Amazon nimmt es sehr genau mit der Zeitzone

Ich habe mich für ein Trainingsprogramm von Amazon Web Services angemeldet. Dabei ist mir dieses kleine Nugget Formular-Gold über den Weg gelaufen, also ich habe dann Berlin angeklickt:

Hintergrund sind die besonderen Steuerbedingungen der einzigen deutschen Exklave Büsingen. Die führen dazu, dass man in Büsingen mit Schweizer Franken bezahlt. Also behandelt Amazon auch die Zeitzone, die die gleiche ist, dort anders.

AWS Rekognition, oder: der Cloud-Marktführer mal nicht Marktführer

Update: Bei der AWS re:Invent 2017 wurde die Video-Fähigkeit von AWS Rekognition vorgestellt.

AWS Rekognition hat etwas Neues. Was ist das überhaupt? Ich hole mal ein wenig aus. Die nächste Evolutionsstufe bringt AI oder Machine Learning. Ich begrüße unsere neuen Herrscher.

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Aber im Ernst, zumindest in der Produktentwicklung im Kleineren und im Digital Business im Größeren ist Artificial Intelligence eines der Buzzwords des Jahres, wenn nicht sogar der Trend des Jahres. Warum? Mustererkennung mit Hilfe von Computer-Unterstützung findet überall statt. Google hat auf seiner Entwicklermesse Google I/O sich selbst zu einer „AI First“-Firma gemacht, und zwar gleich mit der entsprechenden Aussage vom CEO Sundar Pichai höchstpersönlich.

Was für Muster kann man denn erkennen? Wenn man den Computer auf Hunde und Katzen trainiert, erkennt er überall Haustiere. Das kann auch schon mal dazu führen, dass man vor den computergenerierten Bilder Angst bekommt.

AWS Rekognition: neue Funktionen im November

Seit Monaten konnte man etwa mit der Technik von Google bereits Videos systematisieren lassen. Hier hat Amazon immer noch kein entsprechendes Angebot. Seine API für die automatisierte Erkennung von Gegenständen und anderen Entitäten in Bildmaterial beherrscht bisher nur Stillmaterial. Das hat sich mit der Ankündigung vom 21. November 2017 auch nicht geändert. (Was war neu? bessere Gesichtserkennung, mehr Gesichter, Gesichter wiederkennen, Text-in-Bild-Erkennung. Das Meme vom Anfang dieses Posts dürfte Rekognition also problemlos erkennen.) Was ich schon ein wenig erstaunlich finde. IBM bietet das in Watson an, Microsoft in seiner Azure-Cloud, und Google auch in seiner Cloud Engine (ex-Compute-Engine).

Der Fokus auf Alexa und Amazon Echo hat bei Amazon schon erstaunliche Ergebnisse hervorgebracht, aber hier scheint es so etwas wie einen blinden Fleck zu geben. Auf der Kundenseite integrieren derzeit bereits die ersten DAM-Systeme das automatische Vertaggen von Videomaterial als Fähigkeit. Auf der IBC 2017 in Amsterdam habe ich das in zwei Demos gesehen, und ich hatte meinen Besuch nicht besonders auf das Thema AI ausgerichtet. Es ist eindeutig die nächste Evolutionsstufe. Vielleicht kommt ja zum Thema AWS Rekognition noch etwas auf re:Invent in ein paar Tagen. Da bin ich fast sicher.

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Anna Torv VOR Mindhunter: So kennen sie Fringe-Fans. Foto Gage Skidmore/Flickr

Manson und die Netflix-Serie Mindhunter

Es ist Zufall, dass fünf Wochen nach dem Serienstart von „Mindhunter“ bei Netflix, einer der berühmtesten Verbrecher des 20. Jahrhunderts gestorben ist. In hohem Alter, anders als seine Opfer. 

Charles Manson is dead at 83. His legacy, explained. – Vox:

Charles Manson, the notorious cult leader whose instigation of the brutal Manson Family murders in the late 1960s profoundly bruised American culture, died on Sunday night of natural causes after a brief period of hospitalization in Kern County, California, according to the California Department of Corrections and Rehabilitation.

Mindhunter: In einem Land vor Serienkiller-Zeit

Aber Manson ist auch die Folie für das, was die FBI-Ermittler in „Mindhunter“ so tun. Er ist der Vorzeige-Irre ihrer Zeit. Sie reden mit Verbrechern, die das Muster „Ich war jung, hatte die Gelegenheit und braucht das Geld“ sprengen. Weil sie ihre Opfer verstümmeln, nach dem Tode vergewaltigen oder sonstige Dinge tun, die sich die ermittelnden Beamten oft nicht vorstellen können.

