Lesezeichen für Verkehrsmeldungen gelöscht

Heute war es so weit. Ich habe das Lesezeichen für die Stauschau gelöscht. Wahrscheinlich verrate ich damit mal wieder, wie alt ich wirklich bin. Die Verkehrsmeldungen des regionalen öffentlich-rechtlichen Hot-AC-Senders waren jahrelang mein Begleiter. Erst im Ohr, als ich im Auto noch Radio gehört habe. Als das immer unhörbarer wurde (3-Element-Break, geheimnisvolles Geräusch, kurze Playlist, viel Hot Hot Rotation usw.), habe ich immer mal wieder auf der Webseite der Verkehrsredaktion nachgesehen, wie die Verkehrslage ist.

Ab jetzt nicht mehr. Tatsächlich ist der Löschvorgang schon einige Zeit her, ich komme jetzt erst zum Aufschreiben meiner Motivation.

(Noch eben zu den Lesezeichen: Die sind für mich ein ganz wesentlicher Bestandteil der Art und Weise, wie ich Dinge, die ich vielleicht nachschlagen muss, organisiere. Mein Chrome-Browser ist eine Chronik meiner Beschäftigungen und Passionen. Aber Lesezeichen sind auch etwas für alte Menschen, I get it.)

Warum habe ich das Lesezeichen entfernt? Weil mir der Prozess, wie Verkehrsnachrichten gemacht werden, nicht mehr gut genug ist. Aus den Messdaten von Schleifen auf der Autobahn und den Beobachtungen von Polizisten werden Berichte generiert, die dann eine halbe Stunde später verlesen werden.

Google zeigt mir in seiner Karten-App Google Maps aber in Echtzeit an, wo es gerade besonders dicht auf den Straßen zugeht, und stellt mit seiner Rechenpower sogar mit künstlicher Intelligenz Berechnungen darüber an, wie sich die Verkehrslage in den nächsten Stunden verändern wird. Meine ganz persönliche Erfahrung ist es, dass man sich darauf verlassen kann.

(Und wie gut Google Maps geworden ist, hat gerade erst wieder ein Essay im Vergleich mit allen anderen Karten-Programmen gezeigt.)

Mit einer kleinen Ausnahme: Nach einem der jüngsten kleineren Updates der App auf dem Smartphone will mich Google Maps immer eine Ausfahrt zu früh auf die Staatsstraße locken. Dabei wäre das ein Umweg von zehn Minuten gewesen. Aber das ist nur ein kleiner Bug, mit dem ich auf Sicht leben kann.

Eine Woche mit dem Google Pixel 2

So früh eine Kritik für ein gerade erschienenes Smartphone wie das Pixel 2 zu verfassen, klingt verfrüht. Extrem fundiert kann sie noch nicht sein. Aber eins möchte ich loswerden: Endlich gibt es Android-Smartphone, das sich anfühlt wie ein iPhone, wenn auch vielleicht eins der vorherigen Generation.

(Genauerer Vergleich ist mir nicht möglich, mir fehlt die aktuelle iOS-Generation im Smartphone-Formfaktor. Habe nur ein iPad.) Und da das Pixel 2 unlocked 40% weniger kostet als ein iPhone, kann ich es nur empfehlen – für diejenigen, die ein Android-Smartphone vorziehen. (iPhone-Nutzer können diesen Post überspringen: iOS-Retention liegt ja in der 90-Prozent-Range.) Wer das Gerät mit bloßen Fingern berührt, gerade auf der Rückseite, freut sich jedes Mal. Nun bin ich aber auch mehrfacher Vater, und daher fristet dieses Gerät natürlich sein Dasein in einer Smartphone-Hülle, und meistens in der Hosentasche.

The Good am Pixel 2

Meine Güte, der Finish des Gerätes. Habe ich schon erwähnt, auch wenn ich bei meinen Nutzungsweisen auch mit einem Plastikteil wunderbar klar käme. Aus der Hülle kommt es eh erst wieder raus, wenn ich es wieder verkaufe.

