App-Drawer auf einem Android-Smartphone

Brauche ich wirklich mehr als 350 Apps auf meinem Smartphone?

Erst dachte ich: so wenige Apps. Dann dachte ich – das lässt etwas an eigenen Gedanken in mir anklingen.

Auf einer Webseite, die sich mit CMS-Systemen beschäftigt, stellt einer der Autoren die Frage:

Do I Really Need 61 Apps on My Work Phone?:

Damit outet er sich zunächst als unterdurchschnittlich beappt. Anekdotisch sind meine 350 Apps viel. Ein Freund und ehemaliger Kollege entwickelt Apps – er kann das leicht verdoppelt. Unter 128 GB Speicherplatz läuft da nix.

Dabei nutzt der durchschnittliche Smartphone-Nutzer weltweit nur 3-5 Apps in 85 Prozent der Zeit, die er mit dem Gerät verbringt, mittlerweile mehr als zwei (bis fünf!) Stunden pro Tag. In der Top-App etwa 20% der Zeit. Das habe ich mir auch schon von meinen Kindern anhören müssen.

Aber manche Apps könnten tatsächlich ein Verfallsdatum gebrauchen, die Idee finde ich spitze. Die Messe ABC-App der Version 2016 wird meistens liegen gelassen, eine neue App kommt sicher mit einem neuen Veranstalter oder Veranstaltungsdatum.

I also wonder if the companies that develop apps could build in some sort of “self-destruct” mechanism. For example, an event-based app that deletes itself at a set time period after the event. Or an automated notification if an app has gone unused for a specific amount of time (e.g., six months or a year) stating the app will delete unless reactivated.

Foto: Photo by Matam Jaswanth on Unsplash

Mein letztes iPhone-Foto

Vor anderthalb Jahren habe ich zum letzten Mal ein iPhone benutzt. Es wurde mir für meine Zeit dort von meinem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt. Es zeigt einen Screenshot von Siri. Ich finde das interessant, weil ich mich erst danach für Sprachsteuerungen und Sprachassistenten zu interessieren begonnen habe. Prophetisch!

Warum habe ich das gesehen? Weil ich auf dem Notebook Platz machen musste und mir auch die Fotos-Sammlung angesehen habe, ob da was weg kann.

Apple-Buch plus

Dieser Wuchs, diese Kraft – äh, diese Mut, diese Chuzpe: Apple veröffentlicht ein Buch über sein Design. Und es kostet 199 Dollar – mindestens. Der Markt der Coffeetable-Bücher – Bücher, die man nicht liest, sondern ausstellt, um seine Freunde zu beeindrucken – hat ein neues Schwergewicht. Treten FANG jetzt noch an, den Buchmarkt zu revolutionieren? Tun sie natürlich nicht, ich finde es dennoch entschieden zu teuer und ein Zeichen der 1%, so etwas sich zu überlegen. Die erste Auflage geht sicher an alle Apple-Führungskräfte zu Weihnachten. (Die Idee ist berechtigt, aber ein Preis so für die Hälfte wäre etwas sozial verträglicher gewesen.)

“Designed by Apple in California” chronicles 20 years of Apple design – Apple: „‘Designed by Apple in California’ — Large“

(Via.)

I like me some Nexus: Pixel C

Seit meinem ersten Besuch auf Google I/O bin ich fest im Android-Lager. (Es gibt natürlich keinen Kampf zwischen iOS und Android, aber iOS hat genug Fans. Ich bin immer naturellbedingt für den Außenseiter. Bei allem.) Damals haben alle Besucher des Kongresses ein Nexus One geschenkt bekommen – auch um dafür Anwendungen zu entwickeln. Damals begann auch die unselige Tradition von Google, Geräte auf der Konferenz Google I/O zu verschenken. Damit wurden Freeloader ermutigt, auf die Konferenz zu gehen. Erst in jüngeren Jahren hat Google diese Praxis eingeschränkt. Und seit dieser Konferenz gehört meistens auch ein Nexus-Modell zu meiner technischen Ausstattung, die ich mit mir herumtrage.

