Software, die ich nutze (15): Feedly

Update: Fever ist nicht mehr. An Heiligabend 2016 hat Entwickler Shaun Inman den weiteren Verkauf eingestellt und angekündigt, keine weiteren Updates mehr für die Software zu machen. 

Fever, ich will dich lieb haben. Aber du machst es mir schwer. Ich muss auf dem laufenden bleiben, und dein Web Frontend ist mit so vielen Feeds und der damit verbundenen Ladezeit jedes einzelnen Klicks einfach nicht erträglich. Ich bin zu Feedly gewechselt. Meine Wünsche sind einfach:

  • Bau eine Nuzzle-artige AMP-Funktion ein oder
  • Parse den Content, wie das Reeder in der App macht, dann komme ich auch wieder.

Bis dahin bin ich bei Feedly, auch als Pro-Nutzer, weil ich mehr als 1200 Feeds habe.

Ist die Software 5 Euro im Monat wert? Ja, weil sie die Basis meines Medienkonsums geworden ist.

Google Reader ist tot, lang lebe Reeder und Google Chrome.

Mein Feedgarten braucht auch mal wieder einen Frühjahrsputz, glaube ich.

Update: Feedly ist so langsam! Und was ist die Funktion der Feedly Mini Chrome Browser Extension? Die ist so unnütz.

Eine Möhre bitte!

Ich glaubte nicht an die inspirierende Wirkung von Kochvideos. Wer kocht sich schon ein Tasty-Tastify-Kitchen-Stories-Rezept nach, wenn er das nicht eh geplant hatte? 

Mein Sohn hat mich jetzt eines Besseren belehrt. Er hat eine Folge Shaun das Schaf sehen dürfen (S04E24), in der der Bauer und Shaun mit Joggen abnehmen wollen. Da füllen die Schafe den beiden ihren Vorratsschrank mit gesunden Sachen. Karotten waren dabei. Und was sagte mein Sohn? „Papa, schälst du mir eine Möhre?“ 

Aber sicher. 

(Foto: Gabriel Gurrola / Unsplash)

5 Anwendungen, die man häufiger updaten muss als man sie nutzt

Manche Anwendungen müssen häufig geupdatet werden. Wann fängt es an zu nerven? Wenn man sie bei jedem Programmstart updaten will. Welche Übeltäter benutze ich weiterhin, aber sie nerven wie ein Freund, der immer dann reden will, wenn man einfach nur abhängen wollte?

  • FileZilla
  • Calibre
  • WordPress
  • Craft Plugin für Sketch – kann ich das 2x nominieren?
  • Adobe Creative Cloud

Und der Sonderpreis für nervt irre geht an…

  • Atom (macht die neue Version im Öffnen-Mit-Menü verfügbar, bevor sie richtig funktioniert. Macht mich richtig fuchsig.) Sonderpreis: Ich nutze es täglich, daher gilt die Überschrift hier nicht.

Kinokritik Cinecittá

Ja, den Begriff Kinokritik meine ich ernst. Das ist nicht der falsche Name für eine Filmkritik, und ich weiß es nicht besser. Das Cinecittá in Nürnberg ist das größte Multiplexkino in Deutschland. Behauptet das Kino selbst und steht auch bei Wikipedia so. Ich war jetzt zum ersten Mal drin, und es hat etwas in mir ausgelöst, das ich niederschreiben will.

Das Kino hat 23 Säle, der größte war mal ein IMAX-Kino und wurde dann etwas zurückgebaut. 5000 Sitzplätze, 5000 Quadratmeter Foyer. Über diesen Wert bin ich gestolpert. Die Angabe kenne ich von seelenlosen Einkaufszentren, aber bisher nicht von Kinos. Es macht Sinn, man läuft sehr weit von der Kasse zum Kinosaal, überall sind Sitzgelegenheiten. Und dann noch eine. Und noch eine Theke, wo man sich kinokulinarisch versorgen kann. Das ist unerwartet. Oberirdisch scheint das Kino eher klein zu sein. Die Säle verstecken sich, wenn man von der Altstadt aus kommt, in mehreren Etagen unter der Erde. Kino-Inception sozusagen. Das Licht ist auf mega-schummerig eingestellt, damit das Date auch Erfolg hat. Nur wenn man von der anderen Seite kommt, bekommt man einen Eindruck von der wahren Größe des Komplexes.