Die Fotos und die Videos, die ich mit dem Pixel 2 aufgenommen habe, sind das Beste, was ich je mit einem Android-Gerät machen konnte. Das ist keine Überraschung, das war schon bei der ersten Generation der Pixel-Familie das, was in allen Reviews zu lesen war. Ob die Qualität mittlerweile auf iPhone-Level oder darüber liegt, kann ich nicht sagen. Ich habe im Moment kein Vergleichs-iPhone.

The Bad

Die Hülle war mein erster Fehler: mit dem Textil-Finish der direkt im Google-Online-Shop verkauften Hülle machen jetzt meine Hosen täglich eine Abreibung durch. Oder umgekehrt. Auf alle Fälle sorgt meine eher dunkle Garderobe dafür, dass die Hülle schon nach wenigen Tagen fleckige Ränder bekommt. Das kenne ich von der Hülle für mein Dienst-iPhone auch, aber die musste ich immerhin nicht selbst bezahlen. So ärgere ich mich über ein etwas nutzloses Accessoire für 45 Euro.

Das Spigen-Case liegt seit ein paar Tagen im Amazon-Warenkorb. Ich glaube, für den nächsten Urlaub mit den Kindern (Gefahr des Falls aus großer Höhe auf Stein und Fels ist größer) kaufe ich das allerspätestens.

Der Markt für Hüllen ist übrigens wie bei allen Nicht-Samsung-Android-Smartphones ziemlich dünn. Kein Wunder, dass so viele Besitzerinnen ein Folio-One-Size-Fits-All-Etui drum haben.

Das Wichtigste unter den Pixel-2-Accessoires ist aber der USB-C-auf-Klinke-Adapter für die alten Kopfhörer. Denn wirklich sinnvolle USB-C-Kopfhörer gibt es nicht, und meine Bluetooth-in-Ear-Headphones von Bragi wollen sich mit dem Gerät auch nicht verbinden (wie fast mit allen meinen bisherigen Android-Smartphones. Allein das Nexus 6 P konnte sich anschließen (lassen).). Leider ist der Adapter bis auf Weiteres nicht lieferbar. Vielleicht, weil er nur 9 Euro kostet? Fürs Auto brauche ich noch einen.

Zum Schluss: The Ugly am Pixel 2

Das Pixel 2 ist das zweite Pixel-Smartphone, das ich bestellt habe. Das erste habe ich bestellt und gewartet und dann von den Display-Problemen erfahren und dann wieder storniert. Es sollte das Pixel 2 XL werden, für große Hände kommen große Handys in Frage.

Das Klick-Problem bei Telefonaten und Musikwiedergabe nervt. Hier warte ich auf den versprochenen Software-Fix. Im Telefon-Modus kann ich das verschmerzen. Die Ironie: Ich telefoniere damit fast nie. Auf mehr als 20 Minuten komme ich sicher nicht im Monat. Vor allem bei leisen Musik-Tracks fällt das Plopp-Geräusch und Knistern arg auf. Das darf nicht sein bei einem sündhaft teuren Gerät.

1Password: Release giveth, Update taketh away

Diese Anleitung für 1Password ist nicht falsch, sondern bloß nicht ganz korrekt.

Use your fingerprint to unlock 1Password on your Android device: „Before you can set up Fingerprint Unlock in 1Password, you’ll need to set up Fingerprint Unlock for your device. Then follow these steps:

Open and unlock 1Password. Tap Settings > Security, then tap to turn on Fingerprint Unlock. Place your finger on the fingerprint sensor when prompted. From now on, you’ll be able to unlock 1Password with your fingerprint instead of your Master Password.“

(Via.)