Spätestens seit „Das Schweigen der Lämmer“, das ich wie wohl fast jeder ein bisschen zu jung und ein bisschen zu allein gesehen habe, faszinieren mich Serienkiller. Rote Fäden an der Wand, Diagramme, Schwarz-Weiß-Fotos – das wurde zum oft erzählten und immer gleich aussehenden Thema in US-Kriminalserien oder -Filmen. Auf Anhieb, ohne lmgtfy, fallen mir ein:

  • Criminal Minds
  • Profiler
  • Der Knochenjäger
  • American Psycho
  • Sieben

Die IMDB kennt mehr als 3000 Einträge zum Thema Serienkiller

Was ist das Besondere an „Mindhunter“? Der frische Blick auf das Genre durch den Kunstgriff, in die Zeit vor Profiling und echter psychologischer Arbeit. Bevor die Studien gemacht wurden, gab es Ermittler, die in ihrer Arbeit vor ungelösten Rätseln standen. Prüde, oftmals unerfahrene Polizisten – sie bekommen Besuch von den beiden männlichen Hauptfiguren der Serie „Mindhunter“. Die sind FBI-Agenten und gleichzeitig Kriminalistik-Dozenten von der FBI-Akademie in Quantico. Und ganz ehrlich, wenn die lehren dürfen, dann kann ich das auch tun. Aber ich habe auch den Vorteil, dass ich mir mein ganzes Serienkillerwissen in Jahrzehnten Hollywoodproduktion aneignen konnte, mal mehr oder weniger appetitlich serviert. (Skalp und Verstümmelungen in US-Produktionen sind ja ok, aber nackte Geschlechtsteile – um Gottes willen. Dafür hat der Set-Designer ja L-förmige Oberbetten erfunden.)

Die Serie hat diesen Sog, der schwer zu beschreiben ist, und der langen Expositionen zu eigen ist. Ich finde ihn bei Sam Raimis „Spider-Man“ und auch bei „Interstellar“. Er ist langsam, bedrohlich, beharrlich, und er hat damit zu tun, dass er seine Figuren und Konstellationen ernst nimmt. Wie tickt eigentlich ein FBI-Agent, der eine progressive Freundin hat, die ihren Doktortitel anstrebt, und der mit seiner Krawatte auf liberalen Campus anecken muss – wenn der sich verliert, findet er dann etwas Neues? Oder der gesetzte Agent, der schon alles gesehen hat – wenn er dann doch Dinge sieht, die sein Weltbild aus den Angeln heben? Und die strenge Forscherin, die den beiden systematisches Arbeiten beibringen muss? Die Besetzung ist gelungen, vor allem Anna Torv alles Fringe-hafte abzuschminken, ist eine Leistung.

Mindhunter ist toll, und das sagen auch die derzeit 8,7 Punkte bei der IMDB.

So, und jetzt schaue ich die fünf Folgen, die mir noch fehlen. Natürlich nicht bei der Arbeit, wie das 30% der Netflix-Nutzer tun.

Filmkritik „Man of Steel“

Da ist ja im Moment diese Zwei-Stunden-Schallgrenze bei meinem Filmkonsum nach dem Zubettbringen der Kinder. Netflix and Chill, klar, aber nicht zu vill. Dann muss ich wirklich schlafen gehen, will ich auf meine acht Stunden Schlaf kommen, die ich zu mehr als bloßem biologischen Funktionieren brauche. Egal, wie viel Kaffee ich morgens hinzufüge.

„Man of Steel“ liegt knapp darüber, wurde mir aber jetzt bei Netflix empfohlen. Superheldenfilme fand ich mal toll, dann wieder absolut verzichtbar (das Spider-Man-Reboot mit Garfield habe ich immer noch nicht gesehen). Jetzt suche ich mir aus, welche ich gut finde. An „Man of Steel“ hat mich die Nolan-Connection interessiert. Und Regisseur Zack Snyder ist auch interessant.

„Man of Steel“ bekommt einen guten Platz in meinem eigenen Superheldencomicverfilmungkanon. Das liegt auch an der Bodenhaftung, die der Film durch die extrem gute Besetzung beginnt. Superman ist ein reines, äußerst moralisches Wesen. Das gelingt wenigen Superman-Filmen wirklich glaubwürdig, zu übertrieben ist das. Aber es ist so, als hätte Zack Snyder das channeln können, was Bill in „Kill Bill 2“ über Superman sagt: Er muss sich verkleiden, damit wir ihn ertragen können.