Das Nexus One war wahrscheinlich das erste Android-Telefon, das man empfehlen konnte. Von meinem iPhone 3GS war es ein deutlicher Sprung nach vorne, in eine industriellere Materialsprache. Der weiche Babyspeck wich einer kühlen, maschinellen Linie – in charakteristischen Steel Gray. Damals bin ich sogar bei einem Stadionkonzert in Mailand auf die Kamera angesprochen worden. Die war damals ziemlich gut, verglichen mit dem gefühlten VGA-Shooter im zeitgenössischen iPhone.

Seitdem sind viele Chips den Innovationsfluss heruntergeschwommen, und gerade bei der Kamera hatte das iPhone zeitweise einen uneinholbaren Vorsprung, auch dank der Praxis des größten Android-Telefonherstellers Samsung, Apple das jeweils beste Kamera-Zeug und auch Display zu verkaufen. Erst die jüngsten Geräte von Samsung (S6, S7) brechen mit dieser Tradition. Offenbar ist Corporate Politik bei Samsung kompliziert und braucht ein paar Jahre. In meinem letzten Job in einem Konzern hatte ich alle zwei Jahre Anrecht auf das Neueste aus der mobilen Apple-Produktion. Und die meisten Kinderfotos in dieser Zeit sind mit dem iPhone entstanden. Warum sollte ich auf Bildqualität verzichten?

Aber neben dem Diensthandy hatte ich immer ein Android-Telefon. Auf dem Schreibtisch kuschelten zwei unterschiedlichen Betriebssystem, wo bei Kollegen iPhones wie Toastscheiben aufeinander gestapelt wurden (vor allem die beiden Kantigkeiten iPhone4 und 5). Hier die Reihenfolge der benutzen Geräte, in chronologischer aufsteigender Reihung

  1. Nexus One
  2. Galaxy Nexus
  3. Nexus 4
  4. Nexus 5
  5. OnePlus One
  6. Nexus 6P

Der größte Reinfall war dabei das Galaxy Nexus. Seitdem habe ich nie wieder ein Samsung-Gerät gekauft. (Meine Frau hat jetzt ein S7 bekommen, und das macht einen guten Eindruck.) Das Ding wurde immer wieder heiß und sorgte für drastisch verkürzte Erreichbarkeit an besonders wichtigen Tagen. Gerade bei Messebesuchen in Zeiten weniger Steckdosen war das unbenutzbar. Auf meiner Zugfahrt heim konnte ich mehr als einmal auch keine Musik mehr hören. Wer trägt schon einen iPod als Fallback-Gerät mit sich herum? Macht ja keiner. Also bis auf den Alt-Zivi mit dem Körpergeruchsproblem in Wagen zwei, der auch noch einen Nokia-Knochen aus der Hose operiert. Immerhin ein 4C (nicht K!)-Display, nicht bloß bernsteinfarben.

Jetzt habe ich endlich auch ein Nexus-Tablet, wie ich es nennen möchte: Direkt im Google Store gekauft, ein Pixel C. Dieses Tablet fühlt sich genauso gut wie ein iPad an. Zusammen mit der magnetischen Tastatur, die unterschiedliche Winkel zulässt, ist die Haptik sicher das Beste, was ich diesseits von Apple-Produkten erlebt habe. Es fühlt sich unkaputtbar an. Das Steel Gray meines ersten Nexus-Gerätes ist zurück. Ich hoffe, es ist ähnlich kratzunempfindlich.