Das funktioniert für neue Benutzer prima. Wer sich heute die App installiert, kann den Schritten folgen. Ich habe aber seit einem Jahr das Nexus 6P als mein tägliches Smartphone dabei. Und auf der Rückseite ist dort ein Fingerabdruckleser angebracht, mit dem man das Gerät nach der ersten Eingabe einer PIN praktisch mit einem seiner Finger entsperren kann. Das funktioniert nicht ganz so fehlerlos wie bei Apple iOS-Geräten, aber eine erhebliche Erleichterung im Alltag. Continue reading →

Die ersten Stunden mit dem Amazon Echo

Die Killerfrage lautet: „Braucht man Amazon Echo?“

Die muss ich natürlich mit Nein beantworten. Braucht man noch nicht. Um meine Frau zu paraphrasieren: Amazon Echo ist eine Spielerei.

Den Ausschlag gab die Möglichkeit, dass sie beim Kochen weiter ihre geliebten Hörbücher hören kann. Also meine Frau. Das ist selbst mit dem nach Meinung der Stiftung Warentest derzeit besten Smartphone am Markt, dem Samsung S7, aufgrund des geringen Tonumfangs der externen Lautsprecher des Geräts schwierig – vor allem, wenn sie für die Kinder Fleisch brät und es laut in der Küche zischt. Alexa hat mehr Bums, und Amazon gehört ja Audible. Daher ist der Service gleich in die erste Version der App eingebaut.

Ich komme gleich noch zu den Hörbüchern zurück.

Bei Technik gehöre ich zu den Early Adoptern. Die CD-Sammlung habe ich einst digitalisiert und die analogen Überbleibsel verkauft. Damit haben wir die Sonos-Anlage in der Wohnung finanziert.

Außerdem entwickle ich gewerbsmäßig digitale Produkte, und hier schreibe ich auch mal darüber. Und daher will ich bei interessanten Entwicklungen vorne mit dabei sein. Virtual Reality (VR) habe ich vorbeiziehen lassen, weil mir bisher noch immer mit einer solchen Brille schlecht geworden ist (Oculus Rift Developer Edition, Ozo).

Meine Usecases

Wofür habe ich Amazon Echo also konkret gekauft?

  • Beim Zubettgehen Alexa das richtige Hörspiel für die Kinder heraussuchen lassen, den Sleep-Modus aktivieren und die richtige Lautstärke finden. Dafür gibt es aber noch die Hürde zwischen Alexa und Sonos, die noch nicht integriert sind.
  • Morgens beim Kaffeekochen nach dem Wetter fragen.
  • Muss ich etwas einkaufen?
  • Kommt der Zug zu spät?

Beim Kochen am ersten Abend nach der Aktivierung von Alexa musste das Smartphone noch mal herhalten. Warum? Sie wollte das Buch, das sie gerade hört, noch einmal von vorne hören. Dazu muss man bei der Audible-App für Android nur ein paar Zentimeter nach oben scrollen und klicken. Alexa das mit Sprachkommandos beizubringen, ist mir nicht gelungen. Aber dafür haben wir einige Male herzhaft gelacht. Das ist auch schon für ein Technik-Spielzeug/Gadget eine tolle Leistung, oder?

Danke, Alexa.

(Und immer schön bei den Skills hoch leveln, ok?)

I like me some Nexus: Pixel C

Seit meinem ersten Besuch auf Google I/O bin ich fest im Android-Lager. (Es gibt natürlich keinen Kampf zwischen iOS und Android, aber iOS hat genug Fans. Ich bin immer naturellbedingt für den Außenseiter. Bei allem.) Damals haben alle Besucher des Kongresses ein Nexus One geschenkt bekommen – auch um dafür Anwendungen zu entwickeln. Damals begann auch die unselige Tradition von Google, Geräte auf der Konferenz Google I/O zu verschenken. Damit wurden Freeloader ermutigt, auf die Konferenz zu gehen. Erst in jüngeren Jahren hat Google diese Praxis eingeschränkt. Und seit dieser Konferenz gehört meistens auch ein Nexus-Modell zu meiner technischen Ausstattung, die ich mit mir herumtrage.