CINECITTA-Aussenansicht

Die Foyers werden aber clever bespielt, indem die Filmanfänge gut gegeneinander verschoben sind. So kriegt man nie Platzangst, zumindest ist es mir so ergangen bei einer Spielzeit von 21.30 Uhr. Alles unheimlich gut konzipiert, in der Ausführung im Detail hapert es: Aushilfspersonal ohne echte Teilhabe sorgt für die gleiche, schlechte Serviceerfahrung wie in anderen Multiplex-Komplexen.

Im Erdgeschoss gibt es zwei unterschiedliche Foyers – eins für die Deluxe-Kinos, ein normales. Das Deluxe-Kino-Entree sieht so aus wie ein Autohaus, in dem man die Autos vergessen hat. Eine Info-Theke, und dann ist da eine Bar. Dort wartet schon der sonnenbankgebräunte, weiß blondierte Möchtegern Bond-Bösewicht als Kellner und nimmt die Bestellung auf. Vor dem Film kann man sich auf einen Plausch in die bequem aussehenden braunen Ledersessel fallen lassen. Sie scheinen dieselben zu sein, die man aus einem Starbucks-Café kennt und die immer besetzt sind. (Sind sie nicht, sie sind der billige Nachbar aus dem Vorort-Möbelmarkt, und man möchte sie möglichst schnell verlassen.) Im Foyer sind da, wo Autos sein sollten, Buchtische aufgestellt, das Beste zum Lesen, Schmökern und Ausmalen. Allein, dass auch der liebe Kollege Bernhard Blöchl mit seinem Juli-Buch dort ausliegt, unterscheidet das von einer Bahnhofsbuchhandlung. Und das etwas weniger vorhandene Licht. Schönes Detail: Von jedem Buch ist eins als Leseexemplar geöffnet und mit einem Plastikumschlag versehen – so wie früher meine Schulbücher.

Der durchschnittliche Preis für eine Kinokarte betrug im Jahr 2015 rechnerisch 9,06 Euro. Für meinen Sitzplatz im Deluxe-Kino 3 musste ich 16,50 Euro bezahlen. Deluxe-Kinos dieser Art sind in Großstädten ein neuer Trend geworden. Argumente dafür?

  • Man hat mehr Platz zum Sitzen.
  • Die Sitzlehne muss man sich nicht mit dem Sitznachbarn teilen.
  • Es gibt Pärchensitze und Einzelsitze.
  • Die Knabbereien und Getränke kann man vorher bestellen, und dann stehen sie schon am Sitz bereit.
  • Man kann die Knabbersachen und Blubberbrause auch am Sitz bestellen.
  • Den Kinositz kann man per Knopfdruck in einen komfortablen Liegesessel verwandeln.

Warum habe ich den Film dort angeschaut? Weil der zu der Zeit nur da lief. 16,50 Euro für ein Ticket plus 6,90 Euro für eine kleine Cola und ein kleines Popcorn fand ich auch teuer. Mein Heimatkino liegt zwischen 6 und 7 Euro. Aber ich weiß, dass 3D-Filme mittlerweile auch am Wochenende 12-13 Euro Eintritt kosten. War es also die 30 Prozent Aufschlag wert? Eher nicht, auch wenn das dafür sorgt, dass lärmende Jugendliche, die während der Werbung noch telefonieren müssen, dieses Kino eher meiden. Das Cinecittá hat es aber in meine Liste der Lieblingskinos geschafft, jedenfalls lieber als ein beliebiges UCI-, Cinestar- oder Cinemaxx-Objekt.

Update: Mir ist heute aufgefallen, dass ich noch nichts über die Projektionsqualität geschrieben habe. Bild und Ton waren wirklich sehr gut. Gerade der Subwoofer unter den Sitzreihen war bei der Dolby Atmos-Ausstattung beeindruckend. Was ich sonst oft in Multiplex-Kinos erlebt habe, fand hier nicht statt: Bild war nicht zu dunkel und auch der Ton laut genug – fast zu laut. Ich musste mich jedenfalls dran gewöhnen. Was nur bei der Trailershow störte, war das reflektierte Licht von den Lämpchen, die an jeder Sitzgruppe im Saal angebracht ist. Da merkt man, dass die Leinwände viel Licht zurückwerfen – das hat den Trailergenuss etwas gestört.

