

Manchmal ist die deutsche Sprache zäh. Gerade für Journalisten. Die Sätze lang, der Wunsch etwas auszudrücken hingegen groß. Gerade bei Themen, die die Redaktion für wichtig hält. Etwa wenn die wichtigste Tageszeitung in Dortmund einen Kommentar zum neuen BVB-Trainer druckt.

Der BVB-Kommentar: Neuanfang mit großen Erwartungen an Peter Bosz – Ruhr Nachrichten: „Mit seiner Verpflichtung verbindet Borussia Dortmund allerdings auch die Erwartung eines reibungsloses Miteinanders in der Zusammenarbeit.“

(Via.)

Ich würde das einfacher schreiben, wenn ich Dirk Krampe wäre. Wahrscheinlich ging ihm erst die Zeit, und dann das Talent aus. Ich kenne beides, den unfassbaren Produktionsdruck im Lokalen vor allem. Ich nehme mir jetzt fünf Minuten, um das zu beheben. Im Text gibt es noch mehr, was hölzern, aufgebläht und phrasenlastig ist. Von daher sollte man nicht einfach den einen Satz redigieren, sondern das gesamte Stück neu fassen.

Wer an Borussia Dortmund ist gemeint? Der Verein? Die Vereinsführung? Die Fans? Ich denke, hier sind die gemeint, die neue Arbeitsverträge unterschreiben dürfen – also die Vereinsführung. 

Zorc und Watzke also.

Zorc und Watzke hoffen auf mehr Miteinander im täglichen Umgang miteinander, und weniger Gegeneinander und Aneinandervorbei.

Ist kürzer, und der Punkt immer noch verklausuliert.

Bereit für mehr Offenheit?

Zorc und Watzke stellen Bosz ein und hoffen, dass der leichter im Umgang ist.

Da nich’ für.

Wie viele deutsche Fahnen passen auf ein Auto?

Die Überschrift liest sich hoffentlich ein bisschen wie ein Ostfriesenwitz. Oder einer der anderen, der auf Kosten von Minderheiten geht. Nicht, weil ich die gut finde, sondern weil es zu viele Fahnen auf einem Auto geben kann.

Versteht mich nicht falsch, ein bisschen Patriotismus täte Deutschland gut, gerade auf die Errungenschaften der Demokratie kann man wirklich stolz sein, mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der grässlichen Dimension deutscher Verbrechen.

Ich glaube, der Deutschlandstolz in positiver Hinsicht ist mit dem Sommermärchen 2006, von dem auch dieses Foto stammt, erwacht.

Zahl-der-deutschen-Fahnen-cool

Das Maximum dessen, was ich in 2016 zählen konnte, waren 8 Fahnen: eine an der Antenne, zwei an den Außenspiegeln, vier als Klemmfahnen an der Tür und eine als Aufkleber auf der Motorhaube. Da man sicher auch noch mehr Fahnen auf das Auto kriegt, habe ich die Achse nicht bei acht aufhören lassen.

Danke an Flickr-User Ralf für das tolle Foto!

Das Spiel war in Lwiw, lieber Kicker

Kicker kann ja nicht alles wissen. Im Bericht zum Spieltag der Champions League steht:

In Donezk sah es derweil lange Zeit nach einem nicht minder souveränen Erfolg für das bereits vor dem 5. Spieltag für das Achtelfinale qualifizierte Madrid aus.

Nur, in Donezk kann gar nicht gespielt werden. Auf dem Spielbericht selbst steht das auch:

Spiel war in Lwiw

Kommt schon mal vor, Kicker. Man müsste das nur mal googeln.

Warum ist Fußball so ein spannender Sport?

Fußball ist kein Spektakel. Das 7:1 aus dem Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 von Deutschland gegen Brasilien ist ein statistischer Ausreißer.

It’s not that a German win was all that unlikely. Germany had a 35 percent chance of victory, according to our model. But the 7-1 scoreline was truly shocking.

The Soccer Power Index (SPI) match-predictor (which uses a poisson distribution to estimate the range of possible scores) gave Germany only a 0.022 percent probability (about one chance in 4,500) of scoring seven or more goals.

Quelle: Fivethirtyeight.com

Die Statistik sah Brasilien knapp vorne, und die Südamerikaner gingen mehr als knapp unter. Viel wahrscheinlichere Ergebnisse sind die niedrigen, in denen auf beiden Seiten des Doppelpunkts 0, 1, 2 oder 3 steht. Ab 4 spricht man dann von Debakel.

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