Das Nexus One war wahrscheinlich das erste Android-Telefon, das man empfehlen konnte. Von meinem iPhone 3GS war es ein deutlicher Sprung nach vorne, in eine industriellere Materialsprache. Der weiche Babyspeck wich einer kühlen, maschinellen Linie – in charakteristischen Steel Gray. Damals bin ich sogar bei einem Stadionkonzert in Mailand auf die Kamera angesprochen worden. Die war damals ziemlich gut, verglichen mit dem gefühlten VGA-Shooter im zeitgenössischen iPhone.

Seitdem sind viele Chips den Innovationsfluss heruntergeschwommen, und gerade bei der Kamera hatte das iPhone zeitweise einen uneinholbaren Vorsprung, auch dank der Praxis des größten Android-Telefonherstellers Samsung, Apple das jeweils beste Kamera-Zeug und auch Display zu verkaufen. Erst die jüngsten Geräte von Samsung (S6, S7) brechen mit dieser Tradition. Offenbar ist Corporate Politik bei Samsung kompliziert und braucht ein paar Jahre. In meinem letzten Job in einem Konzern hatte ich alle zwei Jahre Anrecht auf das Neueste aus der mobilen Apple-Produktion. Und die meisten Kinderfotos in dieser Zeit sind mit dem iPhone entstanden. Warum sollte ich auf Bildqualität verzichten?

Aber neben dem Diensthandy hatte ich immer ein Android-Telefon. Auf dem Schreibtisch kuschelten zwei unterschiedlichen Betriebssystem, wo bei Kollegen iPhones wie Toastscheiben aufeinander gestapelt wurden (vor allem die beiden Kantigkeiten iPhone4 und 5). Hier die Reihenfolge der benutzen Geräte, in chronologischer aufsteigender Reihung

  1. Nexus One
  2. Galaxy Nexus
  3. Nexus 4
  4. Nexus 5
  5. OnePlus One
  6. Nexus 6P

Der größte Reinfall war dabei das Galaxy Nexus. Seitdem habe ich nie wieder ein Samsung-Gerät gekauft. (Meine Frau hat jetzt ein S7 bekommen, und das macht einen guten Eindruck.) Das Ding wurde immer wieder heiß und sorgte für drastisch verkürzte Erreichbarkeit an besonders wichtigen Tagen. Gerade bei Messebesuchen in Zeiten weniger Steckdosen war das unbenutzbar. Auf meiner Zugfahrt heim konnte ich mehr als einmal auch keine Musik mehr hören. Wer trägt schon einen iPod als Fallback-Gerät mit sich herum? Macht ja keiner. Also bis auf den Alt-Zivi mit dem Körpergeruchsproblem in Wagen zwei, der auch noch einen Nokia-Knochen aus der Hose operiert. Immerhin ein 4C (nicht K!)-Display, nicht bloß bernsteinfarben.

Jetzt habe ich endlich auch ein Nexus-Tablet, wie ich es nennen möchte: Direkt im Google Store gekauft, ein Pixel C. Dieses Tablet fühlt sich genauso gut wie ein iPad an. Zusammen mit der magnetischen Tastatur, die unterschiedliche Winkel zulässt, ist die Haptik sicher das Beste, was ich diesseits von Apple-Produkten erlebt habe. Es fühlt sich unkaputtbar an. Das Steel Gray meines ersten Nexus-Gerätes ist zurück. Ich hoffe, es ist ähnlich kratzunempfindlich.

Nur die Apps machen nicht überall das, was man erwartet. Ich mache gerade die ersten Schritte mit dem Gerät, alle Apps sind noch nicht mit Passwort und Accountdaten ausgestattet und in Betrieb genommen. Aber wenn Facebook mich bei Instant Articles mit angedockter Tastatur in den Porträt-Modus schickt, ist das für mich ein Zeichen. Ein Zeichen für

  • die Vernachlässigung des Formfaktors durch das Android-Betriebssystem
  • die Vernachlässigung des Formfaktors durch die Android-Entwickler

Ich kenne die Trafficzahlen nur von einer Handvoll Webseiten, aber das iPad ist das wichtigste Tablet. Das zeigen interne Zahlen genau wie Schätzungen von Gartner und Co. Der Tabletmarkt stagniert, da ist also keine Änderung in Sicht. Also würde ich als App-Entwickler auch als erstes für die iOS-Welt eine dedizierte App-Erfahrung programmieren.