Nur die Apps machen nicht überall das, was man erwartet. Ich mache gerade die ersten Schritte mit dem Gerät, alle Apps sind noch nicht mit Passwort und Accountdaten ausgestattet und in Betrieb genommen. Aber wenn Facebook mich bei Instant Articles mit angedockter Tastatur in den Porträt-Modus schickt, ist das für mich ein Zeichen. Ein Zeichen für

  • die Vernachlässigung des Formfaktors durch das Android-Betriebssystem
  • die Vernachlässigung des Formfaktors durch die Android-Entwickler

Ich kenne die Trafficzahlen nur von einer Handvoll Webseiten, aber das iPad ist das wichtigste Tablet. Das zeigen interne Zahlen genau wie Schätzungen von Gartner und Co. Der Tabletmarkt stagniert, da ist also keine Änderung in Sicht. Also würde ich als App-Entwickler auch als erstes für die iOS-Welt eine dedizierte App-Erfahrung programmieren.

Und dann kann man irgendwann an die Android-Tablets denken. Auch wenn sie überall sind, bei MediaMarkt, bei Amazon und im Aldi-Prospekt – Android-Tablets sind wie Schmuddelkinder. Sie sind Kompromisse. Wie meine ich das, wenn ich mir selbst doch auch ein Android-Tablet gekauft habe? Das iPad Pro war und ist mir einfach zu teuer. Die einzige App, die ich gern iOS abluchsen würde und zu Android transportieren möchte, ich Paper by 53. Dafür habe ich mir sogar einen passenden Stift gekauft. Mein ältester Sohn liebt das Malen mit dem Stift auf dem Display. (Ich glaube, weil er filzstiftartig malen kann damit, ohne die bei echten Farben unvermeidlichen Farbflecken an den Fingern.)

Das Pixel-Gerät hat sich mittlerweile nicht als das bisher letzte Nexus-Gerät entpuppt, sondern als erstes Pixel. Nexus gibt es nicht mehr. Google hat seinen Twitter-Account mit dem Namen Nexus eingemottet. Fortan soll es die Marke nicht mehr geben. Nexus ist tot, es lebe Pixel.

Office für Mac ist immer noch ein Stiefkind

Früher war alles schlimmer. Geschichte wird geschrieben, Fortschritt wird gemacht. Die Office-Produkte für den Mac-Computer sind nicht so robust wie die für den PC. Und das sage ich als jemand, der auch diesen Blogpost wie selbstverständlich auf seinem MacBook schreibt. Allein die Tastatur ließe mich diesen Hersteller bevorzugen. Tatsächlich ist die Architektur und alles an dem System für mich besser geeignet. Nenn mich Fanboy.

Aber wenn ich SEO-relevante Belange für die Arbeit aufbereite, habe ich es oft mit sehr großen Excel-Tabellen zu tun – ein Million Zeilen pro Blatt und dann noch ein weiteres Blatt in der gleichen Mappe. Dann steigt Office für Mac gern mal bei der Bulk-Verarbeitung aus und hängt sich einfach aus. Das ist für mich der erste Bug, der mich an den heimischen Windows-10-Rechner zwingt, den ich für Produktbelange immer noch habe (man muss alles kennen als Produkti, finde ich).

Zweiter Bug: Makros

Makros in Excel-Dateien sind immer gefährlich, vor allem, wenn man sich nicht mit Makros auskennt. Daher werden die erst mal deaktiviert. Bei Target Video haben wir eine Liste im Einsatz, die die Kollegen auf PCs problem bearbeiten können. Aber irgendein Makro läuft Amok auf dem Mac. Mac-Makro-Amok. Beinahe ein Palindrom.

Dritter Bug: Versenden von Mails aus dem Offline-Outlook

Ich arbeite viel im Zug. Und wie das mit dem Überlandzug so ist, wird das Netz schwächer, dann keine LTE mehr, dann gar kein Netz mehr. Wenn ich dann Mails schicke, bleiben die im Postausgang liegen. Zusätzlich kommt folgende Fehlermeldung, die nun wirklich nicht sein muss:

Unbekannter fehler in outlook mac screenshot microsoft

Ich sag ja, da fühlt man sich gleich als Office-Nutzer zweiter Klasse.