Drei Indie Web Camp-Mitstreiter im Weggla – Nürnberg 2016

Die drei Brillenträger, die die Attraktion auf dem Indie Web Camp Nürnberg 2016 waren, heißen Jeremy Keith, Aaron Parecki und Tantek Celik. Tantek hat ein 1-Buchstaben-Twitter-Handle: twitter.com/t. Sie leben und atmen Web, das offene Web.

Sie kämpfen gegen Silos. Und wie auf jedem Barcamp sind ein paar Unerschrockene, zu denen ich mich auch zähle auch dabei. Diese stellen jenen Fragen aus ihrem Horizont. „Was sind Silos?“ Die Frage ist berechtigt, und sie muss auch beantwortet werden.

Was sind also Silos, gegen die Indie Web Camp-Mitstreiter sind?

Dann mache ich mal den Erklärbär: In Silos wird Zeug reingepumpt, und es kommt nur auf eine bestimmte Art und Weise wieder heraus. Ein Eingang, ein Ausgang, der Silobesitzer bestimmt die Regeln.

In der digitalen Welt sind damit die großen Social Media-Plattformen gemeint, Facebook, Snapchat und Twitter, aber auch Medium.com gehört dazu. Alle Plattformen dieser Art sollte man als kritischer Webnutzer unter einen Silo-Verdacht stellen. Dazu gibt es die Prinzipien POSSE und PESOS. POSSE ist das Wunschbild, PESOS akzeptabel für Dienste wie Instagram, zur Not.

POSSE

PESOS

Die Mitglieder der Indie Web Camp-Bewegung glauben an das Recht und das Bedürfnis einzelner Teilnehmer im Web, ihre Stimme auf ihrer eigenen Seite zu Gehör zu bringen. Warum? Die großen Unternehmen nehmen sich Rechte heraus, die sie nicht abtreten wollen. Sie stellen die Plattform, sie legen in ihren Nutzungsbestimmungen die Regeln fest. Dazu gehört die (inzwischen beigelegte) Debatte ums Stillen und Bilder vom Stillen, aber auch die Haltung in der Waffenkauffrage. Eine Facebook-Fanpage gehört immer Facebook, man besitzt die nicht (zu leicht ist sie verloren).

Und die Großen von heute können die Toten von morgen sein. Wer ist schon von den Einstellungen von Produkten erwischt worden? Jeder, bei mir war es Google Reader. Bei anderen MySpace, oder Geocities. Dabei ist der Fokus auf die „personal site“, wie das im Laufe des ersten Tages immer wieder genant wurde, wichtig. Diese Begriffsschärfe vermisste ich dann auch in Diskussionen mit anderen Camp-Teilnehmern.

Natürlich gibt es ein Bedürfnis, seine Daten nicht öffentlich zu machen, schon gar nicht als Unternehmen. Da gibt es ein Recht auf Unternehmensgeheimnis. Ich will auch meine Firmenkonzepte nicht überall im digitalen Untergrund finden. Apple und Google kämpfen ja auch immer gegen Leaks – bevor sie mit ihren Produktenthüllungen um Aufmerksamkeit kämpfen.

Aber darum geht es dem Indie Web Camp gar nicht. Es geht um die eigene publizistische Stimme. Diese Kombination von „Ich habe die Technik im Griff und kann mir eine Webseite machen“ und „Ich habe eine Stimme, die ich im Netz benutzen will“ scheint schon sehr amerikanisch zu sein. Ich wünschte mir die von viel mehr deutschen Internetbewohnern. Fakt ist: Einige der Anwesenden haben gar keine eigene Internetpräsenz. Ja, das gibt es 2016 noch bei den Teilnehmern eines digital zwar nischenhaften, aber eben doch sehr digitalen Events.