Und dann kann man irgendwann an die Android-Tablets denken. Auch wenn sie überall sind, bei MediaMarkt, bei Amazon und im Aldi-Prospekt – Android-Tablets sind wie Schmuddelkinder. Sie sind Kompromisse. Wie meine ich das, wenn ich mir selbst doch auch ein Android-Tablet gekauft habe? Das iPad Pro war und ist mir einfach zu teuer. Die einzige App, die ich gern iOS abluchsen würde und zu Android transportieren möchte, ich Paper by 53. Dafür habe ich mir sogar einen passenden Stift gekauft. Mein ältester Sohn liebt das Malen mit dem Stift auf dem Display. (Ich glaube, weil er filzstiftartig malen kann damit, ohne die bei echten Farben unvermeidlichen Farbflecken an den Fingern.)

Das Pixel-Gerät hat sich mittlerweile nicht als das bisher letzte Nexus-Gerät entpuppt, sondern als erstes Pixel. Nexus gibt es nicht mehr. Google hat seinen Twitter-Account mit dem Namen Nexus eingemottet. Fortan soll es die Marke nicht mehr geben. Nexus ist tot, es lebe Pixel.

Die unheilvolle Kraft von Magneten

Wie sich das für ein Startup gehört, haben wir übersichtliche Schreibtische bei TargetVideo. Wenn ich mal Unterlagen sortieren muss (papierloses Büro ist ja Illusion), liegt das Smartphone nicht mehr auf dem Tisch, sondern ich lege es auf den Fuß des Monitors oder auf den Laptop. Das ist aber nicht ideal, wenn ich ein Passwort brauche (Passwortmanager FTW!). Denn das Smartphone verriegelt sich dann selbst, getriggert vom magnetischen Verschluss des Computers.

Das Gleiche passiert, wenn ich daheim das Smartphone an der Steckdose auflade. Wenn das Tablet in der Nähe liegt, und gestapelt liegt es oft darunter, verriegelt sich das Smartphone, obwohl das heimische WLAN als sichere Umgebung eingerichtet ist.

Suche nach einer Produktverbesserung

Gibt es eine Möglichkeit, das Verschließen/Verriegeln anders zu triggern? Hier ist die Kraft der Magneten, die schon das iPad-Cover zu einem magischen Erlebnis machte, allein zu viel. Eigentlich braucht man einen Mechanismus, der überprüft, ob das verriegelnde Gerät dafür vorgesehen ist. Das könnte man mit einem RFID-Chip machen, der ausgelesen wird. Ja, dass ein Tablet ein Smartphone verriegelt, ist ein Edge Case. Aber ich lebe als Produktmanager nun mal den Edge Case. Fragt mich einfach mal nach „Dominic’s 11th Android Device“ in meiner Kindle-Geräte-Liste bei Amazon.

Produkte, die ich nutze: Bose QuietComfort 25

Von diesen Kopfhörern habe ich immer geträumt: Vielreisende haben die auf Langstreckenflüge (gefühlt) immer dabei. Sie sind die ikonischen weißen iPhone-/iPod-Kopfhörer unter den geräuschunterdrückenden Kopfhörern. Aber ich bin so wenig gereist, dass ich den Kauf für mehr als 250 Euro nicht rechtfertigen konnte. Das hat sich letztes Jahr geändert, als ich zu TargetVideo gewechselt bin. Da kam eine Menge mehr Pendeln auf mich zu – mit dem Zug. Und weil das Gerede im Zug sehr, sehr, sehr anstrengend sein kann, wollte ich bessere Noise Cancelling Headphones als meine von Audio-Technica. Auch Bento empfiehlt Kopfhörer als Pendler-To-Do Nr. 1. Die drücken nämlich nach ganz kurzer Zeit. Als ich am Flughafen München zum ersten Mal in einem Shop die Kopfhörer von Bose aufgesetzt habe (die mit dem langem Titel „QuietComfort 25 Acoustic Noise Cancelling Headphones für Samsung“), wollte ich sie nie wieder absetzen. So seidig weich sitzen die auf dem Kopf.

