Filmkritik „Drive“

Den Film „Drive“ umgibt ein gewisser Mythos. Ich lese nicht mehr so viele Filmkritiken wie früher, und ich gehe ganz gewiss viel seltener als früher ins Kino (5-6 x im Jahr vs. 200-300 x im Jahr). Aber dennoch ist mir dieses Programmkino-Werk mit Ryan Gosling in der Hauptrolle in den letzten Jahren öfter begegnet. Lange habe ich gewartet, ihn mir anzusehen. Jetzt ist er bei Netflix mir begegnet. Die Kinder waren im Bett, da sind 90-Minuten-Filme willkommen. Alle anderen Filmen sind gerne 2 Stunden plus lang. So lange kann doch kein Papa wach bleiben.

Gosling ist die namenlose Hauptfigur von „Drive“. Und alles, was er wirklich kann, hat mit Autos zu tun. Er hat in Wirklichkeit drei Jobs, auch wenn er das nie so sagt. Er sagt einfach nicht viel.

  • In einer Werkstatt repariert er Autos. Er ist gut darin.
  • Als Stuntfahrer fürs Kino zerschrottet er kunstvoll Autos. Er ist gut darin.
  • Als Fluchtfahrer für Gangster sorgt er für das sichere Entfernen vom Tatort. Darin ist er wohl am besten.

Am besten ist diese Figur, wenn sie fährt. Steht sie still, wird sie angreifbar. Das passiert, als er sich in seine alleinerziehende Nachbarin verliebt. Die ist nämlich nur temporär alleinerziehend. Ihr Mann und der Vater ihres Kindes kommt bald aus dem Gefängnis heraus und zieht Gosling mit in seine Geschäfte hinein.

Drive dreht zum Ende hin auf

„Drive“ ist „Ein einfacher Plan“ für eine neue Generation: Tolle Pläne einfacher Leute, die an Geld kommen, sind zum Scheitern verurteilt. Und sie scheitern auf eine FSK18-Art. Das muss nicht sein, mein Ekel war ungefähr auf dem Niveau von „Deadpool“. Aber es ist meistens kunstvollerer Ekel. Nicht so auf die lustige Art, sondern wirklich lebensverändernd. Und dieses Grauen liegt seit Beginn des Films in der Luft. Die Musik, die Bilder. Sie heben den Film weit über Mittelmaß wie die einsamer weißer Mann als Rächer-Ebene eines „John Wick“ hinaus.

Regisseur Nicolas Winding Refn macht klassisches Autorenkino, nur hat er die erste Liga der Schauspieler dafür zur Verfügung. Brian Cranston hat eine Rolle als Werkstattleiter und Vaterersatz für den Fahrer; Albert Brooks spielt einen Mafia-Finanzier und auch Hellboy-Darsteller Ron Perlman ist dabei. Sogar Mad-Men-Ensemble-Mitglied Christina Hendricks taucht in dem großen Cast auf. Oscar Isaac bringt einen verletzlichen Macho in den Film. Alle sind wundervoll echt. Nur Gosling bleibt eine Scheibe, auf der sich alles spiegelt. Wer er ist, wird erst ganz zum Schluss klarer.

Das Finale ist unausweichlich, und als Zuschauer vermutet man, dass es hart auf hart kommen wird. Musik und Kamerafahrten erzeugen einen unwiderstehlichen Sog, der mich an die Hilflosigkeit der Welt in „Blade Runner“ erinnert hat – auch vom Synthiesound des Films her. „Drive“ ist ein Meisterwerk, ein böses. Aber eins das der Welt des Zuschauers den Spiegel vorhält.

TL;DR

4,5 von 5 durchdrehenden Reifen.

Mein Senf zu Funk

Wut ist ein schlechter Ratgeber beim Bloggen. Zu scharf angesichts der Sache werde ich dann leicht, zu krass im Ton. Aggro. Ich mag mich dann meist später selbst nicht. Aber sei’s drum. Das Thema „Funk“ lässt mich nicht kalt. Aber ich bin nicht dagegen, dass die Rundfunkanstalten zu YouTube gehen. Sie müssen sich auch in Zukunft legitimieren. Über das live-lineare-Fernsehen geht das nicht mehr bei Zuschauern unter 30. Und so sage ich:

Prinzipiell finde ich es super, was die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten da machen.