Publizistischer Impetus kann auch mit Uneitelkeit und Nahbarkeit einhergehen. Liegt nicht nahe, ist aber so. Ich habe zwei Sessions mit Jeremy Keith gemacht, daher will ich das mal an dem Iren, der in Brighton arbeitet und Clearleft mit gegründet hat, festmachen. Er sagt auch mal: „Das weiß ich nicht.“ Als Session-Lead bei einer Sitzung, die er morgens mit einem Klebezettel erst gepitcht hat. Er stellt immer wieder den Bezug zur Erfahrungswelt der Teilnehmer her. Er fragt, ist ernsthaft interessiert. Wahrscheinlich ist das auch seine Workshop-Erfahrung aus einer kundenorientierten Agentur. (Ich muss zugeben, ich habe bei erfahrenen Menschen immer ein gutes Gefühl, wenn diese auch mal sagen, dass sie etwas nicht wissen. Auch wenn das eine Selbstverständlichkeit sein sollte.)

Die deutschen Teilnehmer waren teils sehr zurückhaltend. Ein Drittel hat gefühlt kein Wort gesagt, sondern lieber ein paar Zeilen im Atom Editor oder einem anderen geschrieben. Ist das normal? War mein zweites Barcamp, daher habe ich noch keine Erfahrungswerte.

Danke ans Indie Web Camp Nürnberg

Der Event war das Beste, was ich seit langem besucht habe. Keine Powerpoint-Pointenschlachten von den üblichen Konferenzen, sondern echte Hilfestellung. Das Indie Web Camp wurde zeitweise auch zu einem  Homebrew Website Club. In einer Session mit Aaron Parecki, einem der vier Gründer des Indie Web Camps, haben etwa zehn Leute versucht, ihren Sites Webmentions abzuringen. Mir ist es nicht gelungen, wie ich das auch hier im Blog dokumentiert habe. Und weil ich angesichts meiner kaum vorhandenen Coding-Skills am Sonntag auch nix hätte zustande bringen können, habe ich mir den Hackathon-artigen Tag gespart. Das hätte mir nix gebracht, und euch auch nicht, liebe Mit-Anwesenden. Außerdem muss ich erst mal überlegen, welche meiner Domains meine neue zentralen Ich-Präsenz im Web bleiben soll. Mein WordPress-Blog (das du netterweise gerade liest) ist es wohl eher nicht, dazu ist es zu wenig umfassend. Es bedient nur meine publizistische Ader, nicht aber meine Arbeit als Manager oder Produktmacher. Die Ideen zur Gestaltung einer persönlichen Site waren wirklich sehr gut, aber erst bei der Ausführung zeigt sich, ob sich mir die Veranstaltung wirklich eingebrannt hat.

Ich habe selten eine so egofreie Veranstaltung in der Digitalszene erlebt. Hands on, mit direkter Ansprache von Vordenkern, die ich sonst nur von Twitter und aus dem Feedreader kenne. Toll. Das wäre sicher auch eine Organisationsgebühr wert. Dieses Barcamp war kostenlos. Außer Zug, Hotel, Bahn und Bus habe ich dafür nur 50 Cent bezahlt – für eine Flasche Apfelschorle.

Meine erste Webmention

Manchmal verlasse ich meine Comfort Zone. Heute ist es wieder so weit. Ich bin nach Nürnberg gefahren zum dritten Indie Web Camp in Deutschland, meinem ersten Indie Web Camp und meinem zweiten Barcamp.

(Und natürlich klappt das hier nicht auf Anhieb, obwohl ich das richtige Plugin habe und das ganze Zeug nicht selbst schreiben musste.)

Wortfindungspost

Im Deutschen gibt es für alles ein passendes, zusammengesetztes Hauptwort, mit dem unsere Sprache der englischen überlegen ist. So gehen auch 50% aller Witze in fortgeschrittenen Deutsch-als-Fremdsprache-Kurse, und 80% der Pointen im Twitter-Feed von Nein Quarterly. Wahrscheinlich gibt es ein ganzes Buzzfeed-Subgenre dazu.

Heute habe ich nach einem Wort gesucht, mir fiel keines ein. Keine Wortfindungsstörung, nix Neurologisches, keine Angst. Eher der Versuch, besonders witzig zu sein in der Sprache, die niemand für witzig hält. Ich suche für folgende Situation ein Wort.

Gestern habe ich den anderen Pendler neben mir am Bahnsteig noch im Schwimmbad halbnackt gesehen, heute ignorieren wir uns wieder völlig, vollständig angezogen.

Wie kann man das nennen?

Mein erster Favorit:

Vorausgezogenheit

Sagt mir in den Kommentaren, was euch einfällt. Vielleicht versteht aber auch keiner mein Problem. Das ist auch ok!

pablo