Apple weiß, wo dein Auto steht

Eine digitale Zettelsammlung habe ich für meine künftigen Blogeinträge. Manchmal gibt es Tage, an denen ich über drei oder mehr Themen bloggen könnte. Dann kommen wieder Projektphasen, wo man die Fühler einzieht und einfach das Projekt durchzieht. Dann bin ich froh, im Stehsatz (ich habe mal Zeitung gemacht, man merkt es, oder?) noch ein paar vorbereitete Posts liegen zu haben. Wozu habe ich diese digitale Zettelhuberei?

So kann ich noch ein paar Themen haben, die ich in Runde abarbeiten, will heißen – verbloggen, kann. Heute habe ich ein langes Interview mit Tim Cook, dem Apple-CEO und Nachfolger von Steve Jobs, aus meinem Entwürfestapel gezogen. 

Darin redet er über alles und jedes, immer on-topic, gut gebrieft in Sachen Strategie. Sein Thema unter anderem – wie merkt man sich, wo man im Parkhaus am Flughafen geparkt hat?

Tim Cook, the interview: Running Apple ‚is sort of a lonely job‘ | The Washington Post: „I just take a picture of the sign on the wall.

But you don’t even have to do that anymore because Siri will know where you parked.“

(Via.)

Siri weiß, wo dein Auto steht

Natürlich wird ein prominenter Manager wie Jobs von einem Chauffeur zum Flughafen gefahren. Daher ist das Quatsch, diese Volkstümelei. Auch wenn sie sich gut liest. Seine, meine, deine, unsere Siri weiß, wo dein Auto steht. Google Now kann das auch, und ich bin sicher, Amazon würde das auch in seine Produkte einbauen, wenn das Kindle Phone ein Erfolg geworden wäre. (Die großen Konzerne von der Westküste gehen an vielen Produktfronten sehr ähnlich vor.) 

Google liegt manchmal schief

Wenn ich mit dem Zug zur Arbeit fahre, denkt Google Now, dass ich mit dem Auto gefahren bin. Ich möchte hier noch ein paar Variablen für den Algorithmus vorschlagen, die das Programm besser machen würden.

  • Wenn sich meine Standorte nur entlang einer Bahnstrecke bewegen – etwa, weil ich im Zug sitze – dann sollte dieser Hinweis wegfallen können.
  • Wenn ich keine Bluetooth-Verbindung mit dem Adapter im Auto hergestellt habe an dem Tag, kann ich dann Auto gefahren sein?
  • Kann ich wirklich im Ostbahnhof München geparkt haben? Wo es ein Parkhaus gar nicht gibt?

Microsoft lässt das … Bevormunden der Nutzer nicht

Skype gehört zu den Tools, die ich jeden Tag nutze. Nicht für Telefonate oder Videokonferenzen, sondern als Chatprogramm. Dafür ist das natürlich heillos überdimensioniert, aber ein paar meiner Kontakte sind natürlich nur dort vorhanden. Alle paar Wochen kommt eine neue Version von Skype heraus. Weil ich meist neue Version relativ schnell installiere, mache ich das auf meinem heimischen Windows-10-PC auch. Dabei benutzt aber Microsoft immer noch die Dark UX Pattern aus der Steinzeit: Wenn du schon mal hier bist, kannst du eigentlich den ganzen Krempel gleich mit installieren.

Auf dem PC sieht das so aus:

Installation unerwünschter Zusatzsoftware als Default

Dark Pattern, das ich ausgestorben geglaubt habe: Installation unerwünschter Zusatzsoftware als Default

Dabei muss man als ungeübter Nutzer höllisch aufpassen, dass man nicht die falsche Software installiert. Machen wir den Oma-Test: Das sind so kleine Häkchen, und ich würde Microsoft nicht zutrauen, Quatsch mit meinem Rechner zu machen. Also fällt dieses Muster durch den Oma-Test und ich kann es hiermit zu einem Dark Pattern erklären.

Auf dem Mac spart sich Microsoft übrigens dieses Bundling. Da wird der Nutzer nicht so behelligt, vielleicht auch aus rechtlichen Gründen. (Klarheit bei der Verpackung durch Apple erwünscht?)