Die tun sich zusammen, ARD und ZDF, und gehen mit ihrem Inhalteangebot dorthin, wo die gewünschte Zielgruppe ist: zu YouTube. 32% der 14- bis 29-Jährigen nutzt täglich Seiten wie YouTube, haben ARD-Forscher herausgefunden (PDF-Dokument). Wenn ich keine Monetarisierungsbedarfe hätte, würde ich da auch hingehen. (Sind wir mit TargetVideo aus guten Gründen nicht, weil Videowerbung bei YouTube weniger Geld bringt als wenn man alles selbst macht.)

Mich stören in der üppigen Berichterstattung über Funk, ein lobenswertes Projekt, die Dinge, die geschrieben werden und die, die nicht geschrieben werden. Ich dürfte als ehemaliger Mitarbeiter von ProSiebenSat.1 natürlich das mit den Zwangsgebühren finanzierte Projekt gut finden. Aber ich denke, man hat da viel richtig gemacht.)

Und vor allem die Dinge, die ich nicht gelesen habe, funken fuchsen mich:

ARD und ZDF statten eigenes Multi-Channel-Network mit fast 40 Millionen Euro pro Jahr aus.

So hätte meine Headline gelautet. Stattdessen lese ich überall

„Content-Netzwerk“

Es ist ein Multi-Channel-Network. Content-Netzwerk steht in der Pressemitteilung von Ende September 2016

Was noch?

Die Twitter-Strategie von Funk verstehe ich noch nicht. Offenbar ist das der echte Account, das ZDF folgt ihm. Aber warum wurde er nicht verifiziert? Das hätte das deutsche Twitter-Team bestimmt gern gemacht. (Hättet ihr doch, oder?) Was heißt das für Twitter? Und warum ist da noch Ei? War da wirklich keine Zeit für eine Winkekatze oder Grumpy Cat?

Du bist Introvertiert und glaubst nicht an dich, oder: Hochstapler-Syndrom, das

Irgendwo in den ersten zehn Jahren meiner Karriere im Online-Journalismus ist die Spezialisierung gekommen. Sie ist nicht über Nacht gekommen, sondern wie allen epochalen Brüche als schleichender Prozess. Heute sind Onlineredakteure viel besser ausgebildet, um im Nachrichtengeschehen standzuhalten, um ein Beispiel aus dem Online-Journalismus zu nennen. Um Fehler zu erkennen, Geschichten sozial zu verbreiten.

Aber sie können in ihrer Gesamtheit (meine Erfahrung) auch weniger gut konzeptionell arbeiten. Diese Fähigkeit ist weg gewandert, in den leitenden Journalismus, ins Produktmanagement oder die Produktentwicklung.

Sie können auch kein HTML mehr, das machen jetzt Entwickler für sie und praktische Shortcodes oder HTML-Container im CMS. Der Webdesigner ist seltener geworden, meist reden Designer mit Frontend-Entwicklern. Da gibt es viele dieser Fähigkeitenwanderungen. Das ist auch nix Schlimmes, ist einfach eine normale Folge der Spezialisierung, einer Grundtendenz der modernen Gesellschaft.

Ich bin als Journalist Generalist gewesen und bin es heute auch noch. In vielen Feldern, in denen ich arbeite, sind andere besser. Programmieren, Design, Projektmanagement – die Liste ist endlos. Aber meine Kombination der Fähigkeiten macht mich wertvoll. Für ein Startup ganz besonders, wo ich viele Hüte tragen darf und muss.

Daher lief Sonja Leix bei mir offene Türen ein, und auch bei vielen anderen, wie man an den zahlreichen hoch gehobenen Armen in dem Video sieht. Der Kern ihrer Aussage ist: Du zählst was, die anderen sind nicht alle besser als du. Ich habe mich in dem Blog auch schon mit Designern vergleichen und kam nur zu einem Zähneknirschen.

Sonja Leix bedankte sich mit dieser phänomenal offenen Rede bei der WordPress-/WordCamp-Community. (Wer das lieber lesen will, kann es auf ihrem Blog tun.) Jeder Introvertierte, der das Gefühl der (eingebildeten) Unterlegenheit kennt, sollte sich das ansehen, um Kraft zu tanken. Jede Führungskraft, die mit Kollegen in Home Offices zu tun, sollte sich das ansehen

Was man lernen kann?