Superman didn’t become Superman. Superman was born Superman. When Superman wakes up in the morning, he’s Superman. His alter ego is Clark Kent. His outfit with the big red „S“, that’s the blanket he was wrapped in as a baby when the Kents found him. Those are his clothes. What Kent wears – the glasses, the business suit – that’s the costume. That’s the costume Superman wears to blend in with us. Clark Kent is how Superman views us. And what are the characteristics of Clark Kent. He’s weak… he’s unsure of himself… he’s a coward. Clark Kent is Superman’s critique on the whole human race.

Clark Kent hat bekanntermaßen biologische Eltern auf der untergegangenen Welt Krypton (Russell Crowe ist sein Vater), und seine irdischen Eltern (Diane Lane und Kevin Costner). Das ist alles schon tausend Mal erzählt worden, ich bin etwa mit den Smallville-Serienfolgen ganz gut vertraut und dachte, ich würde den inneren Konflikt von Clark Kent / Kal-El verstehen. Aber ich habe den noch nie so ernst nehmen können wie „Man of Steel“. Und das hat wohl auch mit den Terroranschlägen vom 11. September zu tun. Metropolis wird im Laufe des Filmes von Außerirdischen ordentlich bearbeitet, und das ist zwar comicartig, aber nicht ganz so leicht und locker dahin geworfen wie beim Avengers-Universum. Echte Menschen wischen sich den Staub aus dem Gesicht, einstürzende Häuser haben wirklich Wucht. Bis in die kleinste Nebenrolle ist „Man of Steel“ gut besetzt und leiht sich auch hier die Ernsthaftigkeit, die der Doug-Stamper-Darsteller einem Redakteur beim Daily Planet leihen und Lawrence Fishburne dessen Chef.

Um was geht es eigentlich? Die weitentwickelten Außerirdischen, die auf Krypton daheim waren, haben einst das Weltall kolonisiert. Dann haben sie sich fatalerweise auf ihren Heimatplaneten zurückgezogen und den ausgebeutet, bis sein Planetenkern zerfällt. Milliarden Planetenbewohner sterben. Der demokratische Rat des Planeten hat die Katastrophe kommen sehen und war nur zerstritten. Zwei starke Männer haben das nicht passieren lassen wollen. Der militärische Führer des Planeten (Michael Shannon) putschte, aber zu spät. Da war der Planet nicht mehr zu retten. Der wissenschaftliche Star des Planeten (Crowe) hat die DNA aller Bewohner auf einen USB-Stick geladen, und diese mit seinem Kind ins All in Richtung Erde geschossen. Dieses Kind wächst als Clark Kent in Kansas auf.

Viele Elemente sind unglaublich ausgelutscht. So etwa das Kryptonit, das Superman schwach werden lässt. Wenn ich es nicht überhört habe, kommt das Material in „Man of Steel“ überhaupt nicht vor. Es wird anders erklärt, dass Superman in einer kryptonartigen Umgebung (Raumschiff) weniger Kraft als auf der Erde hat – durch so eine Art Photosynthese, die die starke, junge Sonne mehr befördert als die Verhältnisse, die eine Kopie von Krypton darstellen.

Die Schauwerte sind natürlich ganz toll, aber mir hat vor allem die Modernisierung der Beziehungen zwischen den einzelnen Protagonisten, und wie auch die klassischen Bestandteile aktualisiert werden, sehr gefallen.

4 von 5 Raumschiffen

Im Dunkeln sitzen, und auch noch Geld dafür bekommen: der Luxus-Job des Filmkritikers. Photo by Jake Hills on Unsplash

Disney und die Filmkritiker im Speziellen, Filmkritik im Allgemeinen

Man muss nicht ganz so dick auftragen wie Jack Shafer, aber in der Sache hat er Recht:

Don’t Be Fooled. Disney Won Its Fight With the Press. – POLITICO Magazine: „Journalists have become so powerless that they can now be safely ignored.“

(Via .)

In der Filmkritik ganz sicher. 

Nur ist das nichts, was man an dem aktuellen Fall festmachen sollte. Der aktuelle Fall: Disney hatte Journalisten der Los Angeles Times von Pressevorführungen für aktuelle Filme ausgeladen, weil man bei Disney mit der Berichterstattung der Zeitung über Geschäftsbeziehungen mit Anaheim, einer Gemeinde in der Metropolregion Los Angeles, unglücklich war. Inzwischen dürfen Journalisten der L.A. Times wieder umsonst vor Filmstart ins Kino. Andere Journalisten (auch von der New York Times) hatten sich mit den ausgeschlossenen Kollegen solidarisiert.