Buchkritik: Cumulus

Wenn man nur ein paar Jahre in die Zukunft geht mit einem Science-Fiction-Roman, also thematisch jetzt, dann kann man sich als Autor auf ein paar Extrapolationen unserer Gegenwart einlassen, die nur allzu plausibel sind. Das Setting bei „Cumulus“ (Affiliate-Link) von Eliot Peper ist folgendes: Wir leben in einem Kalifornien, das noch ein bisschen ungleicher geworden ist, auch durch den Reichtum, den Cumulus, eine Art Google-Facebook-Klon wie Hooli, über einen Teil der Bucht von San Francisco gebracht hat und durch das Ende der (industriellen) Beschäftigungsgelegenheiten für die Leute formerly knows as Mittelschicht. Und die Alternative Trump als Sprachrohr und Ventil der Emotionen wäre ja nun wirklich viel zu unglaubwürdig gewesen. Cumulus ist DER Cloud-Konzern der Zukunft. Auf seinen Server speichert alle Welt seine Fotos, die Regierungen der Welt ihre Videoaufzeichnungen, Cumulus betreibt Fleet (=Uber) – Allmacht.com wäre auch ein passender Namen.

Was passiert also, wenn in einem solch mächtigen Konzern jemand Unfug macht? Rogue gehen, das kennen wir aus Mission Impossible. Ein einzelner kann auch in einem börsennotierten Konzern Schlimmes anrichten, wenn er es ins Topmanagement geschafft hat. Und einen Hintergrund in der Spionage hat. Dagegen ist der VW-Diesel-Skandal nur ein laues Lüftchen.

Cumulus ist an Stellen sehr plotgetrieben, ein sehr knapper Roman mit etwas mehr als 200 Seiten. (Wenn solch eine Seitenangabe bei Büchern, die ich auf dem Kindle gelesen habe, überhaupt noch sinnvoll ist. Vielleicht sind Lesestunden die neuen Seiten.)

Sind Lesestunden die neuen Seiten?

Unfassbar viel passiert in dem Buch, die Ereignisse werden auf mehreren Strängen vorangetrieben, und am Ende mündet das kunstvoll, aber auch vorhersehbar in ein gewalttätiges Finale. Ungleiche Menschen schließen Allianzen, die Technik bringt die Technik zur Strecke. Sprachlich ist das wie so viel englische Belletristik gut konsumierbar – als die nicht so heitere Tech-Literatur für den Sommerurlaub des Apokalyptikers.

Das Buch regt zum Nachdenken an. Was ist denn wirklich, wenn die gutmütigen Diktatoren an der Spitze der großen Internetkonzerne oder Open-Source-Projekte wirklich mal durchdrehen? Was liegt dann zwischen uns und Willkür? Das ist auch die große Stärke des Buchs, als eine Art Gedankenkatalysator zu wirken. Was hält die Konzernlenker auf demokratischem, ethisch akzeptablem Kurs? Welche Kontrollmechanismen sind das?

  • Shareholder Value ist das eine – so ein Projekt der Datensammlung ob mehr Macht verschlingt Ressourcen. Das wird irgendwann sichtbar für den Unternehmensbericht.
  • Die Mitarbeiter: Google hat etwa eine sehr lange Tradition (in Internetjahren) von mündigen Mitarbeitern, die alles Böse ablehnen. Dazu hatte der Konzern ja auch mal eine Leitlinie, „Don’t be evil“. Der nächste Whistleblower mit riesigem Medienecho könnte aus einem Internetunternehmen kommen.
  • Naivität: Die Entwickler wollen mit Technik die Welt aus den Angeln heben, und zwar für privaten oder unternehmerischen Gewinn. Die Technik ist nicht das Mittel, um Machtintrigen zu spinnen, sondern das Ziel. Die Beschreibung der Unternehmensgründerin als Erbauerin, nicht als Herrscherin – das klingt in meinen Ohren sehr zutreffend. Eric Schmidt wurde zu Google als eine Art erwachsener Aufpasser geholt – das war das wörtliche Zitat. („Adult Supervision“)
  • Wettbewerb: Du hast gerade als Startup noch die Welt disrupted, also auf den Kopf gestellt. Die größte Gefahr für dich lauert dann in irgendeiner Garage oder einem Inkubator.
  • Nutzer: Wenn du das Vertrauen der Nutzer verspielst, und die Gefahr ist groß, wenn man wie in „Cumulus“ mit den Daten der Nutzer spielt – auch das Feuer genannt – ist dein Unternehmen in ernster Gefahr.