  • Sprich bei Events, etwa einem WordCamp
  • Lass Lob an dich heran, vor allem das ernst gemeinte
  • Vergleich dich nicht mit den großen Leistungen – alle machen Fehler

Fragen, die ich gern beantwortet hätte, für die ich aber keine Antwort habe:

  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen Solopreneurship und Imposter Syndrom? (Hochstapler-Syndrom). Sonja Leix spricht davon, dass sie viel daheim gearbeitet hat, und nicht zu WordCamps oder Meetups ging
  • Ist es irgendwann zu spät, kein Imposter/Hochstapler mehr sein zu wollen? Wir kennen all die im Job Resignierten, die noch brennen könnten, wenn man sie nur ließe.

Und wegen Sonja Leix habe ich auch noch an diesem Barcamp-WordCamp Köln in 2016 teilgenommen. Darüber habe ich geschrieben. Obwohl ich dieses Jahr auf keine weitere Konferenz wollte.

WordCamp Cologne 150x150

How is this still a thing: Speichern unter oder Exportieren?

Wenn man mit dem Standard-Dateiformat in einer Anwendung auf dem PC oder Mac arbeitet, ist alles gut. Speichern ist Speichern, und sonst ändert sich nix. Manchmal muss man aber in Teams Dateien austauschen oder eine andere Fassung der Datei herstellen. Klassischerweise sind das unterschiedliche Bildformate in Grafikprogrammen, oder in meinem aktuellen Fall, über den ich mich hier auslassen will, sind das Optionen in Powerpoint.

Speichern unter

So gibt es zwei Wege, um etwas Anderes als .pptx-Dateien zu erzeugen: Speichern unter und Exportieren. Speichern unter kann nur Powerpoint-ähnliche Formate, etwa alte Versionen. Exportieren kann auch

Ich verstehe die feine Semantik bei der Unterscheidung: Speichern unter heißt, dass man die Datei mit dem vorliegenden Programm auch immer wieder problemlos öffnen kann und weiter bearbeiten kann. Exportieren schneidet diesen Weg ab.

Aber: Mich würde Forschung dazu interessieren, wie normale Nutzer diese Buttons verstehen? Mir war das nämlich bei frühmorgendlichen Last-Minute-Änderungen an einer Präsentation nicht klar. Ich glaube, anderen könnte das auch gehen.

Cloud: Where the Servers have no Name

Ein Mini-Gedanke zur Cloud und den namenlosen Servern, die da klaglos ihren Dienst verrichten. Den habe ich aus einem ganz langen Post, den jeder lesen sollte, der sich für Architektur von Software und IT-Systemen interessiert. Unbedingt. Aber wie gesagt, nur ein kleiner Gedanke:

Why the fuss about serverless?: „Long gone were the days that we lovingly named our servers, these were cattle not pets.“

(Via.)

Das ist einer der Nebeneffekte von Serverless, ja eigentlich schon Teil der Bewegung in die Public Cloud. Server sind kein greifebaren Dinge mehr. Wir stellen sie uns nicht mal mehr bewusst vor. Die Server haben kryptische Namen, ja, wir nennen sie nicht mal mehr Server. Sie haben AMIs und tragen Instance IDs, und sie reagieren als Instance.

Als ich bei ProSieben angefangen habe, vor fünf Jahren oder so, kannten die Entwickler das Blech, also die Server, beim Namen. Ich glaube, die Server hießen nach Städten. Warschau war einer der Blechdienstleister, wenn ich mich richtig erinnere. Ist ja auch verständlich. In den Jahren, in denen sie für die Server verantwortlich waren, verbrachten die Admins wohl mehr Zeit mit ihnen als mit ihrem Manager oder Vorgesetzten. Das ist wie ein Haustier. Das heißt ja auch nicht i-x82ahajg813, sondern Mausi oder Waldi.

Diese emotionalen Kosten sollten Verantwortliche, die ihr Unternehmen cloud-ready oder sogar cloud-native machen wollen oder müssen, mit berücksichtigen. Wenn ich keine Gefühle oder auch nur Besitzerstolz für einen Server habe – was geht dann verloren? Sorgfalt könnte eins der Dinge sein.

Ich habe nur kurz darüber nachgedacht. Man könnte zum Beispiel versuchen, CloudFormation oder Terraform Stacks zu anthropomorphisieren. Oder die frei gewordenen Ressourcen, mental beim Admin oder besser DevOp, mit vorwärtsgewandten Ideen zu beschäftigen? Hüter der Digital Transformation, da seid ihr gefragt! Hier könnt ihr euch austoben.