Filmkritiker sind auch ansonsten machtlos. Sie sehen (in der Mehrzahl) Filme, die keiner ihrer Leser/Hörer/Zuschauer je sehen wird. In diesem Job war ich auf vielen Filmfestivals, dem Höhepunkt der Entferntheit des Filmkritikerjobs von normalen Kinobesuchern. Pro Jahr waren es etwa 250-300 Filme. Und wer das hauptberuflich macht, kommt locker auf mehr. Es ist ein Privileg und reiner Luxus, und die Filme, die man auf Festivals oder im Programmkino vorab sieht, werden in der Folge vielleicht von mehreren zehntausend Menschen in Deutschland im Kino gesehen. Falls überhaupt. Manchmal auch nur von ein paar hundert auf eben diesem Festival.

Meine Erfahrung als Filmkritiker ist es darüberhinaus, dass der Filmkritiker-Geschmack (und auch seine Reife) oft genug vom Geschmack der Masse abweicht, und dass es ein Gutes ist, dass weniger dünkelhafte Filmfans auf ihren Webseiten den Filmen oft gerechter werden als wir, und ich bin immer noch Mitglied im Verband der deutschen Filmkritiker. Ich sage bewusst: abweicht. Nicht, dass er besser sei. Mit der kritischen Auseinandersetzung mit dem Sujet Film steigt auch die sprachliche Fähigkeit, bei den Qualitäten zu 

Bei Rotten Tomatoes gibt es noch eine Trennung zwischen Top Critics und Publikum, und eigentlich möchte ich die da auch nicht mehr sehen (so etwas wie die künstliche Journalist-Blogger-Dichotomie im Netz). Warum werden die „professionellen“ Kritiker höher gewichtet? Da folge ich eher der Logik der IMDB – jeder nur ein Kreuz.

Warum gebe ich Shafer Recht? Filmkritik ist überflüssig. Ich habe schon lange keine mehr gelesen, und nicht nur deshalb, weil ich nur mehr Kinderfilme sehe –  und die meisten Menschen, die ins Kino gehen, auch nicht. Nur 5,2 Prozent der Kinobesucher haben laut FFA eine Kritik gelesen, bevor sie ins Kino gehen. (PDF-Download)

Und da ist da noch der berechtigte Hinweis von Jeff Jarvis, mittlerweile acht (!) Jahre alt:

 

Every paper doesn’t need a local movie critic  when movies are national and we are all critics. Papers should not devote resources to the commodified news we already know. They need to find new efficiencies, thanks to the link.

Jarvis, Jeff. What Would Google Do?: Reverse-Engineering the Fastest Growing Company in the History of the World (S.26). HarperCollins. Kindle-Version.

 

Eine Woche mit dem Google Pixel 2

So früh eine Kritik für ein gerade erschienenes Smartphone wie das Pixel 2 zu verfassen, klingt verfrüht. Extrem fundiert kann sie noch nicht sein. Aber eins möchte ich loswerden: Endlich gibt es Android-Smartphone, das sich anfühlt wie ein iPhone, wenn auch vielleicht eins der vorherigen Generation.

(Genauerer Vergleich ist mir nicht möglich, mir fehlt die aktuelle iOS-Generation im Smartphone-Formfaktor. Habe nur ein iPad.) Und da das Pixel 2 unlocked 40% weniger kostet als ein iPhone, kann ich es nur empfehlen – für diejenigen, die ein Android-Smartphone vorziehen. (iPhone-Nutzer können diesen Post überspringen: iOS-Retention liegt ja in der 90-Prozent-Range.) Wer das Gerät mit bloßen Fingern berührt, gerade auf der Rückseite, freut sich jedes Mal. Nun bin ich aber auch mehrfacher Vater, und daher fristet dieses Gerät natürlich sein Dasein in einer Smartphone-Hülle, und meistens in der Hosentasche.

The Good am Pixel 2

Meine Güte, der Finish des Gerätes. Habe ich schon erwähnt, auch wenn ich bei meinen Nutzungsweisen auch mit einem Plastikteil wunderbar klar käme. Aus der Hülle kommt es eh erst wieder raus, wenn ich es wieder verkaufe.