Auch The Wirecutter empfiehlt die Klassiker von Bose als die besten Kopfhörer dieser Art. Das ist als Laie schwer zu überprüfen. Aber ich bin sehr glücklich mit dem Kauf.

Eine besondere Bedeutung kommt den Headphones auch zu, wenn die Kinder akustisch anstrengende Kinderserien sehen: Nein. Doch. Ah! Dann kann man die auch mal ohne Audioquelle aufsetzen, und die Welt versinkt in Stille.

Apple weiß, wo dein Auto steht

Eine digitale Zettelsammlung habe ich für meine künftigen Blogeinträge. Manchmal gibt es Tage, an denen ich über drei oder mehr Themen bloggen könnte. Dann kommen wieder Projektphasen, wo man die Fühler einzieht und einfach das Projekt durchzieht. Dann bin ich froh, im Stehsatz (ich habe mal Zeitung gemacht, man merkt es, oder?) noch ein paar vorbereitete Posts liegen zu haben. Wozu habe ich diese digitale Zettelhuberei?

So kann ich noch ein paar Themen haben, die ich in Runde abarbeiten, will heißen – verbloggen, kann. Heute habe ich ein langes Interview mit Tim Cook, dem Apple-CEO und Nachfolger von Steve Jobs, aus meinem Entwürfestapel gezogen. 

Darin redet er über alles und jedes, immer on-topic, gut gebrieft in Sachen Strategie. Sein Thema unter anderem – wie merkt man sich, wo man im Parkhaus am Flughafen geparkt hat?

Tim Cook, the interview: Running Apple ‚is sort of a lonely job‘ | The Washington Post: „I just take a picture of the sign on the wall.

But you don’t even have to do that anymore because Siri will know where you parked.“

(Via.)

Siri weiß, wo dein Auto steht

Natürlich wird ein prominenter Manager wie Jobs von einem Chauffeur zum Flughafen gefahren. Daher ist das Quatsch, diese Volkstümelei. Auch wenn sie sich gut liest. Seine, meine, deine, unsere Siri weiß, wo dein Auto steht. Google Now kann das auch, und ich bin sicher, Amazon würde das auch in seine Produkte einbauen, wenn das Kindle Phone ein Erfolg geworden wäre. (Die großen Konzerne von der Westküste gehen an vielen Produktfronten sehr ähnlich vor.) 

Google liegt manchmal schief

Wenn ich mit dem Zug zur Arbeit fahre, denkt Google Now, dass ich mit dem Auto gefahren bin. Ich möchte hier noch ein paar Variablen für den Algorithmus vorschlagen, die das Programm besser machen würden.

  • Wenn sich meine Standorte nur entlang einer Bahnstrecke bewegen – etwa, weil ich im Zug sitze – dann sollte dieser Hinweis wegfallen können.
  • Wenn ich keine Bluetooth-Verbindung mit dem Adapter im Auto hergestellt habe an dem Tag, kann ich dann Auto gefahren sein?
  • Kann ich wirklich im Ostbahnhof München geparkt haben? Wo es ein Parkhaus gar nicht gibt?

Feature Request für Google Now

Seit dem Nexus One habe ich durchgängig ein Android-Smartphone besessen. (Offenlegung: Damals war das eine Dreingabe zum Google I/O-Ticket.) Immer auch ein iPhone, nur gerade mal nicht, aber du fragst dich jetzt, warum? Weil ich glaube, dass man als Produktmacher die Geräte kennen sollte, die die meisten Kunden benutzen. Und das ist leider die Wahrheit, auch wenn das die iPhone-tragenden Konzepter nicht wahrhaben wollen: Zwei Drittel der Mobile-Nutzer auf den Sites, die ich kenne, benutzen eben Android. Und davon wiederum die Hälfte benutzen Samsung-Telefone. (So weit würde ich jetzt aber nicht gehen, dass ich mir ein Samsung-Telefon kaufen würde.)