Filmkritik „Pitch Perfect“

Glee, der Film – wenn man böse ist und auch ein bisschen ungenau, kann man „Pitch Perfect“ so zusammenfassen. „Pitch Perfect“ ist die Geschichte über eine Underdog-A-cappella-Gesangsgruppe, die erst verliert und am Ende triumphiert. Bei diesem Film ist die Story nicht interessant. Denn die ist so vorhersehbar wie ein Weg in Ostfriesland – immer geradeaus, dann die kleinen Probleme wie an einem Deich bergauf, dann die Düne runter und ins Wasser springen.

Die Figuren sind es, die „Pitch Perfect“ hervorheben und zu einem modernen Klassiker gemacht haben. Dazu später mehr. Der zweite Teil war ein Erfolg, der dritte Teil ist unvermeidlich. Anna Kendrick hat es in die Superstar-Liga katapultiert. Sie durfte bei den Oscars singen und tanzen. Das tut sie seitdem sie ein Teenager war, hat Sondheim-Musicals auch schon in New York gesungen. Sogar für den Tony war sie nominiert. Da war sie ein Teenager.

Mir ist Kendrick zum ersten Mal mit ihrer taffen, aber auch verletzlichen Performance in „Up in the Air“ aufgefallen. Gegen einen George Clooney als White-Collar-Arbeiter mit Blue-Collar-Anspruch hielt sie mehr als nur dagegen. Da hatte Regisseur Jason Reitman einen guten Riecher. Kendrick kann anders als viele Musicaldarstellerinnen auch das Normale. Ihre Beca in „Pitch Perfect“ ist eine Heldin wider Willen. Nur ihr Papa, selbst Universitätsprofessor, will, dass sie sich integriert. Wenn es nach ihr ginge, würde sie auf die Hochschule pfeifen und direkt ins Musik-Business gehen. Daher ist der Job beim Campusradio auch das Wichtigste für sie. Wir sehen sie nie in Kursen, sondern immer nur mit ihrer Musik. In einem weniger geschmackvollen Film hätte es noch eine Affäre mit dem Manager des Radiosenders gegeben, an diesem Hubbel im Storybogen, den ich mit dem Deich vom Anfang meinte. So läuft hier die Story auf Autopilot:

Mädchen singt. Junge singt. Mädchen und Junge sind in unterschiedlichen Gangs (Chören). Die dürfen nicht miteinander. Love conquers all. Kuss. Vorhang.

Die Figuren ziehen in „Pitch Perfect“ hinein

Aber die Frauenfiguren sind so echt wie sonst nur in Dramen, mich erinnern sie an die Besetzung von „Orange is the New Black“. Anders als das blonde Dummchen und die Nymphomane, mit denen wir in Glee vorliebnehmen musste, sind das hier echte Schicksale. Etwa „Fat Amy“, die nicht mal so heißt – ein australisches Mädchen in einem großen Körper mit viel Seele und Drive. Beca ist auch etwas zu reif für ihre Jahre, sehr fokussiert und konzentriert. Und die asiatische Zimmergenossin von Beca wird als richtig berechnende, nervende Kuh dargestellt. Klar, das kann man auch zu Recht rassistisch nennen. In diesem Umfeld, sie wird auch noch durch die freundlichen Beziehungen, die diese Figur zu anderen ihrer Art hat, abgeschwächt, ist sie so etwas wie das personifizierte Böse.

Sie und der Vorsänger der konkurrierenden Gesangsformation, der irgendwann seine Mitstreiter im Stich lässt, weil endlich ein Singer-Songwriter angerufen hat und ihn für seinen Backgroundchor braucht. Das ist vor allem auch eine Folie, um zu zeigen, dass viele Musikstars von der Uni im echten Leben ganz kleine Brötchen backen müssen.

Wertung: 3 von 5 Mikrofonen.

Wie ich an Weihnachten merkte, dass ich seit langem erwachsen bin

Dass ich jetzt wirklich erwachsen bin, merkte ich im Büro. Im Büro merkt man ja wirklich viel, auch, was man nicht ist. Bei ProSieben, entschuldigt, liebe Ex-Kollegen, waren es die Berufsjugendlichen, mit denen ich nix anfangen konnte. Immer gut gelaunt, Sneaker, so grau oder karg die Haare auch wurden. Was machen eigentlich alte Menschen bei einem Privatsender? Das scheint ja auch der CEO des DAX-Konzerns zu denken, so hat er ja seinen Abschied angekündigt.