Die Fotos und die Videos, die ich mit dem Pixel 2 aufgenommen habe, sind das Beste, was ich je mit einem Android-Gerät machen konnte. Das ist keine Überraschung, das war schon bei der ersten Generation der Pixel-Familie das, was in allen Reviews zu lesen war. Ob die Qualität mittlerweile auf iPhone-Level oder darüber liegt, kann ich nicht sagen. Ich habe im Moment kein Vergleichs-iPhone.

The Bad

Die Hülle war mein erster Fehler: mit dem Textil-Finish der direkt im Google-Online-Shop verkauften Hülle machen jetzt meine Hosen täglich eine Abreibung durch. Oder umgekehrt. Auf alle Fälle sorgt meine eher dunkle Garderobe dafür, dass die Hülle schon nach wenigen Tagen fleckige Ränder bekommt. Das kenne ich von der Hülle für mein Dienst-iPhone auch, aber die musste ich immerhin nicht selbst bezahlen. So ärgere ich mich über ein etwas nutzloses Accessoire für 45 Euro.

Das Spigen-Case liegt seit ein paar Tagen im Amazon-Warenkorb. Ich glaube, für den nächsten Urlaub mit den Kindern (Gefahr des Falls aus großer Höhe auf Stein und Fels ist größer) kaufe ich das allerspätestens.

Der Markt für Hüllen ist übrigens wie bei allen Nicht-Samsung-Android-Smartphones ziemlich dünn. Kein Wunder, dass so viele Besitzerinnen ein Folio-One-Size-Fits-All-Etui drum haben.

Das Wichtigste unter den Pixel-2-Accessoires ist aber der USB-C-auf-Klinke-Adapter für die alten Kopfhörer. Denn wirklich sinnvolle USB-C-Kopfhörer gibt es nicht, und meine Bluetooth-in-Ear-Headphones von Bragi wollen sich mit dem Gerät auch nicht verbinden (wie fast mit allen meinen bisherigen Android-Smartphones. Allein das Nexus 6 P konnte sich anschließen (lassen).). Leider ist der Adapter bis auf Weiteres nicht lieferbar. Vielleicht, weil er nur 9 Euro kostet? Fürs Auto brauche ich noch einen.

Zum Schluss: The Ugly am Pixel 2

Das Pixel 2 ist das zweite Pixel-Smartphone, das ich bestellt habe. Das erste habe ich bestellt und gewartet und dann von den Display-Problemen erfahren und dann wieder storniert. Es sollte das Pixel 2 XL werden, für große Hände kommen große Handys in Frage.

Das Klick-Problem bei Telefonaten und Musikwiedergabe nervt. Hier warte ich auf den versprochenen Software-Fix. Im Telefon-Modus kann ich das verschmerzen. Die Ironie: Ich telefoniere damit fast nie. Auf mehr als 20 Minuten komme ich sicher nicht im Monat. Vor allem bei leisen Musik-Tracks fällt das Plopp-Geräusch und Knistern arg auf. Das darf nicht sein bei einem sündhaft teuren Gerät.

App-Drawer auf einem Android-Smartphone

Brauche ich wirklich mehr als 350 Apps auf meinem Smartphone?

Erst dachte ich: so wenige Apps. Dann dachte ich – das lässt etwas an eigenen Gedanken in mir anklingen.

Auf einer Webseite, die sich mit CMS-Systemen beschäftigt, stellt einer der Autoren die Frage:

Do I Really Need 61 Apps on My Work Phone?:

Damit outet er sich zunächst als unterdurchschnittlich beappt. Anekdotisch sind meine 350 Apps viel. Ein Freund und ehemaliger Kollege entwickelt Apps – er kann das leicht verdoppelt. Unter 128 GB Speicherplatz läuft da nix.

Dabei nutzt der durchschnittliche Smartphone-Nutzer weltweit nur 3-5 Apps in 85 Prozent der Zeit, die er mit dem Gerät verbringt, mittlerweile mehr als zwei (bis fünf!) Stunden pro Tag. In der Top-App etwa 20% der Zeit. Das habe ich mir auch schon von meinen Kindern anhören müssen.

Aber manche Apps könnten tatsächlich ein Verfallsdatum gebrauchen, die Idee finde ich spitze. Die Messe ABC-App der Version 2016 wird meistens liegen gelassen, eine neue App kommt sicher mit einem neuen Veranstalter oder Veranstaltungsdatum.

I also wonder if the companies that develop apps could build in some sort of “self-destruct” mechanism. For example, an event-based app that deletes itself at a set time period after the event. Or an automated notification if an app has gone unused for a specific amount of time (e.g., six months or a year) stating the app will delete unless reactivated.

Foto: Photo by Matam Jaswanth on Unsplash