Also, ein Android-Smartphone ist mein täglicher Begleiter zur Arbeit. Niemand kennt mich besser, außer natürlich meine Familie. Bis vor kurzem glaubte die System-App Google Now, dass ich an meinem Zielbahnhof München-Ost nicht umgestiegen bin, sondern dort geparkt habe.

Das ist jetzt Geschichte. Seit ein paar Tagen werden die besten Umstiegsmöglichkeiten am Bahnhof angezeigt. Und die betreffen bei mir die U4/U5, mit der ich tatsächlich auch fahre. Sehr, sehr zielgenau. Zeitlich sind das auch die nächsten Abfahrten.
Screenshot-Google-Now-Ostbahnhof-U4U5

 

Aber wenn ich aufs Land fahre, wo ich wohne, werden die Haltestelleninformationen schlechter. Mir werden zum Beispiel am Beispiel Rosenheim, wo ich in die letzte Bimmelbahn für eine Station umsteige, abwegige Empfehlungen angezeigt – etwa der Nachtreisezug, der 12 Stunden säter abfährt, oder ECs, in die ich besser schon in München eingestiegen wäre.Screenshot-Google-Now-Rosenheim

Here comes the feature request

Mein Wunsch ist: Nehmt euch auch die kleinen Bahnhöfe vor und versucht, aus den Bewegungsmustern der Reisenden bessere Empfehlungen zu generieren.

Timehop tut mir leid. Und alle andere mit den Mitbewerbern auch

Timehop hat eine der besten Onboarding-Erfahrungen in einer App, die ich kenne. Findet auch Samuel Hulick, siehe sein Teardown. Was macht die App? Sie zeigt mir an jedem Tag Fotos und andere irgendwo in der Cloud gespeicherten Erinnerungen an. Das sind Fotos oder auch Check-ins von vor ein, zwei, drei, fünf, 21 Jahren. Kennt man mittlerweile auch von Facebook und Co.

Zwei Dinge unterscheiden das Produkt von dem, was die Großen anbieten:

  • Timehop ist anbieterunabhängig. Man sieht alle Fotos überall. Das ist etwas, was die Großen (Google & Co.) nicht anbieten können – und auch nicht wollen.
  • Timehop fügt historische Daten hinzu, wie für mich etwa der Tag, an dem „Clueless“ ins Kino kam und der mich auf einmal so alt machte, wie ich bin. Hier mein Tweet dazu:

Wenn man durch die Timeline bei Crunchbase surft, sieht man die ganzen Konkurrenten für Timehop. Hier die Auswahl, auf die es mir ankommt:

  1. Apple macht etwas an Photos-App in iOS
  2. Facebook fügt Funktion hinzu
  3. Wie man mit Google Photos etwas macht
Es fehlt noch Punkt 4: Microsoft bietet das mit OneDrive auch an. Und Punkt 5: Amazon Photos hat die gleiche Funktion. Offenbar können aber Firmen aus Seattle und Umgebung gar kein Marketing. Die kennt nämlich in meinem Umfeld niemand.

Dein Produkt wird das Features eines anderen Produkts

Was passiert hier also demnächst mit Timehop? Dein Produkt wird zum Feature von den Großen – die Funktion bei Facebook dürfte jeder kennen: On This Day.
Utility — It becomes a feature of other products.
(aus „The Three Phases of Consumer Products“, bei Medium)
Offenbar hat Timehop einen Trend vorhergesehen, alles in der Cloud speichern und daran erinnert werden. Aber da das Produkt kostenfrei ist, konnte man das auch nicht richtig monetarisieren. Und jetzt wird

Crunchbase sagt, dass die letzte Finanzierungsrunde zwei Jahre her ist, dabei wurden zehn Millionen Dollar eingesammelt. Bei zehn Mitarbeitern sollte das noch einige Zeit reichen. Aber so richtig große Hoffnung habe ich nicht für das Tierchen Unternehmen mit dem sympathischen Unternehmensmaskottchen.