Mit einem Alter von dann 60 Jahren, glaube er, sollte man kein Medienunternehmen mehr leiten, so der Manager zur Begründung.

Jetzt, im Startup, habe ich noch jüngere Kollegen. Zeit für ein bisschen Introspektion – und weil Weihnachten ist: Ein Kind zu bekommen, hat mich erwachsen werden lassen. Da gibt es auch ganz tolle Essays von werdenden und gewordenen Vätern dazu.

Rückblickend glaube ich, ging das aber eher los. Ich mache mehrere Punkte des Erwachsenwerdens aus. Der letzte Punkt ist: dass man an Weihnachten nicht mehr nach Hause fährt, sondern zu Hause bleibt. Aber der Reihe nach.

Flügge werden

Von zu Hause ausziehen ist ein großer Schritt. Nicht nur ist die Formulierung grammatikalisch interessant, „leaving home“ ist irgendwie knapper auf Englisch. Auch der Umzug selbst. Ich habe dabei alle Fehler gemacht, die man so machen konnte. Einer war, die Kisten erst am Umzugstag zu packen. Traut man mir heute gar nicht mehr zu, war aber so. Damals fühlte ich mich sehr erwachsen. War ich aber nicht. Mein Chaos fand jetzt nur woanders statt.

Die Wäsche selbst machen

Man sollte meinen, dass dieser Schritt zum ersten dazu gehört. Aber so ist es nicht überall. Gründe gibt es viele. Man stellt sich dumm an. Mutti traut einem das noch nicht zu. Mutti will nicht loslassen. Vor allem bei Männern, so hört man. Ausreden gibt es übrigens noch mehr: die Waschmaschine im Wohnheim, die Diebstähle aus dem Waschraum.

Ein Kind bekommen

Hier ist also der Auslöser für den Post. Das ist jetzt so lange her, dass ich zum ersten Mal Vater wurde, dass ich mich beinahe kaum erinnere. Aber dieses Gefühl, dass dieser Mensch mit so kleinen Händen und so kleinem Alles das Größte ist, für was du je sorgen musst – es war sofort da. Es geht auch nicht mehr weg. Es wird bloß überlagert von all den kleinen Dingen, die den Blick auf das Wesentliche verstellen. Elternliebe überdauert alles und ist größer als fast alles auf dieser Welt.

Weihnachten daheim bleiben: Erwachsen

Die Tickets werden 92 Tage vorher gebucht. Mit dem Zug geht es heim. Businesskasper fliegen Air Berlin nach Posemuckel, hier kann man noch eher die e-Tickets zum Schnäppchenpreis buchen. Die Schwaben verlassen den Prenzlberg, weil bei Muttern futtern den Kerosingestank wett macht. Erst flogen die Gänse in den Topf, dann die Wamse den Gänsen hinterher,  um sie in den Wams zu stopfen. Wo ich bin, ist jetzt meine Familie. Also müssen wir der Familie nicht mehr hinterher reisen.

Da ich will gleich abonnieren: mehrere Podcast-Buttons

Podcasts-Hörer gibt es nicht nur bei iTunes, das hat dieser Unternehmer erkannt. Keine Ahnung, was sein Podcast taugt, aber die Art und Weise, mit der auf Nutzer verschiedener Podcast-Clients hinweist, finde ich super. Klar bin ich auch schlau genug, seinen Podcast bei Pocketcasts einzugeben. (Ich nutze Pocketcasts, weil das auf mehreren Plattformen, derzeit sind Web und Android für mich wichtig, verfügbar ist.) Aber ein Button ist so viel komfortabler. Diese Button-Armada macht mich froh. Auch wenn die Größe des iTunes-Symbols zeigt, wie wichtig iTunes für die Podcast-Szene ist.

Mehrere Podcast Buttons auch Pocketcasts

Podcast: Unleash Your Blog from John Meese and Danny Coleman: „“

(Via.)

Filmkritik „Star Trek: Into Darkness“

Als ich als Austauschschüler in den USA war, habe ich mich nach den Hausaufgaben mit einer Folge „Star Trek: The Next Generation“ belohnt. Die liefen am Vorabend eines jeden Werktages auf einem Sender, dessen Name mir entfallen ist. Patrick Stewart hat mich also schon in meiner Jugend begleitet, und die Sternenflotte auch.