Aber Großmutter, du hast so große Versionsnummern!

Als Dominic Grzbielok eines Morgens Sketch zum ersten Mal aufmachte, stellt er fest, dass schon wieder ein neues Update verfügbar war und sich die Versionsnummern seiner Lieblings-Design-App ganz erheblich verändert hatten.

Ich, heute

Und zwar schlägt das sogar Microsoft. Upgrade von 3.8.3 auf Version 39. Aber die tollen Entwickler bei Sketch erklären das ganz artig, in den Release Notes, und in einem eigenen Blogpost, den ich Anfang Juni überlesen hatte.

Sketch ist übrigens ganz super! Und ich werde auch weiter damit Scribbles machen und meine Blogillustrationen herstellen.

Timehop tut mir leid. Und alle andere mit den Mitbewerbern auch

Timehop hat eine der besten Onboarding-Erfahrungen in einer App, die ich kenne. Findet auch Samuel Hulick, siehe sein Teardown. Was macht die App? Sie zeigt mir an jedem Tag Fotos und andere irgendwo in der Cloud gespeicherten Erinnerungen an. Das sind Fotos oder auch Check-ins von vor ein, zwei, drei, fünf, 21 Jahren. Kennt man mittlerweile auch von Facebook und Co.

Zwei Dinge unterscheiden das Produkt von dem, was die Großen anbieten:

  • Timehop ist anbieterunabhängig. Man sieht alle Fotos überall. Das ist etwas, was die Großen (Google & Co.) nicht anbieten können – und auch nicht wollen.
  • Timehop fügt historische Daten hinzu, wie für mich etwa der Tag, an dem „Clueless“ ins Kino kam und der mich auf einmal so alt machte, wie ich bin. Hier mein Tweet dazu:

Wenn man durch die Timeline bei Crunchbase surft, sieht man die ganzen Konkurrenten für Timehop. Hier die Auswahl, auf die es mir ankommt:

  1. Apple macht etwas an Photos-App in iOS
  2. Facebook fügt Funktion hinzu
  3. Wie man mit Google Photos etwas macht
Es fehlt noch Punkt 4: Microsoft bietet das mit OneDrive auch an. Und Punkt 5: Amazon Photos hat die gleiche Funktion. Offenbar können aber Firmen aus Seattle und Umgebung gar kein Marketing. Die kennt nämlich in meinem Umfeld niemand.

Dein Produkt wird das Features eines anderen Produkts

Was passiert hier also demnächst mit Timehop? Dein Produkt wird zum Feature von den Großen – die Funktion bei Facebook dürfte jeder kennen: On This Day.
Utility — It becomes a feature of other products.
(aus „The Three Phases of Consumer Products“, bei Medium)
Offenbar hat Timehop einen Trend vorhergesehen, alles in der Cloud speichern und daran erinnert werden. Aber da das Produkt kostenfrei ist, konnte man das auch nicht richtig monetarisieren. Und jetzt wird

Crunchbase sagt, dass die letzte Finanzierungsrunde zwei Jahre her ist, dabei wurden zehn Millionen Dollar eingesammelt. Bei zehn Mitarbeitern sollte das noch einige Zeit reichen. Aber so richtig große Hoffnung habe ich nicht für das Tierchen Unternehmen mit dem sympathischen Unternehmensmaskottchen.