Wenn also ein neuer Film aus der Star-Trek-Welt ins Kino kommt, kommt der automatisch auf meine Watchliste. Seit die Kinder auf der Welt sind, komme ich nicht mehr so viel ins Kino wie früher. Früher habe ich es auch übertrieben, würde ich rückblickend sagen. 250, 300 Filme im Jahr. Im Kino. Das schafft man nur, wenn man ein paar Filmfestivals besucht. Sechs Filme am Tag. Disziplin, vor allem beim Notizenmachen. Sonst verschwimmen irgendwann die Filme in einem Genre zu einem Superfilm. Ich bin immer noch Ausweis tragendes Mitglied im Verband der deutschen Filmkritik, in dem viele Kritiker des Landes zusammenginden.

Star Trek hat einen imposanten Franchise-Neustart hingelegt. Die Neubesetzung von Kirk und Spock mit den Jungstars Chris Pine und Zachary Pinto ist grandios. Aus der Gegenüberstellung und auch den Spielereien im Team mit Pille/Bones wird viel Humorkapital geschlagen. Die Neuauflage von Star Trek als The Next Generation hat den Teamgedanken in den Vordergrund gestellt, Demokratie und Werte. Das war mitunter bierernst. Die James T. Kirk-Truppe ist anders, lockerer und rebellischer. Oberste Direktive? Da pfeif ich doch drauf.

Ihnen fehlt noch mehr der moralische Kompass. Das ist auch genau die Schwäche des Films. Der suchenden Crew wird ein Bösewicht gegenübergestellt, der erst als Bösewicht behauptet wird, dann softer wird und dann seinen Wahnsinn gegen Ende richtig übertreiben muss. Wo ist oben, unten, gut und böse? Ich habe Benedict Cumberbatch noch nie chargieren gesehen. Wer das sehen will, ist bei „Star Trek: Into Darkness“ gut aufgehoben. Ich fand das letzte Drittel ganz, ganz schlimm. Da knirscht der Plot, da freut sich der Verschwörungstheoretiker.

Auch die Schlachten, wichtige Set Pieces für Science-Fiction-Produktionen im Kino, sind konfus und physikalisch zweifelhafter als ich das Popcornkino zugestehe. Tom Cruise hängt an Felsen, Autos fliegen fast furios durch die Luft – akzeptiere ich alles, wenn es im Film im Stil passt. Hier: achtlos hininszeniert. Wenn die Enterprise auf die Erde stürzt, glüht sie zwar, aber dann werden ein paar Luftschichten tiefer wieder alle gerettet. Da stimmt der Spannungsbogen nicht. Und die Physik auch nicht.

Also: Ich habe den dritten Teil aus dem Franchise-Neustart jetzt mal auf die Liste gepackt. Die Schauspieler sind toll. Und J.J. Abrams ist auch raus. Erstaunlich, was für Mist der auch gemacht hat.

Software, über die ich mich jede Woche aufrege: der Spam-Filter in Outlook

Schon der Name ist doof. Junk-Ordner. Das Ordnungsprinzip dahinter ist kaputt, mithin also Junk. Aber eigentlich sammelt er Spam. So wie das bei Gmail schon immer hieß. Aber Microsoft muss ja wie alle großen Konzerne so etwas anders nennen. Differenzierung nennt man das wohl. Also eben Junk, der nutzlose Ordner in Outlook.

Klar, auch in Outlook bekomme ich wenig Spam. Der verschwindet irgendwohin. Aber einmal pro Woche muss ich mindestens in den Junk-Ordner schauen, weil wieder irgendein Newsletter dort festhängt, oder eine Benachrichtigung von einem der technischen Systeme, für die ich verantwortlich bin. Manchmal lagen da dutzende Nachrichten, auch gern mal von Designern, die auf Feedback warten. Seitdem habe ich eine Regel: einmal pro Woche in den Junk-Ordner schauen. Dafür benutze ich seit kurzem Wunderlist, das Microsoft gekauft hat. Bei Gmail mache ich ungefähr einmal im Jahr, so gut ist der Filter eingestellt. Und gegen Nutzer, die Newsletter als Spam markieren, sind beide Systeme nicht geschützt. Das muss man heuristisch lösen.

Also, Microsoft: Werbt ein paar Leute aus dem Gmail-Team von Google ab. Die helfen euch dann, das Feature für Outlook wasserdicht zu machen.